Darf ich vor der Gewerbeanmeldung bereits verkaufen?

Dass zur Vorbereitung einer gewerblichen Tätigkeit vorweggenommene Betriebsausgaben anfallen, die zeitlich vor der eigentlichen Gewerbeanmeldung liegen, ist bei vielen Existenzgründungen üblich. Doch kann auch der umgekehrte Fall eintreten: Es werden bereits Betriebseinnahmen generiert, obwohl das Gewerbe noch gar nicht angemeldet war. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Junge Frau, die ein Blatt Papier mit der Überschrift "Open" zeigt
Bild: PourquoiPas / pixabay.com

Zu unterscheiden: Steuerrecht und Gewerberecht

Auf die Frage, ob Sie bereits vor der Gewerbeanmeldung verkaufen dürfen, gibt es je nach Sichtweise zwei mögliche Antworten:

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Vorweggenommene Betriebseinnahmen im Steuerrecht

Wenn Sie Umsätze generieren, müssen Sie die darauf entfallende Umsatzsteuer an das zuständige Finanzamt abführen – daran ändert auch eine bisher unterbliebene Gewerbeanmeldung nichts. Selbst wenn Sie die Gewerbeanmeldung erst Monate später vornehmen würden, beginnt die umsatzsteuerliche Unternehmereigenschaft, sobald Sie zum ersten Mal nach außen hin erkennbar als Unternehmer auftreten. Indem Sie Umsätze generieren, ist diese Voraussetzung erreicht und Sie müssen eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben.

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TIPP: So sagen Sie´s dem Finanzamt

Ein kleiner Geheimtipp, wie Sie mit dem Finanzamt und der nötigen Umsatzsteuervoranmeldung hinsichtlich der Umsätze vor der Gewerbeanmeldung umgehen könnten.

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Vorweggenommene Betriebseinnahmen im Gewerberecht

Parallel dazu besteht allerdings auch Ihre Pflicht, nach § 14 GewO Ihr Gewerbe anzumelden, sobald es aufgenommen wurde. Dafür ist es übrigens nicht zwingend notwendig, auch bereits nach außen aufzutreten – auch Vorbereitungshandlungen können die Gewerbeanmeldung erfordern. In diesem Sinne dürfen Sie vor der Gewerbeanmeldung eigentlich nichts verkaufen.

Wo kein Kläger, da kein Richter?

Solange Sie das Gewerbeamt nicht darauf hinweisen, dass Sie bereits vor der Gewerbeanmeldung verkauft haben, wird es von selbst nicht darauf kommen – selbst wenn Sie bereits Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Wird jedoch ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes darauf aufmerksam, dass Ihr Geschäft bereits geöffnet ist, obwohl noch kein Gewerbe angemeldet wurde, müssen Sie mit einem Bußgeld rechnen.

Deutlich häufiger kommt es allerdings vor, dass sich Existenzgründer selbst verraten. Sie können beim Gewerbeamt auch eine rückwirkende Gewerbeanmeldung vornehmen. Bei zwei bis drei Wochen bekommen Sie im Regelfall keine Schwierigkeiten – wohl aber, wenn der eigentliche Gründungszeitpunkt bereits Monate zurückliegt. Es liegt im Ermessensspielraum des Sachbearbeiters, ob er für Ihren Fall ein Bußgeld verhängen möchte oder nicht. Je nach Situation kann dieses bis zu 1.000 Euro betragen.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

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