Freiberufler werden: Sind Sie auch freiberuflich tätig?

Im Teil der Gründungsstrategie, welche Sie mit Ihrem Berater festlegen müssen, geht es nun um die Möglichkeit einer freiberuflichen Tätigkeit. Dazu müssen Sie zunächst wissen, wo der Unterschied zwischen einer gewerblichen und der freiberuflichen Tätigkeit liegt. Für das Finanzamt ist diese Unterscheidung sehr wichtig - für die Krankenkassen, die Berufsgenossenschaft, die Arbeitsagentur und andere Behörden i.d.R. nicht.

Sehr häufig bringen nicht nur Existenzgründer, sondern auch gestandene Unternehmer die Begriffe Freiberufler, Freelancer oder freier Mitarbeiter durcheinander. Auch dieses Thema möchte ich in diesem Abschnitt eingehend erläutern und haben für Sie folgende Themenabschnitte, Fragestellungen und Artikel vorbereitet:

Wer ist Freiberufler?

Freiberufler werden im § 18 Abs. 1 Nr. 1 Einkommensteuergesetz beschrieben, dort steht:

"Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe. Ein Angehöriger eines freien Berufs im Sinne der Sätze 1 und 2 ist auch dann freiberuflich tätig, wenn er sich der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte bedient; Voraussetzung ist, dass er auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig wird. Eine Vertretung im Fall vorübergehender Verhinderung steht der Annahme einer leitenden und eigenverantwortlichen Tätigkeit nicht entgegen ... "

Freiberufler sind selbständig tätige Unternehmer und üben eine wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit aus. Um den Freiberufler vom Gewerbetreibenden abzugrenzen, wird der § 18 aus dem Einkommenssteuergesetz (EStG) verwendet. Im § 18 EStG sind alle freiberuflichen Tätigkeiten als Katalog (Katalogberufe) aufgeführt. Selbständige, die in einem der aufgeführten Berufe tätig sind, zählen zu den Freiberuflern.

Folgende Berufe zählen laut Einkommensteuergesetz zu den freien Berufen:

  • selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit
  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte,
  • Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte,
  • Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten,
  • Handelschemiker,
  • Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten,
  • Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten,
  • Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer,
  • Lotsen ...

Was ist unter ähnlichen Berufen zu verstehen?

In der obigen Aufzählung ist neben der Aufzählung von freiberuflichen Tätigkeiten auch von ähnlichen Berufen die Rede. Das Gesetz ist dahingehend jedoch offen formuliert. Nicht nur eine staatliche Fachausbildung oder ein staatlich anerkannter Berufsabschluss ermöglicht die Arbeit als Freiberufler im entsprechenden Berufszweig, auch eine nicht staatliche Ausbildung, eine langjährige Berufserfahrung, nebst Qualifikation oder eine entsprechende Zulassung ebnet den Weg zur Arbeit als Freiberufler. Aus diesen Gründen zählen zum Beispiel auch Heilberufe zu den Tätigkeiten, die als Freiberufler zugelassen sind. Nicht zuletzt sind somit auch Tätigkeiten in der Gesundheitsvorsorge freiberuflich. Der Einzelfall sollte stets von einem Steuerberater, der Finanzverwaltung oder durch ein entsprechend vorhandenes (oder neues) Gerichtsurteil geklärt werden.

Wie werde ich Freiberufler?

Sie kennen nun den Unterschied zwischen Freiberuflern und Freelancern. In der Praxis ist für Sie allerdings deutlich wichtiger zu klären, was Sie unternehmen müssen, um Freiberufler zu werden. Durch die frühzeitige Festlegung der Gründungsstrategie hinsichtlich Gewerbe oder Freiberuflichkeit, können Sie Ihre Existenzgründung entweder beim Gewerbeamt mit dem Formular zur Gewerbeanmeldung oder beim Finanzamt mit einem formlosen Schreiben anmelden. Daher muss die Gründungsstrategie vorher überlegt sein und nicht etwa nach der Gewerbeanmeldung.

Wer ist Gewerbetreibender?

Alle Selbständigen, die keine Tätigkeit entsprechend der Katalogberufe oder ähnliche Berufe ausüben, sind Gewerbetreibende.

Kann ich mir die Freiberuflichkeit aussuchen?

Nun muss man wissen, dass der Existenzgründer die Freiberuflichkeit nicht etwa aussuchen kann, sondern es gibt einen klar definierten Berufskatalog (§ 18 EStG, die sogenannten Katalogberufe) sowie durch gerichtliche Urteile und Entscheidungen festgelegte Tätigkeiten, welche unter die freiberuflichen Tätigkeiten fallen. Sehr häufig gibt es Zweifelsfälle oder noch nicht entschiedene Tätigkeiten und Jobs, hier muss ein Steuerberater zusammen mit dem Existenzgründer entscheiden, ob tatsächlich eine Klage und damit die juristische Herbeiführung einer freiberuflichen Tätigkeit lohnenswert ist. Die Freiberuflichkeit an sich ist kein Freifahrtschein für die Zukunft. Erwirtschaftet der Unternehmer zu hohe gewerbliche Einkünfte oder bezieht er ein zu hohes Angestelltengehalt, kann die Freiberuflichkeit vom Finanzamt aberkannt werden.

Welche Vorteile können Freiberufler nutzen?

Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit erzielen Unternehmer, deren Tätigkeiten im § 18 EStG aufgeführt sind. Weit verbreitet ist unter Gründern die These, dass Freiberufler enorme Vorteile gegenüber Gewerbetreibenden besitzen. Diesen vermeintlichen Vorteilen möchten wir nachfolgend auf den Grund gehen. 

Folgende Vorteile vorab zusammengefasst:

  • Keine Pflichtmitgliedschaft in der IHK oder Handwerkskammer
  • keine Gewerbesteuer
  • keine Bilanzierung
  • Ermäßigung in der Sozialversicherung durch Künstlersozialkasse (bei Künstler und Publizisten)

Neugründung - freiberuflich oder gewerblich selbständig?

