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Freiberufler werden: Sind Sie auch freiberuflich tätig?

Im Teil der Opens internal link in current windowGründungsstrategie, welche Sie mit Ihrem Berater festlegen müssen, geht es nun um die Möglichkeit einer freiberuflichen Tätigkeit. Dazu müssen Sie zunächst wissen, wo der Unterschied zwischen einer gewerblichen und der freiberuflichen Tätigkeit liegt. Für das Finanzamt ist diese Unterscheidung sehr wichtig - für die Krankenkassen, die Berufsgenossenschaft, die Arbeitsagentur und andere Behörden i.d.R. nicht.

Sehr häufig bringen nicht nur Existenzgründer, sondern auch gestandene Unternehmer die Begriffe Freiberufler, Freelancer oder freier Mitarbeiter durcheinander. Auch dieses Thema möchte ich in diesem Abschnitt eingehend erläutern und haben für Sie folgende Themenabschnitte, Fragestellungen und Artikel vorbereitet:

Wählen Sie aus folgenden Themen:

Durch die frühzeitige Festlegung der Gründungsstrategie hinsichtlich Gewerbe oder Freiberuflichkeit, können Sie Ihre Existenzgründung entweder beim Gewerbeamt mit dem Opens internal link in current windowFormular zur Gewerbeanmeldung oder beim Finanzamt mit einem formlosen Schreiben anmelden. Daher muss die Gründungsstrategie vorher überlegt sein und nicht etwa nach der Gewerbeanmeldung.

Kann ich mir die Freiberuflichkeit aussuchen?

Nun muss man wissen, dass der Existenzgründer dies sich nicht etwa aussuchen kann, sondern es gibt einen klar definierten Berufekatalog (§ 18 EStG, die sogenannten Katalogberufe) sowie durch gerichtliche Urteile und Entscheidungen festgelegte Tätigkeiten, welche unter die freiberuflichen Tätigkeiten fallen. Sehr häufig gibt es Zweifelsfälle oder noch nicht entschiedene Tätigkeiten und Jobs, hier muss ein Steuerberater zusammen mit den Existenzgründer entscheiden, ob tatsächlich eine Klage und damit die juristische Herbeiführung einer freiberuflichen Tätigkeit lohnenswert ist.

Ich war doch immer Freiberufler, gibt es kein Gewohnheitsrecht?

Das Finanzamt ermittelt die Besteuerungsgrundlage, zu der auch die Einkunftsart gehört, immer nur für ein Jahr. Unternehmer können aus einer jahrelangen Zuordnung zu einer bestimmten Einkunftsart kein Gewohnheitsrecht ableiten. Stellt das Finanzamt im Einklang mit den steuerlichen Vorschriften nach Jahren der freiberuflichen nun gewerbliche Einkünfte fest, muss der Unternehmer diese Entscheidung in der Regel akzeptieren. Auswirkung hat diese Umqualifizierung der Einkünfte für Unternehmer deren Einkünfte über dem Gewerbesteuerfreibetrag liegen. Und das um so mehr, da nicht nur das zurückliegende Steuerjahr betroffen sein kann, sondern alle Steuerjahre, in denen noch kein bestandskräftiger Steuerbescheid vorliegt.

Welche Vorteile können Freiberufler nutzen?

Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit erzielen Unternehmer, deren Tätigkeiten im § 18 EStG aufgeführt sind. Weit verbreitet ist unter Gründern die These, dass Freiberufler enorme Vorteile gegenüber Gewerbetreibenden besitzen. Diesen vermeintlichen Vorteilen möchten wir nachfolgend auf den Grund gehen.

Freiberufler können stets eine Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellen

Ein Freiberufler kann seine Gewinnermittlung immer durch die Einnahmen-Überschuss- Rechnung (EÜR) ermitteln. Der gewerblich Tätige muss dafür gewisse Grenzen einhalten. So darf der Jahresumsatz nicht über 600.000,- EUR und der Gewinn nicht über 60.000,- EUR pro Jahr liegen. Erst bei einer Überschreitung der Grenzen ist der Gewerbetreibende zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet.

