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Sorgen Sie für positive Mundpropaganda!

Ein Mädchen flüstert einem andren etwas ins Ohr, mit vorgehaltener Hand. Hier im Sinne von Mundpropaganda zu verstehen.
Bild: Olichel / pixabay.com

Nachdem ich Ihnen erklärt habe, wie Sie Bestandskunden oder Stammkunden pflegen und bei Laune halten, komme ich nun zur Mundpropaganda.

"Sorgen Sie für positive Mundpropaganda!"

Das ist leichter gesagt als getan, daher möchte ich in diesem Abschnitt alles dafür tun, dass Sie zunächst erkennen, was Mundpropaganda ist, warum Mundpropaganda so wichtig für Ihr Unternehmen ist und wie sie mit der Mundpropaganda Ihr Unternehmen positiv beeinflussen können.

Aus dem Inhalt:

Mundpropaganda: Was ist das eigentlich?

Kurz gesagt: Alle Maßnahmen, die dazu dienen, eine Person, ein Produkt oder eine Dienstleistung in "aller Munde" zu bringen. Das Ziel ist es, das über das Werbeobjekt positiv gesprochen werden soll. 

Mundpropaganda oder Mund-zu-Mund-Propaganda?

Korrekt heißt es Mundpropaganda, leider hat sich im Volksmund auch die Mund-zu-Mund-Propaganda durchgesetzt, was wahrscheinlich von der Mund-zu-Mund-Beatmung und damit einer ähnlichen Weitergabe zwischenmenschlicher Dinge resultiert.

Synonyme für die Mundpropaganda

Wozu benötigt Ihr Unternehmen eine positive Mundpropaganda?

Sie möchten doch, dass über Sie als Person positiv geredet wird? Dann sollten Sie das auch für Ihr Unternehmen wollen und als Ziel haben. Nur wenn positiv über ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Dienstleistung geredet wird, kann die Nachfrage und damit der Absatz gesteuert und angekurbelt werden. Es gilt also das fundamentelle Ziel des positiven Geredes, der Gespräche, also der Mundpropaganda zu starten oder zu steigern.

Welche Maßnahmen können generell eingesetzt werden, um pos. Mundpropaganda zu erzeugen?

Oft handelt es sich nicht um Standardmaßnahmen bei der Werbung, sondern immer um außergewöhnliche Aktionen, die die Leute so noch nie gesehen haben und daher besonders begeistern. Es ist also sehr viel Kreativität und Erfindungsreichtum gefragt. Hier mal ein paar Bereiche, wo durch geschickte Maßnahmen positive Mundpropaganda vorstellbar sind. Oft entstehen derartige Kampagne im Rahmen des Guerilla Marketings und enden gerade im Netz nicht selten in viralen Kampagnen (wenn sie gut gemacht wurden). Daher spricht man dabei von viralem Marketing. Was Opens internal link in current windowvirales Marketing genau ist, sollten Sie jetzt hier im Gründerlexikon nachlesen!

außergewöhnliche Maßnahmen:

  • besondere Produktverprobungen
  • Aktionen in der Einkaufsstraße, im Einkaufszentrum usw.
  • Flyeraktionen mal anders
  • Radiospots zum Totlachen
  • Spendenaktionen mit Niveau
  • außergewöhnlicher und guter Service
  • SAuberkeit, Zufriedenheit, Pünktlichkeit
  • etwas, wo den Leuten nie langweilig wird
  • etwas Positives tun, wo die Leute nie mit gerechnet hätten. z.B. im Retourenmanagement oder im Support
  • Kauf 2, nimm 3
  • Kauf das Billigste und das teuerste bekommst du geschenkt ;-)
  • generell Rabattaktionen dieser Art
  • Internetposts, Blogposts die zum Schenkelklopfer führen
  • besondere Gewinnspiele
  • Facebookaktionen (social Media allgemein)
  • Webseiten die zum Mundoffenstehen-Effekt führen
  • Kontinuität Ihres Geschäfts aufbauen
  • Zuverlässigkeit, Ausdauer und nachhaltigkeit, so dass der Kunde sich darauf verlassen kann
  • Belohnung einer Empfehlung (Empfehlungsmarketing)

Ziel ist es immer: Es muss darüber positiv geredet werden, online wie offline!