Existenzgründer, die nachhaltig mit der Absicht Gewinn zu erzielen tätig sind, sind nachweislich Selbständig. Der Gründer muss nun prüfen zu welcher Gewinneinkunftsart seine Tätigkeit zugeordnet werden kann. Sollte der Gründer die Gewinneinkünfte aus Land- und Forstwirtschaft und aus selbständiger Tätigkeit ausschließen, erwirtschaftet er Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass der Gründer verschiedenen Tätigkeiten nachgeht, die steuerlich unterschiedlich behandelt werden. Ein Beispiel für eine sogenannte gemischte Tätigkeit ist ein EDV-Dozent der auch Hardware verkauft oder PC-Einrichtungen und Reparaturen anbietet.

Ich war doch immer Freiberufler, gibt es kein Gewohnheitsrecht?

Das Finanzamt ermittelt die Besteuerungsgrundlage, zu der auch die Einkunftsart gehört, immer nur für ein Jahr. Unternehmer können aus einer jahrelangen Zuordnung zu einer bestimmten Einkunftsart kein Gewohnheitsrecht ableiten. Stellt das Finanzamt im Einklang mit den steuerlichen Vorschriften nach Jahren der freiberuflichen nun gewerbliche Einkünfte fest, muss der Unternehmer diese Entscheidung in der Regel akzeptieren. Auswirkung hat diese Umqualifizierung der Einkünfte für Unternehmer deren Einkünfte über dem Gewerbesteuerfreibetrag liegen. Und das um so mehr, da nicht nur das zurückliegende Steuerjahr betroffen sein kann, sondern alle Steuerjahre, in denen noch kein bestandskräftiger Steuerbescheid vorliegt.

Können oder müssen Freiberufler eine Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellen?

Ein Freiberufler kann seine Gewinnermittlung immer durch die Einnahmen-Überschuss- Rechnung (EÜR) ermitteln. Der gewerblich Tätige muss dafür gewisse Grenzen einhalten. So darf der Jahresumsatz nicht über 600.000,- EUR und der Gewinn nicht über 60.000,- EUR pro Jahr liegen. Erst bei einer Überschreitung der Grenzen ist der Gewerbetreibende zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet.

Wird die Ist-Besteuerung bei Freiberuflern von der Umsatzhöhe beeinflusst?

Freiberufler können auf Antrag die Erhebungsmethode der Istbesteuerung wählen. Diese Möglichkeit steht auch den gewerblich Tätigen offen. Gewerbetreibende dürfen im Gegensatz zu den Freiberuflern den Jahresumsatz von 600.000,- EUR nicht überschreiten um die Istbesteuerung anwenden zu können.

Zahlen Freiberufler Gewerbesteuer?

Freiberufler müssen keine Gewerbesteuererklärung abgeben und zahlen keine Gewerbesteuer. Gewerbetreibende hingegen müssen Gewerbesteuer zahlen, wenn der erwirtschaftete Gewerbeertrag den Freibetrag von 24.500,- EUR übersteigt.

Gibt es für Freiberufler eine Kammerpflicht?

Bestimmte Berufsgruppen haben auch eine Kammerpflicht zu erfüllen, beispielsweise sind Ärzte kammerpflichtig und müssen in die Ärztekammer eintreten, Rechtsanwälte müssen in die Rechtsanwaltskammer und Steuerberater sind kammerpflichtig in der Steuerberaterkammer. Für kammerpflichtige freie Berufe gelten spezielle Regeln. Zählt ein Beruf zu den kammerpflichtigen freien Berufen, muss sich der Unternehmer bei der entsprechenden Standeskammer registrieren lassen. Zu den kammerpflichtigen, freien Berufen zählen:

  • Ärzte
  • Apotheker
  • Architekten
  • beratende Ingenieure
  • Notare
  • Patentanwälte
  • Psychotherapeuten
  • Rechtsanwälte
  • Steuerberater
  • Tierärzte
  • Wirtschaftsprüfer
  • Zahnärzte

Eine Verpflichtung für die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer gibt es jedoch nicht.

Muss der Freiberufler in die Künstlersozialkasse?

Die Künstlersozialkasse ist das Versorgungswerk für Künstler, Musiker und Publizisten. Es stehen viele andere Versorgungswerke für die unterschiedlichen freien Berufe zur Verfügung. Die Künstlersozialkasse (kurz: KSK) übernimmt während der Mitgliedschaft den Anteil an Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, den bei Angestellten der Arbeitgeber zahlen würde, sie ist quasi eine Künstlersozialversicherung. Aus diesem Grund trägt sie enorm zur Liquidität des Freiberuflers bei. Lesen Sie im Gründerlexikon zum Thema Künstlersozialkasse, wir beantworten viele weitere Fragen zur KSK.

Gewerbe oder Freiberufler: Habe ich ein Wahlrecht?

Ob Sie Freiberufler sind oder nicht, ist nicht etwa Ihre Entscheidung. Sobald Sie sich selbstständig machen, ergibt sich dieser Status automatisch aufgrund Ihrer Ausbildung und/oder Ihrer Tätigkeit. Entscheidend ist, ob Ihr Beruf zu den sogenannten Katalogberufen zählt. Diese hat der Gesetzgeber in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG fest verankert:

  • wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit
  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten
  • Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte
  • Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten
  • Handelschemiker
  • Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer, Steuerbevollmächtigte
  • Journalisten, Bildberichterstatter
  • Dolmetscher, Übersetzer
  • Lotsen

Für viele dieser Tätigkeiten ist die entsprechende Ausbildung zwingend notwendig, um die Berufe ergreifen zu dürfen (z. B. Ärzte, Rechtsanwälte), andere hingegen können auch ohne spezielle Ausbildung Freiberufler werden, solange sie in der jeweiligen Sparte tätig sind und entsprechende Berufserfahrung nachweisen (z. B. Journalisten, Übersetzer).

Wann und wie muss die Tätigkeit beim Finanzamt gemeldet werden?

Sind Sie der Auffassung, dass Sie in einem der Katalogberufe tätig sind, melden Sie sich innerhalb von vier Wochen ab Beginn der selbstständigen Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt als Freiberufler an. Ob Sie tatsächlich als Freiberufler gelten oder der Gewerbeordnung unterliegen, bestimmt stets das Finanzamt.

