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Unternehmensnachfolge, der Weg in die Selbständigkeit?

Eine sehr interessante Gründungsstrategie habe ich mit dem Franchising im vorherigen Schritt erläutert. Aber daneben stellt die Unternehmensnachfolge eine weitere besondere Strategie dar, welche ich Ihnen nun näher bringen möchte. Die Unternehmensnachfolge bringt einige Vorteile, jedoch auch Nachteile mit sich, die der Unternehmer durch zusätzliche Investitionen bezahlen und finanzieren muss. Folgende Fragestellungen haben mich in der Vergangenheit zum Thema Unternehmennachfolge erreicht und bewogen Sie in diese Liste aufzunehmen:

Wichtige Fragen zur Unternehmensnachfolge:

Welche Vorteile hat die Unternehmensnachfolge?

Bei der Festlegung der Gründungsstrategie stehen neben der klassischen Neugründung (als Freiberufler oder Gewerbetreibender) auch Varianten wie die Gründung als Franchisenehmer oder die Übernahme eines bereits bestehenden Unternehmens zur Wahl.

Denn in Zeiten der Start-ups und Neugründungen in Deutschland gibt es auch sie: die guten alten Firmen mit langer Tradition. Generationen überdauert, Kriege überstanden, Krisen getrotzt. Modern und selbstbewusst und alles andere als verstaubt und altersschwach präsentieren sich deutsche Traditionsunternehmen im 21. Jahrhundert. Tradition bedeutet meist, dass sich solche Unternehmen seit der Gründung in Familienhand befinden und von einer Generation zur nächsten übertragen werden.

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn schätzt seit Beginn der 1990er Jahre in regelmäßigen Abständen die Anzahl der anstehenden Unternehmensübertragungen in Deutschland. Nach aktuellen Schätzungen standen im Zeitraum von 2010 bis Ende 2013 in knapp 88.000 Familienunternehmen die Übergabe an. Dies entspricht 22.000 Übergaben pro Jahr.

Doch nicht alle bleiben automatisch in Familienhand. Gibt es in der Familie keinen Nachfolger oder lehnt der rechtmäßige Nachfolger eine Übernahme ab, beginnt die Suche nach fähigen Unternehmern, die an der Weiterführung interessiert sind.

Positive Aspekte einer Unternehmensnachfolge

Gegenüber einer Neugründung bietet die Unternehmensnachfolge einen ganz offensichtlichen Vorteil:

  • Das Unternehmen funktioniert bereits
  • Es fehlt die langwierige Aufbauphase: Sie müssen zwar eine Einarbeitungsphase einkalkulieren, diese ist jedoch wesentlich kürzer als eine Aufbauphase.
  • Es gibt gut aufgebaute Vertriebskanäle.
  • Ein Kundenstamm ist bereits vorhanden.
  • Sie habe eine gewisse Planungssicherheit: Sie sind nicht wie bei einer Neugründung auf Schätzungen angewiesen, sondern können auf die Zahlen und Erfahrungen der Vergangenheit zurückgreifen. Das ist sehr vorteilhaft beim Erstellen des Businessplans und bei Bankgesprächen.
  • Sie übernehmen erfahrenes Personal.
  • Es gibt bereits vorhandene Lieferantenbeziehungen.
  • Firmenname, Marke und Produkte sind bereits am Markt etabliert.

Es gibt Unternehmensverkäufer, die bereit sind, dem Käufer bei der Finanzierung zu helfen. Das läuft meist so, dass Sie sich einen Teil des Kaufpreises der Unternehmensnachfolge aus zukünftigen Gewinnen im Laufe der Jahre auszahlen lassen. Ein solches Angebot macht nicht jeder Verkäufer. Wenn doch, spart das viel Zeit, die Sie vielleicht sonst in Bankgesprächen verbringen müssten.

Führt Tradition automatisch zum Erfolg?

Wir haben mal bei wikipedia geschaut, was Tradition bedeutet:

Tradition (von lateinisch tradere „hinüber-geben“ oder traditio „Übergabe, Auslieferung, Überlieferung“) bezeichnet die Weitergabe (das Tradere) von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen u. a. oder das Weitergegebene selbst (das Traditum, beispielsweise Gepflogenheiten, Konventionen, Bräuche oder Sitten).

Tradition hat also etwas mit Weitergabe aber auch mit Beständigkeit zu tun. Und so, wie die Unternehmenskultur über Generationen weitergereicht wird, so wird auch das Wissen über die Marke und der "gute Ruf"  bei den Kundengenerationen vererbt. 

Hierzu haben wir zwei unterschiedliche Beispiele, denn das ganze funktioniert (inter-)national als auch regional.

Beispiele für Traditionsfirmen

Seit acht Generationen in Familienhand

In achter Generation in Familienhand ist das Unternehmen „Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz GmbH“. Am 13. Juli 1709 als G.B. Farina in Köln als Luxuswarengeschäft gegründet, erfand der Gründer Johann Maria Farina ein Duftwasser namens „Eau admirable“, das sich schnell großer Beliebtheit beim europäischen Adel erfreute. Zu den berühmtesten Kunden zählten Goethe, Mozart, Beethoven und Marlene Dietrich. Auch Oscar Wilde und Thomas Mann liebten den Duft, der heute, über 300 Jahre später, von den Nachfahren Farinas immer noch nach der alten Originalrezeptur hergestellt wird.(Heute ist der Duft eher bekannt unter dem Namen "Eau de Cologne") „Farina Gegenüber“, wie die Firma gern abgekürzt wird, ist heute die älteste bestehende Eau-de-Cologne- und Parfüm-Fabrik der Welt.

Tradition zukunftsfähig machen

In sechster Generation führt Kristin Schwarz die Landschlachterei Schwarz Cranz, die von ihrem Ururgroßvater 1852 gegründet wurde und heute als mittelständischer Lieferant von Fleischwaren im neuen Stammwerk in Neu Wulmstorf bei Hamburg rund 500 Mitarbeiter beschäftigt. Ihr gelang es, Altes mit Neuem zu verbinden – und zwar so gut, dass sie 2013 als Hamburger Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet wurde. Seit ihrem Einstieg im Jahr 1999 hat sie das Traditionsunternehmen dank vorausschauender unternehmerischer Entscheidungen zukunftsfähig gemacht sowie Mitarbeiterzahl und Umsatz vervielfacht.

