Unternehmensnachfolge, der Weg in die Selbständigkeit?

Eine sehr interessante Gründungsstrategie habe ich mit dem Franchising im vorherigen Schritt erläutert. Aber daneben stellt die Unternehmensnachfolge eine weitere besondere Strategie dar, welche ich Ihnen nun näher bringen möchte. Die Unternehmensnachfolge bringt einige Vorteile, jedoch auch Nachteile mit sich, die der Unternehmer durch zusätzliche Investitionen bezahlen und finanzieren muss. Folgende Fragestellungen haben mich in der Vergangenheit zum Thema Unternehmennachfolge erreicht und bewogen Sie in diese Liste aufzunehmen:

Was Sie zu Unternehmensbörsen, Kaufpreis festlegen und Bewertung des Unternehmens wissen sollten.

Aufgrund der Komplexität dieses Themas, finden Sie alle weiterführenden Informationen rund um das Thema Unternehemesbörsen in einem separaten Artikel. Zum Artikel Unternehmensbörsen.

Alles zur Themnatik Kaufpreis, Bewertung ihres Unternehmens und Due Diligence finden Sie ebenfalls separat in einem Artikel. Zum Artikel Kaufpreis

Welche Vor-und Nachteile hat die Unternehmensnachfolge?

Bei der Festlegung der Gründungsstrategie stehen neben der klassischen Neugründung (als Freiberufler oder Gewerbetreibender) auch Varianten wie die Gründung als Franchisenehmer oder die Übernahme eines bereits bestehenden Unternehmens zur Wahl.

Denn in Zeiten der Start-ups und Neugründungen in Deutschland gibt es auch sie: die guten alten Firmen mit langer Tradition. Generationen überdauert, Kriege überstanden, Krisen getrotzt. Modern und selbstbewusst und alles andere als verstaubt und altersschwach präsentieren sich deutsche Traditionsunternehmen im 21. Jahrhundert. Tradition bedeutet meist, dass sich solche Unternehmen seit der Gründung in Familienhand befinden und von einer Generation zur nächsten übertragen werden.

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn schätzt seit Beginn der 1990er Jahre in regelmäßigen Abständen die Anzahl der anstehenden Unternehmensübertragungen in Deutschland. Nach aktuellen Schätzungen standen im Zeitraum von 2010 bis Ende 2013 in knapp 88.000 Familienunternehmen die Übergabe an. Dies entspricht 22.000 Übergaben pro Jahr.

Doch nicht alle bleiben automatisch in Familienhand. Gibt es in der Familie keinen Nachfolger oder lehnt der rechtmäßige Nachfolger eine Übernahme ab, beginnt die Suche nach fähigen Unternehmern, die an der Weiterführung interessiert sind.

Positive Aspekte einer Unternehmensnachfolge

Gegenüber einer Neugründung bietet die Unternehmensnachfolge einen ganz offensichtlichen Vorteil:

  • Das Unternehmen funktioniert bereits
  • Es fehlt die langwierige Aufbauphase: Sie müssen zwar eine Einarbeitungsphase einkalkulieren, diese ist jedoch wesentlich kürzer als eine Aufbauphase.
  • Es gibt gut aufgebaute Vertriebskanäle.
  • Ein Kundenstamm ist bereits vorhanden.
  • Sie habe eine gewisse Planungssicherheit: Sie sind nicht wie bei einer Neugründung auf Schätzungen angewiesen, sondern können auf die Zahlen und Erfahrungen der Vergangenheit zurückgreifen. Das ist sehr vorteilhaft beim Erstellen des Businessplans und bei Bankgesprächen.
  • Sie übernehmen erfahrenes Personal.
  • Es gibt bereits vorhandene Lieferantenbeziehungen.
  • Firmenname, Marke und Produkte sind bereits am Markt etabliert.

Es gibt Unternehmensverkäufer, die bereit sind, dem Käufer bei der Finanzierung zu helfen. Das läuft meist so, dass Sie sich einen Teil des Kaufpreises der Unternehmensnachfolge aus zukünftigen Gewinnen im Laufe der Jahre auszahlen lassen. Ein solches Angebot macht nicht jeder Verkäufer. Wenn doch, spart das viel Zeit, die Sie vielleicht sonst in Bankgesprächen verbringen müssten.