Welche guten Beispiele gibt´s zur Mundpropaganda?

Beispiele sind am besten geeignet, um ein Thema zu erklären, daher möchte ich auch bei der Aufforderung für positive Mundpropaganda zu sorgen darauf zurückgreifen.

Im Folgenden möchte ich Ihnen gezielte Beispiele für gute und vor allem positive Mundpropaganda geben. Darin verstecken sich auch die ein oder anderen Opens internal link in current windowviralen Marketingkampagnen. Daraus können Sie Ihre eigenen Schlüsse ziehen und entsprechend handeln.

Einige Beispiel für positive Mundpropaganda
Firma Typ Beschreibung
Dove screenshot youtube dove video Das Video hat sich über das Internet sehr stark verbreitet und damit nicht nur das neue Produkt von Dove beworben, sondenr auch die Marke dove extrem bekannt gemacht und gepusht.
Amazon Sperrgut Rücksendung zu Amazon Ich habe mal etwas bestellt und hatte beim Zurücksenden Angst, es würde Ärger geben. Das Ding war doch etwas sperrig geworden, mit Herzklopfen habe ich bei Amazon angerufen und wider erwarten war es gar kein Problem. Das spricht sich weiter, gerade wenn man etwas vollkommen Unerwartetes als Antwort bekommt, womit man nie gerechnet hat und plötzlich alle Probleme weg sind, dann ist man mehr als zufrieden und redet ohne Aufforderung darüber.
Edeka edeka youtube werbung Scooter Durch die simple Kombination von "alten" Stars der Musikbranche, deren Songs oder Phrasen aus alten Liedern mit dem Produkt EDEKA, wird genau die Zielgruppe angesprochen, die bei EDEKA einkaufen soll, nämlich diejenigen, die Scooter und dessen Musik noch kennen oder damals dazu auf der Tanzfläche abgeraved sind. Das ist virales Marketing vom Feinsten, gut gemacht EDEKA, Ziel erreicht.
Outfitery Bei diesem Herrenausstatter weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, die tollen Ideen zum Aufbau der Mundpropaganda zu beschreiben. Ich bin selbst seit einigen Monaten sehr! zufriedener Kunde, denn diese Firma hat verstanden, was Männer wollen und genau das ist auch Ihre Zielgruppe. Meine Frau ärgert sich schon regelmäßig, denn etwas vergleichbares gibt es leider für Frauen nicht. Eine Firma namens kisura hat den kläglichen Versuch gestartet, etwas vergleichbares für Frauen anzubieten, allerdings hat sich diese Firma damit bisher bei meiner Frau nur eine negative Mundpropaganda erwirtschaftet.
Doch was macht Outfittery in Sachen Mundpropaganda so erfolgreich? Es ist das gesamte Paket, die Art und Weise, wie man mit Männern und deren teilweise oberflächlichen Einkaufsgewohnheiten umgeht. Man weiß eben, dass Männer nicht gern Klamotten kaufen und dahingehend eine Mutti benötigen, die Ihnen alles hinlegt, vorgibt und aussucht. Genau das macht Outfitery, aber nicht nur das, man bekommt auch regelmäßig eine Flasche Bier geliefert und kann beim