Nachteile der Unternehmensnachfolge

Wo Vorteile sind, gibt es immer auch Nachteile oder negative Aspekte. So ist es zum Beispiel nicht ratsam, den Namen eines alteingesessenen Unternehmens zu ändern. Und dabei spielt es keine Rolle, wie klein der Betrieb ist. Denn der Erfolg und der gute Ruf sind unweigerlich mit dem Namen (oder der Marke) gekoppelt. Sie werden sich also kaum oder nur schwierig einen "eigenen Namen" machen können.

Weitere mögliche Nachteile:

  • Der Kapitalbedarf beim Unternehmenskauf  ist im Vergleich zur Neugründung höher. 
  • Sie tragen das Wertrisiko bei Betriebsmitteln. Es kann Ihnen passieren, dass die Maschinen oder Lagerbestände, die Sie übernommen haben, nicht so viel wert sind als beim Kauf angenommen.
  • Klären Sie vorher, inwieweit Sie für Risiken früherer Zeiten haften (z.B. Gewährleistung, Schadenersatz, Altlasten bei Gebäuden, etc.)

Wir haben zwar bestehende Beziehungen als Vorteil aufgeführt. Diese können  jedoch an die Unternehmerperson geknüpft sein, so dass Ihnen bei der Geschäftsübernahme hier auch Geschäftskontakte wegbrechen können. Auch wenn Sie ein Unternehmen übernehmen sind Sie ein Existenzgründer (wenn Sie nicht schon als Selbständiger tätig sind) und Sie sollten sich entsprechend beraten lassen.

  • Erkundigen Sie sich auch nach Fördermitteln!
  • Sie benötigen ebenfalls einen Businessplan.
  • Machen Sie eine Check, welcher Vertrag für die Übernahme für Sie in Frage kommt.
passfoto torsten montag

Hilfreiche Webseiten zur Unternehmensnachfolge

Ich habe einige interessante Webseiten zusammengefasst, die zusätzliche Inhalte, Fragebögen, Videos sowie Hilfestellungen zum Thema Unternehmensnachfolge bieten.

Welche Haftungsprobleme entstehen bei der Unternehmensnachfolge?

Bei der Findung der Geschäftsidee stellte sich bereits die Frage, wer für welche Schulden haften muss. Deshalb sollten Sie die wichtigsten Infos zur Firmennachfolgehaftung kennen.

Haftung für alte Schulden

An erster Stelle ist die Haftung für Schulden des bisherigen Unternehmens zu nennen. Sie kann auch auf den neuen Unternehmer übergehen, insbesondere bei Schulden gegenüber der Sozialversicherung und dem Finanzamt. Abhilfe sollen oftmals Garantien des Verkäufers schaffen, doch gelten diese nur, wenn auch die Gläubiger über die Haftungsfreistellung des Nachfolgers informiert werden.

Haftung für Steuern

Grundsätzlich haftet der Geschäftsführer für die Steuerschulden und die Schulden zur Sozialversicherung. Dies gilt auch dann, wenn es sich um eine Unternehmensnachfolge handelt. Der Nachfolge-Geschäftsführer ist ebenso haftbar für alle Schulden, die bei der Unternehmensübernahme bestanden haben. Sind die liquiden Mittel nicht ausreichend, um alle Löhne, Gehälter, Steuern und Sozialabgaben zu zahlen, müssen die Löhne gekürzt ausgezahlt und von dem übrigen Geld die Lohnsteuern gezahlt werden. Bei anderen Steuern, wie Umsatzsteuer, pauschalierte Lohnsteuer usw., müssen die Steuern anteilig getilgt werden, und zwar im gleichen Maße wie die Schulden bei Lieferanten und anderen Gläubigern.

Haftung für Gegenstände, die dem Unternehmen dienen

Gegenstände, die dem Unternehmen dauerhaft zur Verfügung stehen und den Unternehmenszweck nicht nur vorübergehend fördern, können auch dann zur Haftung herangezogen werden, wenn sie dem Unternehmen nicht gehören. Das betrifft gepachtete Gegenstände oder Grundstücke. Wichtig ist: Sie müssen zum Zeitpunkt der Steuerentstehung dem Unternehmengedient haben und sich zum Zeitpunkt des Haftungserlasses noch im Eigentum des Haftenden befinden. Wurden sie veräußert, entfällt die Haftung. Zudem können die Gegenstände nur für betriebliche Steuern haften.

Haftung des Übernehmers

Wird ein Betrieb vollständig übernommen, so haftet der Übernehmer auch für alle Schulden des Unternehmens. Dies gilt insbesondere für Steuerschulden. Diese können nach Abgabenordnung auch nicht von der Haftung ausgeschlossen werden. Allerdings erstreckt sich die Haftung nur auf die Steuerschulden, die in dem Jahr entstanden sind, bevor die Übernahme erfolgte. Nach Handelsrecht kann eine Haftung des Übernehmers ausgeschlossen werden, wenn sie im Handelsregister eingetragen wurde.

Haftung der Gesellschafter

Gesellschafter von Personengesellschaften haften grundsätzlich mit dem vollen Privatvermögen, zumindest aber mit ihrer Einlage für Steuerfristen. Bei OHG oder KG haften ausgeschiedene Gesellschafter auch künftig für die Altschulden, neu entstehende Schulden müssen sie allerdings nicht mehr zahlen.

Was ist Haftkapital?

