Wann muss ich eine Gewerbesteuererklärung abgeben?

Mit dem dritten Teil unserer Reihe, wann eine Steuererklärung abgegeben werden muss, gehen wir auf die Gewerbesteuer ein.

Teil 1: Opens internal link in current windowWann muss ich eine Umsatzsteuererklarung abgeben? FAQ 20
Teil 2: Opens internal link in current windowWann muss ich eine Einkommensteuererklärung abgeben? FAQ 23

Wer ist überhaupt Gewerbesteuerpflichtig?

Alle Gewerbetreibenden im Sinne des § 15 Abs. 2 EStG unterliegen gem. § 2 Abs. 1 GewStG der Gewerbesteuer. Kapitalgesellschaften wie bspw. eine GmbH oder  AG gelten stets mit ihrer gesamten Tätigkeit als Gewerbebetrieb.

Nicht gewerbesteuerpflichtig sind Freiberufler bspw. Ärzte oderSteuerberater, außer der Freiberufler führt seine Tätigkeit in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft aus.

Gewerbesteuererklärung Abgabefristen

Die Gewerbesteuererklärung ist gem. § 149 (2) AO bis zum 31.05. des Folgejahres abzugeben. Wird die Erklärung von einem Steuerberater o.ä. im Sinne der §§ 3 und 4 StBerG angefertigt, verlängert sich die Frist gem. § 109 AO bis zum 30.09. des Folgejahres. In Einzelfällen kann auf Antrag die Frist bis zum 28.02. des darauf folgenden Jahres verlängert werden.

Gewerbesteuervorauszahlungen

Auf die zu erwartende Steuer sind Vorauszahlungen zu leisten. Das Finanzamt erlässt einen Gewerbesteuermeßbescheid zu Vorauszahlungszwecken. Auf dieser Grundlage legt die Gemeinde die Vorauszahlungen fest.

Im § 19 GewStG sind die Termine für die Gewerbesteuervorauszahlungen geregelt:

(1) 1Der Steuerschuldner hat am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November Vorauszahlungen zu entrichten.

Damit sind die Gewerbesteuervorauszahlungen quartalsweise zu entrichten, und zwar immer im Monat, bevor die quartalsweise Zahlung der Einkommenssteuer fällig ist (10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember).

passfoto torsten montag
Downloadtipp: Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen

 

Jeder der Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer oder Gewerbesteuer zu leisten hat, dürfte das kennen: Kaum stellt das Finanzamt ein höheres Einkommen fest, wird die Höhe der Einkommensteuervorauszahlung von Amts wegen geändert. Wissen Sie aber auch, dass Sie im Umkehrfall, nämlich wenn Ihr Einkommen sinkt oder voraussichtlich sinken wird, eine Herabsetzung der Vorauszahlungen beantragen können? Sie müssen dazu natürlich die Angaben zur Festsetzung in Ihrem Steuerbescheid beachten. Stellen Sie fest, dass Ihr Einkommen im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, sollten Sie unbedingt die Höhe der Beträge vergleichen - und von Ihrem Recht auf eine Senkung Gebrauch machen, sofern es sich lohnt. Gerade in Zeiten, in denen Ihr Unternehmen vielleicht eine wirtschaftliche Flaute durchlebt, kann es durchaus sinnvoll sein. Dies gilt natürlich für alle, die Steuervorauszahlungen leisten müssen.

 

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Der Freibetrag in der Gewerbesteuer

Personenunternehmen können gemäß § 11 Abs. 1 GewStG einen Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro in Anspruch nehmen. Wenn Ihr jährlicher Gewerbeertrag unter dieser Grenze liegt, müssen Sie zwar keine Gewerbesteuer zahlen, aber dennoch eine Gewerbesteuererklärung abgeben. Es handelt sich dann um eine sogenannte Nullmeldung. Genaugenommen muss lt. Opens external link in new window§ 25 Abs. 1 GewStDV nur dann eine Gewerbesteuererklärung abgegeben werden, wenn der Freibetrag von 24.500 € überschritten wird, wenn das Finanzamt aus anderen Gründen dazu auffordert oder ein anderer Grund lt. obiger Quelle dazu verpflichtet.

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Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?

Der Gewerbetreibende zahlt auf den erzielten Ertrag an die Gemeinde oder Stadt, in der das Unternehmen ansässig ist, eine Gewerbesteuer. Dazu wird der Ertrag durch Zurechnungen und Abzüge genau ermittelt.

Nach Abzug des Freibetrags wird auf den bleibenden Gewerbeertrag eine Steuermesszahl angewandt. Daraus ergibt sich der Hebesatz der Gemeinde, welcher regional unterschiedlich hoch sein kann. Das Zahlen der Gewerbesteuer erfolgt vierteljährlich.

Was ist die Steuermesszahl genau?

Alle Gewerbetreibenden müssen aufgrund ihres erzielten Gewinns an die Gemeinde oder Stadt, in welcher der Gewerbebetrieb ansässig ist, Gewerbesteuern bezahlen. Die Steuermesszahl ist im Gewerbesteuergesetz (GewStG) festgelegt und stellt den Faktor dar, nach welchem sich die Gewerbesteuer berechnet. Die Steuermesszahl variiert in Abhängigkeit von der Höhe des zu versteuernden Gewinns. Bei Gewerbebetrieben, die von natürlichen Personen oder Personengesellschaften betrieben werden, schwankt die Steuermesszahl zwischen 1 % und 5 %. Bei Kapitalgesellschaften werden konstant 5 % für die Steuermesszahl zugrunde gelegt.

Welche Rolle spielt die Steuermesszahl bei der Berechnung der Gewerbesteuer?

Ausgangspunkt für die Ermittlung der Gewerbesteuer ist der Gewerbeertrag eines Unternehmens. Der Gewerbeertrag wird mit dem einkommensteuerlichen Gewinn des Unternehmens gleichgesetzt. Dieser ist um die sogenannten Hinzurechnungen (§ 8 GewStG) zu erhöhen und um die Kürzungen (§ 9 GewStG) zu senken. Nach der Absetzung von gesetzlichen Freibeträgen und einer Rundung auf volle 100 EUR, wird die Steuermesszahl auf den verbleibenden Gewerbeertrag angewandt. Das Resultat stellt den sogenannten Steuermessbetrag dar. Dieser wird mit dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde oder Stadt multipliziert. Das Ergebnis dieser Berechnung ist die Gewerbesteuer des Unternehmens auf den Gewerbeertrag, also den zu versteuernden Gewinn. Berechnungsschema zur Gewerbesteuer: Siehe Gewerbesteuer.

Das Berechnungsschema zur Gewerbesteuer?

Gewinn oder Verlust laut Einkommensteuergesetz
+/-Hinzurechnungen und Kürzungen gem. §§ 8,9 GewStG (z.B. Dauerschuldzinsen)
-Verlustvortrag aus früheren Jahren
=Gewerbeertrag (vorläufig)
-Rundungsdifferenz auf volle 100 EUR
-Freibetrag nach § 11 Abs. 1 GewStG
=Gewerbeertrag
xSteuermesszahl
=Steuermessbetrag
xHebesatz der Stadt oder Gemeinde
=Gewerbesteuer

 

 

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