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Darf ich vor der Gewerbeanmeldung bereits verkaufen?

Dass zur Vorbereitung einer gewerblichen Tätigkeit vorweggenommene Betriebsausgaben anfallen, die zeitlich vor der eigentlichen Gewerbeanmeldung liegen, ist bei vielen Existenzgründungen üblich. Doch kann auch der umgekehrte Fall eintreten: Es werden bereits Betriebseinnahmen generiert, obwohl das Gewerbe noch gar nicht angemeldet war. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Zu unterscheiden: Steuerrecht und Gewerberecht

Auf die Frage, ob Sie bereits vor der Gewerbeanmeldung verkaufen dürfen, gibt es je nach Sichtweise zwei mögliche Antworten:

Vorweggenommene Betriebseinnahmen im Steuerrecht

Wenn Sie Umsätze generieren, müssen Sie die darauf entfallende Umsatzsteuer an das zuständige Finanzamt abführen – daran ändert auch eine bisher unterbliebene Gewerbeanmeldung nichts. Selbst wenn Sie die Gewerbeanmeldung erst Monate später vornehmen würden, beginnt die umsatzsteuerliche Unternehmereigenschaft, sobald Sie zum ersten Mal nach außen hin erkennbar als Unternehmer auftreten. Indem Sie Umsätze generieren, ist diese Voraussetzung erreicht und Sie müssen eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben.

passfoto torsten montag

TIPP: So sagen Sie´s dem Finanzamt

Ein kleiner Geheimtipp, wie Sie mit dem Finanzamt und der nötigen Umsatzsteuervoranmeldung hinsichtlich der Umsätze vor der Gewerbeanmeldung umgehen könnten.

An und für sich sind Sie verpflichtet, die Umsatzsteuer in dem Monat abzuführen, in dem Sie den zugehörigen Umsatz generiert haben. Solange Sie aber beim Finanzamt nicht als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer geführt werden (also noch nicht das Kennzeichen „U“ gesetzt ist), besteht noch keine Pflicht zur Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung, die angemahnt würde. Deshalb können Sie die Beträge alternativ auch mit der ersten Voranmeldung nach der Meldung beim Finanzamt mitmelden. Sie stufen sich als selbst für die Umsätze vor der Gewerbeanmeldung als Kleinunternehmer nach § 19 UStG ein und weisen keine Umsatzsteuer aus, damit entfällt auch vor der Gewerbeanmeldung die eigentlich nötige monatliche Umsatzsteuervoranmeldung.

Aber übertreiben Sie es nicht und melden Sie trotz alledem das Gewerbe so schnell es geht beim Gewerbeamt an, spätestens nach 4 Wochen. Sonst gibt´s nur Stress mit den Ämtern.

Vorweggenommene Betriebseinnahmen im Gewerberecht

Parallel dazu besteht allerdings auch Ihre Pflicht, nach § 14 GewO Ihr Gewerbe anzumelden, sobald es aufgenommen wurde. Dafür ist es übrigens nicht zwingend notwendig, auch bereits nach außen aufzutreten – auch Vorbereitungshandlungen können die Gewerbeanmeldung erfordern. In diesem Sinne dürfen Sie vor der Gewerbeanmeldung eigentlich nichts verkaufen.

Wo kein Kläger, da kein Richter?

Solange Sie das Gewerbeamt nicht darauf hinweisen, dass Sie bereits vor der Gewerbeanmeldung verkauft haben, wird es von selbst nicht darauf kommen – selbst wenn Sie bereits Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Wird jedoch ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes darauf aufmerksam, dass Ihr Geschäft bereits geöffnet ist, obwohl noch kein Gewerbe angemeldet wurde, müssen Sie mit einem Bußgeld rechnen.

Deutlich häufiger kommt es allerdings vor, dass sich Existenzgründer selbst verraten. Sie können beim Gewerbeamt auch eine rückwirkende Gewerbeanmeldung vornehmen. Bei zwei bis drei Wochen bekommen Sie im Regelfall keine Schwierigkeiten – wohl aber, wenn der eigentliche Gründungszeitpunkt bereits Monate zurückliegt. Es liegt im Ermessensspielraum des Sachbearbeiters, ob er für Ihren Fall ein Bußgeld verhängen möchte oder nicht. Je nach Situation kann dieses bis zu 1.000 Euro betragen.

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Meine Name ist Torsten Montag, ich betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. 2019 habe ich die GründerAkademie gegründet. Hier finden Sie all die Dinge, die mir geholfen haben, ein erfolgreicher Unternehmer zu werden. Machen Sie zuerst meinen UnternehmerTest oder erkundigen Sie sich jetzt unverbindlich zu meinem Existenzgründerseminar für zu Hause!

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