Anziehen ganz entspannt ein Bierchen trinken. Es kommt jedesmal ein Outfit komplett von oben bis unten zusammengeschnürt mit einem Strick (mit dem meine Kinder sehr gerne spielen), so dass ich mir also keine Gedanken um Styling, passt alles zusammen?, Kann man das anziehen? usw. machen muss. Auch Retouren sind sehr einfach, ich lege nichts zusammen und schmeiße alles in den Karton. Der Karton hat einen schönen Griff, so dass sich das ganze zur Post tragen und kostenlos zurücksenden kann. Die Klamotten sehen Spitze aus, sind von sehr vielen Markenanbietern und genau deswegen erzähle ich es in der Nachbarschaft, bei Feierlichkeiten und Freunden. Outfittery hat damit 100 Prozent eine positive Mundpropaganda durch blankes persönliches weitererzählen von mir als super zufriedener Kunde erreicht. Sehen Sie, ich schreibe ja sogar im Internet darüber und wer es nicht selbst probiert, kann es nicht nachvollziehen, deswegen kann ich nur dazu aufrufen, auf den Link zu klicken, es auszuprobieren und anschließend selber zu entscheiden. Übrigens, Sie brauchen keine Angst haben, wenn sie gar nichts von den Klamotten behalten wollen, senden Sie alles zurück und es hat ihnen nicht einen Pfennig Geld gekostet. So habe ich auch angefangen, mittlerweile bestelle ich regelmäßig, manchmal sogar aus Spaß, um wieder ein neues Teil im Schrank zu haben und um damit wiederum meine Frau zu ärgern ;-)
Wenn ich tatsächlich mal eine Frage haben sollte, kann ich meinen persönlichen Betreuer anrufen, mit ihm einen Termin vereinbaren oder ihm ganz persönlich eine E-Mail senden. Ich muss in keinem Onlineshop einzelne Teile suchen, sondern kann als Mann meiner Faulheit und Bequemlichkeit in Sachen Klamotten einkaufen beibehalten und weiterleben. Danke
Volkswagen screenshot youtube star wars Volkswagen Video Einfach nur Klasse gemacht. Für Starwars-Fans ein Muss zum Weiterleiten und damit sorgt jeder Einzelne dafür, das der Marke VW eine positive Mundpropaganda wiederfährt. Sowohl beim Sender als auch beim Empfänger. Das zeigen die Zuschauerzahlen bei youtube.
Bofrost Freundlichkeit, Pünktlichkeit, gute Qualität und wenn mir etwas nicht geschmeckt hat, bekomme ich von meinem Bofrost Fahrer (der von einigen Menschen scherzhaft "Arschkalt" genannt wird), das Geld zurück. Das merke ich mir, erzähle es ohne Aufforderung weiter. So was ist auch mit positiver Mundpropaganda gemeint.
mein Friseur Nicht nur Haare schneiden, sondern auch Gummibärchen für die Kinder, gute Musik, Kaffee, eine Kopfmassage zum Geburtstag und für ältere Leute einen Abhol- und Bringservice. Das spricht sich rum und führt zu neuen und zufriedenen Bestandskunden und zwar durch positive Mundpropaganda, auch ohne virales Marketing im Internet bei Facebook. Daumen hoch und Ziel erreicht!
        