Das Haftkapital (auch Haftungspotential genannt), wird häufig als das Eigenkapital einer Firma oder Gesellschaften bezeichnet. Aber in einer Gesellschaft haftet nicht nur das Eigenkapital sondern das gesamte Vermögen für Schulden der Gesellschaft. Das Eigenkapital hat vielmehr die Funktion künftige Verluste auffangen zu können ohne dass die Zahlungsansprüche der Gläubiger gefährdet werden. Fraglich ist, ob bei einer Liquidationen des Vermögens auch wirklich ein ausreichend hoher Erlös erzielt wird, um die Haftungsansprüche der Gläubiger befriedigen zu können. Hierbei weichen oft die Werte des Vermögens der Bilanz mit dem tatsächlich zu erzielenden Erlös der Vermögensgegenstände ab. Der Gewinn eines Unternehmens kann im Unternehmen einbehalten werden, um zukünftige Verluste abzudecken. Zusammenfassend kann das Haftungskapital als der Verkaufserlös der Vermögensgegenstände (Grundstücke, Maschinen und Waren), Bar- und Bankvermögen abzüglich der Schulden des Unternehmens bezeichnet werden. Bei der Auflösung eines Unternehmens werden zunächst die Verbindlichkeiten gegenüber der Kreditinstitute und der restlichen Gläubiger des Unternehmens getilgt. Sollte dann noch ein Restguthaben vorhanden sein, so wird dieses auf die Eigentümer der Firma verteilt. Bei einer privaten Person ist die „Haftsumme“ nahezu unbeschränkt. Sie wird nur durch bestimmte gesetzliche Regelungen auf ein Mindestmaß der Lebenshaltungskosten eingeschränkt. Sprich einen nicht pfändbaren Teil des Einkommens. In diesem Zusammenhang wird auch häufig von der sog. Privaten Insolvenz gesprochen, welche einer privaten Person die Möglichkeit verschafft nach einem Zeitraum von 7 Jahren sich von den einst eingegangenen Schulden zu befreien. Allerdings sind innerhalb dieses Zeitraum einige Dinge bezüglich der korrekten Lebensführung und des Vorhandenseins von Bar- und Bankvermögens zu beachten. Bei Kapitalgesellschaften ist die Haftsumme eben auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt. Nicht zu verwechseln mit dem Vermögen der Gesellschafter. Somit ist die Haftung bei Kapitalgesellschaften insgesamt geringer als bei Privatpersonen. Bei Kapitalgesellschaften wie der GmbH besteht jedoch noch die Verpflichtung der Gesellschafter einen „Nachschuss“ zu leisten und somit die Haftungssumme nachträglich zu erhöhen. Der Gesellschafter kann aufgrund dieser Nachschussverpflichtung jedoch seinen Geschäftsanteil aufgeben. Dadurch befreit er sich von künftigen Haftungsansprüchen.

Wie analysiert man durch eine Due Diligence eine Firma?

Die Due Diligence ist in der Reihenfolge der Unternehmensnachfolge einer der wichtigsten Schritte. Es handelt sich dabei um eine besonders sorgfältige Prüfung der Eckdaten des zu erwerbenden Unternehmens. Im Rahmen der Due Diligence verschaffen Sie sich einen umfangreichen Überblick über den Erfolg des Betriebs in der Vergangenheit, dessen Positionierung am Markt und strategische Ziele. Wenn Sie einen Unternehmenskauf in Erwägung ziehen, sollte die Due Diligence fest auf Ihrer To-Do-Liste stehen. In der Praxis sollten Sie sich dabei allerdings Hilfe von einem Berater holen, beispielsweise durch einen Steuer- oder Unternehmensberater, einen Wirtschaftsprüfer oder einen Anwalt. Warum dies so wichtig ist, zeigt sich schnell anhand des Umfangs der Prüfung.

Die Due Diligence im Überblick

Durch die Due Diligence erfassen Sie den gesamten Zustand des Unternehmens. Sie lernen den Betrieb dabei in all seinen Facetten kennen, von den wirtschaftlichen Zahlen über die Marktpositionierung bis hin zum Personal, dem Standort oder den vertraglichen Beziehungen zu Kunden und Lieferanten. Je sorgfältiger das zugehörige Datenmaterial erhoben wird, desto besser ist es später als Basis für die Kaufpreisfindung geeignet.

Die zu analysierenden Bereiche

Um das Unternehmen für die Unternehmensnachfolge zu bewerten, benötigen Sie vielfältiges Datenmaterial. Ermitteln Sie folgende Werte:

Unternehmensbereiche analysieren

Bereich

Mögliche Unterlagen / Daten

Verhältnisse des Unternehmens

Dokumentationen über die Gründung, Handelsregisterauszug, Struktur und Organisation des Unternehmens, etwaige Beteiligungen, Unternehmenskapital, Rechtsform, Organe, Marketingmaßnahmen

Finanzen

Steuer- und Handelsbilanzen der letzten drei bis fünf Jahre, Monats- und Quartalszahlen des laufenden Geschäftsjahrs, Finanzplanung und Budgetierung, Steuererklärungen und Steuerbescheide der letzten Jahre, Bewegungen im Eigenkapital, Anlagenverzeichnis, letzte Inventur, Rückstellungen, Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Forderungsausfälle

Kredite und Sicherheiten

Kreditvereinbarungen, Verzeichnis der bestehenden und ausstehenden Verbindlichkeiten, ggf. Schuldverschreibungen, erteilte Sicherheiten (z. B. für Darlehen), Bürgschaften für Dritte, Mitarbeiter- oder Gesellschafterdarlehen

Immobilien

betrieblich genutzte, unternehmenseigene Betriebsstätten, Grundstücke und Gebäude und die zugehörigen Verträge, Miet- und Pachtverträge, Grundbuchauszüge

Vertragliche Vereinbarungen mit Dritten, z. B. Kunden, Lieferanten, Dienstleistern

Prüfung auf Risiken, die sich aus bestehenden Verträgen ergeben könnten, Austrittsklauseln bei Inhaberwechsel

Sachanlagen

Miet- und Leasingverträge für technische Anlagen und Maschinen, Anlagenverzeichnis, Vereinbarungen über geplante Käufe oder Verkäufe in der Zukunft

Markt und Wettbewerb

Marktstudien, Verbandsberichte, Marktvolumen, Marktwachstum, Details zu Wettbewerbern, Marktveränderungen, bevorstehende Innovationen in der Branche, Wachstumschancen, Markt- und Wettbewerbsrisiken

Marketing/Vertrieb

Vertriebsorganisation, Vertriebspartner, Top 30 Kunden, Provisionsregelungen, Marketing- und Verkaufsunterlagen, Broschüren, Preislisten, Verkaufskalkulation, Service

Einkauf/Beschaffung

Wichtigste Lieferanten, Abhängigkeiten

EDV

Ausstattung an Hardware und Software, Aktualität, Investitionen in den vergangenen Jahren

Personal

Personalstatistiken, Verträge mit Geschäftsführern, betriebliche Altersversorgung, Sonderleistungen, Tarifverträge, Betriebs-/Personalrat

Versicherungen

Prüfung der bestehenden Versicherungspolicen

Rechtliche Aspekte

laufende oder drohende Gerichtsverfahren, gewerbliche Schutzrechte (z. B. eingetragene Marken, Gebrauchsmuster, Patente), genutzte Lizenzverträge, Geheimhaltungsvereinbarungen

Weitere Faktoren bei der Due Diligence

Auch wenn bei der Due Diligence das Zahlen- und Datenmaterial eigentlich im Vordergrund steht, sollten außerdem noch folgende Aspekte beachtet werden:

