Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen

Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, auch steuerlicher Erfassungsbogen genannt, erhält jeder Existenzgründer ca. 14 Tage nach der Gewerbeanmeldung bzw. der Bekanntgabe der selbständigen Tätigkeit bei Freiberuflern, vom Finanzamt zugesandt.

Das Formular sieht folgendermaßen aus: Initiates file downloadSteuerlicher Erfassungsbogen

formular-steuerlicher-erfassungsbogen

Was muss alles ausgefüllt werden?

Seite 1 - Allgemeine Angaben

Auf der Seite 1 geht es um die persönlichen Daten des Existenzgründers, seines eventuell vorhandenen Ehepartners und der Kinder.

Seite 2 - Steuernummer, steuerliche Beratung, Empfangsvollmacht,

Soweit schon ein Geschäftskonto eingerichtet ist, sollte der Gründer diese Bankverbindung bei den Steuererstattungen eintragen. Am Lastschrifteinzugsverfahren teilzunehmen empfiehlt sich immer, weil so keine Fristen versäumt werden können. Ein vorhandener steuerlicher Berater sollte ebenfalls auf der Seite vermerkt werden.
Unter Punkt 2. auf der Seite 2 endet das „allgemeine Geplänkel“. Hier muss der Unternehmer die Art des ausgeübten Gewerbes / der freiberuflichen Tätigkeit und die Anschrift des Unternehmens eintragen.

Seite 3 - Art des ausgeübten Gewerbes / der Tätigkeit, Betriebstätten, Gründungsform 

Der Gründer muss angeben, zu welchem Datum bspw. die Neugründung erfolgt, ob er der IHK angehört oder Gründungszuschuss von der Bundesagentur für Arbeit erhält.

Seite 4 - Angaben zur Festsetzung der Vorauszahlungen, Gewinnermittlung, Lohnsteuer un Umsatzsteuer

Unter dem Pkt. 3 muss der Gründer seine voraussichtlichen Einkünfte und Belastungen für das Gründungs- und Folgejahr aufführen. Nach dieser Prognose werden die Vorauszahlungen der Einkommens- und Gewerbesteuer festgesetzt. Ebenfalls kann der Existenzgründer unter Punkt 4 entscheiden, ob er seinen Gewinn mittels Einnahmeüberschussrechnung oder ermittelt oder eine Bilanz erstellt. Punkt 7 ist für die Kleinunternehmerregelung wichtig.

Seite 5 - Geschäftsveräußerung, Kleinunternehmerregelung, Steuerbefreiung, Steuersatz, Dauerfristverlängerung und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Liegt der geschätzte Umsatz für das Gründungs- und Folgejahr unter 17.500,- EUR kann der Jungunternehmer die Kleinunternehmerregelung anwenden. Der Gründer muss angeben, ob er die Sollversteuerung oder Istversteuerung wählt und ob er eine Umsatzsteueridentifikationsnummer benötigt.

Was ist Sollversteuerung?

Grundsätzlich entsteht gemäß §16 UStG die Umsatzsteuer bei Ablauf des Voranmeldungszeitraumes (siehe dort), in dem eine Leistung oder eine Lieferung ausgeführt wurde. Diese Art der Versteuerung wird Sollversteuerung genannt.

Wurde die Lieferung oder Leistung erbracht, die Rechnung an den Kunden verschickt und ist der Voranmeldungszeitraum abgelaufen, wird die Zahlung des Kunden wohl noch nicht eingegangen sein. Dennoch schuldet der Unternehmer die in der Rechnung bereits „vereinbarte“, aber noch nicht durch Kundenzahlung „vereinnahmte“ Umsatzsteuer. Der Unternehmer muss hier also in Vorleistung gehen, was liquiditätsmindernd wirkt.

Da die Sollversteuerung der Normalfall ist, muss der Unternehmer für die Berechnung der Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten (Ist-Versteuerung) einen Antrag an das Finanzamt richten. Ob dies möglich ist, hängt von der Höhe der Umsätze ab. War der Gesamtumsatz des Unternehmens im vorangegangenen Kalenderjahr höher als 125.000 € oder ist das Unternehmen buchführungspflichtig, bleibt es bei der Sollversteuerung.

Beispiel

Der eingetragene Kaufmann W. (buchführungspflichtig) betreibt eine Buchhandlung. Hier greift die Sollversteuerung. Er versendet am 12.12.2011 eine Lieferung mit Rechnung an einen Kunden. Die Steuerschuld entsteht am 31.12.2011 und ist bis zum 10.01.2012 anzumelden und abzuführen.

Eine Ausnahme bilden Anzahlungen, die immer bei Zahlungseingang zu versteuern sind.

Beispiel: Die A. Maschinenbau GmbH erhält am 17.12.2011 eine Kundenanzahlung von 10.000 €. Hieraus muss sie Umsatzsteuer in Höhe von 1.596,64 € herausrechnen und bis zum 10.01.2012 anmelden und abführen, auch wenn die Schlussabrechnung für den Bau der Maschine erst im Juni 2012 erfolgt.

 

Würde die A- GmbH am 10.01.2012 eine Rechnung für Leistungen Dezember bis Januar stellen, greift wiederum die Sollversteuerung, die Umsatzsteuer wäre für Januar 2012 anzumelden.

Seite 6 - Angaben zur Beteiligung an einer Personengesellschaft/-gemeinschaft

Unter Punkt 8 ist die eventuelle Beteiligung an einer Personengesellschaft einzutragen. Dann den Fragebogen mit Datum und Unterschrift und den entsprechenden, ankreuzten Anlagen zum Finanzamt senden.

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