Lesen Sie die häufigen Fragen zum Kleingewerbe

Als Kleingewerbe werden umgangssprachlich insbesondere die Unternehmen bezeichnet, die die Kleinunternehmerregelung des Umsatzsteuergesetztes in Anspruch nehmen. Opens internal link in current windowEine Rechtsform, welche Kleingewerbe heißt, gibt es in Deutschland gar nicht. Synonym für das Kleingewerbe werden häufig auch die Begriffe Kleinstgewerbe oder Kleinunternehmen verwendet. Ein Unternehmer, der nicht nach dem Handelsgesetzbuch als Kaufmann bezeichnet werden kann, betreibt ein Kleingewerbe. Er ist somit nicht verpflichtet die Rechte und Pflichten der Kaufmänner auszuleben. Bspw. besteht für ihn keine Opens internal link in current windowBuchführungspflicht, sofern sein Umsatz- und Gewinngrenzen nicht überschritten werden. Von einem Kleingewerbe kann man auch ausgehen, wenn der Unternehmer Opens internal link in current windowdie Kleinunternehmerregelung anwendet und somit ein Kleinunternehmer im Sinne der deutschen Umsatzsteuer ist.
Die Bezeichnung Kleingewerbe gibt daher keine unternehmerische Auskunft über den Umfang hinsichtlich Zeit, Arbeitsaufwand oder Mitarbeiterzahl. Rein steuerrechtlich kann nur auf die obige Regelung im Sinne der Umsatzsteuer hingewiesen werden, so dass das Kleingewerbe an bestehende steuerliche Gesetzgebung angelehnt wird. 

Wie lauten die Regeln zum Kleingewerbe?

  1. Kleingewerbetreibende müssen keine doppelte Buchführung erstellen, sondern eine einfache Opens internal link in current windowEinnahmen-Überschuss-Rechnung.
  2. Auch wenn der Umfang der Tätigkeit, der Gewinn, der Umsatz und ggf. auch die Umsatzsteuer gering ausfallen werden, ist eine Gewerbeanmeldung unumgänglich. (Opens internal link in current windowWas kostet eine Gewerbeanmeldung?)
  3. Der Umsatz, also die Einnahmen sind bei der Umsatzsteuer des Kleingewerbes entscheidend, nicht die Ausgaben oder der Gewinn.
  4. Der Kleingewerbetreibende ist kein Kaufmann, daher besteht gegenüber dem Finanzamt Opens internal link in current windowkeine Buchführungspflicht.
  5. Buchführung wird beim Kleingewerbe für gewöhnlich die Tätigkeit bezeichnet, die Erfassung von Einnahmen und Ausgaben darstellt, Beispiel: Ablage der Rechnungen.
  6. Woher das Geld zur Bezahlung der Rechnungen stammt ist dem Finanzamt daher egal. 

Jetzt eBook der "Fehler vor der Existenzgründung" anfordern!

Fordern Sie mein gratis eBook "Die 10 größten Fehler vor der Existenzgründung" an und erhalten Sie das Video zum Thema Kleingewerbe, Nebengewerbe, Kleinunternehmer und Kleinunternehmerregelung noch obendrauf.

Häufig gestellte Fragen zum Kleingewerbe

Wie kann ich ein Kleingewerbe anmelden?

Das Finanzamt macht hinsichtlich der Anmeldung des Gewerbes keinen Unterschied zwischen einem hauptberuflich Selbstständigen und einem Selbstständigen in der Nebentätigkeit. Das Kleingewerbe, was häufig von nebenberuflich Selbstständigen aufgrund der Möglichkeit der Umsatzsteuerbefreiung gewählt wird, stellt da keine Ausnahme dar. Jeder, der eine Tätigkeit regelmäßig ausübt, muss diese beim Gewerbeamt anmelden. Lesen Sie dazu die Aufgaben Opens internal link in current windowzur Gewerbeanmeldung. Auch die Opens internal link in current windowKosten der Gewerbeanmeldung unterscheiden sich nicht von der Gewerbeanmeldung eines hauptberuflich Selbstständigen.

Was muss ich hinsichtlich Krankenkasse und Kleingewerbe beachten?

Darüber hinaus könnte eine Anlehnung an das Sozialversicherungsrecht vorgenommen werden, denn die gesetzlichen Krankenkassen unterscheiden in Deutschland bei den selbständigen Unternehmern für ihre Beitragsfestsetzung bezüglich der wöchentlichen Arbeitszeit in Nebengewerbe und Hauptgewerbe.

Muss das Kleingewerbe beim Finanzamt und in der Steuererklärung angegeben werden?

