Was muss ein Existenzgründer bei einem zusätzlichen Minijob beachten?

Starten Gründer ihre Selbständigkeit nebenberuflich (bis zu 18 Stunden / Woche), sind verschiedene Konstellationen vorstellbar. Was der Gründer hinsichtlich der Krankenversicherung beachten muss, wird im folgenden Beitrag erläutert.

Ich bin im Hauptberuf Angestellter und nebenberuflich als Freiberufler tätig: Muss ich auf die freiberufliche Tätigkeit Krankenversicherung zahlen?

Fall: Der Existenzgründer ist im Hauptberuf Angestellter und will sich nebenberuflich als Freiberufler selbständig machen.

Der Gründer muss auf das Einkommen aus seiner freiberuflichen Nebentätigkeit keine Krankenversicherungsbeiträge zahlen. Das gilt so lange, wie das Arbeitnehmerverhältnis wirtschaftlich übergeordnet ist und der zeitliche Aufwand unter 18 Stunden / Woche bleibt.

Ich bin hauptberuflich Angestellter: Muss ich auf mein Nebengewerbe Krankenversicherung zahlen?

Fall: Der Existenzgründer arbeitet hauptberuflich als angestellter Handwerker und will ein Nebengewerbe gründen.

Der Gründer muss auf das Einkommen aus seinem Nebengewerbe keine Krankenversicherungsbeiträge zahlen. Das gilt so lange, wie das Arbeitnehmerverhältnis wirtschaftlich übergeordnet ist.

Ich bin im Hauptberuf Angestellter, habe einen Minijob und bin nebenberuflich Freiberufler: Wie viel Krankenversicherung muss ich zahlen?

Fall: Der Existenzgründer ist im Hauptberuf Angestellter, führt nach Feierabend einen Minijob aus. Außerdem will sich nebenberuflich als Freiberufler selbständig machen.

Die IKK teilte uns bei unserer Recherche mit, dass der Minijob und die nebenberufliche Selbständigkeit nicht zusammengerechnet werden. Alle Tätigkeiten werden einzeln beurteilt. Solange die Arbeitnehmertätigkeit den Lebensunterhalt sichert und wirtschaftlich überwiegt, muss der Gründer auf nebenberufliche Selbständigkeit keine Krankenversicherungsbeiträge zahlten.

Ich habe einen 450-Euro-Job (Minijob) und ein Nebengewerbe: Muss ich Krankenversicherung zahlen?

Fall: Der Existenzgründer arbeitet in einem Minijob. Parallel dazu baut er sich eine nebenberufliche Selbständigkeit auf.

Wenn der Gründer keinen Anspruch auf ALG 1 oder ALG 2 hat und auch keine Familienversicherung in Anspruch nehmen kann, muss er sich freiwillig selbst versichern. 

Hinweis: Für alle Konstellationen gilt gleichermaßen, dass der Gründer verpflichtet ist, seiner Krankenkasse die nebenberufliche Selbständigkeit anzeigen.

Ich erhalte einen Gründungszuschuss: Kann ich extra noch einen Minijob annehmen?

Fall: Der Existenzgründer ist in erster Linie als Selbstständiger tätig und erhält einen Gründungszuschuss der Arbeitsagentur. Parallel dazu möchte er einen 450-Euro-Job (Minijob) aufnehmen.

Ja, auch ein Empfänger eines Gründungszuschusses (während des ALG I-Bezugs) kann zusätzlich noch einen Minijob auf 450-Euro-Basis annehmen. Wichtig ist jedoch, dass die selbstständige Tätigkeit weiterhin im Mittelpunkt steht. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn der Existenzgründer nicht mehr als 15 Wochenstunden für die nicht selbstständige Tätigkeit aufwendet. Die Krankenversicherung läuft jedoch weiterhin über Ihre selbstständige Tätigkeit, wobei immer das Gesamteinkommen berücksichtigt wird.

Diese Kombination ist dann sinnvoll, wenn Sie als Existenzgründer einerseits noch zeitliche Kapazitäten für einen Minijob haben und andererseits ein wenig auf „Nummer sicher" gehen möchten. Denn mit dem Minijob haben Sie zumindest eine kleine sichere finanzielle Basis geschaffen.

Meine Name ist Torsten Montag, ich bin Betriebswirt, Internetcoach und betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. Ich habe bereits mehr als 200 Unternehmern geholfen, einen guten Start hinzulegen und erfolgreich mit ihrem Business zu wachsen.

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