Istbesteuerung bei Freiberuflern wird nicht von der Umsatzhöhe beeinflusst

Freiberufler können auf Antrag die Erhebungsmethode der Istbesteuerung wählen. Diese Möglichkeit steht auch den gewerblich Tätigen offen. Gewerbetreibende dürfen im Gegensatz zu den Freiberuflern den Jahresumsatz von 600.000,- EUR nicht überschreiten um die Istbesteuerung anwenden zu können.

Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer

Freiberufler müssen keine Gewerbesteuererklärung abgeben und zahlen keine Gewerbesteuer. Gewerbetreibende hingegen müssen Gewerbesteuer zahlen, wenn der erwirtschaftete Gewerbeertrag den Freibetrag von 24.500,- EUR übersteigt.

Fazit

Bewegen sich kleinere Unternehmen innerhalb der o.g. Umsatz- und Gewinngrenzen, hat die Zuordnung als Gewerbetreibender keinen Nachteil. Die eventuell zu zahlende Gewerbesteuer ist auf die persönliche Einkommenssteuerschuld des Unternehmers anrechenbar und hat damit ihre abschreckende Wirkung zu einem großen Teil verloren.

Wie werde ich Freiberufler?

Sie kennen nun den Unterschied zwischen Freiberuflern und Freelancern. In der Praxis ist für Sie allerdings deutlich wichtiger zu klären, was Sie unternehmen müssen, um Freiberufler zu werden.

Gewerbe oder Freiberufler: Habe ich ein Wahlrecht?

Ob Sie Freiberufler sind oder nicht, ist nicht etwa Ihre Entscheidung. Sobald Sie sich selbstständig machen, ergibt sich dieser Status automatisch aufgrund Ihrer Ausbildung und/oder Ihrer Tätigkeit. Entscheidend ist, ob Ihr Beruf zu den sogenannten Katalogberufen zählt. Diese hat der Gesetzgeber in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG fest verankert:

  • wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit
  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten
  • Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte
  • Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten
  • Handelschemiker
  • Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer, Steuerbevollmächtigte
  • Journalisten, Bildberichterstatter
  • Dolmetscher, Übersetzer
  • Lotsen

Für viele dieser Tätigkeiten ist die entsprechende Ausbildung zwingend notwendig, um die Berufe ergreifen zu dürfen (z. B. Ärzte, Rechtsanwälte), andere hingegen können auch ohne spezielle Ausbildung Freiberufler werden, solange sie in der jeweiligen Sparte tätig sind und entsprechende Berufserfahrung nachweisen (z. B. Journalisten, Übersetzer).

Wann und wie muss die Tätigkeit beim Finanzamt gemeldet werden?

Sind Sie der Auffassung, dass Sie in einem der Katalogberufe tätig sind, melden Sie sich innerhalb von vier Wochen ab Beginn der selbstständigen Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt als Freiberufler an. Ob Sie tatsächlich als Freiberufler gelten oder der Gewerbeordnung unterliegen, bestimmt stets das Finanzamt.

In vielen Fällen wird dies jedoch erst überprüft, wenn Jahre später eine Betriebsprüfung stattfindet. Wird man dann nachträglich als Gewerbetreibender eingestuft, ist die Gewerbesteuer für die vergangenen Jahre rückwirkend zu entrichten. Freiberufler sollten deshalb bereits zu Beginn ihrer Selbstständigkeit mit dem zuständigen Finanzamt abklären, ob die Einstufung als Freiberufler korrekt ist, um horrende Nachforderungen zu vermeiden.

Download-Tipp: Vorlage Honorarvertrag

Meine Vorlage umfasst die wichtigsten Punkte, die beachtet werden sollten:

- Leistungsgegenstand
- Leistungsumfang (inhaltlich, zeitlich, räumlich)
- Pflichten des Auftragnehmers
- Pflichten des Auftraggebers
- Leistungsentgelt
- urheberrechtliche Bestimmungen
- Verschwiegenheitspflicht
- Platz für weitere individuelle Vereinbarungen
- Schlussbestimmungen
- Einsatzplan als Anlage zum Vertrag

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Kann ich nachträglich Freiberufler werden?

