So wickeln Sie einen Firmenverkauf professionell ab

Oftmals arbeiten Firmeninhaber viele Jahre oder gar Jahrzehnte daran, dass ihr Unternehmen ein voller Erfolg wird. Möchten sie es später verkaufen, ist ihnen natürlich daran gelegen, für all die Jahre voll der Mühen, durchgearbeiteten Wochenenden und dem großen Maß an Verantwortung entschädigt zu werden. Deshalb sollten Sie bei einem geplanten Firmenverkauf strukturiert vorgehen.

Überschrift For Sale
Bild: PeteLinforth / pixabay.com

Warum überhaupt eine Firma verkaufen?

Es gibt viele Gründe, warum man möglicherweise eine Firma verkaufen sollte. Dies kann aus freiwilligen Gründen geschehen, oftmals besteht aber auch eine Notsituation, die den Firmenverkauf erfordert:

  • finanzielle Absicherung des Firmeninhabers im Alter (Finanzierung der Rente durch den Verkaufserlös)
  • gesundheitliche Probleme des Firmeninhabers
  • überraschender Tod des Inhabers, Verkauf durch die Erben
  • Nachfolge für den in Rente gehenden Inhaber
  • zu hoher Druck durch den Wettbewerb
  • Verkauf wegen einer persönlichen, beruflichen Veränderung

Die Chancen, auf einen angemessenen Preis zu kommen, sind natürlich höher, wenn keine Notsituation vorliegt und kein schneller Verkauf notwendig ist.

Schritt 1: Unterlagen aufbereiten, Unternehmen bewerten

Ehe Sie sich auf die Suche nach Interessenten machen können, benötigen Sie die Informationen zu Ihrem Unternehmen übersichtlich aufbereitet. Stellen Sie hierfür alle Informationen zusammen, die für einen Käufer von Interesse sein könnten, zum Beispiel:

  • Gesellschafterverträge
  • Arbeitsverträge
  • Informationen zur Entwicklung und Qualifikation des Personals
  • Verträge mit Lieferanten und Kunden
  • Kennzahlen zum Unternehmen
  • Miet- und Pachtverträge

Bauen Sie eine Art Exposé zu Ihrem Unternehmen auf, das die wichtigsten Eckdaten auf einen Blick vermittelt. Zudem sollten Sie in dieser Phase die Faktoren ermitteln, die sich auf den Kaufpreis auswirken können, zum Beispiel den Gewinn, den Nettoumsatz, die Eigenkapitalquote/-höhe, die Unternehmensgröße und die Branche. Der Wert eines Unternehmens lässt sich anhand verschiedener Verfahren ermitteln.

gründerlexikon tipp

Hinweis

Der Gewinn taucht in Anzeigen zu Unternehmensverkäufen häufig als „EBIT“ (Earnings bevor Interest and Taxes“) auf.

Schritt 2: Suche nach Kaufinteressenten

Es gibt verschiedene Wege der Suche nach Kaufinteressenten, mit denen Sie fündig werden könnten:

  • Kontakte in der Branche: Ihr Unternehmensverkauf kann für Konkurrenten eine Chance sein, eine weitere Filiale zu eröffnen oder Ihr Unternehmen zur Aufstockung der eigenen Lagerbestände zu nutzen.
  • Verkauf an die eigenen Mitarbeiter: Der bisherige Geschäftsführer oder ein besonders fähiger Mitarbeiter übernimmt in vielen Fällen gerne den laufenden Betrieb.

Anzeigen in Unternehmensbörsen: In Unternehmensbörsen (z. B. nexxt-change) können verkaufswillige Firmeninhaber inserieren und so externe Personen darauf aufmerksam machen. So kann aktiv nach einer Unternehmensnachfolge gesucht werden. Eine Auflistung gängiger Unternehmensbörsen im Internet finden Sie im Opens internal link in current windowArtikel zu Unternehmensnachfolgebörsen

ein wort aus dem lexikon wird hier erklärt

Was sind die Veräußerungskosten?