Negative Aspekte der Unternehmensnachfolge

Wo Vorteile sind, gibt es immer auch Nachteile oder negative Aspekte. So ist es zum Beispiel nicht ratsam, den Namen eines alteingesessenen Unternehmens zu ändern. Und dabei spielt es keine Rolle, wie klein der Betrieb ist. Denn der Erfolg und der gute Ruf sind unweigerlich mit dem Namen (oder der Marke) gekoppelt. Sie werden sich also kaum oder nur schwierig einen "eigenen Namen" machen können.

Weitere mögliche Nachteile:

  • Der Kapitalbedarf beim Unternehmenskauf  ist im Vergleich zur Neugründung höher. 
  • Sie tragen das Wertrisiko bei Betriebsmitteln. Es kann Ihnen passieren, dass die Maschinen oder Lagerbestände, die Sie übernommen haben, nicht so viel wert sind als beim Kauf angenommen.
  • Klären Sie vorher, inwieweit Sie für Risiken früherer Zeiten haften (z.B. Gewährleistung, Schadenersatz, Altlasten bei Gebäuden, etc.)

Wir haben zwar bestehende Beziehungen als Vorteil aufgeführt. Diese können  jedoch an die Unternehmerperson geknüpft sein, so dass Ihnen bei der Geschäftsübernahme hier auch Geschäftskontakte wegbrechen können. Auch wenn Sie ein Unternehmen übernehmen sind Sie ein Existenzgründer (wenn Sie nicht schon als Selbständiger tätig sind) und Sie sollten sich entsprechend beraten lassen.

  • Erkundigen Sie sich auch nach Fördermitteln!
  • Sie benötigen ebenfalls einen Businessplan.
  • Machen Sie eine Check, welcher Vertrag für die Übernahme für Sie in Frage kommt.
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Hilfreiche Webseiten zur Unternehmensnachfolge

Ich habe einige interessante Webseiten zusammengefasst, die zusätzliche Inhalte, Fragebögen, Videos sowie Hilfestellungen zum Thema Unternehmensnachfolge bieten.

Welche Haftungsprobleme entstehen bei der Unternehmensnachfolge?

Bei der Findung der Geschäftsidee stellte sich bereits die Frage, wer für welche Schulden haften muss. Deshalb sollten Sie die wichtigsten Infos zur Firmennachfolgehaftung kennen.

Haftung für alte Schulden

An erster Stelle ist die Haftung für Schulden des bisherigen Unternehmens zu nennen. Sie kann auch auf den neuen Unternehmer übergehen, insbesondere bei Schulden gegenüber der Sozialversicherung und dem Finanzamt. Abhilfe sollen oftmals Garantien des Verkäufers schaffen, doch gelten diese nur, wenn auch die Gläubiger über die Haftungsfreistellung des Nachfolgers informiert werden.

Haftung für Steuern

Grundsätzlich haftet der Geschäftsführer für die Steuerschulden und die Schulden zur Sozialversicherung. Dies gilt auch dann, wenn es sich um eine Unternehmensnachfolge handelt. Der Nachfolge-Geschäftsführer ist ebenso haftbar für alle Schulden, die bei der Unternehmensübernahme bestanden haben. Sind die liquiden Mittel nicht ausreichend, um alle Löhne, Gehälter, Steuern und Sozialabgaben zu zahlen, müssen die Löhne gekürzt ausgezahlt und von dem übrigen Geld die Lohnsteuern gezahlt werden. Bei anderen Steuern, wie Umsatzsteuer, pauschalierte Lohnsteuer usw., müssen die Steuern anteilig getilgt werden, und zwar im gleichen Maße wie die Schulden bei Lieferanten und anderen Gläubigern.

Haftung für Gegenstände, die dem Unternehmen dienen

Gegenstände, die dem Unternehmen dauerhaft zur Verfügung stehen und den Unternehmenszweck nicht nur vorübergehend fördern, können auch dann zur Haftung herangezogen werden, wenn sie dem Unternehmen nicht gehören. Das betrifft gepachtete Gegenstände oder Grundstücke. Wichtig ist: Sie müssen zum Zeitpunkt der Steuerentstehung dem Unternehmengedient haben und sich zum Zeitpunkt des Haftungserlasses noch im Eigentum des Haftenden befinden. Wurden sie veräußert, entfällt die Haftung. Zudem können die Gegenstände nur für betriebliche Steuern haften.