Auch wenn Sie bereits seit Jahren als Gewerbetreibender tätig sind, bedeutet dies nicht, dass Sie nicht doch noch Freiberufler werden können. Wenn Sie einen der Katalogberufe ausüben, aber nicht über die erforderliche Ausbildung verfügen, können Sie Ihren Freiberufler-Status beispielsweise über Ihre Berufserfahrung und Arbeitsproben nachweisen. Erforderlich ist es dann, gegen den aktuellen Gewerbesteuermessbescheid Einspruch einzulegen und einen Antrag auf die Änderung bereits rechtswirksam gewordener Bescheide zu stellen.

Können Sie den Beweis erfolgreich führen, erhalten Sie nachträglich den Freiberufler-Status und eine Rückerstattung der zu Unrecht gezahlten Gewerbesteuer. Hierzu gab es in der Vergangenheit bereits einige Urteile, die häufig Informatiker, Webdesigner und Programmierer betrafen, denen jedoch nachträglich den Freiberufler-Status zugesprochen wurde.

Das sollten Sie auch zur Kenntnis nehmen:

Leserfragen zum Thema Freiberufler

Freiberuflicher Dozent - was kommt alles auf mich zu?

Hallo und eine Frage.

Ich möchte als Dozent für Universitäten und Hochschulen freiberuflich tätig werden.

Einmal als externen Dozent auf Honorarbasis Kurse an Hochschulen halten. Zum Zweiten Selber Prüfungsvorbereitungskurse für Studenten anbieten, in Räumen, die ich vorher anmiete, aber nur für die Kurszeit. Das ganze wird ein kleines Unternehmen, Heimbüro, kein Kredit. Soweit so gut.

Wie stelle ich jetzt meinen Businessplan auf:

Was ich nicht verstehe ist, wie ich meine eigenen Einkommen berechne, wenn das geschätze Einkommen meines Geschäfts feststeht.

Das kann ich abschätzen, indem ich annehme wieviel Kurse ich gebe, wieviel Studenen in meinen Kursen sitzen werden, usw. Das kann ich sogar recht gut abschätzen.

Soweit so gut. Jetzt kommen bei der Schätzung ungefähr 30 000 Euro im Jahr raus. Klar, jetzt zieh ich Raummiete, Mein Büromatierial ab. Aber dann. Was ist mit meine privaten Auto, das ich zum hin und her fahren beruflich brauche ? Was ist mit meinen privaten Versicherungen.

Umsatzsteuer muß ich ja nicht zahlen als freiberuflicher Dozent. Aber wie berechne ich jetzt mein Einkommen, das ich mir selber auszahle. Das muß ich nämlich wissen, denn das sollte bei 1400 netto liegen. Damit würde ich gut auskommen. Muß ich mir selbst ein Bruttogehalt auszahlen und darauf wieder Steuerzahlen ? Da ich ja aber auch mein eigenen Arbeitgeber bin, muß ich dann auch noch die Sozialversicherungspflichtigen Arbeitgeber-Anteile zahlen ?

Wäre voll froh, wenn mir jemand helfen könnte. Sehr gut ist, auch eine gutes Beispiel (mit Link) oder ein gutes Buch! Bitte möglichst einfach. Mein Geschäft wird ja nicht so komplex und in vielen Büchern wird man gleich mit allem erschlagen, wo vieles ich ja nicht brauche

Antwort

Hallo, hier die ersten Informationen:

Das Einkommen für Freiberufler und Einzelunternehmer ist der Gewinn nach Steuern. Jetzt brauchst Du aber nicht bis Du zum Jahresende warten, um den Gewinn zu ermitteln und ihn Dir dann auszuzahlen. Obwohl von der Logik wäre es so richtig. Ich schreibe es aber hypothetisch deswegen doch so, weil es damit am leichtesten verständlich wird.

Nochmal: Dein persönliches Einkommen sollte der Gewinn nach Steuern sein.
Wie sieht es in der Praxis jedoch aus? Anders. Du entwickelst für Dich einen Betrag, den Du Dir monatlich auf ein privates Konto von DeinemGeschäftskonto (Bitte getrennte Kassen, zwei Geldbeutel und zwei Bankkonten und nie vermischen) überweist. Dies ist quasi dem Gehalt eines Arbeitnehmers vergleichbar.

Jetzt kommt der Kasus-Knacktus, wie hoch ist der Betrag?

Zunächst kannst Du den Betrag selbst frei festlegen. Da gibt es keine Regelungen.

