Wie man eine Partnerschaftsgesellschaft gründet

Die Partnerschaftsgesellschaft ist eine besondere Rechtsform, die ausschließlich die Angehörigen freier Berufe verwenden können. Hierzu zählen unter anderem:

  • Ärzte
  • Heilpraktiker
  • Krankengymnasten
  • Diplompsychologen
  • Rechts- und Patentanwälte
  • Wirtschaftsprüfer
  • Steuerberater
  • beratende Betriebswirte

Es handelt sich um den Zusammenschluss von Opens internal link in current windowmindestens zwei Freiberuflern, die jedoch nicht zwingend denselben Beruf ausüben müssen (z. B. Kanzlei mit Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern).

Händeschütteln
Bild: Nappiness / pixabay.com

Voraussetzungen für die Gründung der Partnerschaftsgesellschaft

Wichtige Informationen zur Gründung der Partnerschaftsgesellschaft im Überblick:

  • Gründung durch mindestens zwei Angehörige der freien Berufe
  • Rechtsformzusatz in der Firma „und Partner“ oder „Partnerschaft“
  • Firmenbezeichnung bestehend aus den Namen der Partner
  • Eintragung ins Partnerschaftsregister (durch einen Notar öffentlich beglaubigt), mit den persönlichen Daten der Partner, deren Berufen, dem Gegenstand der Partnerschaft sowie den Vertretungsbefugnissen
  • bei beschränkter Haftung eine Bescheinigung über die abgeschlossene Berufshaftpflichtversicherung
  • schriftlich abgeschlossener und von den Partnern eigenhändig unterschriebener Partnerschaftsvertrag
  • kein Mindestkapital
gründerlexikon tipp

Wird die Partnerschaftsgesellschaft nicht ins Register eingetragen, entsteht sie nicht. Die Partner sind dann nicht in einer Partnerschaft, sondern in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts organisiert.

Kosten für die Gründung

Wie hoch die Kosten für die Gründung ausfallen, hängt in erster Linie von der Anzahl der Partner abhängig. Die Eintragung in das Handelsregister kostet für bis zu drei Partner rund 100 Euro. Zusätzlich fallen Kosten für die notarielle Beglaubigung an.

Haftung bei der Partnerschaftsgesellschaft

Bei der Partnerschaftsgesellschaft haften die Partner an und für sich gesamtschuldnerisch mit ihrem privaten Vermögen. Es gilt hier allerdings eine Besonderheit gegenüber anderen Rechtsformen mit unbeschränkter Haftung: Verursacht ein einzelner Partner aufgrund eines beruflichen Fehlers durch die Bearbeitung eines Auftrags einen Schaden, ist er auch alleine zur Haftung verpflichtet.

Zusätzlich gibt es in einigen Berufen die Möglichkeit, eine Haftungsbeschränkung in Anspruch zu nehmen. Dies ist dann realisierbar, wenn eine vorgeschriebene Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen wurde und dabei die gesetzliche Mindestversicherungssumme um einen bestimmten Faktor überschritten wurde (z. B. bei Anwälten 2,5 Mio. Euro statt 250.000 Euro). Die Partnerschaftsgesellschaft tritt dann als PartG mbB (Partnergesellschaft mit beschränkter Berufshaftung) auf. Diese Haftungsbeschränkung betrifft allerdings nur Verbindlichkeiten, die infolge von beruflichen Fehlern entstanden sind und auch hier nur für Vermögensschäden.

Vor- und Nachteile der Partnerschaftsgesellschaft

Die Partnerschaftsgesellschaft bietet die folgenden Vor- und Nachteile:

Vorteile

Nachteile

 
  • Status als Freiberufler bleibt erhalten
  • keine doppelte Buchführung
  • Jahresabschluss per Einnahmen-Überschussrechnung erlaubt
  • Haftungsbeschränkung in einigen Fällen möglich
  • eigene Rechtspersönlichkeit der Gesellschaft
  • flexibles Gesellschaftsrecht
  • Ist-Versteuerung möglich
 
 
  • unbeschränkte Haftung der Partner
  • an die Ausübung eines Katalogberufs gebunden
  • keine Aufteilung von Geschäftsführung und Beteiligung möglich
  • automatisches Ausscheiden von Partnern, wenn sie nicht mehr freiberuflich tätig sind
  • keine Vererbung von Anteilen möglich
  • jede Gesellschafteränderung kann eine Namensänderung nach sich ziehen
 

Die häufigsten Fragen zur Rechtsform:

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