Diese wenigen Beispiele zeigen, wie man Opens internal link in current windowdurch virales Marketing im Internet oder durch einfache aber sehr effizientes Geschäftsgebaren (was eigentlich zum Standard eines jeden Unternehmers gehören sollte) eine positive Mundpropaganda erzeugen kann. Wenn mir weitere Ideen oder Beispiele über den Weg  laufen, ergänze ich die Tabelle entsprechend.

Wann spricht ein Kunde positiv über ein Unternehmen?

Das Grundprinzip der Mundpropaganda sollte klar sein. Das es die beste und auch günstigste Werbung für ein noch junges Unternehmen ist, sagt dem Existenzgründer auch jeder Berater, Nachbar oder Bekannter. Doch  wann spricht ein  Kunde überhaupt positiv über ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Firma und wann negativ?

Ich habe dazu eine einfache Faustformel entwickelt:

Der Kunde spricht nur über Sie bzw. Ihr Produkt / Dienstleistung, wenn ihm etwas unnormales passiert ist. Das kann entweder etwas überdurchschnittlich positives sein oder etwas unerwartet negatives. Nun liegt es an Ihnen, dem Kunden nicht ein normales Gefühl zu vermitteln, sondern ein überdurchschnittlich gutes. Überraschen Sie Ihre Kunden mit außergewöhnlichem Service, unerwartet einfachen und kulantem Beschwerdemanagement oder Umtauschmöglichkeiten. Widerfährt dem Kunde etwas Unerwartetes, ist er positiv überrascht, weil er einfach mit Ihrer Reaktion nicht gerechnet hat. Genau dann spricht er über Sie oder das Produkt.

Erwartet der Kunde etwa bei einer Reklamation eines bei Ihnen erworbenen Produktes eine Standpauke oder lange und breite Erklärungen bzw. eine Absage, dann überraschen Sie ihn, sobald Sie ohne Rückfragen und Anmerkungen das Produkt zurücknehmen, dass Geld auszahlen und sich bedanken bzw. noch ein kleines Entschuldigungsgeschenk oben drauf packen. Egal ob der Kunde zu recht, zu unrecht, in der gesetzlichen Frist oder danach reklamiert. Er erwartet nicht, dass er ohne Murren und Knurren umtauschen kann. Daher ist er überproportional überrascht und spricht genau das in seinem Freundeskreis oder bei seinen Bekannten auf Feiern an. Und das wollten Sie doch, oder?

Der Kunde lässt sich nicht gern hinters Licht führen

So wie an anderer Stelle im Artikel bereits beschrieben, darf selbstverständlich auch keine Kundenakquise betrieben werden. Niemand lässt sich gern veralbern oder für dumm verkaufen. Kunden, die aufgrund von Täuschung akquiriert wurden, können schneller weg sein, als sie gekommen sind. Der Kunde merkt hinterher, dass er einem Trick auf dem Leim gegangen ist, das gestehen sich die wenigsten ein und kehren dem Produkt, der Dienstleistung oder der Firma den Rücken. Auch hier wird das Erlebte per Mundpropaganda weiter getragen. Anders kann es sein, wenn die Täuschung besonders clever oder lustig zur Akquise führte, dann entsteht eine u.U. Opens internal link in current windowpositive Reputation. Letztlich kommt es auf das dahinter stehende Produkt an. Ist das gut, verzeiht der Kunde auch Fehltritte, ist es schlecht, verstärkt es die negative Akquise noch. Ein schönes Beispiel dafür ist das Guerillamarketing (Lesen Sie dazu bei Opens external link in new windowWikipedia!)

Eine gute Werbung hat das Ziel bei den potenziellen Kunden Aufmerksamkeit zu erregen und positiv im Gedächtnis zu bleiben. Gerade Existenzgründer haben für Werbung nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung, die mit größtmöglichem Erfolg eingesetzt werden müssen.

Ein gutes Beispiel, wie Werbung nicht sein sollte haben wir für Sie analysiert.

Aufmerksamkeit um jeden Preis?

Uns erreicht eine Werbung der Münzhandelsgesellschaft mbH Deutsche Münze, kurz MDM, per Briefpost. Das Format, die Farbe und die Stärke des Briefumschlages erinnerten an die von den Städten oder Gemeinden jährlich zugesellte Post. Im Fenster des Umschlages leuchtet es orange, ohne näheres Hinsehen ist dem Empfänger klar, dass ist meine Lohnsteuerkarte für das Jahr 2008. Ist der Brief erst geöffnet, hält man ein Werbeanschreiben der Firma MDM in der Hand, das im Format und Aussehen einer Lohnsteuerkarte gleicht.

Und nun, der Vergleich

Zunächst der Briefumschlag

(links originales Adressfenster, rechts die Kopie)

Die echte Lohnsteuerkarte im UmschlagDie falsche Lohnsteuerkarte im Umschlag

Die Lohnsteuerkarte selber

(links das Original, rechts die Fälschung)

So sieht die echte Lohnsteuerkarte aus So sah die falsche Lohnsteuerkarte aus

Hat MDM mit dieser Form ihre Ziele erreicht?