Allerdings, - ist er zu hoch angesetzt und Du schaust auf das Jahresende, wenn weniger erwirtschaftet ist, als du auf das Privatkonto insgesamt überwiesen hast, dann hast Du deutlich über Deine Verhältnisse gelebt und Du fährst eine Unterdeckung ein und solltest zurückzahlen.

Ist der Betrag zu niedrig angesetzt, bleibt Dir am Jahresende etwas übrig und Du kannst zum Jahresende dir quasi eine Sonderzahlung auf Dein Privatkonto machen.

Die Höhe legst Du Phi-mal-Daumen fest, in dem Du von Deinen Einnahmen (Kursgebühren, Honorare) Deine Aufwendungen abziehst und diese Summe durch 12 (Anzahl der Moante) teilst.

Bitte rechne Deine Einkünfte realitätsnah gut durch. Damit dürfte der erste Teil Deiner Fragen beantwortet sein.

Es folgen privates Auto, private Versicherungen, Sozialversicherungsabgaben etc. Du schreibst und siehst das richtig. Privat ist Privat und muss von Deinem Privatkonto und nicht von dem Geschäftskonto bezahlt werden. Auch das ist richtig, - als Einzelunternehmer, Freiberufler oder Arbeitgeber bist du insgesamt für Deine soziale Absicherung selbst verantwortlich. Da darf kein Geld vom Geschäftskonto herunter.

Irgendwann am Ende des Geschäftsjahres wirst Du dann Deine Steuer, möglicherweise Einnahmen/Ausgabenüberschussrechnung mit Einkommensteuer machen. Hier wird Dir ein Ausgleich ermöglicht, den derSteuerberater oder das Finanzamt vornimmt, in dem Du bspw. über das Fahrtenbuch nachweist, welche Privat- und Geschäftsanteile Du beim Fahren hattest. Auch wirst Du bei den Sonderausgaben jetzt die gesamten Sozialversicherungsbeiträge angeben können und nicht etwa die Hälfte wie als Arbeitnehmer (vereinfacht dargestellt).

Die Frage, ob Du jetzt 1.400,-- Euro als monatliches Salär (Privatentnahme) ansetzen kannst, lässt sich von mir nicht beantworten. Aber ich denke ich konnte Dir einige Orientierungshilfen auf dem Weg zu einer leichteren Klärung geben.

Was die Literaturtipps anbetrifft, kann ich Dir zwei Empfehlungen, die sich mit Deinem Fragenumfeld befassen, aussprechen. Du kannst aber gerne vorab in den Inhaltsverzeichnissen unter http://www.uvis-verlag.de/uv5100.htm stöbern, ob die Inhalte Dir weiterhelfen können.

a.) Existenzgründung - Bussinessplan & Chancen - 2. Auflage - ISBN 978-3-938684-08-5
b.) Existenzgründung - Fakten & Grundsätzliches - 2. Auflage - ISBN 978-3-938684-07-8

"Umsatzsteuer muss ich ja nicht zahlen als freiberuflicher Dozent"

Dies ist für den Unterricht (mit Lehrauftrag) an der Hochschule richtig, aber die in Eigenregie durchgeführten Prüfungsvorbereitungen (ohne Lehrauftrag) sind nicht generell umsatzsteuerfrei.

Bitte nochmals mit dem Finanzamt oder einem Steuerberater abklären, bevor sich im Nachhinein eine Steuerpflicht herausstellt.

Noch ein Hinweis zur Umsatzsteuer.

Grundsätzlich sind freiberufliche Dozenten umsatzsteuerpflichtig, außer sie arbeiten als Kleingewerbetreibende mit einem Umsatz unter 17.500€ im ersten Jahr; 50.000€ im zweiten Jahr.

Generell umsatzsteuerbefreit sind Maßnahmen bei Bildungsträgern, die für die Agentur für Arbeit, ARGEs etc. durchgeführt werden.

Achtung: Diese Umsatzsteuerbefreiung muss schriftlich vom Bildungsträger an den Dozenten weiter gegeben werden. Anderenfalls wird das Honorar steuerseitg vom Finanzamt als incl. Umsatzsteuer angesehen.

Gründung eines Ingenieurbüros nebenberuflich - wie vorgehen?

Hallo, zunächst eine kurze Vorstellung meinerseits:

Ich bin diplomierter Ingenieur für Kfz-Technik und seit nunmehr 2 Jahren in einem artverwandten Bereich als Angestellter tätig.

