Darf ich geschriebene Rechnungen später ändern?

Eine Änderung einer Rechnung darf laut Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UstDV) und wegen des Dokumentencharakters der Rechnung nur insoweit erfolgen, wie mit der Änderung eine Berichtigung falscher Angaben oder eine Ergänzung fehlender Angaben verbunden ist. Erlaubt wäre also z.B. die Korrektur einer falsch angegebenen Lieferadresse oder Rechnungsadresse, die Korrektur der Bankverbindungen sowie die Ergänzung eines versehentlich vergessenen Lieferzeitpunktes. Der Begriff der "Änderung" ist hier also als Berichtigung bzw. Ergänzung zu verstehen.

Nur und ausschließlich, wenn eine dieser notwendigen Angaben falsch ist oder ganz fehlen sollte, darf die Rechnung berichtigt werden.

passfoto torsten montag
Diese Angaben gehören in eine Rechnung

Welche Opens internal link in current windowPflichtangaben in eine Rechnung gehören, haben wir im Abschnitt "Opens internal link in current windowRechnungen richtig schreiben" behandelt.

Beispiel1:

Nach getaner Arbeit senden Sie wie gewohnt eine Rechnung per Post an Ihren Kunden. Diese wird jedoch nicht bezahlt. Nach telefonischer Nachfrage stellt sich heraus, dass Ihr Kunde, umgezogen ist und die Rechnung nie erhalten hat. Ihr Kunde bittet Sie, eine "neue" Rechnung auszustellen. Bei nochmaligem Blick auf die Angaben in der Rechnung stellt sich zudem heraus, dass die ursprüngliche Rechnung auf den 30. Februar 2015 ausgestellt wurde. Gemeint war aber der 30. März. Selbstverständlich dürfen Sie in diesem Fall die Kundenadresse sowie das offensichtlich falsche Rechnungsdatum richtig stellen und dem Kunden eine korrigierte Rechnung ausstellen.

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Beispiel2:

Solange ein Kleinunternehmer im laufenden Jahr unter 50.000 EUR Umsatz erzielt hat, braucht er die Angabe der Umsatzsteuer in seinen Rechnungen nicht zu berücksichtigen. Die 50.000-EUR-Grenze ist eine absolute Grenze ohne Toleranz. Überschreitet der Kleinunternehmer also die 50.000-EUR-Grenze im laufenden Geschäftsjahr, muss er aus den Rechnungsbeträgen die jeweils geltende Umsatzsteuer berechnen und an das Finanzamt abführen. Hierzu muss er den Leistungsempfängern neue Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer ausstellen. Der (Noch-)Kleinunternehmer wäre zudem gut beraten, ab dem nächsten Kalenderjahr für den voraussichtlichen Umsatz von mehr als 50.000 EUR die Umsatzsteuer auszuweisen (und natürlich an das Finanzamt abzuführen).

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