Haftung des Übernehmers

Wird ein Betrieb vollständig übernommen, so haftet der Übernehmer auch für alle Schulden des Unternehmens. Dies gilt insbesondere für Steuerschulden. Diese können nach Abgabenordnung auch nicht von der Haftung ausgeschlossen werden. Allerdings erstreckt sich die Haftung nur auf die Steuerschulden, die in dem Jahr entstanden sind, bevor die Übernahme erfolgte. Nach Handelsrecht kann eine Haftung des Übernehmers ausgeschlossen werden, wenn sie im Handelsregister eingetragen wurde.

Haftung der Gesellschafter

Gesellschafter von Personengesellschaften haften grundsätzlich mit dem vollen Privatvermögen, zumindest aber mit ihrer Einlage für Steuerfristen. Bei OHG oder KG haften ausgeschiedene Gesellschafter auch künftig für die Altschulden, neu entstehende Schulden müssen sie allerdings nicht mehr zahlen.

Was ist Haftkapital?

Das Haftkapital (auch Haftungspotential genannt), wird häufig als das Eigenkapital einer Firma oder Gesellschaften bezeichnet. Aber in einer Gesellschaft haftet nicht nur das Eigenkapital sondern das gesamte Vermögen für Schulden der Gesellschaft. Das Eigenkapital hat vielmehr die Funktion künftige Verluste auffangen zu können ohne dass die Zahlungsansprüche der Gläubiger gefährdet werden. Fraglich ist, ob bei einer Liquidationen des Vermögens auch wirklich ein ausreichend hoher Erlös erzielt wird, um die Haftungsansprüche der Gläubiger befriedigen zu können. Hierbei weichen oft die Werte des Vermögens der Bilanz mit dem tatsächlich zu erzielenden Erlös der Vermögensgegenstände ab. Der Gewinn eines Unternehmens kann im Unternehmen einbehalten werden, um zukünftige Verluste abzudecken. Zusammenfassend kann das Haftungskapital als der Verkaufserlös der Vermögensgegenstände (Grundstücke, Maschinen und Waren), Bar- und Bankvermögen abzüglich der Schulden des Unternehmens bezeichnet werden. Bei der Auflösung eines Unternehmens werden zunächst die Verbindlichkeiten gegenüber der Kreditinstitute und der restlichen Gläubiger des Unternehmens getilgt. Sollte dann noch ein Restguthaben vorhanden sein, so wird dieses auf die Eigentümer der Firma verteilt. Bei einer privaten Person ist die „Haftsumme“ nahezu unbeschränkt. Sie wird nur durch bestimmte gesetzliche Regelungen auf ein Mindestmaß der Lebenshaltungskosten eingeschränkt. Sprich einen nicht pfändbaren Teil des Einkommens. In diesem Zusammenhang wird auch häufig von der sog. Privaten Insolvenz gesprochen, welche einer privaten Person die Möglichkeit verschafft nach einem Zeitraum von 7 Jahren sich von den einst eingegangenen Schulden zu befreien. Allerdings sind innerhalb dieses Zeitraum einige Dinge bezüglich der korrekten Lebensführung und des Vorhandenseins von Bar- und Bankvermögens zu beachten. Bei Kapitalgesellschaften ist die Haftsumme eben auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt. Nicht zu verwechseln mit dem Vermögen der Gesellschafter. Somit ist die Haftung bei Kapitalgesellschaften insgesamt geringer als bei Privatpersonen. Bei Kapitalgesellschaften wie der GmbH besteht jedoch noch die Verpflichtung der Gesellschafter einen „Nachschuss“ zu leisten und somit die Haftungssumme nachträglich zu erhöhen. Der Gesellschafter kann aufgrund dieser Nachschussverpflichtung jedoch seinen Geschäftsanteil aufgeben. Dadurch befreit er sich von künftigen Haftungsansprüchen.

Wie kann die IHK als Regionalpartner bei der Unternehmensnachfolge helfen?

Laut DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2013 suchten im Jahr 2012 über 5.300 Unternehmer Rat bei einer Industrie- und Handelskammer zu ihrer Unternehmensnachfolge, denn in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen steht kein Nachfolger aus Familie oder Mitarbeiterkreis zur Verfügung.