Da ich mich in der gesamten Laufbahn zuvor mit Fahrzeugen und zugehöriger Technik jedweder Art beschäftigt habe, möchte ich nun -zunächst nebenberuflich, später -so sich das Konzept als hinreichend trag- und ausbaufähig erweist, hauptberuflich- ein Ingenieurbüro gründen. Zunächst sollen im Angebotsfokus die Unfallschaden- und Bewertung von Pkw stehen, weitere Ausbaustufen sind schon in Planung.

Kredite und Räumlichkeiten benötige ich vorerst nicht, da sich die aufzubringenden Investitionen im für mich tragbaren Bereich befinden und ich zunächst die Gutachtenerstellung mithilfe von zu mietenden Hebebühnen in Selbsthilfewerkstätten und einem Heimarbeitsplatz gut erledigen kann.

Nun die generelle Frage:

Wo fange ich bei der weiteren Planung an?

Ich persönlich denke, ein Businessplan und Beratung vom Unternehmensberater ist an dieser Stelle etwas zu hoch angesetzt (lt. meines Wissens wird in meiner Region die Existenzgründer-Förderung durch die KfW auch "nur" zu 50% übernommen) - zunächst soll es sich wie erwähnt nur um eine nebenberuflich Tätigkeit handeln, die nicht entscheidend für das alltägliche finanzielle Auskommen sein soll.

Frage zwei:

Wo gibt es ggf. Förderungen/kostenfreie Beratungen zum Thema, insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache Nebenberuf/Freiberufler/etwaige Fördergelder?

Frage drei:

Eine meiner aufbauenden Ideen beinhaltet die Konstruktion, Erprobung und den eigenständigen Vertrieb von Fahrzeugteilen auf dem Oldtimersektor - inwiefern ist diese Tatsache schon im Vorfeld/Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit mit eigenem Ingenieurbüro zu berücksichtigen?

Frage vier:

Macht es Sinn, schon vor Aufnahme der eigentlichen Tätigkeit (geplant ist derzeit ca. Dez. 2009) die Gründung durchzuführen, um so entstehende Ausgaben (die vermutlich im Rahmen eines noch zu absolvierenden Lehrgangs ab ca. Sep. 09 anfallen) in die EÜR einfließen zu lassen?

Antwort

Hallo,

Wo fange ich bei der weiteren Planung an?

Dazu haben wir eine Checkliste zur Selbständigkeit erstellt. Die hilft erst einmal das Wesentliche nicht zu vergessen, kann aber dennoch in alle Richtungen ausgebaut werden.

Außerdem auch

Wo gibt es ggf. Förderungen/kostenfreie Beratungen zum Thema, insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache Nebenberuf/ Freiberufler/etwaige Fördergelder?

Eben die obige Förderdatenbank, allgemein der Gründungszsuchuss, speziell ein Unternehmensberater oder Steuerberater mit Schwerpunkt Existenzgründung. Dazu unser Artikel:

Eine meiner aufbauenden Ideen beinhaltet die Konstruktion, Erprobung und den eigenständigen Vertrieb von Fahrzeugteilen auf dem Oldtimersektor - inwiefern ist diese Tatsache schon im Vorfeld/Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit mit eigenem Ingenieurbüro zu berücksichtigen?

Die Anmeldung geschieht ja in Ihrem Fall nur beim Finanzamt. Ich würde sämtliche Tätigkeiten, die auch in Zukunft zum Unternehmen zählen in der Anmeldung der freiberuflichen Tätigkeit mit angeben, dann muss man hinterher nichts nachragen oder hinzufügen. Spart Zeit.

Macht es Sinn, schon vor Aufnahme der eigentlichen Tätigkeit (geplant ist derzeit ca. Dez. 2009) die Gründung durchzuführen, um so entstehende Ausgaben (die vermutlich im Rahmen eines noch zu absolvierenden Lehrgangs ab ca. Sep. 09 anfallen) in die EÜR einfließen zu lassen?

Die Gründung ist die Aufnahme der Tätigkeit. Was Sie meinen sind sicher Vorweggenommene Betriebsausgaben. Dazu:

Selbstständig im Gewerbe und freiberufliche Tätigkeit möglich?