  • Grund für die Unternehmensnachfolge: Befragen Sie den Eigentümer dazu, warum er sein Unternehmen übergeben möchte. Neben der Ruhestandsplanung oder Krankheiten sind auch eine gewünschte Neuorientierung, Geldnöte oder der Todesfall des ursprünglichen Inhabers mögliche Gründe. Problematisch wird es für Sie, wenn der Verkauf geplant ist, weil das Unternehmen herunter gewirtschaftet und an Wert verloren hat oder die Nachfrage nach dem Produkt sinkt.
  • Ruf: Hören Sie sich bei Kunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern um, welchen Ruf das Unternehmen hat. Ist er schlecht, müssen Sie dies zusätzlich bei Ihren strategischen Überlegungen berücksichtigen. Es stellt sich dann auch die Frage, warum der Ruf schlecht ist.
  • Standort: Analysieren Sie, ob der Standort auch für die zukünftige Unternehmenstätigkeit geeignet ist. Stößt der Betrieb in Hinblick auf die Größe schon jetzt an seine Grenzen oder sind Belastungen des Bodens durch Schadstoffe zu befürchten, kann dies Ihre weitere Geschäftsentwicklung negativ beeinträchtigen. Siehe Standortanalyse!
  • Zukunft: Bei der Due Diligence ermitteln Sie überwiegend Vergangenheitswerte. Nehmen Sie diese jedoch nicht für bare Münze, sondern versuchen Sie ausgehend von diesen Werten und unter Bezug auf aktuelle Marktentwicklungen vorsichtige Prognosen und Schätzungen für die Zukunft. Siehe Trendanalyse!

Haben Sie sich schließlich ein umfassendes Bild von der Lage des Unternehmens gemacht, können Sie den Kaufpreis der Unternehmensnachfolge ermitteln und in die Verhandlungen einsteigen.

Wie finde ich den richtigen Kaufpreis bei der Unternehmensnachfolge?

Bei der Unternehmensnachfolge ist der Kaufpreis ein entscheidendes Kriterium dafür, ob es zum Verkauf kommt oder eben nicht. Während Käufer grundsätzlich darauf bedacht sind, einen möglichst niedrigen Preis über einen möglichst langen Zeitraum zu zahlen, sodass sich die Kosten quasi aus dem Unternehmen erwirtschaften lassen, ist der Verkäufer darauf bedacht, einen hohen Preis sofort zu erhalten. Diese gegensätzlichen Ausgangspunkte in den Verhandlungen müssen nun zusammengeführt werden. Dafür werden Fingerspitzengefühl und Verhandlungsfreude notwendig sein. Doch zuvor ist auf jeden Fall eine Due Dilligence durchfzuführen, um den Kaufpreis anschließend korrekt zu ermitteln.

Den Kaufpreis bei einer Unternehmensnachfolge zu ermitteln ist ähnlich kompliziert, wie den Kaufpreis einer Webseite zu errechnen. Letzlich ist der Kauf einer Webseite auch eine Art der Unternehmensnachfolge.

Ermittlung des Kaufpreises

Der Kaufpreis wird sich bei der Unternehmensnachfolge sehr oft am Wert des Unternehmens orientieren. Die Berechnung des Unternehmenswertes kann auf unterschiedliche Varianten geschehen, die ich im Folgenden nur kurz vorstellen möchte, jedoch aufgrund der Komplexität nicht ins Details gehen werde. Das überlasse ich dann im Einzelnen dem Regionalpartner IHK, als eine der Leistungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge.

DCF Methoden

Unter dieser Überschrift sind vier verschiedene Methoden zusammengefasst (siehe Übersicht). Allgemein ausgedrückt ist eine DCF Methode eine Methode, um den Zahlungsstrom (Cashflow) abzuzinsen. Auf dieser Basis und mit unterschiedlichen Abwandlungen, je nach Methode, kann der Unternehmenswert berechnet werden.

Die einzelnen Varianten der DCF Methoden (WACC, APV, usw.) sind extrem an finanzmathematische Berechnungen der höheren Mathematik angelehnt, so dass ich mir an dieser Stelle weitere Ausführungen und Beispiele verkneife.

Ertragswertverfahren

Das Ertragswertverfahren ermittelt aufgrund der Diskontierung der zukünftig zufließenden finanziellen Überschüsse den Unternehmenswert. Man spricht auch von der Nettokapitalisierung der Zukunfterfolge.

Wie der Name bereits schließen lässt, werden Ertragsüberschüsse ermittelt, so dass bei der Überleitung zu den künftigen Nettoeinnahmen eine Korrekturrechnung notwendig ist.

Vorgehensweise

  1. Analyse und Bereinigung der Vergangenheit Ergebnisse
  2. Prognose der zukünftigen finanziellen Überschüsse
  3. Diskontierung dieser finanziellen Überschüsse

Beurteilung des Ertragswertverfahrens

Das Ertragswertverfahren war bis etwa zum Jahr 2000 das von den Wirtschaftsprüfern sehr oft genutzte Regelverfahren zur Unternehmensbewertung. Noch heute wird gerade das Ertragswertverfahren bei kleinen und mittelständischen Unternehmen von Steuerberatern eingesetzt. Dabei sind folgende Kritikpunkte festzustellen:

  • Bindung einen die buchhalterische Gewinnermittlung, wobei Korrekturrechnungen nicht immer umgekehrt werden können
  • überwiegend subjektiver Ermittlung von Basiszinssatz und Risikozuschlägen für die Diskontierung
  • hohe Restwerte belasten den Unternehmenswert durch Unwägbarkeiten
gründerlexikon tipp

Dienstleistungstipp zur Unternehmensbewertung

Bei der Unternehmensbewertung kann die Deutsche Unternehmerbörse (DUB) mit dem Service KMU-Unternehmensbewertungen behilflich sein. Lesen Sie hier mehr zu DUB KMU-Multiples!

Liquidationswert

Der Liquidationswert ist prinzipiell eine spezielle Form des Ertragswertes. Er bildet grundsätzlich die Untergrenze bei der Bewertung.

Wert des Vermögens

- Unternehmensschulden

- Liquidationskosten

- Ertragsteuern

= Liquidationswert

Substanzwert

Es handelt sich beim Substanzwert lediglich um eine Hilfs- und Kontrollegröße, so dass die Ermittlung des Substanzwertes einer ordnungsgemäße Bewertungsmethode ist, jedoch keinen eigenständiger Bewertungsansatz darstellt.