Im gleichen Zeitraum informierten die Industrie- und Handelskammern auf Nachfolgetagen und Seminaren rund 8.400 übernahmeinteressierte Existenzgründer und Senior-Unternehmer über die Möglichkeiten von Unternehmensnachfolgen. Die 80 Industrie- und Handelskammern in Deutschland sind daher für Sie als Existenzgründer oder Unternehmensnachfolger ein wichtiger Partner.

Unternehmensnachfolge statt Existenzgründung

Für viele Existenzgründer steht Anfangs meistens die Idee der Neugründung eines Unternehmens, doch auch die Unternehmensnachfolge eines bestehenden und gut eingeführten Unternehmens kann einen Alternative Geschäftsidee sein. Diese Möglichkeit der Existenzgründung bietet wie fast alles, sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Doch wo finden Sie als Existenzgründer seriöse Angebote um ein Unternehmen zu kaufen, das zu Ihnen und zu Ihrer Geschäftsidee passt? Und wenn Sie tatsächlich ein Unternehmen gefunden haben, stellt sich auf jeden Fall irgendwann die Frage nach dem Kaufpreis.

In den letzten Jahren sind eine Vielzahl von Unternehmensnachfolgebörsen gegründet worden, die helfen sollen, den richtigen Partner zu finden, und zwar sowohl für den Existenzgründer, als auch für den Senior-Unternehmer, der sein Unternehmen abgeben möchte. Die wichtigsten Unternehmensnachfolgebörsen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

In einer Gemeinschaftsinitiative haben die Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammern und die KfW-Mittelstandsbank eine der mittlerweile bekanntesten Börsen gegründet - die Unternehmensbörse nexxt-change.

Die nexxt-change Unternehmensbörse ist ein Internetportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Zusammenarbeit mit so genannten Regionalpartnern.

Teilnehmende Partner

Die Kfw-Mittelstandsbank ist der Hauptansprechpartner bei nexxt-change in Bezug auf Technik und Organisation der Börse. Um Sie als Existenzgründer in Deutschland flächendeckend vor Ort beraten zu können, arbeitet die Börse mit zurzeit 816 Regionalpartnern zusammen. Regionalpartner sind in erster Linie

  • die Industrie- und Handelskammern,
  • Handwerkskammern,
  • Volks- und Raiffeisenbanken,
  • Sparkassen und Landesbanken,
  • sowie Fachverbände und Innungen.
  • Wirtschaftsförderungsgesellschaften,
  • Innovations- und Gründerzentren,
  • Städte, Regionen oder Gemeinden

Vereinzelt finden sich auch private Unternehmen als Regionalpartner. Hierbei handelt es sich dann oft um Unternehmensberatungsgesellschaften in der Rechtsform der GmbH und um Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder eine Sozietät von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern.

Wie Sie anhand der Auflistung erkennen, werden überwiegend große Institutionen oder Verbände als Regionalpartner eingesetzt, denn hier können Sie als Existenzgründer auch schnell und unproblematisch an weitere Informationen kommen. Darüber hinaus ist auch Verbänden wie z. B. den Handwerkskammern und den Industrie- und Handelskammern daran gelegen, dass bestehende Unternehmen in ihrer Region fortgeführt werden und nicht mangels Nachfolger schließen müssen. Neben dem wirtschaftlichen Verlust sind ja mit kleinen und mittelständischen Unternehmen immer auch Arbeitsplätze in der Region verbunden.

Nur über die Regionalpartner kann inseriert werden

Über die Onlineplattform von nexxt-change werden Informationen in Form von Inseraten zu Verfügung gestellt. Sowohl der Existenzgründer kann ein Inserat zur Suche nach einem Unternehmen einstellen, als auch der Unternehmer, der sein Unternehmen abgeben möchte.

Die Inserate können online eingestellt werden, es gibt aber z. B. bei der IHK Frankfurt am Main auch die Möglichkeit die Anzeige direkt über die IHK aufzugeben. Einen Ansprechpartner mit Kontaktdaten finden Sie auf der Internetseite. Die Anzeige wird dann von der IHK mit einer Chiffre-Nummer versehen und online gestellt. Als Hinweis auf den Ort des Firmensitzes wird das Kfz-Kennzeichen des jeweiligen IHK-Bezirkes angegeben, da die Börse ja Deutschlandweit genutzt wird. Auf diese Weise bleiben alle Interessenten anonym.

