"Ja und" Methode anstelle von "Ja, aber" als Generator für Ideen

Mit dieser Kreativitätsmethode können viele Ideen für eine Geschäftsidee gefunden werden. Dabei geht es um das Sammeln von Ideen, jedoch noch nicht um die Bewertung. Das bedeutet, Quantität steht vor der Qualität bei dieser Kreativitätstechnik.

Ziel der Methode ist es, neben dem Generieren von Geschäftsideen, den Teilnehmern zu zeigen, wie eine Zusammenarbeit zu konstruktiven, relativ gut entwickelten Ideen führen kann, im Gegensatz zu einer isolierten, individuellen Problemlösungssuche.

Zum Einen soll das aktive Zuhören gefördert werden zum Anderen das Bewusstsein für die Wirkung von Formulierungen.

Material

  • Papier

  • Stifte

  • Stühle

Zeit und Ort

Suchen Sie für die Teilnehmer einen Raum, in dem alle Platz haben und es keine Störungen gibt, die den kreativen Denkfluss unterbrechen.

Teilnehmer

Die "Ja und"-Methode anstelle von "Ja, aber" wird in der Gruppe durchgeführt. Wie groß die Gruppe ist, bleibt jedem selbst überlassen. Allerdings sollten sie nicht zu groß sein, da der kreative Fluss gestört werden kann.

Moderator

Ein Moderator leitet die Ideenfindung und passt auf, dass die Regeln eingehalten werden.

Ablauf

Zunächst beschreibt der Moderator der Gruppe das Problem. Dabei kann es sich um ein tatsächliches Problem handeln, welches das Unternehmen bzw. die Gruppe muss oder um ein ausgedachtes Beispiel. Das Problem muss hierbei nicht zwangsläufig so dargestellt werden, dass es von nur einem Gruppenteilnehmer gelöst werden kann, sondern kann die Mitarbeiter von mehreren erfordern.

Hinweis: Jeder Teilnehmer hat nur eine relativ kurze Zeit zum Antworten. Der dadurch entstehende Druck ist gewünscht.

1. Durchlauf - „Ja, aber…”

  1. Die Teilnehmer werden der Reihe nach vom Moderator aufgerufen. 
  2. Nun muss derjenige eine Idee vorbringen.
  3. Der nächste Teilnehmer ist an der Reihe und muss seine Idee vorbringen, wobei der mit den Worten „Ja, aber…” beginnt. In der Regel hat das die Negierung der vorherigen Idee zur Folge.

Nach dem ersten Durchlauf erfolgt eine kurze Bestandsaufnahme sowie Diskussion über die gehörten Ideen oder Lösungsvorschläge. Danach erfolgt die zweite Runde,

2. Durchlauf - „Ja, und…”

  1. Schritt 1 und 2 erfolgen wie oben.
  2. Der Gruppenteilnehmer beginnt jetzt seinen Satz mit „Ja, und…”. Das hat meist zur Folge, dass die vorherige Idee, in die folgende mit integriert oder erweitert wird.
  3. Auch hier erfolgt im Anschluss ein kurzes Fazit und Diskussion

Die Erfahrung zeigt, dass der zweite Durchlauf schneller abläuft, da auf vorhandenen Gedanken aufgebaut wird und nicht der vorherige ersetzt werden muss.

Das hat außerdem zur Folge, dass die Gruppe als Ganzes eine Idee oder Lösung gefunden hat, da ja immer die neue Idee auf der vorherigen aufbaute, während beim vorherigen Durchgang viele einzelnen Ideen zur Sprache kamen.

Es ist wichtig, beide Durchläufe abzuarbeiten. Beide Vorgehensweisen haben auch ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Der Erfolg ist zwar nicht garantiert, allerdings zeigt sich in der Praxis, dass die Gruppe dadurch auf jeden Fall neue Erkenntnisse gewinnt.

    Verhaltensregeln

    • Die Teilnehmer können ihre Gedanken und Ideen frei äußern
    • Kritik ist während eines Redebeitrags nicht erwünscht
    • Der Moderator muss darauf achten, dass die Sätze mit den jeweils vorgegebenen Satzanfängen beginnen
    • Alle Teilnehmer müssen in Ruhe ausreden können
    • Jeder Teilnehmer sollte in jeder Runde Ideen beisteuern und nicht aussetzen

    Nachbereitung

    Die Nachbereitung entfällt bei dieser Kreativitätsmethode.

    Kritik an der Methode

    Der Verlauf der Ideenfindung lässt sich nicht vorhersehen. In der Praxis führt die Findungsmethode aber durchaus zu guten und umsetzbaren Ideen.

    Bewertung unserer Redaktion

    Aufwand 4/5

    Effektivität 4/5

    Dauer 4/5

    Fazit: Schnell und effizient

    Die Ja und"-Methode anstelle von "Ja, aber" ist schnell und einfach durchzuführen. Sie kann zu guten, bereits besprochen und auf Realisierbarkeit überprüfte Ideen liefern.

    Die Redaktion des Gründerlexikons kann diese Methode zum Finden einer neuen Geschäftsidee empfehlen.

    Weitere hilfreiche Informationen hier: Gründerlexikon Akademie

    Bild Torsten Montag mit weißem Hemd, sitzend
    Gründerlexikon-Redaktion Torsten Montag

    Torsten Montag ist seit 2004 als Chefredakteur inhaltlich für das Gründerlexikon verantwortlich. Er ist regelmäßig Interviewpartner sowie Gastautor von Fachbeiträgen externer Medien zum Thema Gründung und Selbständigkeit. Bevor er gruenderlexikon.de gegründet hat, war er als Steuerfachangestellter und Betriebswirt ua. bei PwC und einer Steuerkanzlei in Thüringen tätig.

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