1. Reize setzen oder Aktivieren

Das ist ohne Zweifel gelungen. Der Mensch empfängt den Reiz visuell durch Form, Farbe und Aufmachung und schließt daraus. „Oh, schön, meine Lohnsteuerkarte ist da.“ Oder „Nein, schon wieder ein Jahr rum und wieder nix verdient.“

2. Aufmerksamkeit erregen

Das Werbeanschreiben der Firma MDM hat unsere Aufmerksamkeit in jedem Fall erregt, denn wir haben den Brief ja als wichtig eingestuft und ihn gleich aus dem Briefkasten ins Haus genommen. Also: Ziel erreicht

3. Auslösen der Kaufreaktion

Nach dem öffnen: Veralbern können wir uns selbst, ab mit dem Teil in die Altpapiertonne. Es kommt definitiv nicht zum Kauf, denn wir haben was ganz anderes erwartet und fühlen uns nun verschaukelt. Man hat uns mal wieder gezeigt, wie blöd wir sind, wie schnell wir manipuliert werden können oder wie einfach es ist, Menschen zu albern, egal aus welcher Schicht, Klasse oder Religion sie kommen. Ergo: Das Hauptziel, der Kauf wurde eindeutig verfehlt.

4. Positiv im Gedächtnis bleiben

Mit Sicherheit nicht, niemand lässt sich gern verspotten, also auch hier: Ziel verfehlt.

Fazit

Der Anfang war richtig gut, man hätte bei MDM nur etwas weiter denken müssen. Aus unserer Sicht, hat diese Aktion zwar unheimlich Mundzumundpropaganda hervorgerufen, aber eher mit negativen Inhalten, so dass insgesamt dem Image der Münzfirma MDM eher noch geschadet wurde.

Übrigens, die Lohnsteuerkarte in der Form, wird schon seit einiger Zeit immer seltener von den Firmen und Arbeitgebern genutzt. Im Herbst 2009 wird sie dann das letzte mal von den Gemeinden und Städten versendet und zwar für das Einkommensteuerjahr 2010. Ab 2011 kann dann nur noch die elektrionische Lohnsteuerkarte genutzt werden, kein Papier mehr. Dann muss sich MDM spätestens was einfallen lassen. All diese Beispiele zeigen doch, dass man sich des Instruments der Mundpropaganda auf jeden Fall bedienen sollte, aber man muss die Spielregeln beachten.

So können Sie sich mit Mundpropaganda das Firmenimage versauen

Wir wollen uns im Folgenden drei Fälle genauer ansehen, in denen ein Handwerker schlampt und der genervte Kunde seine Erfahrung weiterträgt. Je nach individueller Situation kann der Schaden eher gering sein, aber auch verheerende Folgen nach sich ziehen. 

Der Effekt der Mundpropaganda
Bild: Torsten Montag / Gründerlexikon

Fall 1:

Unser Paar aus Fall 1 kennen wir bereits aus dem ersten Teil unserer Serie. Sie sind mit der Arbeit ihres Verputzers nicht zufrieden, da dieser sie nicht nur ein halbes Jahr vertröstet hat, sondern schließlich auch noch mangelhafte und schlampige Arbeit abgeliefert hat. Sie erzählen zehn Leuten von ihren Erlebnissen, die es jeweils wieder an fünf Personen weiterverbreiten usw.

Mundpropaganda Rechner Ergebnis Ehepaar

Fall 2:

Ein selbständiger Elektriker kümmert sich auf einer Baustelle um die Elektroinstallation. Im Zuge seiner Arbeit kommt er mit der unprofessionellen Arbeit der Baufirma in Berührung. Es wird schlampig gearbeitet, Mängel nicht korrigiert und keine Rücksicht genommen. Er unterhält sich regelmäßig mit anderen Handwerkern über seine Erfahrungen mit Baufirmen, aber auch Leute, die selbst ein Haus bauen möchten, sprechen ihn auf seine Erfahrungen mit Baufirmen an. Das  Ergebnis: Er erzählt stolzen 20 Personen von seinen Erfahrungen. Diese erzählen dies zwar nur noch in beschränktem Umfang weiter, dennoch wird ein großer Effekt erzielt.

