Erstellen Sie Ihren Finanzplan für den Businessplan

Dieser Abschnitt ist durch das Zahlenmaterial des jungen Unternehmens gekennzeichnet. Zeigen Sie dem Gläubiger, dass Ihr Unternehmen auf Sicht von drei Jahren effizient und rentabel sein wird. Dazu müssen Sie den Kapitalbedarf, das Finanzierungskonzept, Ihr Eigenkapital, das nötige Fremdkapital, eine Umsatzplanung, eine Rentabilitätsvorschau sowie eine Liquiditätsplanung erstellen und so Ihr Unternehmen präsentieren. Zu dieser Thematik gibt es auf dem Markt eine Reihe von Instrumenten, welche Sie bei der Zusammenstellung der Unternehmenszahlen unterstützen. Das stellt Sie aber nicht davon frei die Unternehmenskennzahlen und das nötige Zahlenmaterial der Firma selbst nach zurechnen und im Überblick zu behalten. Diese Aufgabe kann im Zweifel zusammen mit einem Steuerberater oder einem Unternehmensberater durchgeführt werden. Die Kennzahlen im Einzelnen.

Bildcollage Finanzplanung

Häufige Fragen zum Finanzplan

Wie lautet eine Definition für den Finanzplan?

Der Finanzplan ist die Zusammenstellung aller geplanten Einnahmen und Ausgaben während einer Planperiode (Planungszeitraum). Dabei ist die Fristigkeit der Planung von besonderer Bedeutung. Bei der Planerstellung der anderen betrieblichen Funktionsbereiche (Absatzplanung, Beschaffungsplan, Produktionsplan, Personalplan etc.) sind vielfältige Interdependenzen zu beachten. Da diese Pläne eine finanzwirtschaftliche Auswirkung haben, münden sie alle in den Finanzplan, der somit für die Steuerung und Kontrolle des gesamten Unternehmensgeschehens eine große Bedeutung hat. Man unterscheidet drei hauptsächliche Typen von Finanzplänen:

  • Ein Finanzplan, der nur Nominalwerte verwendet, ist ein statischer Finanzplan. Dieser Typ von Finanzplanversucht meist, sämtlich Zahlungsvorgänge zusammenzufassen und heißt dann auch vollständiger Finanzplan (Finanzplan, vollständiger).
  • Werden in einem statischen Finanzplan Werte mit statistischen Methoden erhoben, so spricht man auch von einem stochastischen Finanzplan (Finanzplan, stochastischer).
  • Ein mehrperiodischer Finanzplan, der künftige und frühere Werte um einen Zinsfaktor auf- bzw. abzinst, ist ein dynamischer Finanzplan (Finanzplan, dynamischer). Dieser ähnelt stark den dynamischen Investitionsrechenverfahren, insbesondere der Kapitalwertmethode und dem internen Zinsfuß.

Wo bekomme ich eine Excel Vorlage für meinen Finanzplan?

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Was bedeudet Nominal?

Nominal bedeutet so viel wie zahlenmäßig oder dem Nennwert nach. Häufig wird nominal im Zusammenhang mit Geld oder Aktien gebraucht. Es bezeichnet den aufgedruckten oder festgelegten Wert. Im Gegensatz dazu bezeichnet der reale Wert den wirklichen Kaufwert. Der Nominalwert unterscheidet sich meist deutlich vom Realwert.

Nominaler Wert von Zahlungsmitteln

Der Nominalwert eines Zahlungsmittels wird meist auf das Zahlungsmittel gedruckt oder in es geprägt. Dieser Wert wird durch eine führende Institution wie z.B. einer Zentralbank oder Nationalbank festgelegt. Der Realwert spiegelt dagegen wieder wie viel mit dem Zahlungsmittel erworben werden kann. Der Nominalwert bleibt somit immer konstant, während der Realwert von der Inflation beeinflusst wird. Legt man Geld zu einem gewissen Zinssatz an, so verändert sich der Geldbestand nominal um diesen Zinssatz. Real wird er allerdings auch von der Inflation beeinflusst. Es gilt dabei folgende Formel:

Formel für Zusammenhang von Realzins und Nominalzins, Fisher-Parität

r: Realzins
i: Nominalzins
Pi: Inflationsrate

Beispielrechnung

Zu welchem nominalen Zinssatz muss Geld bei einer Inflationsrate von 2% angelegt werden, damit sich das Vermögen real um 1% erhöht?

Beispielrechnung für Nominalzins und Realzins

Nominaler Wert von Wertpapieren

Der Nominalwert einer Aktie ergibt sich durch Division von gezeichnetem Grundkapital durch die Anzahl der hierüber auszugebenden Aktien. Der Nominalwert ist somit unabhängig vom aktuellen Kurswert, der sich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Der Nennwert kann auch hier stark vom eigentlichen Wert abweichen. Um zu kontrollieren, dass nicht zu viele Aktien ausgegeben werden, wurde und wird in vielen Ländern ein minimaler Nominalwert für eine Aktie gesetzlich vorgeschrieben. Die Formel für den Nominalwert einer Aktie lautet wie folgt:

Formel für Nominalwert einer Aktie

N: Nennwert einer Aktie
G: Grundkapital der Aktiengesellschaft
A: Aktienanzahl

Beispielrechnung

Wie viele Aktien dürfen maximal emitiert werden wenn ein minimaler Nominalwert von 2 Euro pro Aktie vorgeschrieben wurde und das Grundkapital der Aktiengesellschaft 100 Millionen Euro beträgt?