In vielen Fällen wird dies jedoch erst überprüft, wenn Jahre später eine Betriebsprüfung stattfindet. Wird man dann nachträglich als Gewerbetreibender eingestuft, ist die Gewerbesteuer für die vergangenen Jahre rückwirkend zu entrichten. Freiberufler sollten deshalb bereits zu Beginn ihrer Selbstständigkeit mit dem zuständigen Finanzamt abklären, ob die Einstufung als Freiberufler korrekt ist, um horrende Nachforderungen zu vermeiden.

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Kann ich nachträglich Freiberufler werden?

Auch wenn Sie bereits seit Jahren als Gewerbetreibender tätig sind, bedeutet dies nicht, dass Sie nicht doch noch Freiberufler werden können. Wenn Sie einen der Katalogberufe ausüben, aber nicht über die erforderliche Ausbildung verfügen, können Sie Ihren Freiberufler-Status beispielsweise über Ihre Berufserfahrung und Arbeitsproben nachweisen. Erforderlich ist es dann, gegen den aktuellen Gewerbesteuermessbescheid Einspruch einzulegen und einen Antrag auf die Änderung bereits rechtswirksam gewordener Bescheide zu stellen.

Können Sie den Beweis erfolgreich führen, erhalten Sie nachträglich den Freiberufler-Status und eine Rückerstattung der zu Unrecht gezahlten Gewerbesteuer. Hierzu gab es in der Vergangenheit bereits einige Urteile, die häufig Informatiker, Webdesigner und Programmierer betrafen, denen jedoch nachträglich den Freiberufler-Status zugesprochen wurde.

Wie unterscheidet sich der Freiberufler vom Gewerbetreibenden?

Wer als Freiberufler eingestuft ist, hat einen großen Vorteil. Im Gegensatz zum Gewerbetreibenden muss ein Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen. Ein Freiberufler muss unabhängig von der Höhe seines Gewinns, keine Bilanz erstellen. Er kann immer eine EÜR abgeben. Man mag sich fragen, warum wird der eine Selbständige anders behandelt wird als der andere? Die Gewerbesteuer fließt ins Säcklein von den Städten und Gemeinden. Davon unterhalten die Städte ihre Infrastruktur. Bei Freiberuflern wird davon ausgegangen, dass sie die Infrastruktur kaum nutzen. Im Gegensatz zu einem Bauunternehmer fährt ein Rechtsanwalt nicht mit einem Lkw durch die Straßen und verschmutzt die Stadt durch Gestank oder Lärm, so die Theorie.

Wie wird eine gemischte Tätigkeit eingestuft?

Auch dazu hat der BFH ein Grundsatzurteil unter dem Az.: XI R 10/06 vom 18. Oktober 2006 erlassen. Danach ist ein Betrieb, in dem gemischte Leistungen erbracht werden, danach zu qualifizieren, welche Tätigkeit tatsächlich ausgeübt wird.

Trennbare gemischte Tätigkeit

Ist die freiberufliche und die gewerbliche Tätigkeit leicht trennbar zu erfassen, bspw. ein Tierarzt verkauft nebenbei noch Schmuck , fallen für den Selbständigen Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit und aus Gewerbebetrieb an. Die unterschiedlichen Einkunftsarten sollten nicht in einer Buchhaltung und nicht auf einem Bankkonto erfasst werden.

Untrennbar gemischte Tätigkeit

Ist die freiberufliche Tätigkeit untrennbar mit der gewerblichen verbunden, zählen die gesamten Einkünfte als Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Bspw. ein Architekt verkauft schlüsselfertige Häuser und bringt seine Architektenleistung dabei ein.

Können Sie mir im Video die Freiberuflichkeit erklären?

Alle Gründer, die nicht als Freiberufler gelten, müssen ihre selbständige Tätigkeit beim Gewerbeamt anmelden und unterliegen damit der Gewerbeordnung. Die Gewerbeanmeldung ist kostenpflichtig. Das Gewerbeamt teilt dem Finanzamt und der Berufsgenossenschaft die Anmeldung des Gewerbes mit. Sehen Sie sich mein Video dazu auf Youtube an!

Welche Urteile gibt es zu Freiberuflern?

Gleich drei Urteile hatte der Bundesfinanzhof zu fällen, in denen die steuerliche Einordnung selbständiger IT-Dienstleister Gegenstand der Verfahren war.

  • Ein staatlich geprüfter Betriebswirt- EDV hatte sich als Autodidakt in die Einrichtung und Wartung von Systemsoftware eingearbeitet und selbständig Firmen mit dieser Tätigkeit betreut. Der BFH stellte fest, dass die Breite und Tiefe seiner Aufgaben denen eines Diplom-Informatikers entsprochen haben und er damit einen ingenieurähnlichen, also freien Beruf ausgeübt habe.
    BFH, Az: VIII R 63/06
     
  • Auch einem weiteren Autodidakten, der vom Bildungsweg staatlich geprüfter Wirtschaftassistent DV war, billigte der BFH den Status eines Freiberuflers zu. Der Kläger hatte für seine Kunden IT-Systemberatung erbracht und als Externer firmenweite IT-Projekte geleitet. Nach Einschätzung des Gerichts lag dabei sehr wohl eine ingenieurähnliche Leistung vor, auch wenn der Ausbildung nach kein Ingenieursgrad vorlag.
    BFH, Az: VIII R 79/06
     
  • In einem weiteren Fall war ein Diplom-Ingenieur für technische Informatik als selbständiger Systemadministrator bei mehreren Unternehmen tätig und überwachte die Firmennetze u.a. mithilfe eigener Dienstprogramme. Der BFH stufte die Tätigkeiten als klassische Ingenieursleistungen ein und billigte den Status eines freien Berufs zu.
    BFH, Az: VII R 31/07

Alle, die ihre eigene selbständige Tätigkeit in den Präzedenzurteilen wiedererkennen, sollten schnellstmöglich ihrem Finanzamt mitteilen, dass sie als Freiberufler eingestuften werden möchten. Dies sollte in Form einer ausführlichen Schilderung der ausgeübten Tätigkeiten geschehen und zudem Belege (z.B. Rechnungen) enthalten. Folgt das Finanzamt der Darlegung, werden alle noch nicht bestandskräftigen Steuerbescheide geändert und die Gewerbesteuerbescheide aufgehoben.

