Was ist ein Kleinunternehmer? FAQ 5

Liegen die gesamten Einnahmen eines Jahres 1.1.-31.12. voraussichtlich unter 17.500,- muss der Unternehmer keine Umsatzsteuer auf seinen Rechnungen ausweisen. Er gilt umsatzsteuerrechtlich als Kleinunternehmer. Kleinunternehmer ist nur ein Begriff des Finanzamtes, speziell des UStG. Er hat nie mit dem Umfang des Unternehmes im zeitlichen Sinne zu tun.

Zu beachten ist dabei außerdem, dass die Umsatzgrenze von 17.500 Euro nur für das erste Jahr gilt bzw. das Vorjahr. Bei Existenzgründern gibt es kein Vorjahr, so dass die Umsatzgrenze für das erste Geschäftsjahr berechnet wird. Allerdings unterscheidet man hier auch nach der monatlichen und der taggenauen Abrechnung, was vor allem Gründer betrifft, die im laufenden Kalenderjahr ihr Unternehmen gegründet haben. Dabei wird dann die günstigere Variante vom Finanzamt akzeptiert, um den Kleinunternehmer-Status beibehalten zu können.

Was ist eigentlich Umsatzerlös?

Der Umsatzerlös ist der Gegenwert, den ein Unternehmen für den Verkauf seiner Produkte oder Dienstleistungen erhält. Im Rechnungswesen sind der Umsatzerlös, die Leistung, der Ertrag oder der Absatz gleichwertige Begriffe. Ihnen steht der Aufwand, also die Mittel, die zur Erbringung von Dienstleistungen oder zur Herstellung von Produkten aufgewendet werden, gegenüber. Wenn der Umsatzerlös größer als der Aufwand ist, macht das Unternehmen Gewinn, anderenfalls arbeitet es mit Verlust. Vereinfacht ausgedrückt ist der Umsatzerlös also das Geld, welches der Verkäufer von Käufer erhält. Bei kleinen Unternehmen oder Handelsgesellschaften führt der Umsatzerlös nicht zu einer Änderung des Unternehmensbestandes.

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Beispiel:

Unternehmer L gründet am 01.04.2010 sein Unternehmen als Kleinunternehmer. Damit ist er von der Umsatzsteuer befreit, da seinUmsatz voraussichtlich nicht über 17.500 Euro aufs Jahr hochgerechnet wird. Er erzielt einen Umsatz von 13.000 Euro im ersten Geschäftsjahr. Damit er die Kleinunternehmerregelung weiter nutzen kann, darf er einen maximalen Umsatz von 13.125 Euro erzielen (17.500 / 12 * 9 Monate).

Überschreitet er diesen Umsatz, so kann er im kommenden Jahr nicht mehr von der Kleinunternehmerregelung profitieren. Mit seinen 13.000 Euro Jahresumsatz kann er auch 2011 noch als Kleinunternehmer agieren, allerdings darf sein Gesamtumsatz 2011 nicht mehr als 50.000 Euro betragen. Besonders wichtig hierbei ist die Betonung des Umsatzes, das heißt, alle Einnahmen, die dem Geschäftszweck dienen, werden berücksichtigt. Es geht nicht um den Gewinn, der aus dem Unternehmen erzielt wird. Die Ausgaben des Unternehmens können somit bei der Ermittlung des Umsatzes nicht berücksichtigt werden.

Video: Was ist ein Kleinunternehmer?

Die Umsatzsteueroption: Die Dauer bei Kleinunternehmern

In den ersten Jahren ihrer unternehmerischen Tätigkeit sieht das Umsatzsteuergesetz (UStG) Erleichterungen für Kleinunternehmer vor, die ihn unter bestimmten Umständen umsatzsteuerrechtlich einer Privatperson gleichstellen. Der Kleinunternehmer hat jedoch die Option, sich dennoch vom Finanzamt als Unternehmer besteuern zu lassen. Dieser Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung wird auch als Umsatzsteueroption bezeichnet.

Wiederholung: Die Kleinunternehmerregelung im Einzelnen

Als Kleinunternehmer gelten selbständig tätige Personen, deren Gesamtumsatz zuzüglich Umsatzsteuer im vorangegangenen Jahr 17.500 Euro nicht überstieg und deren voraussichtlicher Umsatz darüber hinaus im laufenden Jahr 50.000 Euro nicht übersteigen wird.

Für Existenzgründer gilt ein für das erste Jahr im Voraus geschätzter Gesamtumsatz von nicht mehr als 17.500 Euro, um unter die Kleinunternehmerregelung zu fallen.

Die Umsätze eines Kleinunternehmers sind umsatzsteuerbefreit. Ein Kleinunternehmer darf daher weder Umsatzsteuer ausweisen noch einen Vorsteuerabzug beim Finanzamt geltend machen. Die Rechnung des Kleinunternehmers muss den Zusatz enthalten, dass Umsatzsteuer nach § 19 UStG nicht erhoben wird.

Darüber hinaus gilt eine vereinfachte Aufzeichnungspflicht, die nur eine Auflistung der Einnahmen für Lieferungen und Leistungen sowie für den Eigenverbrauch vorsieht.

Die Option, von der Kleinunternehmerregelung keinen Gebrauch zu machen

Der Unternehmer hat jedoch die Möglichkeit, gegenüber dem Finanzamt einen Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung zu beantragen. Er ist an diese Erklärung für die Dauer von fünf Jahren gebunden. Nach Ablauf von fünf Jahren kann die Erklärung mit Wirkung vom Beginn eines Kalenderjahres widerrufen werden. Verzichtet der Kleinunternehmer auf die Kleinunternehmerregelung, so wird er wie ein Unternehmer versteuert.

Vor- und Nachteile der Umsatzsteueroption

Erhebliche Gründungsinvestitionen machen es unter Umständen sinnvoll, den Vorsteuerabzug beim Finanzamt zu nutzen, um über eine größere Liquidität zu verfügen. Hier bietet sich ein Verzicht auf den Status als Kleinunternehmer an.

Andererseits kann ein Kleinunternehmer darauf verzichten, Umsatzsteuer zu erheben, und so seine Waren vor allem an Endabnehmer preislich günstiger anbieten. Der Kleinunternehmer jedoch muss den fehlenden Vorsteuerabzug für die von ihm erworbenen Güter in seiner Preiskalkulation berücksichtigen.
Handelt es sich bei dem Kundenkreis des Kleinunternehmers hingegen mehrheitlich um Unternehmer, so bevorzugen diese unter Umständen einen gesonderten Umsatzsteuerausweis. Da für diese die Umsatzsteuer lediglich einen laufenden Posten darstellt, hat der durch die Kleinunternehmerregelung u.U. geringere Gesamtpreis keine Bedeutung.

Der Status als Kleinunternehmer ist hingegen immer dann sinnvoll, wenn ein möglichst geringer Verwaltungsaufwand angestrebt wird, der durch den Verzicht auf das Umsatzsteuerverfahren und durch die vereinfachte Aufzeichnungspflicht erzielt wird.

Generell lässt sich jedoch keine Präferenz für oder gegen die Umsatzsteueroption aussprechen. Sie muss je nach Situation des Existenzgründers geprüft und entschieden werden.

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