Guten Tag, ich bin augenblicklich bereits selbstständig tätig. Ich bin in einer GbR zusammen mit einem Kollegen gleichberechtigter Inhaber undGeschäftsführer eines Handwerksbetriebes. Wir produzieren vornehmlich Schilder, Fahrzeug- und Objektbeschriftungen und wickeln mittels Zuliefererfirmen auch die meisten anderen Aufträge zur Realisation von Werbemitteln ab.

Da wir unseren Schwerpunkt in der Produktion haben, ich jedoch sehr engagiert im Bereich der Gestaltung bin, möchte ich mir als freiberuflicher Gestalter ein zweites Standbein aufbauen, um vor allem auch ein erfüllteres berufliches Dasein zu führen...

So könnte ich freiberuflich gestalterische Arbeiten anbieten und nach Kundenrücksprache gleich ein unverbindliches Angebot mit dem Handwerksgewerbe für die Umsetzung machen und auf diesem Weg für Neukunden und zusätzliche Aufträge im Betrieb sorgen.

Die freiberufliche Tätigkeit sollte unter Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung geschehen, so dass die Rechnungen ohne MwSt. ausgewiesen werden, diese aber auch nicht beim Finanzamt geltend gemacht werden kann.

Steht diesem Vorhaben etwas entgegen bzw. welche Folgen sind zu beachten?

Ich bin freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Wenn ich es richtig verstehe, wird sich diese durch ein gesteigertes Einkommen erhöhen.
Auf der Webseite drweb.de hab ich jedoch folgenden Satz entdeckt: „Ihre Beiträge erhöhen sich durch Ihre Nebeneinkünfte zum Glück nicht. Selbstständige sind nämlich nicht versicherungspflichtig“.
Dies gilt nur für Arbeitnehmer, die sich nebenberuflich selbstständig machen, oder?
Des Weiteren habe ich im Bezug auf die Vorgaben von Krankenkassen gelesen, dass eine Nebentätigkeit nicht mehr als 15 Std. pro Woche beanspruchen darf.

Auf den Betrieb würde die freiberufliche Tätigkeit keinen Einfluss haben, richtig?
Gewerbesteuer, Beiträge für Handwerkskammer, IHK, Berufsgenossenschaft etc. werden von einer freiberuflichen Tätigkeit des Inhabers/Geschäftsführers nicht beeinflusst. Oder liege ich hier falsch?

Außerdem bin ich über diesen Satz gestolpert, dessen Relevanz mir (in meinem Fall) nicht ganz klar ist.

„Die Gesamteinkünfte aus selbstständiger Arbeit plus Einkommen aus unselbstständiger Arbeit dürfen 35.000 Euro (70.000 Euro bei Zusammenveranlagung) nicht überschreiten.“

Antwort

Hallo, du hast die Möglichkeit, mehrere Einkommensquellen zu nutzen.

Einmal aus unselbständiger Arbeit, aus Vermietung und Verpachtung, aus Kapitalanlagen, aus selbständiger Arbeit (Handwerk), aus selbständiger Arbeit (freiberuflich z.B. Autor oder etwas anderes) und so manche andere noch mehr, die ich jetzt nicht aufführen will. Es geht ums Prinzip.

Also "ja" - Du kannst Gewerbe und Freiberufler unter einem Hut vereinbaren. Allerdings wird dir Dein Steuerberater sagen, dass Du unterschiedlich getrennte Aufzeichnungen vornehmen musst. Bei Deiner Ekst kommt das wieder unter eine Nummer. Aber das sind steuerrechtliche Angelegenheiten, die du dort bitte klären musst.

Hoppla "Nebentätigkeit" (15 Std.) Eine Nebentätigkeit gilt als solche nur für "Nichtselbständig Tätige", die in einem Anstellungsverhältnis stehen.
Du bist in Deinen Handwerksberuf "selbständig" tätig und erweiterst Dein Betätigungsfeld um eine zusätzliche, freiberufliche, selbständige, weitere Tätigkeit.

Nein, auf Deinen Handwerksbetrieb hat die freiberufliche Tätigkeit keinen weiteren Einfluss.

Zu deinem letzten Absatz kann ich Dir nicht viel sagen, da solltest Du den Steuerberater mal konsultieren.