Doch Vorsicht: Fällt die Gewerbesteuer weg, steigt die Einkommensteuer und dies kann teils erhebliche Nachzahlungsforderungen auslösen, auf die jeder Betroffene vorbereitet sein sollte.

Wie unterscheiden sich Freiberufler und Freelancer?

Benennen die Begriffe Freiberufler und Freelancer unterschiedliche Tätigkeiten oder liegen hier nur zwei Begriffe für ein und dieselbe Tätigkeit vor? Im allgemeinen Sprachgebrauch treffen wir die Bezeichnung Freiberufler und Freelancer recht oft als gemeinsames Synonym für freie Mitarbeiter an. Die Betonung liegt hier auf dem Wort frei – festangestellte Mitarbeiter oder Scheinselbständigkeit sind hiervon streng zu trennen.

Merke: Ein Freelancer (freier Mitarbeiter) kann ein Freiberufler sein, muss aber nicht. Ein Freelancer kann auch ein gewerbetreibender Solo-Selbständiger sein.

Freiberufler müssen kein Gewerbe anmelden und keine Gewerbesteuer zahlen. Sie müssen jedoch den Beginn ihrer selbständigen Tätigkeit beim Finanzamt anzeigen, das geschieht für Gewöhnlich nach der Gründung mit dem steuerlichen Erfassungsbogen.

Als freier Mitarbeiter sollten Sie vor Beginn Ihrer Leistungserbringung immer auf einen schriftlichen Vertrag mit Ihrem Auftraggeber bestehen. Darin müssen die Klassifizierung als freier Mitarbeiter und die zu erbringende Leistung genau beschrieben sein. Weitere Bestandteile sind die Bezahlung, die Entschädigung für eventuell anfallende Reise- und Materialkosten sowie, unter welchen Umständen beide Parteien vom Vertrag zurücktreten können. Lesen Sie hier, wie man Aufträge als Freelancer erhält!

Kann ein freier Mitarbeiter auch ein Freiberufler sein?

Diese Kombination ist natürlich auch möglich. Ein Steuerberater oder Notar kann ohne weiteres auch als freier Mitarbeiter tätig werden. Das ändert aber nichts an seinem Status als Freiberufler. Selbst wenn der Steuerberater als freier Mitarbeiter an einem bestimmten Projekt mitwirkt bleibt er Freiberufler.

Wie unterscheiden sich Freiberufler und freie Mitarbeiter?

Beim erste Hinhören könnte man meinen, die Begriffe beschreiben ein und dasselben und in der Tat, viele Existenzgründer verwechseln ganz unbewusst die Freiberufler und die freien Mitarbeiter. 

Freie Mitarbeiter (auch Freelancer, Honorarkraft oder freischaffender Mitarbeiter genannt) sind zunächst ebenso wie die Freiberufler Unternehmer und arbeiten daher auf Rechnungsbasis. Der freie Mitarbeiter ist jedoch ein Unternehmer, der per Dienst- oder Werkvertrag für einen anderen Unternehmer meist persönlich Aufträge ausführt, quasi als Subunternehmer. Sehr häufig im Dienstleistungssektor anzutreffende Form der Auftragsvergabe. Es wird also die Art des Dienstverhältnisses in Abgrenzung zum Arbeitnehmer beschrieben. Der frei Mitarbeiter kann also ebenso ein Freiberufler, als auch ein gewerblicher Unternehmer sein.

Die Aufzählung der synonymen Verwendung des Begriffes freier Mitarbeiter lässt an dieser Stelle bereits erahnen, dass der Unterschied zwischen Freelancer und Freiberufler ähnlich zu sehen ist wie in diesem Artikel beschrieben.

Leserfragen

Freiberufliche Tätigkeit und Festanstellung - was muss ich beachten?

Ich plane meine Stundenzahl von 38,5 Stunden / Woche auf 10 Stunden zu reduzieren und freiberuflich als Maklerin und Referentin tätig zu werden. Nach meiner Recherche hat das für mich den Vorteil, dass die Rentenversicherung und Krankenversicherung weiterhin hälftig vom Arbeitgeber abgeführt werden. Das Honorar der freiberuflichen Tätigkeit müßte ich selbstverständlich versteuern.  Langfristig möchte ich vollständig freiberuflich tätig sein, weil ich die Situation nicht einschätzen kann, lege ich einen "Zwischenschritt" ein. Hierzu meine Fragen:

Gibt es "Stolpersteine"? Habe ich bei meinem Plan vielleicht etwas vergessen?

Gibt es einen Mindeststundensatz den ich erfüllen muss, um tatsächlich sozialversicherungspflichtig beschäftigt zu sein?

Muss ich zusätzlich von meinem Einkommen aus freiberuflicher Tätigkeit neben den Steuern Kranken- oder Rentenversicherung abführen?

Wo kann ich eine gute Beratung zu diesen Fragestellungen erhalten?

Antwort

Hallo, der Zischenschritt klingt gut - fällt aber für eine gute Konstellation zu drastisch aus.

10 Stunden angestellt und

28,5 + x Stunden freiberuflich

Ab der Grenze von 18 Stunden gilts du für die Krankenkasse als hauptberuflich selbständig und damit musst du auf dein Honorar Krankenversicherungsbeiträge zahlen :(

Freiberufliche Tätigkeit

monatliche Kosten für Existenzgründer

Wo kann ich eine gute Beratung zu diesen Fragestellungen erhalten?

Ein guter Existenzgründerberater kann dir bei diesen Problemen weiterhelfen.

Welcher Berater kann helfen?

Selbständig als freischaffender Künstler, anmelden?

