Halten Sie Kooperationen schriftlich in einem Kooperationsvertrag oder einer Kooperationsvereinbarung fest!

Ameisen und Blattläuse auf einem Halm. Eine Symbiose in Kooperation miteinander. Hier: Kooperationsvertrag
Bild: luise / pixelio.de

Sie wissen aus den vorhergehenden Teilen der kleinen Serie zu Unternehmenskooperationen bereits, wie und in welcher Form Sie mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten können. Damit Opens internal link in current windowIhre Kooperation aber auch erfolgreich wird, sollten Sie in einem Kooperationsvertrag einige Punkte regeln. Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit und klären Sie insbesondere strittige Punkte im Vorfeld. Idealerweise ziehen Sie einen Berater hinzu und halten Sie den Kooperationsvertrag zur Sicherheit immer schriftlich fest. Die folgenden Punkte sollten Sie immer in einen solchen Vertrag aufnehmen:

Allgemeine Punkte für den Kooperationsvertrag

Zunächst einmal sollten Sie im Kooperationsvertrag allgemeine Punkte, wie Name, Anschrift und Vertreter der Kooperationspartner festhalten. Beschreiben Sie auch den Gegenstand der Kooperation, also welche Kooperationsziele Sie damit erreichen wollen.

Geben Sie unbedingt an, wer für welche Aufgaben innerhalb der Kooperation verantwortlich ist. Sollen Teilbereiche nach außen gegeben werden, legen Sie fest, wer diese Aufgaben übernimmt. Klären Sie ebenfalls, ob die Kooperationsaufträge bevorzugt behandelt werden sollen oder die Aufträge Ihres eigenen Unternehmens.

Achten Sie außerdem auf eine klare Definition des Auftretens der Kooperation nach außen. Tritt die Kooperation selbst oder einer der Kooperationspartner nach außen hin als Geschäftspartner der Kunden auf? Klären Sie ebenfalls, ob die Kooperation befristet sein soll und nehmen Sie ein entsprechendes Enddatum mit in den Vertrag auf.

Finanzielle Aspekte im Kooperationsvertrag

Wird eine Kapitalgesellschaft für die Kooperation gegründet, sind Einlagen gesetzlich vorgeschrieben, andernfalls können diese frei bestimmt werden. Die Höhe der Einlagen und wer diese bis wann zu zahlen hat, sollte im Kooperationsvertrag festgehalten werden. Ebenfalls sollten Angaben zur Geschäftsführung bzw. zum Ansprechpartner für Kunden gemacht werden.

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Was sind eigentlich Einlagen?

Als Einlagen werden Geld oder Sachleistungen Dritter bezeichnet, die diese in ein Unternehmen tätigen, um eine Unternehmensbeteiligung zu erhalten. Im Bankwesen werden Einzahlungen von Kunden oder anderen Banken als Einlagen bezeichnet. Häufig werden auch Privateinlagen an Geld oder Sachmitteln in ein Unternehmen durch den Unternehmer kurz als Einlagen bezeichnet.

Regeln Sie ebenfalls die Verteilung vereinnahmter Umsätze aus der Kooperation. Rechnet die Kooperation mit Kunden selbst ab, geben Sie einen Schlüssel zur Verteilung der Einnahmen an oder, dass jeder Kooperationspartner mit den Kunden selbst abrechnet. Für die Vermittlung von Aufträgen werden oft Provisionen gezahlt. Regeln Sie deren Höhe im Kooperationsvertrag. Ebenfalls sollten Sie Fragen zur Haftung im Kooperationsvertrag klären.

Weitere Punkte im Kooperationsvertrag

Weiterhin sollte ein Wettbewerbsverbot in den Vertrag aufgenommen werden, sowie Umstände, zu denen der Vertrag gekündigt werden kann. Außerdem sollte ein Berater bei Konflikten schriftlich benannt werden und die Salvatorische Klausel darf nicht fehlen. Prüfen Sie auch, welche Rechtsform für Ihre Kooperation geeigent ist!

Der Kooperationsvertrag ist ein Zweiseitig verpflichtender Vertrag

Was heißt das? ...

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) definiert unterschiedliche Vertragsarten für Rechtsgeschäfte. Grundsätzlich liegt einem Vertrag immer eine einseitige oder zweiseitige Willenserklärung zugrunde. Hieraus resultieren zwei Vertragsarten: der einseitig verpflichtende Vertrag – die geläufigsten Beispiele sind hier die Schenkung und die Bürgschaft – und der zweiseitig verpflichtende Vertrag. Der zweiseitig verpflichtende Vertrag muss wiederum in zwei Fälle unterschieden werden: der unvollkommen zweiseitig verpflichtende Vertrag und der vollkommen zweiseitig verpflichtende Vertrag. Bei einem unvollkommen zweiseitig verpflichtenden Vertrag können für beide Vertragsparteien Verpflichtungen aus dem Vertrag heraus entstehen, es ist allerdings auch möglich, dass für eine Vertragspartei keine Leistungspflicht aus dem Vertrag resultiert. Beispiele für einen unvollkommen zweiseitig verpflichtenden Vertrag sind der Leihvertrag, der Auftrag, das zinslose Darlehen oder die Verwahrung. Im Gegensatz dazu bestehen aus einem vollkommen zweiseitig verpflichtenden Vertrag für beide Vertragsparteien Leistungspflichten. Diese Leistungspflichten stehen dabei in einem gegenseitigen Verhältnis zueinander. Dies bedeutet, dass eine Vertragspartei nur dann die Willenserklärung zu diesem Vertrag abgibt, weil sich die Gegenseite ihrerseits zu einer Leistung verpflichtet hat. Man spricht in diesem Zusammenhang von „do ut des“ oder auch „ich gebe, damit du gibst“. Beispiele für den vollkommen zweiseitig verpflichtenden Vertrag sind der Kaufvertrag, das Gelddarlehen, der Werkvertrag oder der Mietvertrag.

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Ihr Torsten vom
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