Die in den Inseraten enthaltenen Informationen beruhen nur auf Angaben des Inserenten, allerdings ist beispielsweise die IHK als Regionalpartner bemüht, die eingestellten Informationen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu überprüfen. Verpflichtet ist sie dazu jedoch nicht.

Im Weiteren stellt der Regionalpartner den Kontakt zwischen den Interessenten her. Dies erfolgt nur schriftlich über die Industrie- und Handelskammer. Weitere Gespräche und Verhandlungen geschehen dann ggf. nur zwischen den Parteien ohne die IHK. Wenn Sie nexxt-change nutzen möchten, benötigen Sie auf jeden Fall einen Regionalpartner, denn ohne diesen können Sie die Leistung dieser Börse nicht nutzen.

Was leistet der Regionalpartner?

Ihr Regionalpartner begleitet Ihr Inserat von der Anzeigenaufgabe über Änderungen des Inserates bis zur Kontaktvermittlung.

Durch die Abgleiche von Anforderungsprofilen, trifft er für Sie eine Vorauswahl von Unternehmen, die Ihren Wünschen und Zielen möglichst nah kommen. So sparen Sie viel Zeit und Energie mit Kontaktaufnahmen, die für Ihre Belange eigentlich gar nicht in Frage kämen. Die IHK als Regionalpartner bietet auch den Service an, Sie bei den ersten Gesprächen zu begleiten und zu unterstützen.

Im Normalfall bleiben die Inserate zehn Monate online. Haben sich bis dahin noch keine Interessenten gemeldet, fragt die IHK an, ob das Inserat bestehen bleiben soll und ob ggf. Veränderungen vorgenommen werden sollen.

Die Leistungen der Regionalpartner im Rahmen von nexxt-change sind für Sie als Existenzgründer kostenfrei. Sowohl die Anzeigenerstellung, als auch die Betreuung während der Laufzeit und die Kontaktvermittlung müssen Sie nicht bezahlen, denn als Gewerbetreibender werden Sie automatisch Mitglied in der IHK und können deren Leistung in Anspruch nehmen. Für Existenzgründer und kleine Unternehmen gibt es jedoch auch die Möglichkeit sich von dem Beitrag befreien zu lassen.

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Regionalpartner für die Vermittlung

Auf nexxt-change.org findet sich mehr als 800 Regionalpartnern zur Vermittlung einer Unternehmensnachfolge in Deutschland. Recherchieren Sie selbst für Ihre Region!

Wo bekommt man seriöse Angebote zur Unternehmensnachfolge?

Generell bekommt man als Interessierter in Sachen Unternehmensnachfolge die meisten Angebote über Unternehmensnachfolgebörsen, wie sie bereits von mir sehr umfangreich zusammengetragen worden. Doch darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten seriöse, leider aber auch unseriöse Angebote zu bekommen, welche ich in diesem Artikel vorstellen und bewerten möchte.

Vorweg möchte ich eines gleich schicken: Ohne einen sachverständigen Berater kann ich niemandem empfehlen, ein Unternehmen aufgrund einiger Eckdaten blindlings zu kaufen. Sie sollten stets einen guten Berater an Ihrer Seite haben, der zum Einen das Angebot und auch den Verkaufspreis prüft und gegebenenfalls Fachbegriffe erläutern und Zusammenhänge darstellen kann. Auch die Verkaufsverhandlung würde ich dem fach- und sachverständigen Berater überlassen. Doch dazu später mehr.

Folgende Möglichkeiten existieren, um seriöse Angebote zur Unternehmensnachfolge zu bekommen:

1. Unternehmensnachfolgebörsen

Aufgrund der Komplexität dies Bereiches betrachten wir Unternehmensnachfolgebörsen gesondert im Artikel Unternehmensbörsen.

2. Vermittlung durch einen Berater

Sofern Sie bereits einen Berater haben, besteht auch die Möglichkeit, dass dieser über diverse Verkaufsinteressen und Angebote anderer Mandanten informiert ist und entsprechend vermitteln kann.

Darüber hinaus haben auf die Unternehmensnachfolge spezialisierte Berater immer mehr oder weniger viele Angebote parat, die Berater fungieren daher sehr oft auch als Vermittler von Angebote und Nachfrage, wie bspw. auf http://www.concess.de/ zu sehen.