Hallo, ich möchte gern meine selbst gemalten Bilder zum Verkauf anbieten. Ich möchte gern eine eigene Homepage haben und dort meine Bilder präsentieren. Keine Preise angeben, sondern wer Interesse hat, soll mich einfach kontaktieren. Muss ich trotzdem ein Gewerbe anmelden und muss ich dann trotzdem Steuern zahlen? Gibt es da nicht eine besondere Regelung? Danke euch schon mal im Voraus für eure Hilfe.

Anwort

Hallo an alle Interessierten,

wie schon richtig geschrieben wurde, sollte die Frage von einem Steuerberater beantwortet werden, daher melde ich mich als Steuerberater zu Wort.

Ich kann nur empfehlen sich direkt an einen Steuerberater zu wenden, denn nur guter Rat vorher schont das Vermögen. 

Nun zur Rechtslage:

Wichtig ist, dass man die diversen, möglicherweise betroffenen, Steuerarten (Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer) getrennt beurteilt und dabei nichts vermischt.  "Sie rühren ja auch nicht den Nachtisch in die Vorspeisen-Suppe."

Hinzu kommt noch ggf. die Beachtung des Gewerberechts.

Sie merken wahrscheinlich jetzt schon, warum die Empfehlung "Steuerberater" ausgesprochen wurde.

Einkommensteuer:

Eine selbständig ausgeübte künstlerische Tätigkeit gehört zu den sogenannten freiberuflichen, nicht gewerblichen, Tätigkeiten. Die Abgrenzung zwischen Kunst und Gewerbe ist dabei sehr fließend und immer einzelfallabhängig.

Wird die künstlerische Tätigkeit mit der Absicht Gewinn zu erzielen ausgeübt, unterliegt sie der Einkommensteuer. Die Tätigkeit ist beim zuständigen Finanzamt, mittels amtlichem Vordruck, anzumelden - Empfehlung "Steuerberater".

Ob tatsächlich Einkommensteuer festzusetzen ist, hängt von vielen weiteren Faktoren ab, z. B. anderem Einkommen, Familienstand, Einkommen des Ehegatten, höhe privater Versicherungsbeiträge. Um also genauere Aussagen mach zu können, benötigt man genauere, vollständigere Angaben - Empfehlung "Steuerberater".

Gewerbesteuer:

Wenn eine freiberufliche Tätigkeit vorliegt besteht keine Gewerbesteuerpflicht.

Umsatzsteuer:

Hier genügt, im Gegensatz zur Einkommensteuer, die Absicht nachhaltig tätig zu sein und Einnahmen zu erzielen, eine Gewinnerzielungsabsicht ist nicht erforderlich. Auch wer als Künstler dauerhaft Verluste erzielt, die einkommensteuerlich nicht anerkannt werden, hat - unter weiteren Voraussetzungen - Umsatzsteuer zu zahlen.

Umsatzsteuerlich - und nur umsatzsteuerlich, nicht einkommensteuerlich - gibt es den gesetzlichen Begriff des Kleinunternehmers. Und auch nur in der Umsatzsteuer gibt es eine Wertgrenze. Als Kleinunternehmer werden solche Unternehmer (dazu zählen auch selbständige Künstler) bezeichnet, die in einem Kalenderjahr nicht mehr als 22.000 EUR Umsatz (= Einnahmen) erzielen. Bis 31.12.2019 war die Grenze noch auf 17.500 EUR festgesetzt. Diese Kleinunternehmer unterliegen nicht der Umsatzsteuer. Können allerdings freiwillig hierzu optieren - Empfehlung "Steuerberater".

Wer mehr als 22.000 EUR im Kalenderjahr hat, dessen Umsätze sind in voller Höhe umsatzsteuerpflichtig. Ab wann? - Empfehlung "Steuerberater". Ob die Einnahmen mit 19 % oder dem ermäßigten Steuersatz von 7 % zu versteuern sind, ist von weiteren Faktoren abhängig - Empfehlung "Steuerberater".

Eigene Bilder ("Werke der persönlichen Schöpfung") unterliegen in der Regel dem ermäßigten Steuersatz von 7 %. Aber auch hier gibt es Abgrenzungsprobleme und zahlreiche erläuternde Schreiben diverser Oberfinanzdirektionen - Empfehlung "Steuerberater".

Gewerberecht/Gewerbeanmeldung:

Wenn eine freiberufliche Tätigkeit vorliegt, findet die Gewerbeordnung keine Anwendung und somit ist auch kein Gewerbe bei der Gemeinde anzumelden.

Steuerberater Kexel

Freiberuflicher Dozent - was kommt alles auf mich zu?

Hallo und eine Frage.

Ich möchte als Dozent für Universitäten und Hochschulen freiberuflich tätig werden.

Einmal als externen Dozent auf Honorarbasis Kurse an Hochschulen halten. Zum Zweiten Selber Prüfungsvorbereitungskurse für Studenten anbieten, in Räumen, die ich vorher anmiete, aber nur für die Kurszeit. Das ganze wird ein kleines Unternehmen, Heimbüro, kein Kredit. Soweit so gut.

Wie stelle ich jetzt meinen Businessplan auf:

Was ich nicht verstehe ist, wie ich meine eigenen Einkommen berechne, wenn das geschätze Einkommen meines Geschäfts feststeht.

Das kann ich abschätzen, indem ich annehme wieviel Kurse ich gebe, wieviel Studenen in meinen Kursen sitzen werden, usw. Das kann ich sogar recht gut abschätzen.

Soweit so gut. Jetzt kommen bei der Schätzung ungefähr 30 000 Euro im Jahr raus. Klar, jetzt zieh ich Raummiete, Mein Büromatierial ab. Aber dann. Was ist mit meine privaten Auto, das ich zum hin und her fahren beruflich brauche ? Was ist mit meinen privaten Versicherungen.

Umsatzsteuer muss ich ja nicht zahlen als freiberuflicher Dozent. Aber wie berechne ich jetzt mein Einkommen, das ich mir selber auszahle. Das muss ich nämlich wissen, denn das sollte bei 1400 netto liegen. Damit würde ich gut auskommen. Muss ich mir selbst ein Bruttogehalt auszahlen und darauf wieder Steuerzahlen ? Da ich ja aber auch mein eigenen Arbeitgeber bin, muss ich dann auch noch die Sozialversicherungspflichtigen Arbeitgeber-Anteile zahlen ?