Fazit zu den Bewertungsmethoden

Wie Sie in obigem Artikel nun selbst nachlesen konnten, ist die Berechnung des Unternehmenswertes zur Ermittlung des Kaufpreises eines Unternehmens insgesamt sehr vielfältig und stellenweise, je nach Wahl der Methode, sehr komplex. Es ist aufgrund meiner Erfahrung nicht die Aufgabe eines Existenzgründers, den Kaufpreis eines Unternehmens selbst zu ermitteln, vielmehr ist es notwendig, einen vertrauenswürdigen Unternehmensberater, Steuerberater oder eine andere offizielle Stelle zu finden, welche genügend fachliche Kenntnisse, Erfahrungen aus der Praxis und das gewisse persönliche Quäntchen X verfügt, um für Ihre individuelle Situation den Kaufpreis des Unternehmens zu ermitteln. Dabei hilft nicht zuletzt eine grundsätzliche Beratung durch den Regionalpartner (zum Beispiel die IHK), aber auch die intensive und fundierte Recherche nach einem Berater in den bekannten Unternehmensnachfolgebörsen.

passfoto torsten montag

Webtipp

Wer trotz aller Warnungen versuchen möchte, den Kaufpreis eines Unternehmens nach obigen Ansätzen zu ermitteln, dem kann ich an dieser Stelle nur die Webseite von Dr. Carl W. Barthel empfehlen. Aber seien Sie gewarnt, es ist nicht ganz ohne ...

Wie heißen die wichtigsten Unternehmensbörsen?

Bereits in der Phase "Suchen" beschreibe ich die Unternehmensnachfolge als Möglichkeit eine Geschäftsidee zu finden. Dazu habe ich in diesem Kapitel einige Unternehmensnachfolgebörsen zusammengestellt.

In der jetzigen Informations- und Planungsphase ist es prinzipiell ähnlich, ich schlage Ihnen die Unternehmensnachfolge als mögliche Gründungsstrategie vor. Dabei selbstverständlich auch die Liste der Unternehmensnachfolgebörsen, wo Sie geeignete Angebote finden oder Ihr Gesuch veröffentlichen können.

Unternehmensbörsen im Vergleich

Die Nachfolgebörse nexxt-change.de wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, der KfW Bankengruppe, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, dem Zentralverbands des Deutschen Handwerks, dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverbands in Zusammenarbeit mit den Partnern der Aktion "nexxt"  initiiert. Ziel der Börse ist es, den Kontakt zwischen Unternehmern, die ihren Betrieb abgeben wollen und Existenzgründern herzustellen. Die Regionalpartner von nexxt-change, das sind zum Beispiel die Industrie- und Handelskammern oder die Wirtschaftsfördergesellschaften des Deutschen Verbandes der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften. e.V., betreuen die Kunden bei der Erstellung der Inserate wie auch bei der Vermittlung von Kontakten.

Unternehmensmarkt.de wurde im Jahr 1997 gegründet und gehört zu den ersten Anbietern in dieser Form. Zielgruppe der Unternehmensbörse sind die KMU, vertreten sind alle Branchen. Laut eigenen Angaben hat unternehmensmarkt.de das Ziel, die Geschäftsidee Unternehmensnachfolge als Einstieg in die eigene Existenz so einfach wie möglich zu gestalten. Betreiber der Webseite ist die Cobis GmbH mit Sitz in Baden-Württemberg.

Redaktioneller Hinweis: Unternehmensmarkt.de ist nicht mehr erreichbar. Wir haben alle anklickbaren Links entfernt. Behalten Unternehmensmarkt aber zu Informationszwecken in der Vergleichstabelle.

Unser Unternehmensbörsen-Vergleich

 

DUB.de

nexxt-change.de

unternehmensmarkt.de

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    Weitere wichtige Unternehmensnachfolgebörsen?

    Nachdem uns zunächst die Unternehmensnachfolge als Geschäftsidee aufgefallen ist, sind wir nun auf der Suche nach seriösen und hilfreichen Portalen zur Unternehmensnachfolge. Ich möchte Ihnen folgende Adressen empfehlen. Dabei habe ich insbesondere auf die Reichhaltigkeit des Angebots, eine interne Suchfunktion sowie die Möglichkeit Angebote zu inserieren sowie Angebote abzurufen geachtet. Darüber hinaus ist auch der Betreiber der Plattform für die Aufnahme in dieser Liste nicht ganz unwichtig gewesen.

    Ich möchte aber auch unseriöse oder fragwürdige Angebote veröffentlichen, so dass der Leser von vornherein lernt die Angebote dahingehend zu unterscheiden. Eine Unternehmensnachfolgebörse zeichnet sich nun mal durch ein reichhaltiges Angebot, die Möglichkeit zu Inserieren und zu Suchen aus. Werbung sowie kurze redaktionelle Beiträge sind für die Unternehmensnachfolge nicht hilfreich und führen daher zur Abwertung des Angebotes.

    passfoto torsten montag

    Regionalpartner für die Vermittlung

    Auf nexxt-change.org findet sich mehr als 800 Regionalpartnern zur Vermittlung einer Unternehmensnachfolge in Deutschland. Recherchieren Sie selbst für Ihre Region!

    Weltweite Unternehmensnachfolgebörsen

    Unternehmensnachfolgebörse einzelner Branchen

    Wie kann die IHK als Regionalpartner bei der Unternehmensnachfolge helfen?

    Laut DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2013 suchten im Jahr 2012 über 5.300 Unternehmer Rat bei einer Industrie- und Handelskammer zu ihrer Unternehmensnachfolge, denn in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen steht kein Nachfolger aus Familie oder Mitarbeiterkreis zur Verfügung.

    Im gleichen Zeitraum informierten die Industrie- und Handelskammern auf Nachfolgetagen und Seminaren rund 8.400 übernahmeinteressierte Existenzgründer und Senior-Unternehmer über die Möglichkeiten von Unternehmensnachfolgen. Die 80 Industrie- und Handelskammern in Deutschland sind daher für Sie als Existenzgründer oder Unternehmensnachfolger ein wichtiger Partner.

    Unternehmensnachfolge statt Existenzgründung

    Für viele Existenzgründer steht Anfangs meistens die Idee der Neugründung eines Unternehmens, doch auch die Unternehmensnachfolge eines bestehenden und gut eingeführten Unternehmens kann einen Alternative Geschäftsidee sein. Diese Möglichkeit der Existenzgründung bietet wie fast alles, sowohl Vorteile als auch Nachteile.

