Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater?

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Inhaltsverzeichnis

Was Lohnsteuerhilfevereine leisten können

Die meisten Gründer und Unternehmer suchen sich für die Bearbeitung vonsteuerrechtlichen Fragestellungen und Aufgaben fachliche Unterstützung. Wer kennt sich schon selber so gut aus, dass er alle Steuerbelange selber regeln kann? Leider sind Steuerberater bisweilen recht teuer, weshalb sich immer mehr Menschen auch an Lohnsteuerhilfevereine wenden.

Was darf ein Lohnsteuerhilfeverein?

Was ein Lohnsteuerhilfeverein darf, beschreibt § 4 Nr. 11 Steuerberatungsgesetz (StBerG). So dürfen sie für Mitglieder tätig werden, die

  • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit,
  • sonstige Einkünfte aus wiederkehrenden Bezügen,
  • Einkünfte aus Unterhaltsleistungen oder
  • Einkünfte aus Leistungen nach § 22 Nr. 5 EStG (z. B. Renten aus privaten Rentenversicherungen)

haben. Der Lohnsteuerhilfeverein darf seine Mitglieder bei der Erstellung ihrer Einkommensteuererklärung unterstützen. Dazu gehören auch die entsprechenden Zuschlagsteuern (z. B. Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag). Auch Eigenheimzulagen, Investitionszulagen, Kinderbetreuungskosten, haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Sachverhalte des Familienleistungsausgleichs dürfen durch einen Steuerhilfeverein bearbeitet werden.

Beschränkte Beratungsbefugnis

Wenn bei Ihnen Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung oder aus privaten Veräußerungsgeschäften vorliegen, kann der Lohnsteuerhilfe unter Umständen auch noch tätig werden. Dies ist immer dann der Fall, wenn aus allen drei Einkunftsarten zusammen nicht mehr als 13.000 Euro an Einkünften entstehen. Wenn Sie mit Ihrem Ehepartner zusammenveranlagt sind, gilt ein Grenzwert von 26.000 Euro. Wenn Ihre Einkünfte auch nur minimalst über diesen Betrag hinausgehen, hat die Lohnsteuerhilfe keine Beratungsbefugnis mehr.

Auch eine selbständige Tätigkeit kann unter Umständen noch von der beschränkten Beratungsbefugnis gedeckelt sein. Dies ist aber nur in Ausnahmefällen möglich. Wenn Sie nebenberuflich Einnahmen aus einer Tätigkeit als Ausbilder, Erzieher, Übungsleiter oder einer vergleichbaren Tätigkeit (Genaueres ist in § 3 Nr. 26 EStG zu finden) haben, die 1.848 Euro nicht übersteigen und daher steuerfrei sind, kann der Lohnsteuerhilfeverein für Sie tätig werden. Wenn Sie aus öffentlichen Kassen Aufwandsentschädigungen erhalten, die dem § 3 Nr. 12 EStG genügen, beispielsweise weil Sie in einem kommunalen Betrieb ehrenamtlich tätig sind, beeinflusst dies die Beratungsbefugnis der Lohnsteuerhilfe ebenfalls nicht negativ.

Was Lohnsteuerhilfevereine nicht dürfen

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Der Unterschied zwischen Lohnsteuerhilfe und Steuerberater

Aufgrund der Vorgaben des Steuerberatungsgesetzes sind die möglichen Tätigkeitsbereiche von Steuerberatern und Lohnsteuerhilfevereinen schon sehr unterschiedlich. Entscheiden Sie anhand Ihrer individuellen Situation, welche Adresse für Sie die Richtige ist. 

Wer darf was?

Hier erhalten Sie einen schnellen Überblick, welche Leistungen Steuerberater und Lohnsteuerhilfeverein für Sie erbringen dürfen:

AufgabeLohnsteuerhilfevereinSteuerberater
Einkommensteuererklärung

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- für nichtselbständige Personen
- für Rentner
- für Selbständige
- für Gewerbetreibende
- für in der Land-/Forstwirtschaft Tätige
- bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung
- bei Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften
Anträge
- auf Kindergeld
- auf Eintragung eines Freibetrags in der Lohnsteuerkarte
- auf Steuerfreistellung
- auf Wohnungsbauprämie
- auf Riester-Förderung
laufende Beratung bei Lohn- und Einkommensteuerfragen
- für Nichtselbständige
- für Selbständige und Gewerbetreibende
Gewinnermittlung
Gewerbesteuer
Buchhaltung
Kontieren
Erstellen von Businessplänen
Lohn-/Finanzbuchhaltung
Gründerberatung
Erbschaftssteuerberatung

Kein „Durchmogeln“

Nicht buchführungspflichtige Unternehmer dürfen ihren Gewinn ja ganz einfach mittels Einnahmen-Überschuss- Rechnung ermitteln. Das kriegen viele Selbständige noch selbst hin. Allerdings ist es nicht zulässig, dass der Mitarbeiter im Lohnsteuerhilfeverein Ihre ausgerechneten Werte einfach übernimmt und in die Steuererklärung überträgt. 