Mundpropaganda Rechner Ergebnis Handwerker

Fall 3:

Eine alleinstehende Frau, die sich in technischen Fragen nicht auskennt, hat Probleme mit ihrer Waschmaschine, die ihren Dienst verweigert. Sie ruft einen Handwerker, der den Fehler beheben soll. Dieser kommt zwar auch relativ schnell und nimmt die erforderliche  Reparatur vor und schickt anschließend dieRechnung. Dabei stellt sich heraus, dass sie für die Kosten der Reparatur beinahe eine neue Waschmaschine bekommen hätte. Dies hätte ihr der Handwerker mitteilen müssen. Da technische Fragen für sie nicht allzu wichtig sind, erzählt sie lediglich fünf Freundinnen davon, die es wiederum nur zwei Personen erzählen. Der Effekt der  Mundpropaganda ist in diesem Fall nicht allzu groß.

Mundpropaganda Rechner Ergebnis Frau

Auswertung der Ergebnisse

Mundpropaganda Ergebnis VergleichWir erhalten nun drei Werte:

  • Fall 1: 691 Personen
  • Fall 2: 4.812 Personen
  • Fall 3: 21 Personen

Die alleinstehende Frau ist in dieser Auswertung wohl der Fall, der dem Handwerker am wenigsten „Schaden“ zufügt, da ihre Erfahrung für sie keinen großen Stellenwert einnimmt. Doch selbst wenn nun 21 andere Frauen diesen Handwerker nicht mehr anrufen, wenn Schäden vorliegen, geht ihm bereits ein beachtliches Auftragsvolumen verloren. 

Durch die Erzählung des Ehepaares erfahren theoretisch bereits 691 Menschen von der negativen Erfahrung. Am schwersten wiegt in diesem Fall das Opens internal link in current windowErlebnis des Handwerkers, der sich vor allem mit Personen darüber unterhält, die ähnliche Erfahrungen machen und daher ein hohes Interesse an einer Weiterverbreitung haben.

So schnell sprechen sich schlechte Dinge weiter!

Geben Sie mal ein paar Daten in den Mundpropagandarechner ein und sehen Sie, wie schnell (an wieviele Menschen) sich gute oder schlechte Nachrichten verbreiten. 

Was lernen wir aus dieser Auswertung?

Vielleicht sagen Sie jetzt: „Aber das sind doch alles nur irgendwelche Zahlen, das hat doch nichts mit der Realität zu tun.“ Aber wir behaupten: Doch, genau das hat es! Sicher, ob von dem schlechten Verputzer in unserem ersten Fall nun tatsächlich 691 Personen erfahren oder letzten Endes nur 625 Personen, das ist graue Theorie. Doch als Richtwert dürfen Sie diese Werte durchaus als realistisch betrachten.

Das bedeutet in der Praxis: Nur ein wirklich verärgerter Kunde kann sie nicht nur jede Menge potenzielles Neugeschäft, sondern unter Umständen sogar bestehende Aufträge kosten. Solange Sie noch ohne Mühe ausgelastet sind, wird Sie das nicht stören. Doch je mehr dieser negativen Erfahrungen sich verbreiten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zukünftig nicht mehr mit einer Überlastung zu kämpfen haben werden. Was passiert mit Ihren Mitarbeitern, wenn ihre Arbeit nicht mehr gefragt ist? Vielleicht müssen Sie sie ausstellen, vielleicht wandern sie von selbst zu anderen Betrieben ab. So oder so, der Effekt ist immer derselbe: Ihr Betrieb schrumpft! Wenn Sie dies vermeiden wollen, sollten Sie versuchen, umzudenken. Denken Sie immer daran:

Ein zufriedener Kunde kann Ihnen ein paar neue Kunden bescheren – doch nur ein Unzufriedener kann Sie ein Vielfaches an Aufträgen kosten!

