Wann muss ich eine Umsatzsteuererklärung abgeben?

Sehr häufig wird die Frage gestellt: "Wann muss ich eine Steuererklärung abgeben?" oder "Welche Steuererklärung muss ich abgeben?" aber auch "Muss ich überhaupt eine Steuererklärung abgeben?"

Da dieses Thema sehr komplex ist und auch verschiedene Steuerarten betrifft, kann man nicht in einem Artikel oder einem Satz antworten. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, eine kleine Serie daraus zu machen. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Umsatzsteuer. Danach werden die Opens internal link in current windowEinkommensteuer und die Opens internal link in current windowGewerbesteuer in jeweils einem Artikel behandelt.

Häufige Fragen zur Umsatzsteuererklärung:

Wer ist überhaupt umsatzsteuerpflichtig?

Die Umsatzsteuer entsteht gem.§ 1 UStG u.a, wenn ein Unternehmer im Sinne des § 2 UStG Lieferungen oder sonstige Leistungen im Inland, gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt. Die Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht ist im $ 4 UStG geregelt und gilt bspw. für Ärzte und Versicherungsvertreter.

Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer müssen zu den gesetzlich festgelegten Terminen die Umsatzsteuervoranmeldung bzw. die Umsatzsteuererklärung abgeben. Dabei ist es unerheblich, ob der Unternehmer Umsätze zu 7 % oder 19 % Umsatzsteuer erbringt. Die einzelnen Termine und Fristen werden im folgenden erläutert.

Abgabefristen: Bis wann muss eine Umsatzsteuererklärung abgegeben werden?

Zur Abgabe der Umsatzsteuererklärung sind auch Unternehmer verpflichtet, die unterjährig keine Voranmeldungen abgeben mussten, bspw. Kleinunternehmer oder Jahreszahler.

Die Umsatzsteuererklärung ist gem. Opens external link in new window§ 149 (2) AO bis zum 31.07. des Folgejahres abzugeben. Wird die Erklärung von einem Steuerberater o.ä. im Sinne der §§ 3 und 4 StBerG angefertigt, verlängert sich die Frist gem. §§ 109 iVm. 149 (3) AO um ein weiteres Jahr bis zum 31.07. des darauf folgenden Jahres.

Beispiel:

Der Unternehmer erstellt seine Umsatzsteuererklärung selbst. Die Umsatzsteuererklärung für das Kalenderjahr 2017 muss er demnach bis spätestens 31.07.2018 beim Finanzamt abgegeben haben. Sofern er nicht um eine Fristverlängerung bittet und diese vom Finanzamt genehmigt wird oder er einen Steuerberater zur Erstellung der Umsatzsteuererklärung nutzt, lässt sich daran auch nichts ändern.

Sollte der Unternehmer aus unterschiedlichen Gründen einen Steuerberater zur Erstellung der Umsatzsteuererklärung beauftragen, hat dieser Steuerberater (auch ohne Fristverlängerung) standardmäßig bis 31.07.2019 Zeit zur Abgabe der Umsatzsteuererklärung. Ob das für den Unternehmer wirklich immer von Vorteil ist, steht leider auf einem anderen Blatt.

ein wort aus dem lexikon wird hier erklärt

Wann werden Säumniszuschläge fällig?

Wenn Zahlungsfristen für Steuererklärungen, Steueranmeldungen oder Steuerschuldbegleichungen nicht eingehalten werden, ist ein Säumniszuschlag ans Finanzamt zu entrichten. Der Säumniszuschlag droht aber erst nach Überschreitung der Schonfrist, die mit der Säumnis beginnt. Nach § 240 Abs. 3 AO werden Säumniszuschläge, die mit Ablauf des Fälligkeitstages entstehen, bei einer Säumnis bis zu drei Tagen von der Finanzkasse nicht erhoben.

Die Schonfrist ist eine gesetzlich vorgeschriebene nicht verlängerbare Frist gemäß § 108  AO. Fällt das Ende einer Schonfrist jedoch auf einen Sonntag, einen gesetzlichen Feiertag oder einen Sonnabend, verlängert sie sich nach § 108 Abs. 3 AO auf den nächstfolgenden Werktag.

Ziel der Schonfrist besteht darin, dem Steuerpflichtigen das Risiko einer längeren Überweisungszeit abzunehmen. Daher gilt die Zahlungsschonfrist nur für unbare Zahlungen, wie Banküberweisungen, Einzahlungen bei der Bank, Sparkasse oder Postbank, nicht jedoch für Barzahlungen oder Zahlungen per Scheck, da man hier den Zeitpunkt der Zahlung selbst beeinflussen kann.

Beispiel:

Nach § 41a EStG ist die Lohnsteuer-Anmeldung spätestens am zehnten Tag nach Ablauf eines jeden Lohnsteuer-Anmeldungszeitraums einzureichen und die Lohnsteuer an das Betriebsstättenfinanzamt abzuführen. Ein Steuerpflichtiger reicht seine Lohnsteuer-Anmeldung für April am 10. Mai (Mittwoch) ein. Es ist noch fristgerecht. Die Schonfrist beginnt am 11. Mai und läuft bis 13. Mai (Samstag). Die Schonfrist verlängert sich bis zum nächstfolgenden Werktag (Montag, den 15. Mai). Der Bürger begleicht seine Steuerschuld durch

  • Scheck, der am 11. Mai eingeht: es entsteht ein Säumniszuschlag.
  • Überweisung, die am 15. Mai eingeht: es entsteht kein Säumniszuschlag, da die Zahlung innerhalb der Schonfrist gutgeschrieben worden ist.
  • Überweisung, die am 16. Mai gebucht wird: es entsteht ein Säumniszuschlag.