Sobald Ihre Einkünfte vom § 4 Nr. 11 StBerG nicht mehr abgedeckt sind, darf der Lohnsteuerhilfe nicht mehr für Sie tätig werden – er darf auch den „privaten“ Teil Ihrer Einkommensteuererklärung nicht mehr übernehmen. Wenn Sie beispielsweise hauptberuflich einer abhängigen Arbeit nachgehen und nur nebenberuflich selbständig sind, darf die Lohnsteuerhilfe nicht mehr für Sie tätig werden.

Die Gebühren für den Lohnsteuerhilfeverein und den Steuerberater im Vergleich

Wenn Sie Unterstützung für Ihre Einkommensteuererklärung in Anspruch nehmen wollen, lohnt es sich durchaus, die Gebühren von Lohnsteuerhilfeverein und Steuerberater miteinander zu vergleichen, denn je nach Aufgabe können sie extrem auseinander gehen.

Wie viel kostet die Lohnsteuerhilfe?

Die Lohnsteuerhilfen sind als eingetragene Vereine tätig und erheben somit keine Gebühren, sondern einen Mitgliedsbeitrag. Sie sind hierbei nicht an irgendwelche gesetzlichen Vorschriften gebunden und können die Höhe grundsätzlich selber bestimmen. Hierfür wird eine Beitragsordnung erlassen. Erfahrungsgemäß bewegen sie sich aber je nach Einkommen zwischen 30 und 300 Euro.

In der Gründercheckliste präsentiere ich Ihnen im Bereich "Sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Steuerberater!" die Beitragsrechnung im Premiumbereich!

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Weitere Kosten fallen für die Unterstützung des Steuerhilfevereins nicht an.

Wie viel kostet der Steuerberater?

Beim Steuerberater sind die Spannen bezüglich der Gebühren wesentlich größer. Wenn Sie herausfinden möchten, wie viel Sie der Besuch beim Steuerberater kosten kann, müssen Sie zunächst wissen, wie hoch der Gegenstandswert Ihres Falls ist. Er ist die Bemessungsgrundlage, auf deren Grundlage mithilfe der Steuerberatergebührenverordnung (StBGebV) das mögliche Entgelt errechnet werden kann. Am einfachsten lässt sich die Art der Berechnung anhand eines Beispiels verdeutlichen.

Beispiel: Ein Steuerpflichtiger hat ein Einkommen von 40.000 Euro und möchte seine Einkommensteuererklärung durch den Steuerberater erstellen lassen. Weitere Einkunftsarten liegen nicht vor. 

Der Gegenstandswert liegt in diesem Beispiel bei 40.000 Euro. Im zweiten Schritt muss nun die volle Gebühr ermittelt werden. Dies funktioniert anhand der Anlage 1 der Steuerberatergebührenverordnung. Bei einem Gegenstandswert von 40.000 Euro ergibt sich eine volle Gebühr (10/10) in Höhe von 902 Euro.

Wie viele Gebührenanteile der Steuerberater für die einzelnen Tätigkeiten ansetzen darf, ergibt sich aus den §§ 21 – 39 StBGebV. Gemäß § 24 Abs. 1 Nr. 1 StBGebV darf der Steuerberater für die Anfertigung einer Einkommensteuererklärung ohne Ermittlung der einzelnen Einkünfte 1/10 bis 6/10 einer vollen Gebühr berechnen. In unserem Beispiel kann der Steuerberater also entsprechend seinem Aufwand einen Betrag zwischen 90,2 Euro (902 * 1/10) und 541,20 Euro (902 * 6/10) berechnen. 

Fazit

Zieht man zum Vergleich der Steuerberater Kosten mit den Gebühren für den Lohnsteuerhilfeverein die oben gezeigte Beitragsstaffel heran, hätte derselbe Steuerpflichtige beim Lohnsteuerhilfeverein 123 Euro zu bezahlen. Im Regelfall wird daher der Lohnsteuerhilfeverein günstiger sein als der Steuerberater, da wohl kaum ein Steuerberater nur 1/10 der Gebühr ansetzen dürfte.

Für Steuerpflichtige, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, lohnt es sich also auf jeden Fall, seine Steuererklärung vom Lohnsteuerhilfeverein erledigen zu lassen.

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