Welchen Einfluss Mundpropaganda auf Handwerksbetriebe hat – das Gründerlexikon testet

Viele Handwerksbetriebe sind der Überzeugung, dass sie sich in einer absoluten Machtposition befinden, da die Nachfrage nach ihren Leistungen schon seit einiger Zeit größer ist als das Angebot. Momentan können sie sich ihre Aufträge aussuchen – und gehen dabei entsprechend rücksichtslos vor, ganz getreu dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“. Woran jedoch momentan keiner denkt: Auch für die Baubranche werden irgendwann auch wieder schlechtere Zeiten heranbrechen. Woher sollen dann aber die Aufträge kommen, wenn überall schlecht über das Unternehmen gesprochen wird? Welcher Kunde will einen Handwerker beauftragen, der bei den Leuten als unzuverlässig, schlampig oder arrogant gilt? 

Wie wirkt sich negative Mundpropaganda aus?

Hast du schon gehört…“ – so fängt er meistens an, der „Anfang vom Ende“. Eine Grundregel besagt, dass sich schlechte Nachrichten immer besser und schneller verbreiten als gute. Ebenso verbreiten sich negative Erfahrungen mit einem Handwerksbetrieb wesentlich schneller als die Positiven. Das Gründerlexikon hat einen Onlinerechner zum Thema Mundpropaganda entwickelt, mit dem man einfach berechnen kann, wie viele Leute wahrscheinlich von einer schlechten Erfahrung hören werden. Damit lässt sich auch erstmalig quantifizieren, was schlechte Mundpropaganda für Handwerksbetriebe bedeuten könnte.

Wie der Mundpropaganda Onlinerechner funktioniert

Mundpropaganda RechnerDamit der Mundpropaganda Onlinerechner korrekte Werte liefert, müssen realitätsnahe Parameter vorgegeben werden:

  • die Dejavu-Wahrscheinlichkeit
  • die Verstärkungswahrscheinlichkeit
  • der Multiplikator
  • Anzahl der weitererzählenden Personen

Dejavu-Wahrscheinlichkeit: Sie beschreibt, wie vielen Personen der „Geschädigte“ von seinem Erlebnis erzählt, die eine ähnlich schlechte Erfahrung gemacht haben.

Verstärkungswahrscheinlichkeit: Sie gibt an, wie viele Personen die Dejavu-Menschen kennen, die die gleiche Erfahrung gemacht haben.

Multiplikator: Es wird ein Multiplikatorwert angegeben, der in der Berechnung berücksichtigen soll, dass die Verstärker aus der vorhergehenden Stufe ein vermehrtes Interesse daran haben, die Bestätigung ihrer eigenen Erfahrung weiterzuverbreiten.

Anzahl der weitererzählenden Personen: Schließlich muss noch quantifiziert werden, wie vielen Personen von der Erfahrung berichtet wird. Mindestens eine Person hat die Erfahrung erlebt (Stufe 0) und erzählt es anderen weiter (Stufe 1). Diese berichten wiederum ihren Freunden darüber (Stufe 2) usw. Im Normalfall nimmt die Anzahl der weitererzählenden ab Stufe 1 immer weiter ab.

10 Tipps, wie Sie garantiert ein scheiß Handwerker werden

Ich habe die Nase voll und zwar gestrichen bis zum Anschlag. Erst kürzlich hatte ich über die Möglichkeiten geschrieben, wie man sich als Handwerker seinen Ruf selbst zerstört. Unter dem schlechten Firmenruf oder Firmenimage leidet nicht nur die Qualität der abgelieferten Arbeit, sondern auch die Mitarbeiter des Handwerkers, seine Kunden und mit Sicherheit auch er selbst, es sei denn, er ist so von sich überzeugt oder geistig umnebelt, dass er diese existenzgefährdende Situation nicht bemerkt.