Veräußerungskosten sind die Kosten, die durch die Veräußerung eines Wirtschaftsgutes oder Immobilie entstehen. Veräußerungskosten sind z.B. Gebühren für Werbeanzeigen, Makler, Honorare für Notare oder Rechtsanwälte zum Aufsetzen eines Vertrages nicht zuletzt auch Transportkosten.

Was ist der Veräußerungsgewinn?

Der Veräußerungsgewinn ist der positiver Differenzbetrag zwischen dem Veräußerungserlös für ein Wirtschaftsgut und dessen Buchwert. Bis zum Veranlagungszeitraum 2008 ist ein privater Veräußerungsgewinn aus Grundstücksgeschäften einkommensteuerfrei, wenn zwischen Erwerb und Wiederveräußerung mehr als zehn Jahre liegen, bei anderen Arten von Wirtschaftsgütern ist es ein Jahr (§23 Abs. 1 Nr. 1 und 2 EStG). Ab Veranlagungszeitraum 2009 ist ein Veräußerungsgewinn stets einkommensteuerpflichtig bzw. hierauf aufbauend körperschaftsteuerpflichtig.

Beispiel für den Veräußerungsgewinn

Der Unternehmer führt einen Pkw mit 1.000 EUR in der Buchhaltung (Buchwert). Diesen Pkw verkauft er nun für 2.500 EUR zzgl. Umsatzsteuer an einen anderen Unternehmer. Der Veräußerungsgewinn ist nun mit 1.500 EUR zu ermitteln (2.500 EUR - 1.000 EUR). Dieser Veräußerungsgewinn steigert seinen Unternehmensgewinn und führt somit zu einer zusätzlichen Belastung durch Einkommensteuer.

Schritt 3: Verhandlungen mit geeigneten Partnern

Haben sich interessierte Käufer gefunden, so prüfen Sie diese auf Herz und Nieren. Ist Ihnen wichtig, was mit Ihrem Unternehmen zukünftig passiert und ist Ihnen daran gelegen, dass es dauerhaft Bestand hat, sollten Sie auf die Qualifikation des Interessenten achten. Er sollte im Idealfall Fachwissen und/oder Branchenerfahrung mitbringen und vielleicht sogar bereits über Erfahrung in einer leitenden Funktion verfügen. Dies gilt ganz besonders, wenn die bestehende Belegschaft übernommen werden soll. Ebenfalls entscheidend ist natürlich die Zahlungsfähigkeit des Käufers.

Wichtige Fragen, die während der Verhandlung zu klären sind, sind beispielsweise:

  • Wie wirkt sich der Firmenverkauf für Sie und den Käufer steuerlich aus?
  • Was soll mit noch laufenden Bestandskrediten passieren?
  • Wie sind die Haftungsverhältnisse geregelt, besonders was in der Vergangenheit entstandene Forderungen angeht? Gibt es eine Nachhaftung?
  • Wann und wie geht das Eigentum am Unternehmen auf den neuen Besitzer über?
  • Werden die Mitarbeiter des Unternehmens übernommen?
  • Welcher Preis ist für das Unternehmen angemessen?
  • Was passiert mit den Räumlichkeiten? Können Pachtverträge übernommen bzw. eigene Räumlichkeiten abgekauft werden?

Entscheidend ist, dass Sie sich von Beginn Ihrer Verkaufsabsichten an mit einem Berater absprechen, der sich auf Firmenverkäufe spezialisiert hat. Dies kann sowohl ein Steuerberater als auch ein Unternehmensberater sein, der Sie nach Kräften in den verschiedenen Phasen des Verkaufs unterstützt und dafür sorgt, dass Sie nicht benachteiligt werden oder ein schlechtes Geschäft abschließen. In steuerlicher Hinsicht kann Ihnen ein erfahrener Steuerberater viel Geld sparen.

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