    Doch wo finden Sie als Existenzgründer seriöse Angebote um ein Unternehmen zu kaufen, das zu Ihnen und zu Ihrer Geschäftsidee passt? Und wenn Sie tatsächlich ein Unternehmen gefunden haben, stellt sich auf jeden Fall irgendwann die Frage nach dem Kaufpreis.

    In den letzten Jahren sind eine Vielzahl von Unternehmensnachfolgebörsen gegründet worden, die helfen sollen, den richtigen Partner zu finden, und zwar sowohl für den Existenzgründer, als auch für den Senior-Unternehmer, der sein Unternehmen abgeben möchte. Die wichtigsten Unternehmensnachfolgebörsen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

    In einer Gemeinschaftsinitiative haben die Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammern und die KfW-Mittelstandsbank eine der mittlerweile bekanntesten Börsen gegründet - die Unternehmensbörse nexxt-change.

    Die nexxt-change Unternehmensbörse ist ein Internetportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Zusammenarbeit mit so genannten Regionalpartnern.

    Teilnehmende Partner

    Die Kfw-Mittelstandsbank ist der Hauptansprechpartner bei nexxt-change in Bezug auf Technik und Organisation der Börse. Um Sie als Existenzgründer in Deutschland flächendeckend vor Ort beraten zu können, arbeitet die Börse mit zurzeit 816 Regionalpartnern zusammen. Regionalpartner sind in erster Linie

    • die Industrie- und Handelskammern,
    • Handwerkskammern,
    • Volks- und Raiffeisenbanken,
    • Sparkassen und Landesbanken,
    • sowie Fachverbände und Innungen.
    • Wirtschaftsförderungsgesellschaften,
    • Innovations- und Gründerzentren,
    • Städte, Regionen oder Gemeinden

    Vereinzelt finden sich auch private Unternehmen als Regionalpartner. Hierbei handelt es sich dann oft um Unternehmensberatungsgesellschaften in der Rechtsform der GmbH und um Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder eine Sozietät von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern.

    Wie Sie anhand der Auflistung erkennen, werden überwiegend große Institutionen oder Verbände als Regionalpartner eingesetzt, denn hier können Sie als Existenzgründer auch schnell und unproblematisch an weitere Informationen kommen. Darüber hinaus ist auch Verbänden wie z. B. den Handwerkskammern und den Industrie- und Handelskammern daran gelegen, dass bestehende Unternehmen in ihrer Region fortgeführt werden und nicht mangels Nachfolger schließen müssen. Neben dem wirtschaftlichen Verlust sind ja mit kleinen und mittelständischen Unternehmen immer auch Arbeitsplätze in der Region verbunden.

    Wie wird man Regionalpartner?

    Um als Regionalpartner aufgenommen zu werden, muss die Zustimmung durch den „Lenkungsausschuss“ der nexxt-change Unternehmensbörse erfolgen. Dieser Ausschuss setzt sich aus Gründungsmitgliedern der Börse zusammen. Hier soll auf jeden Fall gewährleistet werden, dass sich Bewerber als Regionalpartner zu 100 % dieser Aufgabe widmen, und nicht eigenbetriebliche Interessen verfolgen, wie man es sich ja z. B. bei privaten Unternehmensberatungen vorstellen könnte. In einer schriftlichen Vorabprüfung muss der Interessent Namen, Institution, Anschrift, Ansprechpartner und eventuelle Verbandszugehörigkeiten angeben. Bei internen Prüfungen wird dann detailliert überprüft, ob die Möglichkeit einer Regionalpartnerschaft in Betracht kommt.

    Nur über die Regionalpartner kann inseriert werden

    Über die Onlineplattform von nexxt-change werden Informationen in Form von Inseraten zu Verfügung gestellt. Sowohl der Existenzgründer kann ein Inserat zur Suche nach einem Unternehmen einstellen, als auch der Unternehmer, der sein Unternehmen abgeben möchte.

    Die Inserate können online eingestellt werden, es gibt aber z. B. bei der IHK Frankfurt am Main auch die Möglichkeit die Anzeige direkt über die IHK aufzugeben. Einen Ansprechpartner mit Kontaktdaten finden Sie auf der Internetseite. Die Anzeige wird dann von der IHK mit einer Chiffre-Nummer versehen und online gestellt. Als Hinweis auf den Ort des Firmensitzes wird das Kfz-Kennzeichen des jeweiligen IHK-Bezirkes angegeben, da die Börse ja Deutschlandweit genutzt wird. Auf diese Weise bleiben alle Interessenten anonym.

    Die in den Inseraten enthaltenen Informationen beruhen nur auf Angaben des Inserenten, allerdings ist beispielsweise die IHK als Regionalpartner bemüht, die eingestellten Informationen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu überprüfen. Verpflichtet ist sie dazu jedoch nicht.

    Im Weiteren stellt der Regionalpartner den Kontakt zwischen den Interessenten her. Dies erfolgt nur schriftlich über die Industrie- und Handelskammer. Weitere Gespräche und Verhandlungen geschehen dann ggf. nur zwischen den Parteien ohne die IHK. Wenn Sie nexxt-change nutzen möchten, benötigen Sie auf jeden Fall einen Regionalpartner, denn ohne diesen können Sie die Leistung dieser Börse nicht nutzen.

    Leistungen der Regionalpartner

    Ihr Regionalpartner begleitet Ihr Inserat von der Anzeigenaufgabe über Änderungen des Inserates bis zur Kontaktvermittlung.

    Durch die Abgleiche von Anforderungsprofilen, trifft er für Sie eine Vorauswahl von Unternehmen, die Ihren Wünschen und Zielen möglichst nah kommen. So sparen Sie viel Zeit und Energie mit Kontaktaufnahmen, die für Ihre Belange eigentlich gar nicht in Frage kämen. Die IHK als Regionalpartner bietet auch den Service an, Sie bei den ersten Gesprächen zu begleiten und zu unterstützen.

    Im Normalfall bleiben die Inserate zehn Monate online. Haben sich bis dahin noch keine Interessenten gemeldet, fragt die IHK an, ob das Inserat bestehen bleiben soll und ob ggf. Veränderungen vorgenommen werden sollen.