Müssen Existenzgründer eine Umsatzsteuererklärung abgeben?

Ja, auch der Existenzgründer ist von der Abgabe der Umsatzsteuererklärung nicht befreit. Auch wenn er die Kleinunternehmerregelung im ersten Jahr seiner Unternehmertätigkeit nutzen sollte, so muss er zum Nachweis eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Beachten Sie bitte ggf. in diesem Zusammenhang auch die Verpflichtung zur Abgabe einer monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung.

passfoto torsten montag

Wie kann ich eine Umsatzsteuerprüfung vermeiden?

Es ist schon ein Kreuz mit den Umsatzsteuerprüfungen. Wie gern klopft das Finanzamt an die Tür und will eine Steuerprüfung vornehmen. In der Regel folgt darauf auch eine saftige Nachzahlung, die vor allem einen Jungunternehmer heftig aus der Fassung bringen kann. Der Staat braucht Steuern, und das Finanzamt ist die Einrichtung, die dafür zu sorgen hat. Es ist ihre Aufgabe, immer und überall Steuern zu finden und einzutreiben. Das läuft bereits seit Jahrtausenden so.

Die einzige Möglichkeit, hier Schwierigkeiten zu vermeiden, besteht in einer pedantischen Buchführung, am besten mit Hilfe eines Steuerberaters. Denn auch der Steuerprüfer ist pingelig und besitzt ein geschultes Auge, um auch nicht die geringste Kleinigkeit in Form und Inhalt eines Dokuments zu übersehen. Das E-Book "Umsatzsteuerprüfung vermeiden" zeigt auf 10 Seiten noch eine Reihe weiterer Gründe auf, warum das Finanzamt gern eine Steuerprüfung ansetzt. Und es bietet zugleich Informationen dafür, wie man diese Steuerprüfung mit hoher Wahrscheinlichkeit vermeiden kann.

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Müssen Kleinunternehmer auch eine Umsatzsteuererklärung abgeben?

Von Kleinunternehmern wird gem. § 19 UStG keine Umsatzsteuer erhoben, solange die folgenden Bedingungen erfüllt sind.

(1) Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern, die im Inland oder in den in § 1 Abs. 3 bezeichneten Gebieten ansässig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.

Trotzdem sind Kleinunternehmer verpflichtet einmal im Jahr eine Umsatzsteuererklärung abzugeben. Darin müssen Sie die obigen Grenzern eintragen und dem Finanzamt nachweisen, dass sie die Grenzen zur Umsatzsteuerbefreiung eingehalten haben.

Beispiel:

In der Umsatzsteuererklärung 2016 beispielsweise tragen Sie den Umsatz aus 2015 ein (der sollte nicht mehr als 17.500 Euro betragen) sowie den Umsatz aus 2016, der in diesem Fall nicht mehr als 50.000 Euro betragen sollte. Nur so können Sie dem Finanzamt die in Anspruch genommene umsatzsteuerbefreite Kleinunternehmerregelung nachweisen.

Auszug Umsatzsteuerformular 2016: Abschnitt Kleinunternehmerregelung

Müssen Freiberufler eine Umsatzsteuererklärung abgeben?

Bei Freiberuflern ist die Umsatzsteuerpflicht von der Art der Tätigkeit abhängig. Fällt der Freiberufler mit seiner Tätigkeit, wie bspw. Versicherungsvertreter, unter die Steuerbefreiung des § 4 UStG, ist er nicht umsatzsteuerpflichtig. Grundsätzlich müssen auch die Unternehmer eine Umsatzsteuererklärung abgeben, die nur umsatzsteuerbefreite Umsätze tätigen, etwa Ärzte. Diese Unternehmer können sich jedoch auf Antrag von der Abgabe zur Umsatzsteuererklärung befreien lassen. Dazu sollten Sie Opens internal link in current windowmit Ihrem Steuerberater sprechen, der kann diesen Antrag schriftlich formulieren und beim Finanzamt einreichen.

Wo kann ich Formulare zur Umsatzsteuererklärung downloaden?

Auch wenn nahezu alle Unternehmer verpflichtet sind, ihre Umsatzsteuererklärung elektronisch (per Elster) abzugeben, verlangen doch einige Besucher immer wieder die Formulare der Umsatzsteuererklärung aus unterschiedlichen Jahren. Daher haben wir uns dazu entschlossen, genau diese zur Verfügung zu stellen, klicken Sie dazu einfach auf folgenden Download Button und lesen Sie sich zum Formularservice Informationen durch. Sie können das Formular zur Umsatzsteuererklärung ab dem Jahr 2006 downloaden.

Gratis Formular: Umsatzsteuererklärung ab 2006

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