Beispielrechnung für den Nominalwert einer Aktie

Wo bekomme ich ein Beispiel für einen Finanzplan in PDF?

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Wie ist der Aufbau des Finanzplans?

Der Finanzplan stellt das Zentrum der Unternehmensfinanzen im Businessplan dar. Hier läuft alles zusammen, was Sie bisher errechnet haben.

Es bietet sich folgende Schrittfolge bei der Erstellung des Finanzplanes an:

  1. Berechnung der Gründungskosten und Investitionen
  2. Ermittlung der laufenden Kosten (inkl. Unternehmerlohn)
  3. Bestimmung des Kapitalbedarfs
  4. Ermittlung des Finanzierungsbedarfs für 3.)

Für den Finanzplan sind zunächst die Gründungskosten wichtig. Also die Ausgaben, die vor der Gründung oder unmittelbar während der Gründung erfolgen. Dazu zählen natürlich auch die Investitionen, die jedoch nicht vor der Gründung, sondern während der Gründung oder unmittelbar nach der Gründung durchgeführt werden. All diese Ausgaben müssen finanziert werden und gehören daher unbedingt in den Finanzplan.

Zu den laufenden Ausgaben zählen ua. die Betriebsausgaben aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aber auch private Ausgaben wie Krankenversicherung oder Rentenabsicherung. Darüber hinaus sollten Sie auch einen Unternehmerlohn berücksichtigen. Diese Ausgabenstruktur zeigt bereits, dass die Zusammensetzung keinesfalls mit der steuerlichen Gewinnermittlung für das Finanzamt zu verwechseln ist. Es sind also auch nicht steuerlich absetzbare Posten enthalten. Eben all das, was der Gründer finanzieren muss.

Aus all den zu finanzierenden Kosten können Sie den Kapitalbedarf ermitteln. Erfahrungsgemäß kalkulieren Existenzgründer den Kapitalbedarf zu knapp, daher kann ich Ihnen raten einen Puffer von 10 bis 20 % dem ermittelten Kapitalbedarf hinzuzufügen. So sind Sie auf der sicheren Seite und scheitern nicht aufgrund eines Liquiditätsengpass.

Nun wissen Sie, was Sie alles benötigen und können im letzten Schritt den Finanzierungsbedarf ermitteln. Wo bekommen Sie also das notwendige Kapital her, um sämtlichen Kapitalbedarf bezahlen zu können? Hier bieten sich viele Möglichkeiten an, welche sich prinzipiell in Eigen- und Fremdkapital gliedern lassen. Ob nun ein Bankdarlehen, das eigene Ersparte, Finanzierung über Businessangels oder Venture Capital usw. Möglichkeiten gibt es viele, es kommt jedoch auf die richtige Mischung an. Nutzen Sie auch dazu mein Opens internal link in current windowkostenloses E-Book zur Gründungsfinanzierung!

Was gehört in den Finanzplan?

Der Aufbau und Ablauf des Finanzplans sollte Ihnen nun einigermaßen klar sein. Wenn Sie meinen Anweisungen Schritt für Schritt folgen, zeige ich Ihnen nun die Bestandteile, die auf keinen Fall im Finanzplan fehlen sollten:

  • Aufstellung der Gründungskosten: Wie viel Geld benötigen Sie für Messen, Beratung, Coaching usw. im Vorfeld?
  • Investitionsübersicht: Wie wird das Geld investiert? Maschinen, Gebäude, Werkzeuge?
  • kalkulatorische Gewinn- und Verlustrechnung: Ab welchem Zeitpunkt erzielen Sie zum ersten Mal steuerliche Gewinne?
  • Liquiditätsplan: Wie sieht es mit der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens in den nächsten 3 Jahren aus?
  • Rentabilitätsvorschau: Wie rentabel wird Ihr Unternehmen werden? Wie hoch ist also die zu erwirtschaften Rendite?
  • Umsatzplan: Wie entwickelt sich der Umsatz im Laufe der nächsten Jahre?
gründerlexikon tipp

Tipp

Holen Sie sich den Opens internal link in current windowkostenlosen Ratgeber zum Businessplan und erstellen Sie danach einen professionellen Finanzplan mithilfe eines Finanzcoaches!

Für die Arbeitsagentur sollte eine Planung für ein bis maximal zwei Jahre reichen. Sehr häufig stößt man jedoch auf sehr schlaue Sachbearbeiter, die aufgrund ihrer Position herablassend drei Jahre und mehr geplant haben wollen.

Professionelle Finanzpläne sind stets auf drei Jahre ausgerichtet, selten 5 Jahre. Längere Zeiträume sind dagegen meist sehr ungenau, weswegen darauf häufig verzichtet wird 5 Jahre zu planen. Ich empfehle: 3 Jahre sind mehr als ausreichend.

Ihr Ziel sollte sein ...

  1. ... einen solidem Finanzplan zu erstellen, der sowohl von Ämtern, Geldgebern, privaten Institutionen und ggf. Mitunternehmern aussagekräftig den Finanzstatus der nächsten Jahre für Ihr neues Unternehmen präsentiert.
  2. ... mit dem Finanzplan mögliche Kapitalgeber oder Entscheidungsträger zu überzeugen.
  3. ... sich selbst zu überzeugen, dass das Vorhaben rentabel wird und sich somit lohnt.

Sollten Sie den Umfang des Finanzplans bzw. des gesamten Businessplans nicht stemmen können, so sollten Sie sich frühzeitig auf die Hilfe eines Beraters stützen. Nutzen Sie zumindest mein Opens internal link in current windowkostenloses E-Book zur Gründungsfinanzierung!

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