    Die Leistungen der Regionalpartner im Rahmen von nexxt-change sind für Sie als Existenzgründer kostenfrei. Sowohl die Anzeigenerstellung, als auch die Betreuung während der Laufzeit und die Kontaktvermittlung müssen Sie nicht bezahlen, denn als Gewerbetreibender werden Sie automatisch Mitglied in der IHK und können deren Leistung in Anspruch nehmen. Für Existenzgründer und kleine Unternehmen gibt es jedoch auch die Möglichkeit sich von dem Beitrag befreien zu lassen.

    Wo bekommt man seriöse Angebote zur Unternehmensnachfolge?

    Generell bekommt man als Interessierter in Sachen Unternehmensnachfolge die meisten Angebote über Unternehmensnachfolgebörsen, wie sie bereits von mir sehr umfangreich zusammengetragen worden. Doch darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten seriöse, leider aber auch unseriöse Angebote zu bekommen, welche ich in diesem Artikel vorstellen und bewerten möchte.

    Vorweg möchte ich eines gleich schicken: Ohne einen sachverständigen Berater kann ich niemandem empfehlen, ein Unternehmen aufgrund einiger Eckdaten blindlings zu kaufen. Sie sollten stets einen guten Berater an Ihrer Seite haben, der zum Einen das Angebot und auch den Verkaufspreis prüft und gegebenenfalls Fachbegriffe erläutern und Zusammenhänge darstellen kann. Auch die Verkaufsverhandlung würde ich dem fach- und sachverständigen Berater überlassen. Doch dazu später mehr.

    Folgende Möglichkeiten existieren, um seriöse Angebote zur Unternehmensnachfolge zu bekommen:

    1. Unternehmensnachfolgebörsen

    Wie bereits geschildert, handelt es sich bei den Unternehmensnachfolgebörsen um Marktplätze, welche das Angebot und die Nachfrage von Unternehmensnachfolgen transparent machen. Meist werden recht detaillierte Angaben zum Unternehmen veröffentlicht, so dass viele Fragen bereits durch das Angebot beantwortet werden. In diesem Vergleich der Unternehmensnachfolgebörsen haben wir drei bekannte Börsen gegenübergestellt.

    Allerdings können aufgrund der Beschaffenheit dieser Marktplätze auch sehr viele Interessenten die Angebote einsehen und demzufolge sind recht gute Angebote sehr schnell vergeben. Bei den Unternehmensnachfolgebörsen muss allerdings auch der Leser das Gefühl für die Seriosität, die Branche und den Standort der Angebote bekommen, denn sonst wird es nie zu einem Deal kommen. Die Börse stellt also mit ihrem äußeren Erscheinungsbild den Erfolgsfaktor dar.

    2. Vermittlung durch einen Berater

    Sofern Sie bereits einen Berater haben, besteht auch die Möglichkeit, dass dieser über diverse Verkaufsinteressen und Angebote anderer Mandanten informiert ist und entsprechend vermitteln kann.

    Darüber hinaus haben auf die Unternehmensnachfolge spezialisierte Berater immer mehr oder weniger viele Angebote parat, die Berater fungieren daher sehr oft auch als Vermittler von Angebote und Nachfrage, wie bspw. auf http://www.concess.de/ zu sehen.

    3. Vermittlung durch einen zuständigen Regionalpartner

    Die zuständigen Regionalpartner wie die Industrie- und Handelskammern werden in vielen Fällen zuerst bezüglich einer Unternehmensnachfolge kontaktiert, da sie unparteiischer Vermittler bei den Verkaufsverhandlungen und der Vertragsanbahnung darstellen. Somit sammeln sich auch bei den Regionalpartnern in ihrer Region unterschiedlich viele Angebote, welcher wiederum auch bei regionalen Unternehmensnachfolgebörsen gelistet werden. Daher sind die Angebote der Regionalpartner in den meisten Fällen nur ein Bruchteil des Angebotes von Unternehmensnachfolgebörsen.

    Der Regionalpartner vermittelt hingegen ausschließlich seriöse und geprüfte Angebote, wodurch er sich eindeutig von den teilweise automatisierten Onlinemarktplätzen abhebt.

    4. Eigene Recherche auf Marktplätzen wie eBay

    Selbstverständlich können Sie sich auch selbst auf die Suche nach einem Angebot zur Unternehmensnachfolge machen. Gerade bei Onlineunternehmen, wie Internetseiten oder Onlineshops werden oft Angebote über die Verkaufsplattform eBay (oder diversen Kleinanzeigenportalen) offeriert. Aber auch lokale Firmen und Geschäfte werden auf eBay angeboten.

    An dieser Stelle möchte ich aus eigener Erfahrung eine Warnung aussprechen, denn derartige Angebote und gerade bei Onlinefirmen sind oftmals unseriös und versprechen mehr als in Wahrheit dahinter steckt. Auch der Verkaufspreis ist in sehr vielen Fällen unangemessen hoch, so dass Sie ohne die Analyse und Bewertung (siehe Due Diligence) Ihres Beraters auf keinen Fall kaufen sollten.

    Die Kategorie "Geschäftsverkäufe und Domains" dürften für Sie in Sachen Unternehmensnachfolge interessant sein. Diese eBay Kategorie untergliedert sich in folgende Bereiche:

    • Dienstleistungsbetriebe (92)
    • Einzelhandelsbetriebe (40)
    • Großhandelsbetriebe (9)
    • Industriebetriebe (2)
    • Patente & Rechte (81)
    • Domainnamen (27.635)
    • Webseiten & -projekte (4.020)
    • Webshops & -pakete (300)
    • Sonstige Firmen & Betriebe (48)

    Die Zahl hinter der Kategorie zeigt jeweils die Anzahl der Angebote in dieser Kategorie zum Redaktionsschluss. Es sind also tatsächlich einige Angebote von Unternehmensverkäufen auf dem Onlinemarktplatz eBay hinterlegt, welche nun einer intensiven Prüfung unterzogen werden müssen. Außerdem ist erkennbar, dass gerade im Bereich Domainnamen sowie "Webseiten & -projekte" sehr viele Angebote vorhanden sind, was meine Warnung nochmals verstärken soll.

    Gehen Sie gerade in diesen Bereichen sehr vorsichtig mit versprochenen Umsätzen, Anzahl von Besuchern, Gewinnaussichten und anderen Daten und Informationen um!

