Frage von Siegrun am 24.10.14

Warenbestand als Privateinlage in Kleinunternehmen?

Hallo liebe Ratgeber,

 

ich möchte in Kürze einen Online-Shop als Kleinunternehmerin eröffnen. Ich habe mir in den letzten 15 Jahren einen sehr großen Warenbestand von Antiqutäten angeschafft, welche ich privat ohne Nachweis gekauft habe.

 

Nun meine Frage: Kann ich diesen Warenbestand mit in meine Firma nehmen? Und wenn ja, wo und wie muss dieser deklariert sein? Muss ich jeden einzelnen Artikel benennen und seinen aktuellen Zeitwert schätzen oder reicht eine Gesamteinschätzung?

 

Ich danke euch schon mal ganz herzlich für eure hilfreichen Antworten.

 

Gruß

 

Siegrun

 

Antwort von

 

Hallo und guten Morgen Siegrun,

 

 

 

mir persönlich macht die korrekte Aktivierung ihres Warenbestandes gar keine Sorgen, denn das ist in Ihrem Fall nebensächlich, so denke ich. Mir macht vielmehr sorgen, wie sie ohne Vorkenntnisse und Ahnung von der Materie zu haben, im Internet verkaufen wollen. Aber zunächst zu ihrer Frage:

 

 

 

Sie erstellen sich einfach einen Eigenbeleg, dazu haben wir eine geeignete Vorlage, füllen diese ordnungsgemäß aus (wenn Sie da Probleme haben, können Sie auch einen Steuerberater Fragen, den ich Ihnen ohnehin empfehlen würde, denn das werden die nächsten Probleme sein, die auf Sie zukommen), so dass sie diese gebrauchten/privaten Warenbestände als Privateinlage in das Unternehmen zu einem geschätzten Preis bekommen.

 

 

 

Wie hoch der Preis oder der Wert tatsächlich ist, das kann man in Ihrem Fall nicht so genau sagen, ich schrieb ja bereits “schätzt“. Sie müssten den Preis so hoch ansetzen, das jemand Fremdes bereit wäre, Ihnen den Warenbestand abzukaufen. Aber genau das wissen Sie ja noch nicht, sie wollen ihn ja erst verkaufen und haben erst in diesem Moment den Preis vor Augen.

 

 

 

Ein Ausweg aus dieser Situation kann die Recherche bei eBay sein. Wenn Sie dort Verkäufer finden, die etwas Ähnliches verkaufen, sollten Sie diese Auktionen oder Angebote beobachten und den Verkaufspreis notieren. Diesem Preis können sie dann für ihre Privateinlage ihrer Waren ansetzen. Ich würde mir das dokumentieren, in dem ich diese Aktion mit einem Screenshot festhalte, so dass sie dem Finanzamt später immer zeigen können, wer zu welchem Preis und wann genau diese Waren verkauft hat, auf dessen Preis Sie sich nun berufen.

 

 

 

Wenn Sie das nicht können oder dass aus anderen Gründen nicht funktioniert, müssen Sie einen Wert ansetzen, der nach besten Wissen und Gewissen einzusetzen wäre. Im dümmsten Fall, verlangt das Finanzamt den Einsatz eines Gutachters, der den Warenbestand bewertet. Das hängt natürlich auch davon ab, wie hoch und wie viel sie einlegen wollen. Da wurde im Zweifel ein Gutachter unverhältnismäßig gesehen teuer sein.

 

 

 

Differenzbesteuerung

 

 

 

Darüber hinaus kann ich Ihnen nur die Studie des eBooks ans Herz legen, welches uns von steuerberaten.de zur Verfügung gestellt wurde und das Problem des ebay Handel aus steuerlicher Sicht beschreibt. Stichwort heißt hier Differenzbesteuerung, das muss nicht auf Sie zutreffen, könnte aber durchaus passieren.

 

Auch auf meiner Seite Betriebsausgabe.de beschreibe ich im Artikel wie mit der Differenzbesteuerung gebrauchte Waren bei eBay besteuert werden.

 

 

 

Problem Onlineshop betreiben

 

 

 

Zu meinem eingangs formulierten Bedenken, einen Onlineshop für diese Zwecke zu gründen, kann ich Ihnen nur meinen Artikel empfehlen, der beschreibt, wie einfach das Einrichten und verwalten sowie die Geschäftstätigkeit mit einem Onlineshop sind. Sie brauchen also dahingehend wirklich keine Angst zu haben, dass bekommt jeder hin, das kann man über Nacht machen. [/ironimodus aus]

 

 

 

Mal ehrlich, lesen Sie sich bitte meinen obigen verlinken Artikel dazu durch und stellen Sie sich selbst die Frage, ob Sie dazu in der Lage sind oder ob es anfangs nicht besser wäre, die Warenbestände per eBay zu verkaufen. Dort haben sie auf jeden Fall sehr viele Besucher, ohne dass sie sich darum kümmern müssen, dass genau diese Besucher ihr Angebot finden (das wäre nämlich bei Google durchaus der Fall). Die Konkurrenz ist bei eBay nicht weniger als bei Google und eBay sorgt dafür, dass sie auch bei Google mit ihren Produkten und Angeboten gut gelistet sind. Dafür zahlen Sie selbstverständlich einen Preis, der nicht ganz unerheblich ist, so wie ich bei vielen eBay Verkäufern in der letzten Zeit feststelle.

 

 

 

Wie Sie sich auch entscheiden, wünsche Ihnen viel Erfolg

 

 

 

Torsten vom

 

Gründerlexikon

zurück
Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!