3. Vermittlung durch einen zuständigen Regionalpartner

Die zuständigen Regionalpartner wie die Industrie- und Handelskammern werden in vielen Fällen zuerst bezüglich einer Unternehmensnachfolge kontaktiert, da sie unparteiischer Vermittler bei den Verkaufsverhandlungen und der Vertragsanbahnung darstellen. Somit sammeln sich auch bei den Regionalpartnern in ihrer Region unterschiedlich viele Angebote, welcher wiederum auch bei regionalen Unternehmensnachfolgebörsen gelistet werden. Daher sind die Angebote der Regionalpartner in den meisten Fällen nur ein Bruchteil des Angebotes von Unternehmensnachfolgebörsen.

Der Regionalpartner vermittelt hingegen ausschließlich seriöse und geprüfte Angebote, wodurch er sich eindeutig von den teilweise automatisierten Onlinemarktplätzen abhebt.

4. Eigene Recherche auf Marktplätzen wie eBay

Selbstverständlich können Sie sich auch selbst auf die Suche nach einem Angebot zur Unternehmensnachfolge machen. Gerade bei Onlineunternehmen, wie Internetseiten oder Onlineshops werden oft Angebote über die Verkaufsplattform eBay (oder diversen Kleinanzeigenportalen) offeriert. Aber auch lokale Firmen und Geschäfte werden auf eBay angeboten.

An dieser Stelle möchte ich aus eigener Erfahrung eine Warnung aussprechen, denn derartige Angebote und gerade bei Onlinefirmen sind oftmals unseriös und versprechen mehr als in Wahrheit dahinter steckt. Auch der Verkaufspreis ist in sehr vielen Fällen unangemessen hoch, so dass Sie ohne die Analyse und Bewertung (siehe Due Diligence) Ihres Beraters auf keinen Fall kaufen sollten.

Die Kategorie "Geschäftsverkäufe und Domains" dürften für Sie in Sachen Unternehmensnachfolge interessant sein. Diese eBay Kategorie untergliedert sich in folgende Bereiche:

  • Dienstleistungsbetriebe (92)
  • Einzelhandelsbetriebe (40)
  • Großhandelsbetriebe (9)
  • Industriebetriebe (2)
  • Patente & Rechte (81)
  • Domainnamen (27.635)
  • Webseiten & -projekte (4.020)
  • Webshops & -pakete (300)
  • Sonstige Firmen & Betriebe (48)

Die Zahl hinter der Kategorie zeigt jeweils die Anzahl der Angebote in dieser Kategorie zum Redaktionsschluss. Es sind also tatsächlich einige Angebote von Unternehmensverkäufen auf dem Onlinemarktplatz eBay hinterlegt, welche nun einer intensiven Prüfung unterzogen werden müssen. Außerdem ist erkennbar, dass gerade im Bereich Domainnamen sowie "Webseiten & -projekte" sehr viele Angebote vorhanden sind, was meine Warnung nochmals verstärken soll.

Gehen Sie gerade in diesen Bereichen sehr vorsichtig mit versprochenen Umsätzen, Anzahl von Besuchern, Gewinnaussichten und anderen Daten und Informationen um!

gründerlexikon tipp

Webtipp: Domainshandelsbörsen

Im Bereich der Unternehmensnachfolge von Webprojekten habe ich eine weiteren speziellen Artikel verfasst, der Domainhandelsbörsen und Verkaufsmarktplätze speziell für den Kauf und Verkauf von Domains, Webprojekten und Internetseite zusammenfasst.

In welcher Reihenfolge muss ich bei der Unternehmensnachfolge vorgehen?

Bei der Unternehmensnachfolge gibt es viel zu bedenken, von den Haftungsproblematiken über die Kaufpreisfindung bis hin zu Unternehmensnachfolgebörsen. Dabei sollten Sie gezielt vorgehen, damit Sie keinen der wichtigen Schritte übersehen. Ich habe deshalb für Sie die einzelnen Schritte zusammengetragen, die eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ausmachen.

Schritt für Schritt durch die Unternehmensnachfolge

Möchten Sie ein Unternehmen kaufen, sollten Sie die folgenden Schritte beachten:

Checkliste Unternehmenskauf

Schritt

Bezeichnung

Details

1.