Ansonsten gebe ich Dir abschließend noch einen kleinen Literaturtipp mit den wichtigsten Inofrmationen bei Start eines Gewerbes und einer freiberuflichen Tätigkeit.

Existenzgründung - Fakten & Grundsätzliches - 2. Auflage - ISBN 978-3-938684-07-8 . Mache Dich einfach mal kundig. Lese das Inhaltsverzeichnis unter http://www.uvis-verlag.de/uv5100.htm. Sicherlich bekommst Du viele Anregungen.

Zum Thema Freiberufler haben wir einen schönen Artikel verfasst:

Wie unterscheidet sich der Freiberufler vom Gewerbetreibenden FAQ 18

Bitte einfach informativ lesen. Auch von mir der Tipp und Hinweis, Bitte in dieser Angelegenheit unbedingt einen Steuerberater befragen, es kann sonst teuer werden und wie immer im Leben gilt auch hier: Unwissenheit schützt Vorstrafe nicht.

Kleingewerbe oder freiberuflich?

Hallo, auf der Suche nach brauchbaren Infos bezüglich Kleingewerbe bin ich erst auf ein paar Fragen und dann auf dieses Forum gestoßen.

Ich bin im November 07 nach 9 Jahren nochmal Mutter geworden, und kann daher nicht arbeiten gehen. Da ich aber nicht nur untätig da sitzen will, habe ich vor ein Kleingewerbe anzumelden. Kleingewerbe allein schon deshalb, weil ich ganz gerne in der Krankenversicherung meines Mannes bleiben möchte.

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich überhaupt unter Kleingewerbe falle, oder eher unter freiberuflich. Denn ich möchte mich mit meiner Handarbeit (häkeln,stricken,weben), Malerei und Bastelei selbstständig machen. Vielleicht auch den ein oder anderen Häkel- oder Bastelkurs anbieten.

Nun weiss ich aus meiner Ausbildung zur Bürokauffrau noch dunkel, das es in künstlerischen und unterrichtenden Bereichen eine Sonderregelung gibt, eben die freiberufliche Schiene. Allerdings hab ich die noch nicht ganz begriffen!

Auch bin ich nicht ganz dahinter gestiegen, wie ich ohne Ausweisung der Umsatzsteuer eine Rechnung schreiben kann/soll die mein Gegenüber gegebenenfalls selbst einreichen kann?! Und wie diese Rechnung mir dann in meiner Steuererklärung weiterhilft.

Antwort

Hallo,

Ich bin im November 07 nach 9 Jahren nochmal Mutter geworden

Wir gratulieren und wünschen Ihnen und dem Baby samt Vater alles gute.

ob ich überhaupt unter Kleingewerbe falle, oder eher unter freiberuflich

Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun. Freibrufliche Tätigkeiten sind im EStG erfasst. wer da nicht drin steht, kann auch nciht freiberuflich tätig sein.
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html

Denn ich möchte mich mit meiner Handarbeit (häkeln,stricken,weben), Malerei und Bastelei selbstständig machen.

Das könnte eine freiberufliche tätigkeit sein, wenn das finanzamt es als künstlerische tätigkeit einstuft.

Auch bin ich nicht ganz dahinter gestiegen, wie ich ohne Ausweisung der Umsatzsteuer eine Rechnung schreiben kann

Siehe Vorlage unter:
www.gruenderlexikon.de/checkliste/fuehren/rechnungen-schreiben/rechnungen-vorlage/

In der nächsten Gründungsstrategie möchte ich Ihnen das Opens internal link in current windowMulti Level Marketing vorstellen. Sofern Sie Sich jetzt schon im Klaren darüber sind, dass diese Strategie für Sie nicht interessant ist, können Sie diese Strategie überspringen und sich direkt mit Franchising als Gründungsstrategie beschäftigen.

Egal wie Sie sich entscheiden, ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg.

Beachten Sie auch folgende Themen zur Gründungsstrategie:

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Foto Torsten Montag

Meine Name ist Torsten Montag, ich betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. 2019 habe ich die GründerAkademie gegründet. Hier finden Sie all die Dinge, die mir geholfen haben, ein erfolgreicher Unternehmer zu werden. Machen Sie zuerst meinen UnternehmerTest oder probieren Sie den Geschäftsideenfinder!

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