Wäre voll froh, wenn mir jemand helfen könnte. Sehr gut ist, auch eine gutes Beispiel (mit Link) oder ein gutes Buch! Bitte möglichst einfach. Mein Geschäft wird ja nicht so komplex und in vielen Büchern wird man gleich mit allem erschlagen, wo vieles ich ja nicht brauche

Antwort

Hallo, hier die ersten Informationen:

Das Einkommen für Freiberufler und Einzelunternehmer ist der Gewinn nach Steuern. Jetzt brauchst Du aber nicht bis zum Jahresende warten, um den Gewinn zu ermitteln und ihn Dir dann auszuzahlen. Obwohl von der Logik wäre es so richtig. Ich schreibe es aber hypothetisch deswegen doch so, weil es damit am leichtesten verständlich wird.

Nochmal: Dein persönliches Einkommen sollte der Gewinn nach Steuern sein.
Wie sieht es in der Praxis jedoch aus? Anders. Du entwickelst für Dich einen Betrag, den Du Dir monatlich auf ein privates Konto von Deinem Geschäftskonto (Bitte getrennte Kassen, zwei Geldbeutel und zwei Bankkonten und nie vermischen) überweist. Dies ist quasi dem Gehalt eines Arbeitnehmers vergleichbar.

Jetzt kommt der Kasus-Knacktus, wie hoch ist der Betrag?

Zunächst kannst Du den Betrag selbst frei festlegen. Da gibt es keine Regelungen.

Allerdings, - ist er zu hoch angesetzt und Du schaust auf das Jahresende, wenn weniger erwirtschaftet ist, als du auf das Privatkonto insgesamt überwiesen hast, dann hast Du deutlich über Deine Verhältnisse gelebt und Du fährst eine Unterdeckung ein und solltest zurückzahlen.

Ist der Betrag zu niedrig angesetzt, bleibt Dir am Jahresende etwas übrig und Du kannst zum Jahresende dir quasi eine Sonderzahlung auf Dein Privatkonto machen.

Die Höhe legst Du Phi-mal-Daumen fest, in dem Du von Deinen Einnahmen (Kursgebühren, Honorare) Deine Aufwendungen abziehst und diese Summe durch 12 (Anzahl der Moante) teilst.

Bitte rechne Deine Einkünfte realitätsnah gut durch. Damit dürfte der erste Teil Deiner Fragen beantwortet sein.

Es folgen privates Auto, private Versicherungen, Sozialversicherungsabgaben etc. Du schreibst und siehst das richtig. Privat ist Privat und muss von Deinem Privatkonto und nicht von dem Geschäftskonto bezahlt werden. Auch das ist richtig, - als Einzelunternehmer, Freiberufler oder Arbeitgeber bist du insgesamt für Deine soziale Absicherung selbst verantwortlich. Da darf kein Geld vom Geschäftskonto herunter.

Irgendwann am Ende des Geschäftsjahres wirst Du dann Deine Steuer, möglicherweise Einnahmen/Ausgabenüberschussrechnung mit Einkommensteuer machen. Hier wird Dir ein Ausgleich ermöglicht, den der Steuerberater oder das Finanzamt vornimmt, in dem Du bspw. über das Fahrtenbuch nachweist, welche Privat- und Geschäftsanteile Du beim Fahren hattest. Auch wirst Du bei den Sonderausgaben jetzt die gesamten Sozialversicherungsbeiträge angeben können und nicht etwa die Hälfte wie als Arbeitnehmer (vereinfacht dargestellt).

Die Frage, ob Du jetzt 1.400,-- Euro als monatliches Salär (Privatentnahme) ansetzen kannst, lässt sich von mir nicht beantworten. Aber ich denke ich konnte Dir einige Orientierungshilfen auf dem Weg zu einer leichteren Klärung geben.

Was die Literaturtipps anbetrifft, kann ich Dir zwei Empfehlungen, die sich mit Deinem Fragenumfeld befassen, aussprechen. Du kannst aber gerne vorab in den Inhaltsverzeichnissen unter http://www.uvis-verlag.de/uv5100.htm stöbern, ob die Inhalte Dir weiterhelfen können.

a.) Existenzgründung - Bussinessplan & Chancen - 2. Auflage - ISBN 978-3-938684-08-5
b.) Existenzgründung - Fakten & Grundsätzliches - 2. Auflage - ISBN 978-3-938684-07-8

"Umsatzsteuer muss ich ja nicht zahlen als freiberuflicher Dozent"

Dies ist für den Unterricht (mit Lehrauftrag) an der Hochschule richtig, aber die in Eigenregie durchgeführten Prüfungsvorbereitungen (ohne Lehrauftrag) sind nicht generell umsatzsteuerfrei.

Bitte nochmals mit dem Finanzamt oder einem Steuerberater abklären, bevor sich im Nachhinein eine Steuerpflicht herausstellt.

Noch ein Hinweis zur Umsatzsteuer.

Grundsätzlich sind freiberufliche Dozenten umsatzsteuerpflichtig, außer sie arbeiten als Kleingewerbetreibende mit einem Umsatz unter 22.000€ (bis 31.12.2019: 17.500€) im ersten Jahr; 50.000€ im zweiten Jahr.

Generell umsatzsteuerbefreit sind Maßnahmen bei Bildungsträgern, die für die Agentur für Arbeit, ARGEs etc. durchgeführt werden.

Achtung: Diese Umsatzsteuerbefreiung muss schriftlich vom Bildungsträger an den Dozenten weiter gegeben werden. Anderenfalls wird das Honorar steuerseitg vom Finanzamt als incl. Umsatzsteuer angesehen.

Gründung eines Ingenieurbüros nebenberuflich - wie vorgehen?

Hallo, zunächst eine kurze Vorstellung meinerseits:

Ich bin diplomierter Ingenieur für Kfz-Technik und seit nunmehr 2 Jahren in einem artverwandten Bereich als Angestellter tätig.