    Keine Ordnung in den eBay Kategorien

    Ein weiterer Nachteil bei eBay: Die Angebote werden scheinbar nicht geprüft, bevor sie endgültig vom System einer Kategorie hinzugefügt werden, denn der einstellende eBay Verkäufer schlägt letztlich nur eine Kategorie vor, ob das auch der tatsächlich zu nutzenden Kategorie entspricht, muss und sollte von eBay geprüft werden. So kommt es häufig vor, dass Sie in einigen Kategorien durchaus Angebote finden, welche mit der Unternehmensnachfolge nichts zu tun haben. So sind bspw. in der Kategorie Dienstleistungsbetriebe sehr oft Angebote über Hostingspakete von Providern, Onlineshopinstallationen oder andere unpassende Werbeangebote zum Aufbau von Facebook Fans oder Twitterfollowern enthalten. Diese Artikel gehören da definitiv nicht hin und verwirren den Suchenden, der womöglich mit diesen Informationen überhaupt nichts anfangen kann.

    Dahingehend sollte eBay mehr Pflege in die Kategorien stecken und dort etwas mehr für Ordnung sorgen.

    gründerlexikon tipp

    Webtipp: Domainshandelsbörsen

    Im Bereich der Unternehmensnachfolge von Webprojekten habe ich eine weiteren speziellen Artikel verfasst, der Domainhandelsbörsen und Verkaufsmarktplätze speziell für den Kauf und Verkauf von Domains, Webprojekten und Internetseite zusammenfasst.

    In welcher Reihenfolge muss ich bei der Unternehmensnachfolge vorgehen?

    Bei der Unternehmensnachfolge gibt es viel zu bedenken, von den Haftungsproblematiken über die Kaufpreisfindung bis hin zu Unternehmensnachfolgebörsen. Dabei sollten Sie gezielt vorgehen, damit Sie keinen der wichtigen Schritte übersehen. Ich habe deshalb für Sie die einzelnen Schritte zusammengetragen, die eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ausmachen.

    Schritt für Schritt durch die Unternehmensnachfolge

    Möchten Sie ein Unternehmen kaufen, sollten Sie die folgenden Schritte beachten:

    Checkliste Unternehmenskauf

    Schritt

    Bezeichnung

    Details

    1.

    Geschäftsbereich auswählen

    Überlegen Sie sich zunächst, in welchem Tätigkeitsbereich und in welcher Branche Sie sich wohlfühlen könnten. Eine Rolle spielen dabei sicherlich auch Ihre Ausbildung und Berufserfahrung.

    2.

    Voraussetzungen klären

    Prüfen Sie, ob Sie für die gewählte Branche Voraussetzungen erfüllen müssen (z. B. Meisterzwang im Handwerk).

    3.

    Ein geeignetes Unternehmen suchen

    Es gibt eine Vielzahl von Unternehmensnachfolgebörsen, in denen Sie nach passenden Verkaufsangeboten suchen können. Auch die Regionalpartner der Kammern können helfen. Spätestens jetzt müssen Sie auch entscheiden, in welchem Umkreis Sie suchen möchten (Umzugsbereitschaft?). Klären Sie die nötigen Eckdaten, z. B. Budget, Unternehmensgröße.

    4.

    Besichtigen

    Sofern möglich, besuchen Sie das Unternehmen und besichtigen Sie es. Als neutraler Besucher, der sich noch nicht als Kaufinteressent geoutet hat, erhalten Sie unter Umständen ein wertfreieres Bild vom Betrieb.

    5.

    Kontakt aufnehmen

    Haben Sie ein Unternehmen gefunden, für das Sie sich interessieren, nehmen Sie Kontakt zum Eigentümer auf, besprechen mit ihm etwaige Fragen und klären Details. Lassen Sie sich ausführliches Datenmaterial zum Betrieb aushändigen.

    6.

    Due Diligence durchführen

    Analysieren Sie nun die Zahlen und Fakten rund um das Unternehmen, beispielsweise Markt und Marktanteile, Wettbewerber, Finanzsituation, Konkurrenzfähigkeit, Lieferanten, Schutzrechte, Personal, Ruf und Versicherungen. Ziehen Sie ggf. externe Berater wie Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Unternehmensberater hinzu, um die Zahlen korrekt beurteilen zu können.

    7.

    Unternehmenskaufpreis ermitteln

    Um in die Verhandlungen einsteigen zu können, müssen Sie zunächst den Kaufpreis ermitteln. Erscheint Ihnen der vom Inhaber gewünschte Kaufpreis nicht angemessen, ziehen Sie einen Wirtschaftsprüfer oder Fachverband für ein externes Gutachten hinzu.

    8.

    Finanzierung klären

    Wenn Sie Ihre finanziellen Möglichkeiten nicht bereits zuvor ausgelotet haben, steht spätestens jetzt ein Gespräch mit Ihrer Bank an, um die Finanzierung zu klären. Beziehen Sie gegebenenfalls auch bundesweite oder regionale Fördermittel in Ihre Überlegungen mit ein.

    9.

    Verhandlungen und Kaufvertrag erstellen

    Verhandeln Sie nun mit dem Eigentümer über den Unternehmenskauf. Sind Sie sich einig, setzen Sie – im Idealfall unter Einbeziehung eines Rechtsanwalts – einen Kaufvertrag auf. Dieser sollte möglichst viel rund um den Übergang regeln, unter anderem auch die Haftungsverhältnisse.

    10.

    Einarbeitung im Unternehmen

    Im Kaufvertrag sollten Sie auch vorsehen, dass der derzeitige Inhaber Sie in das Unternehmen einarbeitet, damit Sie nicht direkt ins „kalte Wasser springen“ müssen. Erstellen Sie im Vorfeld einen „Übergabefahrplan“.

    Tipp für den Einstieg: Persönlicher Fragenkatalog

    Wenn Sie sich für ein Unternehmen interessieren, sollten Sie direkt damit beginnen, Ihren persönlichen Fragenkatalog aufzustellen. Welche Fragen würden Sie dem derzeitigen Inhaber gerne stellen? Notieren Sie sie und bestehen Sie auf den zugehörigen Antworten. Die Fragen können sich ebenso auf wirtschaftliche Gegebenheiten als auch auf persönliche Motive des Inhabers beziehen. So können Sie sicherstellen, dass Sie später keine wichtigen Aspekte übersehen.

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    Meine Name ist Torsten Montag, ich betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. 2019 habe ich die GründerAkademie gegründet. Hier finden Sie all die Dinge, die mir geholfen haben, ein erfolgreicher Unternehmer zu werden. Machen Sie zuerst meinen UnternehmerTest oder erkundigen Sie sich jetzt unverbindlich zu meinem Existenzgründerseminar für zu Hause!

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