Selbstverständlich Muss das Kleingewerbe in ihrer Steuererklärung am Jahresende beim Finanzamt angegeben sein. Wie bereits oben erläutert wurde, gibt es für das Finanzamt keinen Unterschied zwischen Kleingewerbe und herkömmlichen Unternehmen. Es handelt sich in beiden Fällen um eine unternehmerische Tätigkeit, die Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit nach sich ziehen, genau diese müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Dazu ist eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) zu erstellen.

Welche Probleme können sich gegebenenfalls mit dem Kleingewerbe ergeben?

Die Probleme sind unter dem Stichwort Liebhaberei (wenn das Gewerbe nur wegen der Verluste betrieben wird) und auch Opens internal link in current windowScheinselbständigkeit (wenn das Gewerbe nur betrieben wird, um Sozialversicherungsbeiträge des ehemaligen Arbeitgebers zu sparen) zu sehen. 

Ist das Kleingewerbe nicht steuerfrei?

Ja, das Kleingewerbe könnte im Rahmen der Kleinunternehmerregelung nach Paragraf 19 Umsatzsteuergesetz umsatzsteuerbefreit betrieben werden. Einkommenssteuer befreit ist es leider nicht, die Einkünfte (Gewinn oder Verlust) muss in der Einkommensteuererklärung jährlich angegeben werden, woraus sich gegebenenfalls eine Einkommenssteuer ergeben kann.

Um die Kleinunternehmerregelung nutzen zu können, müssen jährlich die Umsatzgrenzen geprüft und dem Finanzamt glaubhaft gemacht werden, was über die abzugebende Umsatzsteuererklärung geschieht. Lesen Sie dazu meine Ausführungen Opens internal link in current windowzur Kleinunternehmerregelung.

Wie hoch sind die Kosten bei einem Kleingewerbe?

Das kommt selbstverständlich auf das zu gründende Unternehmen an, wenn Sie jedoch nur die reinen Gebühren der Anmeldung meinen, ist es Opens internal link in current windowgenauso teuer, wie ein normales Gewerbe. Zusätzlich kommen selbstverständlich die Kosten Ihres Geschäftsbetriebs hinzu: Bürobedarf, Ware, Miete oder andere Betriebsausgaben. Eine eigene Krankenversicherung Muss für gewöhnlich nicht bezahlt werden, da sie bei einem Kleingewerbe über eine hauptberufliche Tätigkeit, Arbeitslosigkeit oder Angestelltenverhältnis, krankenversichert sind. Lesen Sie bitte in diesem Zusammenhang meinen Artikel Kosten einer Existenzgründung.

Wie hoch sind die Umsatzgrenzen bei einem Kleingewerbe?

Die Umsatzgrenzen hinsichtlich der Kleinunternehmerregelung weichen vom Nebengewerbe nicht ab, da es sich hierbei um dieselbe Regelung (§ 19 UStG) handelt, nämlich:

  1. Umsatz Vorjahr muss geringer als 17.500 Euro sein und gleichzeitig
  2. Umsatz aktuelles Jahr darf nicht mehr als 50.000 Euro sein

Lesen Sie in diesem Zusammenhang in der Gründercheckliste den Abschnitt Opens internal link in current windowzur Kleinunternehmerregelung.

Gibt es beim Kleingewerbe Einkommensgrenzen?

Nein. Das Kleingewerbe (Nebengewerbe) darf unabhängig von Einkommensgrenzen eröffnet und angemeldet werden. Solange Sie ein Hauptgewerbe betreiben oder hauptberuflich angestellt sind und damit mehr verdienen als im Kleingewerbe ist das kein Problem. Das hätte letztlich auch nur eine Auswirkung auf die Krankenversicherung. Fazit: Ein Millionär darf auch ein Kleingewerbe anmelden.

Muss man mit dem Kleingewerbe Umsatzsteuer zahlen?

Nein, wenn Sie die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Umsatzsteuergesetz anwenden, nicht. Lesen Sie dazu bitte meinen Abschnitt Opens internal link in current windowzur Kleinunternehmerregelung in meiner Checkliste. Sie müssen jedoch eine Umsatzsteuererklärung abgeben, um genau die Voraussetzungen (Umsatzgrenzen) nachzuweisen. Lesen Sie dazu meinen Artikel Opens internal link in current windowzur Umsatzsteuererklärung.

Sind Sie ein Unternehmertyp? Machen Sie jetzt den Test!

Meine Checkliste
Zu viele Schritte?
Gründerlexikon Newsletter
Tragen Sie sich jetzt ein und erhalten Sie Hilfe und Infos!


Fragen zu diesem Thema Jetzt neue Frage stellen
3. Staffel "Die Höhle der Löwen" - Jury


Anzeige
Banner Lieferanten.de zur Kampagne "Unternehmertrick"
 Hier werben?