Da ich mich in der gesamten Laufbahn zuvor mit Fahrzeugen und zugehöriger Technik jedweder Art beschäftigt habe, möchte ich nun -zunächst nebenberuflich, später -so sich das Konzept als hinreichend trag- und ausbaufähig erweist, hauptberuflich- ein Ingenieurbüro gründen. Zunächst sollen im Angebotsfokus die Unfallschaden- und Bewertung von Pkw stehen, weitere Ausbaustufen sind schon in Planung.

Kredite und Räumlichkeiten benötige ich vorerst nicht, da sich die aufzubringenden Investitionen im für mich tragbaren Bereich befinden und ich zunächst die Gutachtenerstellung mithilfe von zu mietenden Hebebühnen in Selbsthilfewerkstätten und einem Heimarbeitsplatz gut erledigen kann.

Nun die generelle Frage:

Wo fange ich bei der weiteren Planung an?

Ich persönlich denke, ein Businessplan und Beratung vom Unternehmensberater ist an dieser Stelle etwas zu hoch angesetzt (lt. meines Wissens wird in meiner Region die Existenzgründer-Förderung durch die KfW auch "nur" zu 50% übernommen) - zunächst soll es sich wie erwähnt nur um eine nebenberuflich Tätigkeit handeln, die nicht entscheidend für das alltägliche finanzielle Auskommen sein soll.

Frage zwei:

Wo gibt es ggf. Förderungen/kostenfreie Beratungen zum Thema, insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache Nebenberuf/Freiberufler/etwaige Fördergelder?

Frage drei:

Eine meiner aufbauenden Ideen beinhaltet die Konstruktion, Erprobung und den eigenständigen Vertrieb von Fahrzeugteilen auf dem Oldtimersektor - inwiefern ist diese Tatsache schon im Vorfeld/Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit mit eigenem Ingenieurbüro zu berücksichtigen?

Frage vier:

Macht es Sinn, schon vor Aufnahme der eigentlichen Tätigkeit (geplant ist derzeit ca. Dez. 2009) die Gründung durchzuführen, um so entstehende Ausgaben (die vermutlich im Rahmen eines noch zu absolvierenden Lehrgangs ab ca. Sep. 09 anfallen) in die EÜR einfließen zu lassen?

Antwort

Hallo,

Wo fange ich bei der weiteren Planung an?

Dazu haben wir eine Checkliste zur Selbständigkeit erstellt. Die hilft erst einmal das Wesentliche nicht zu vergessen, kann aber dennoch in alle Richtungen ausgebaut werden.

Außerdem auch

Wo gibt es ggf. Förderungen/kostenfreie Beratungen zum Thema, insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache Nebenberuf/ Freiberufler/etwaige Fördergelder?

Eben die obige Förderdatenbank, allgemein der Gründungszsuchuss, speziell ein Unternehmensberater oder Steuerberater mit Schwerpunkt Existenzgründung. Dazu unser Artikel:

Eine meiner aufbauenden Ideen beinhaltet die Konstruktion, Erprobung und den eigenständigen Vertrieb von Fahrzeugteilen auf dem Oldtimersektor - inwiefern ist diese Tatsache schon im Vorfeld/Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit mit eigenem Ingenieurbüro zu berücksichtigen?

Die Anmeldung geschieht ja in Ihrem Fall nur beim Finanzamt. Ich würde sämtliche Tätigkeiten, die auch in Zukunft zum Unternehmen zählen in der Anmeldung der freiberuflichen Tätigkeit mit angeben, dann muss man hinterher nichts nachragen oder hinzufügen. Spart Zeit.

  • Ich will mich selbständig machen, wo muss ich mich überall anmelden? FAQ 11
  • Fragebogen zur steuerlichen Erfassung FAQ 16

Macht es Sinn, schon vor Aufnahme der eigentlichen Tätigkeit (geplant ist derzeit ca. Dez. 2009) die Gründung durchzuführen, um so entstehende Ausgaben (die vermutlich im Rahmen eines noch zu absolvierenden Lehrgangs ab ca. Sep. 09 anfallen) in die EÜR einfließen zu lassen?

Die Gründung ist die Aufnahme der Tätigkeit. Was Sie meinen sind sicher Vorweggenommene Betriebsausgaben. Dazu:

Selbstständig im Gewerbe und freiberufliche Tätigkeit möglich?

Guten Tag, ich bin augenblicklich bereits selbstständig tätig. Ich bin in einer GbR zusammen mit einem Kollegen gleichberechtigter Inhaber undGeschäftsführer eines Handwerksbetriebes. Wir produzieren vornehmlich Schilder, Fahrzeug- und Objektbeschriftungen und wickeln mittels Zuliefererfirmen auch die meisten anderen Aufträge zur Realisation von Werbemitteln ab.

Da wir unseren Schwerpunkt in der Produktion haben, ich jedoch sehr engagiert im Bereich der Gestaltung bin, möchte ich mir als freiberuflicher Gestalter ein zweites Standbein aufbauen, um vor allem auch ein erfüllteres berufliches Dasein zu führen...

So könnte ich freiberuflich gestalterische Arbeiten anbieten und nach Kundenrücksprache gleich ein unverbindliches Angebot mit dem Handwerksgewerbe für die Umsetzung machen und auf diesem Weg für Neukunden und zusätzliche Aufträge im Betrieb sorgen.

Die freiberufliche Tätigkeit sollte unter Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung geschehen, so dass die Rechnungen ohne MwSt. ausgewiesen werden, diese aber auch nicht beim Finanzamt geltend gemacht werden kann.

Steht diesem Vorhaben etwas entgegen bzw. welche Folgen sind zu beachten?

Ich bin freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Wenn ich es richtig verstehe, wird sich diese durch ein gesteigertes Einkommen erhöhen.
Auf der Webseite drweb.de hab ich jedoch folgenden Satz entdeckt: „Ihre Beiträge erhöhen sich durch Ihre Nebeneinkünfte zum Glück nicht. Selbstständige sind nämlich nicht versicherungspflichtig“.
Dies gilt nur für Arbeitnehmer, die sich nebenberuflich selbstständig machen, oder?
Des Weiteren habe ich im Bezug auf die Vorgaben von Krankenkassen gelesen, dass eine Nebentätigkeit nicht mehr als 15 Std. pro Woche beanspruchen darf.