Geschäftsbereich auswählen

Überlegen Sie sich zunächst, in welchem Tätigkeitsbereich und in welcher Branche Sie sich wohlfühlen könnten. Eine Rolle spielen dabei sicherlich auch Ihre Ausbildung und Berufserfahrung.

2.

Voraussetzungen klären

Prüfen Sie, ob Sie für die gewählte Branche Voraussetzungen erfüllen müssen (z. B. Meisterzwang im Handwerk).

3.

Ein geeignetes Unternehmen suchen

Es gibt eine Vielzahl von Unternehmensnachfolgebörsen, in denen Sie nach passenden Verkaufsangeboten suchen können. Auch die Regionalpartner der Kammern können helfen. Spätestens jetzt müssen Sie auch entscheiden, in welchem Umkreis Sie suchen möchten (Umzugsbereitschaft?). Klären Sie die nötigen Eckdaten, z. B. Budget, Unternehmensgröße.

4.

Besichtigen

Sofern möglich, besuchen Sie das Unternehmen und besichtigen Sie es. Als neutraler Besucher, der sich noch nicht als Kaufinteressent geoutet hat, erhalten Sie unter Umständen ein wertfreieres Bild vom Betrieb.

5.

Kontakt aufnehmen

Haben Sie ein Unternehmen gefunden, für das Sie sich interessieren, nehmen Sie Kontakt zum Eigentümer auf, besprechen mit ihm etwaige Fragen und klären Details. Lassen Sie sich ausführliches Datenmaterial zum Betrieb aushändigen.

6.

Due Diligence durchführen

Analysieren Sie nun die Zahlen und Fakten rund um das Unternehmen, beispielsweise Markt und Marktanteile, Wettbewerber, Finanzsituation, Konkurrenzfähigkeit, Lieferanten, Schutzrechte, Personal, Ruf und Versicherungen. Ziehen Sie ggf. externe Berater wie Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Unternehmensberater hinzu, um die Zahlen korrekt beurteilen zu können.

7.

Unternehmenskaufpreis ermitteln

Um in die Verhandlungen einsteigen zu können, müssen Sie zunächst den Kaufpreis ermitteln. Erscheint Ihnen der vom Inhaber gewünschte Kaufpreis nicht angemessen, ziehen Sie einen Wirtschaftsprüfer oder Fachverband für ein externes Gutachten hinzu.

8.

Finanzierung klären

Wenn Sie Ihre finanziellen Möglichkeiten nicht bereits zuvor ausgelotet haben, steht spätestens jetzt ein Gespräch mit Ihrer Bank an, um die Finanzierung zu klären. Beziehen Sie gegebenenfalls auch bundesweite oder regionale Fördermittel in Ihre Überlegungen mit ein.

9.

Verhandlungen und Kaufvertrag erstellen

Verhandeln Sie nun mit dem Eigentümer über den Unternehmenskauf. Sind Sie sich einig, setzen Sie – im Idealfall unter Einbeziehung eines Rechtsanwalts – einen Kaufvertrag auf. Dieser sollte möglichst viel rund um den Übergang regeln, unter anderem auch die Haftungsverhältnisse.

10.

Einarbeitung im Unternehmen

Im Kaufvertrag sollten Sie auch vorsehen, dass der derzeitige Inhaber Sie in das Unternehmen einarbeitet, damit Sie nicht direkt ins „kalte Wasser springen“ müssen. Erstellen Sie im Vorfeld einen „Übergabefahrplan“.

Tipp für den Einstieg: Persönlicher Fragenkatalog

Wenn Sie sich für ein Unternehmen interessieren, sollten Sie direkt damit beginnen, Ihren persönlichen Fragenkatalog aufzustellen. Welche Fragen würden Sie dem derzeitigen Inhaber gerne stellen? Notieren Sie sie und bestehen Sie auf den zugehörigen Antworten. Die Fragen können sich ebenso auf wirtschaftliche Gegebenheiten als auch auf persönliche Motive des Inhabers beziehen. So können Sie sicherstellen, dass Sie später keine wichtigen Aspekte übersehen.

Meine Name ist Torsten Montag, ich bin Betriebswirt, Internetcoach und betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. Ich habe bereits mehr als 200 Unternehmern geholfen, einen guten Start hinzulegen und erfolgreich mit ihrem Business zu wachsen.

Meine Checkliste