Bekomme ich Kindergeld bei Nebengewerbe während der Ausbildung?

Jugendlicher mit Geldscheinen in der Hand im Liegestuhl liegend
Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Kindergeld ist für viele Familien ein wichtiger Baustein im Gefüge des monatlichen Einkommensmixes. Mit der Leistung von Kindergeld unterstützt die Bundesregierung Familien mit Kindern und trägt damit zur finanziellen Entlastung von Familien bei.

Was ist Kindergeld eigentlich?

Kindergeld ist eine Leistung des Staates an einen bestimmten Personenkreis, der sich in bestimmter Weise mit der Pflege und Erziehung von Kindern befasst. Das grundsätzliche Recht, Kindergeld zu beziehen, ist nicht durch die Höhe des Einkommens beschränkt, weder nach oben noch nach unten. Das Kindergeld und die Voraussetzungen für dessen Bezug sind überwiegend im Einkommensteuergesetz geregelt. 2012 hat der Gesetzgeber die Anspruchsvoraussetzungen und die Gegebenheiten für den Bezug von Kindergeld neu definiert und in aktuelle Regelungen gefasst.

Anspruchsberechtigt für den Bezug von Kindergeld sind grundsätzlich die Eltern, Adoptiveltern oder Pflegeeltern eines Kindes. Das Kindergeld wird, entgegen der verbreiteten landläufigen Annahme, stets an die Eltern bzw. an die Erziehungsberechtigten der Kinder, und nicht an die Kinder selbst ausbezahlt. Dabei spielt es für den Anspruch auf Kindergeld grundsätzlich keine Rolle, ob die Eltern oder Erziehungsberechtigten als Selbstständige tätig sind oder beispielsweise als Angestellte arbeiten. Der Wohnort der Eltern bzw. deren gewöhnlicher Aufenthalt muss sich in Deutschland befinden.

Als Kinder gelten im Sinne des Kindergeldgesetzes:

  • leibliche Kinder und im ersten Grad verwandte Kinder ("Adoptivkinder")
  • Stiefkinder und Enkelkinder, die vom Antragsteller in seinem Haushalt aufgenommen wurden
  • Pflegekinder, die in den Haushalt aufgenommen wurden, sofern die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften erfüllt sind.

Das Pflegekind darf also nicht zu Erwerbszwecken in den Haushalt aufgenommen worden sein, sondern es muss ein familienähnliches Verhältnis auf lange Dauer bestehen. Ein Betreuungsverhältnis zu den leiblichen Eltern des Kindes darf nicht vorhanden sein.

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Die so genannte Günstigerprüfung

Bei jedem Antrag auf Kindergeld wird im Rahmen einer so genannten Günstigerprüfung von der Kindergeldstelle ermittelt, ob die Berücksichtigung des Kindergeldbetrages im Rahmen der Einkommensteuerpflicht oder als ausgezahlter Extraposten ("Kindergeld") erfolgt. Solange das Kind oder die Person für die das Kindergeld gezahlt wird, seine Selbstständigkeit im Nebenerwerb führt, sollte es keine Probleme mit der Anspruchsgrundlage geben. Sobald das Kind eine selbständige Tätigkeit im Haupterwerb aufnimmt, fällt der Anspruch auf Kindergeld für die Anspruchsberechtigten jedoch weg.

Wie lange wird Kindergeld bezahlt?

Kindergeld wird solange an die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten bezahlt, wie die Erstausbildung des Kindes andauert. Grundsätzlich endet diese Zeit der Erstausbildung mit dem Schulabschluss des Kindes. In der Praxis verhält es sich jedoch so, dass nach dem Schulabschluss des Kindes eine Berufsausbildung folgt oder das Kind ein Studium aufnimmt. In beiden Fällen wird das Kindergeld weiterbezahlt, bis auch die Berufsausbildung bzw. das Studium abgeschlossen ist, längstens aber bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres des Kindes.

"Konkurrierende" Erwerbstätigkeiten des Kindes

Wenn das Kind ein Nebengewerbe aufzunehmen gedenkt, ist eine solche Tätigkeit stets dem Finanzamt anzuzeigen. Bei Kindern, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, hat der Gesetzgeber eine zeitliche Bemessungsgrenze festgelegt.

Der Gesetzgeber geht in diesem Fall davon aus, dass ein Kind bei einer regelmäßigen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden auch finanziell für sich selbst sorgen und die Unterstützung des Staates somit entfallen kann – in einem solchen Fall bestünde kein Anspruch mehr auf die Auszahlung von Kindergeld. "Unschädlich", so nennt es der Gesetzgeber, ist hingegen eine regelmäßige Wochenarbeitszeit des Kindes von nicht mehr als 20 Stunden.

Die Höhe der Einkünfte des Kindes spielt dabei keine Rolle. Auch ein etwaiges Ausbildungsdienstverhältnis des Kindes oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis, in welchem sich das Kind befindet, haben keinen Einfluss auf die Auszahlung des Kindergeldes. Der Kindergeldanspruch orientiert sich nach der 2012 in Kraft getretenen Gesetzesänderung ausschließlich nach dem Ausbildungsstatus des Kindes.

Mit der Kleinunternehmerregelung als solcher hat die Auszahlung von Kindergeld nichts zu tun. In den Paragrafen der Kleinunternehmerregelung geht es beispielsweise um Umsatzsteuervoranmeldung und Vorsteuerabzug für Kleinunternehmer, deren Umsatz nicht mehr als 17.500 EUR pro Jahr beträgt.

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