Auf den Betrieb würde die freiberufliche Tätigkeit keinen Einfluss haben, richtig?
Gewerbesteuer, Beiträge für Handwerkskammer, IHK, Berufsgenossenschaft etc. werden von einer freiberuflichen Tätigkeit des Inhabers/Geschäftsführers nicht beeinflusst. Oder liege ich hier falsch?

Außerdem bin ich über diesen Satz gestolpert, dessen Relevanz mir (in meinem Fall) nicht ganz klar ist.

„Die Gesamteinkünfte aus selbstständiger Arbeit plus Einkommen aus unselbstständiger Arbeit dürfen 35.000 Euro (70.000 Euro bei Zusammenveranlagung) nicht überschreiten.“

Antwort

Hallo, du hast die Möglichkeit, mehrere Einkommensquellen zu nutzen.

Einmal aus unselbständiger Arbeit, aus Vermietung und Verpachtung, aus Kapitalanlagen, aus selbständiger Arbeit (Handwerk), aus selbständiger Arbeit (freiberuflich z.B. Autor oder etwas anderes) und so manche andere noch mehr, die ich jetzt nicht aufführen will. Es geht ums Prinzip.

Also "ja" - Du kannst Gewerbe und Freiberufler unter einem Hut vereinbaren. Allerdings wird dir Dein Steuerberater sagen, dass Du unterschiedlich getrennte Aufzeichnungen vornehmen musst. Bei Deiner Ekst kommt das wieder unter eine Nummer. Aber das sind steuerrechtliche Angelegenheiten, die du dort bitte klären musst.

Hoppla "Nebentätigkeit" (15 Std.) Eine Nebentätigkeit gilt als solche nur für "Nichtselbständig Tätige", die in einem Anstellungsverhältnis stehen.
Du bist in Deinen Handwerksberuf "selbständig" tätig und erweiterst Dein Betätigungsfeld um eine zusätzliche, freiberufliche, selbständige, weitere Tätigkeit.

Nein, auf Deinen Handwerksbetrieb hat die freiberufliche Tätigkeit keinen weiteren Einfluss.

Zu deinem letzten Absatz kann ich Dir nicht viel sagen, da solltest Du den Steuerberater mal konsultieren.

Ansonsten gebe ich Dir abschließend noch einen kleinen Literaturtipp mit den wichtigsten Inofrmationen bei Start eines Gewerbes und einer freiberuflichen Tätigkeit.

Existenzgründung - Fakten & Grundsätzliches - 2. Auflage - ISBN 978-3-938684-07-8 . Mache Dich einfach mal kundig. Lese das Inhaltsverzeichnis unter http://www.uvis-verlag.de/uv5100.htm. Sicherlich bekommst Du viele Anregungen.

Zum Thema Freiberufler haben wir einen schönen Artikel verfasst:

Wie unterscheidet sich der Freiberufler vom Gewerbetreibenden FAQ 18 (siehe oben)

Bitte einfach informativ lesen. Auch von mir der Tipp und Hinweis, Bitte in dieser Angelegenheit unbedingt einen Steuerberater befragen, es kann sonst teuer werden und wie immer im Leben gilt auch hier: Unwissenheit schützt Vorstrafe nicht.

Kleingewerbe oder freiberuflich?

Hallo, auf der Suche nach brauchbaren Infos bezüglich Kleingewerbe bin ich erst auf ein paar Fragen und dann auf dieses Forum gestoßen.

Ich bin im November 07 nach 9 Jahren nochmal Mutter geworden, und kann daher nicht arbeiten gehen. Da ich aber nicht nur untätig da sitzen will, habe ich vor ein Kleingewerbe anzumelden. Kleingewerbe allein schon deshalb, weil ich ganz gerne in der Krankenversicherung meines Mannes bleiben möchte.

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich überhaupt unter Kleingewerbe falle, oder eher unter freiberuflich. Denn ich möchte mich mit meiner Handarbeit (häkeln,stricken,weben), Malerei und Bastelei selbstständig machen. Vielleicht auch den ein oder anderen Häkel- oder Bastelkurs anbieten.

Nun weiß ich aus meiner Ausbildung zur Bürokauffrau noch dunkel, das es in künstlerischen und unterrichtenden Bereichen eine Sonderregelung gibt, eben die freiberufliche Schiene. Allerdings hab ich die noch nicht ganz begriffen!

Auch bin ich nicht ganz dahinter gestiegen, wie ich ohne Ausweisung der Umsatzsteuer eine Rechnung schreiben kann/soll die mein Gegenüber gegebenenfalls selbst einreichen kann?! Und wie diese Rechnung mir dann in meiner Steuererklärung weiterhilft.

Antwort

Hallo,

Ich bin im November 07 nach 9 Jahren nochmal Mutter geworden

Wir gratulieren und wünschen Ihnen und dem Baby samt Vater alles gute.

ob ich überhaupt unter Kleingewerbe falle, oder eher unter freiberuflich

Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun. Freibrufliche Tätigkeiten sind im EStG erfasst. wer da nicht drin steht, kann auch nicht freiberuflich tätig sein.
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html

Denn ich möchte mich mit meiner Handarbeit (häkeln,stricken,weben), Malerei und Bastelei selbstständig machen.

Das könnte eine freiberufliche tätigkeit sein, wenn das finanzamt es als künstlerische tätigkeit einstuft.

Auch bin ich nicht ganz dahinter gestiegen, wie ich ohne Ausweisung der Umsatzsteuer eine Rechnung schreiben kann

Siehe Vorlage

Meine Name ist Torsten Montag, ich bin Betriebswirt, Internetcoach und betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. Ich habe bereits mehr als 200 Unternehmern geholfen, einen guten Start hinzulegen und erfolgreich mit ihrem Business zu wachsen. Holen Sie sich jetzt einen Termin!

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