Kleine Kennzahlensammlung für Ihre Firma

Kennzahlen haben für viele Gründer etwas Abstraktes. Sie scheinen schwierig zu berechnen und noch schwieriger auszuwerten. Dennoch lohnt es sich für Sie, sich mit der Materie zu beschäftigen. Deshalb habe ich für Sie eine kleine Kennzahlensammlung zusammengestellt, die den Bedürfnissen kleinerer Unternehmen und Existenzgründer entgegenkommt.

Wenn Sie diese Kennzahlen berechnen und verstehen können, werden Sie deutlich bessere Karten in der Hand haben, wenn Sie Opens internal link in current windowein Bankgespräch vereinbaren. Zudem können Sie mit der Kennzahlensammlung auch selbst fortlaufend die Entwicklung Ihres Unternehmens verfolgen und rechtzeitig gegensteuern, wenn es sich in die falsche Richtung bewegt.

Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital

Zunächst sollten Sie Ihr Eigen- und Fremdkapital betrachten. Hier gibt es zwei wichtige Formeln, die Sie kennen sollten:

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote sagt aus, wie viel Ihres Unternehmens durch eigene Mittel finanziert wird, also z. B. durch Ihre eigenen Bareinlagen oder die eingebrachten Einlagen von Gesellschaftern. Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto besser stehen Ihre Chancen im Bankgespräch. Im Idealfall liegt diese Kennzahl deutlich höher als 25 Prozent.

Fremdkapitalquote

Das Gegenstück zur Eigenkapitalquote sagt aus, wie groß der fremdfinanzierte Teil Ihrer Bilanzsumme ist. Je höher die Fremdkapitalquote, desto schlechter ist Ihre Verhandlungsposition. Die Berechnung erfolgt analog:

Fremdkapitalquote = Fremdkapital / Gesamtkapital * 100

Aufnahme eines Kredits

Im Prinzip keine betrieblichen Kennzahlen sind die Folgenden, da sie nur für die Bank interessant sind. Falls Sie über einen Kredit verhandeln wollen, ist ihre Ermittlung dennoch unumgänglich:

Kapitaldienstgrenze

Die Kapitaldienstgrenze gibt an, wie hoch der maximal durch Sie tragbare Kapitaldienst (Zinsen + Tilgung) ausfallen kann. Dies ist für die Bank eine wesentliche Information, um herauszufinden, ob Sie einen geplanten Kredit überhaupt finanziell stemmen können.

Kapitaldienstgrenze = (Betriebsergebnis + Abschreibungen + Zinsaufwand) – (Entnahmen + Investitionen)

Schuldentilgungsdauer

Die Schuldentilgungsdauer gibt an, wie lange sie bräuchten, um Ihren Kredit zurückzuzahlen, wenn Sie den zur Verfügung stehenden Cashflow ausschließlich dafür verwenden würden. Im grünen Bereich liegen hier Zeiträume zwischen etwa fünf und zehn Jahren.

Schuldentilgungsdauer in Jahren = (Rückstellungen + Verbindlichkeiten – Liquide Mittel) / Cashflow

Es handelt sich hier allerdings um ein rein fiktives Idealszenario, da Sie in der Praxis Ihren Cashflow auch benötigen, um zu investieren oder Gewinne auszuschütten.

Ertrags-/Gewinnkennzahlen

Selbstverständlich sollten Sie regelmäßig den Erfolg und die Rentabilität Ihres Unternehmens untersuchen. Hierfür stehen Ihnen unter anderem die folgenden Kennzahlen zur Verfügung:

Rohgewinn

Der Rohgewinn beschreibt, was übrig bleibt, wenn man vom Umsatz (Betriebsleistung) die Kosten abzieht. Hierbei gilt es zu unterscheiden:

Rohgewinn I = (Betriebsleistung – Fremdleistungen – Material- und Wareneinsatz) x 100 / Betriebsleistung

Ist diese Quote sehr niedrig, sollte überprüft werden, ob Fremdleistungen und Material günstiger eingekauft werden können bzw. ob die Preiskalkulation Ihrer Produkte korrekt ist.

Rohgewinn II = (Betriebsleistung – Fremdleistungen – Material- und Wareneinsatz – Personalkosten) x 100 / Betriebsleistung

Der Rohgewinn II muss in seiner Höhe ausreichend sein, damit alle weiteren Kostenpositionen ausgeglichen werden können. Danach sollte noch ein angemessener Gewinn übrig bleiben.

Umsatzrentabilität / Umsatzrendite

Die Umsatzrentabilität zeigt an, wie viel Gewinn das Unternehmen aus dem Umsatz herausholt. Käme beispielsweise eine Umsatzrentabilität von 50 Prozent heraus, würde dies bedeuten, dass Sie aus 2 Euro Umsatz 1 Euro Gewinn realisieren.

Umsatzrentabilität = Betriebsergebnis x 100 / Betriebsleistung

Die Liquidität: Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen nachzukommen

Die Liquidität ist eine der wichtigsten Kennzahlen überhaupt. Denn nur wenn Ihr Unternehmen liquide ist, also über flüssige Mittel verfügt, kann es seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen aus Krediten oder Warenlieferungen nachkommen. Zu unterscheiden sind hier mehrere Kennzahlen:

Liquidität 1. Grades

Wie viel Prozent des kurzfristigen Fremdkapitals (z. B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Kundenanzahlungen, Dispokredit) können mit den flüssigen Mitteln (z. B. Kassenbestände, Bankguthaben) bezahlt werden? Dies gibt die Liquidität 1. Grades an, die niemals unter 10 Prozent sinken sollte:

Liquidität 1. Grades = Flüssige Mittel / kurzfristiges Fremdkapital * 100

Liquidität 2. Grades

Bei dieser Formel werden auch Forderungen in die flüssigen Mittel einbezogen, da sie dem Unternehmen ebenfalls in Kürze zur Verfügung stehen werden.

Liquidität 2. Grades = (Flüssige Mittel + Forderungen) / kurzfristiges Fremdkapital * 100

Liquidität 3. Grades

Mit der Liquidität 3. Grades prüfen Sie ein globaleres Thema, nämlich ob Ihre kurzfristigen Vermögenswerte mit kurz- oder mittelfristig verfügbaren Mitteln finanziert werden. Im Idealfall ist die entstandene Zahl größer als 100 Prozent, also das kurz-/mittelfristige Fremdkapital höher als das Umlaufvermögen.

Liquidität 3. Grades = Umlaufvermögen / kurz-/mittelfristiges Fremdkapital * 100

Cashflow

Mit dem Cashflow berechnen Sie, wie viele liquide Mittel während einer bestimmten Periode (z. B. Monat, Quartal, Jahr) dem Unternehmen zufließen. Die Bank versucht mithilfe dieser Kennzahl herauszufinden, ob der zu erwirtschaftende Cashflow überhaupt ausreichend, um einen angemessenen Unternehmerlohn zu realisieren, geplante Investitionen abzudecken und Zahlungsdienste aus Krediten zu finanzieren.

Cashflow = Betriebsergebnis + Abschreibungen

Falls Sie bei Ihren Berechnungen feststellen, dass es um Ihre Liquidität nicht gut bestellt ist, sollten Sie dringend Opens internal link in current windowMaßnahmen ergreifen, um Ihre Liquidität zu erhöhen.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

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