Ich hatte bewusst in einem Artikel auf eine ganz bestimmte Situation verwiesen, wie ein Handwerker sich seinen Ruf selbst zerstören kann. Das war nicht ausgedacht. Nun denke ich ist es Zeit, mal etwas deutlicher zu werden, denn bereits im neuen Jahr musste ich mehrfach feststellen, dass es immer schlimmer mit den Handwerkern wird. 

Maler
Bild: Alexas_Fotos / pixabay.com

Wenn es im Guten nicht geht...

... dann probieren wir es eben einmal anders. Die Situation hat sich nicht gebessert, im Gegenteil, immer mehr Handwerker glauben Sie sind die größten und können ihre Kunden nach Herzenslust, Strich und Faden verarschen. Daher werde ich hier eine Liste mit Tugenden und Tätigkeiten veröffentlichen, welche mir bei Handwerkern sehr häufig untergekommen ist.

Die 10 Tipps

  1. Bieten Sie alle erdenklichen Tätigkeiten an, die Geld bringen. Nur so können Sie als Handwerker reich werden.
  2. Lügen Sie Ihre Kunden regelmäßig an und führen Sie Ihre Geldgeber regelmäßig hinters Licht. Nur so müssen Sie nie NEIN sagen.
  3. Scheißen Sie auf Neukundengewinnung durch positive Mundpropaganda. Das ist Quatsch und hat sich irgendjemand ausgedacht.
  4. Geben Sie auf keinen Fall Fehler zu oder gestehen gegenüber Ihrem Kunden ein Missgeschick ein. Der könnte ja denken, Sie haben keine Ahnung.
  5. Telefonieren Sie nie hinter Ihren Kunden her und sagen Sie nie Termine ab. Warten Sie lieber, bis der Kunde sich bei Ihnen meldet.
  6. Nehmen Sie alle Aufträge an, egal ob Sie zeitlich in der Lage dazu sind oder nicht. Was Sie haben, haben Sie im Sacke.
  7. Versuchen Sie dem Kunden immer die teuersten und schnellsten Möglichkeiten zu verkaufen. Nur so kann man Geld verdienen.
  8. Schieben Sie die Schuld immer auf andere Gewerke, denn Sie machen keine Fehler.
  9. Wissen Sie immer alles besser und haben Sie stets das letzte Wort. So zeigen Sie dem Kunden gleich von Anfang an, wer hier der Überlegene ist.
  10. Mahnen Sie sofort nicht bezahlte Rechnungen mit Mahngebühren und schicken Sie zur Sicherheit gleich einen Anwalt hinterher. Das verschafft Respekt.

Wenn Sie Handwerker sind oder einer werden wollen und sich an diese Tipps halten, kann ich die Garantie für Ihren Ruf übernehmen, denn der wird sich in Richtung Fußboden oder Keller bewegen. Sicher verdient man auch noch Geld mit diesem Ruf.

Ob das noch Spaß macht, wenn Sie als Handwerker immer Druck und Stress bekommen und feststellen müssen, dass ständig hinter Ihrem Rücken negativ über Sie geredet wird, kann sich jeder selbst überlegen.

Fazit

Nehmen Sie die Macht der Mundpropaganda nicht auf die leichte Schulter, es kann Ihrem Unternehmen dabei helfen wahnsinnig viel Auftrieb, Nachfrage und Umsatz zu verschaffen. In diesem Sinne, sorgen Sie für positive Mundpropaganda!

Bis dahin viel Spaß beim Ausdenken Ihrer viralen Aktion, mit dem Ziel eine positive Mundpropaganda zu erzeugen. Seien Sie außergewöhnlich, dann klappt Ihre Mundpropaganda!

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Foto Torsten Montag

Meine Name ist Torsten Montag, ich betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. 2019 habe ich die GründerAkademie gegründet. Hier finden Sie all die Dinge, die mir geholfen haben, ein erfolgreicher Unternehmer zu werden. Machen Sie zuerst meinen UnternehmerTest oder probieren Sie den Geschäftsideenfinder!

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