5. Die Auflösungsphase

Ein guter Freund sagte mal zu mir:

"Schmeiß dem schlechten Geld kein gutes Geld hinterher."

Er hat recht, denn wenn es wirklich nicht mehr geht, dann müssen Sie eben in den sauren Apfel beißen. Gemeinsam versuchen wir in dieser Phase eine mögliche Pleite abzuwenden, an der Sie übrigens nicht unbedingt die alleinige Schuld tragen müssen. Es gibt unzählige Gründe wie es dazu kommen kann und manchmal ist ein Ende mit Schrecken eben besser als ein Schrecken ohne Ende. Also nehmen Sie es nicht persönlich, sondern sehen Sie es als Erfahrung, als Startschuss für einen Neubeginn und eine neue Chance. Lassen Sie es uns gemeinsam probieren, denn eine Insolvenz ist keine Schande und erst recht kein Weltuntergang. 

Doch zunächst möchte ich einige Begriffe klären, die beim Auflösen eines Unternehmens gebräuchlich sind, weil sie entweder Fachbegriffe darstellen oder weil der Volksmund sich über die Jahre daran gewöhnt hat.

Bankrott, konkurs oder insolvent?

Der Konkurs

Bis zum 1.1.1999 galt der Konkurs als Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens. Heute wird der Begriff synonym mit der Insolvenz gebraucht. Die Insolvenzordnung hat alle bis zum genannten Datum bestehenden Sonderregelungen in Deutschland abgelöst. Wer heute von einem Konkurs spricht, meint die Insolvenz. Sie muss vom Gläubiger angemeldet werden und hat das Ziel die bestehenden Forderungen durch den Verkauf oder die Verwertung der Wirtschaftsgüter des Schuldners zu decken. Ein Unternehmen ist insolvent, wenn es auf einen längeren Zeitraum zahlungsunfähig ist. Jedes Unternehmen kann selbst eine Zahlungsunfähigkeit eintragen lassen. Diese liegt vor, wenn das Unternehmen über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten aller Voraussicht nach zahlungsunfähig ist.

Die Insolvenz

Die Insolvenz bezeichnet die Zahlungsunfähigkeit (auch "Pleite" genannt) eines Unternehmers. Dadurch ist es möglich auch als Privatperson eine „Insolvenz“ anzumelden und nach einem Zeitraum von 7 Jahren quasi schuldenfrei zu sein. Eröffnet wird das Insolvenzverfahren entweder vom Schuldner selbst oder vom Gläubiger. Durch das Insolvenzverfahren versucht ein sogenannter Insolvenzverwalter das verbleibende Vermögen, Bargeld und eventuell noch eintreibbare Forderungen auf die Gläubiger zu verteilen. Eine Hierarchie, welche Gläubiger bevorzugt, gibt es nach dem neuen Insolvenzrecht nicht mehr. Darüber hinaus kann der Schuldner von einer Restschuld befreit werden, so dass er nach dem Verfahren komplett schuldenfrei ist.

Der Bankrott

Als Synonym für die Zahlungsunfähigkeit wird der Begriff bankrott verwendet. Dabei steht meist das eigene schuldhafte Verhalten des Unternehmers im Vordergrund. Im Gegensatz zu insolventen Firmen, wo in der Regel fremde Dritte (Auftraggeber oder Lieferanten) für die Zahlungsunfähigkeit verantwortlich sind.

passfoto torsten montag

Gründe für das Scheitern von Jungunternehmen – eine etwas andere Betrachtungsweise

Natürlich könnten wir sagen, dass Gründer daran scheitern, dass sie unverschuldet in finanzielle Probleme geraten, einer Wirtschaftskrise zum Opfer fallen oder von bösen Großunternehmen aufgefressen werden. Das mag zwar durchaus passieren, aber im Endeffekt scheitern die Unternehmer an ganz anderen Problemen.

Spieglein, Spieglein an der Wand …

 

 

Bevor ich Ihnen aber nun empfehle, die Insolvenz einzuleiten oder gar die Firma zu verkaufen, möchte ich Ihnen in den folgenden Schritten erklären, wie Sie eine Krise erkennen und gegebenenfalls abwenden können. Auf diese Weise können Sie die Insolvenz vermeiden, was selbstverständlich Ihr Ziel als Unternehmer sein sollte.

Führen Sie nun folgende Schritte durch:

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