Insolvensantrag durch Cybermobbing und Shitstorm bei Facebook?

Das Internet bietet Unternehmen eine breite Möglichkeit an, öffentlich aufzutreten und über neue Produkte oder Dienstleistungen aktuell zu berichten. Dazu nutzen viele Firmeninhaber soziale Netzwerke wie Facebook. Der gute Ruf kann jedoch Schaden nehmen, wenn man Opfer vom Cybermobbing oder Shitstorm wird.

Bild: Trueffelpix / fotolia.com

Was ist Cybermobbing?

Bei Cybermobbing handelt es sich um virtuelles Mobbing, wobei die Kommunikationsmittel im Internet genutzt werden, um Personen oder Unternehmen öffentlich bloßzustellen, zu beleidigen oder zu bedrohen. Die Täter finden dadurch ein breites Publikum: Wird ein solcher Kommentar bei Facebook geteilt, verbreitet sich dessen Inhalt rasant. Ein prominentes Cybermobbing-Opfer ist beispielsweise Paris Jackson, die Tochter vom verstorbenen Michael Jackson, die über Facebook gemobbt wurde.Die beiden Begriffe werden häufig vermischt. Ein Shitstorm ist im Grunde einen Empörungswelle, eine Kritikflut. Ein Post, ein Kommentar oder wie im Fall Amazon eine Dokumentation lösen Empörung auf. Die User von sozialen Netzwerken wie Facebook kritisieren offen und in der Regel bauscht sich das Ganze immer mehr auf. Wikipedia definiert Cybermobbing als

"verschiedene Formen der Diffamierung, Belästigung, Bedrängung und Nötigung anderer Menschen oder Firmen mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel über das Internet. ..."

Was ist ein Shitstorm?

Personen oder Unternehmen, die von einem Shitstorm betroffen sind, werden öffentlich beleidigt und zwar mittels Flut von Nachrichten negativen Inhalts. Shitstorms werden in den sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook losgetreten. chip.de erklärt recht gut, was genau unter einem Shitstorm zu verstehen ist. Wikipedia sieht die Ursache des Shitstorms:

"Massenhafte öffentliche Entrüstung führt dazu, dass sachliche Kritik mit zahlreichen unsachlichen Beiträgen bis hin zur Schmähkritik vermischt und eine sinnvolle Diskussion dadurch verhindert wird. ..."

Wie entsteht Cybermobbing oder wie kommt es zum Shitstorm?

Frau mit einem iPhone in der Hand - liest etwas schlimmes bei Facebook und hat Angst Cybermobbing und Shitstorms können deshalb so verheerend sein, weil die Täter anonym bleiben können. Sie setzen die Beleidungen oder Bloßstellungen in Gang und das Ganze nimmt wie von selbst seinen Lauf: Die Posts oder Videos werden immer weiter geteilt und kommentiert. Die Ursachen sind ganz unterschiedlich. Manchmal führt Langeweile dazu oder man möchte sich bei seinem ungeliebten Chef rächen. Ein Beispiel zeigt, wie schnell die Philosophie eines Unternehmens zerstört und umgedeutet werden kann. Abercrombie & Fitch ist eine Modekette aus Amerika, welches ausschließlich Bekleidung für schlanke Menschen produziert und verkauft. Der Chef der Firma, Mike Jeffries, erklärt stolz, dass er nur die „coolen Kids“, sprich schlanke Kinder und Jugendliche, erreichen möchte. Zudem werden Kleidungsstücke mit Mängeln verbrannt. Das missfiel Greg Karber, einem Drehbuchautor und er drehte ein Video, welches er auf Youtube veröffentlichte. Darin ist zu sehen, wie er Kleidung bei Abercrombie & Fitch einkauft und an Obdachlose verteilt. Somit tragen die Menschen, die laut Jeffries „uncool“ sind, die Mode dieser Kette. Seitdem hat es das Modeunternehmen schwer, seine Philosophie weiterhin zu vertreten. Auch Amazon geriet in einen Shitstorm, dessen Auslöser eine Fernsehdokumentation war, in der die ARD berichtete, wie das Unternehmen seine Mitarbeiter behandelte. Daraufhin war die Flut an negativen Kommentaren  auf der Facebookseite von Amazon kaum zu stoppen.

Mit welchen Konsequenzen muss ein Unternehmen rechnen?

junger Man sitzt vor einer Mauer, den Kopf zwischen den Beinen, eine Tasche steht neben ihm, resigniert, Angst und keine Zukunft mehrIn den meisten Fällen sind die Konsequenzen für das Unternehmen nicht so negativ, wie man annehmen könnte. Amazon hat beispielsweise den Shitstorm einfach ausgesessen. Das Unternehmen verzeichnete zwar direkt nach dem Shitstorm Umsatzrückgänge, doch dies ist meistens von kurzfristiger Natur. So schnell, wie sich die Beleidungswelle aufbaut, so schnell flacht sie auch wieder ab. Anders sieht es beim Markenimage aus, wie im Fall Abercrombie & Fitch.  Das Youtube-Video wird in den Köpfen der über 500 000 User bleiben. Die Firmenphilosophie wirkt somit eher lächerlich und die elitäre Kaufgruppe, die das Modeunternehmen erreichen wollte, wird den Markennamen nicht mehr mit exquisiter Bekleidung in Verbindung bringen.

Kann man sich vor Cybermobbing oder einem Shitstorm schützen?

Es ist schwer, sich gegen Cybermobbing oder einem Shitstorm zu schützen, da die Täter meistens anonym bleiben. Die beste Vorkehrung für ein Unternehmen ist es, ein Krisenszenario auszuarbeiten und sich auf diese Weise vorzubereiten. Die Augsburger Allgemeine veröffentlichte ein sehr hilfreiches Interview zum Thema Cybermobbing. Ein Social Media Experte erklärt dort ua. wie man sich vor Cybermobbing wehren und schützen kann.

Wie unterscheiden sich Cybermobbing und Shitstorm?

Cybermobbing ist dem "normalen" Mobbing ähnlich, nur dass die Beleidigungen und Bloßstellungen öffentlich geschehen. Das ist eher ein Phänomen, das unter Jugendlichen kursiert. Ein Schüler oder eine Schülerin wird offen denunziert, mittels beleidigenden Kommentaren oder heimlich gedrehten Videos oder peinlichen Fotos. Ein Shitstorm wirbelt förmlich durch die sozialen Netzwerke und schwächt meistens schnell wieder ab. Diese Empörungswellen entstehen plötzlich. Beim Cybermobbing geht der Täter gezielter heran. Auch wenn dies häufig aus Langeweile geschieht, ist immer die Absicht da, das Opfer bloßzustellen, zu erniedrigen oder/ und zu beleidigen.

Direkt erklären konnte uns bisher niemand den unterschied, daher haben wir es für unsere Redaktion folgendermaßen definiert:

Cybermobbing betrifft alle Menschen und ist quasi ein Oberbegriff für sämtliche Möglichkeiten, jemanden im Internet oder über die sozialen Medien zu mobben. Cybermobbing ist ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum erstrecken kann. Es beginnt ganz langsam und wird immer mehr. Das hat auch etwas damit zu tun, dass die Zielpersonen häufig nur in einem bestimmten Kreis bekannt ist und überhaupt gar nicht prominent sein muss.

Anders ist, wenn es sich um einen Prominenten handelt, der also in der Öffentlichkeit steht und über den sowohl Zeitungen als auch Fernsehen regelmäßig berichten. Das hat zur Folge, dass derjenige wesentlich stärker und häufiger im Kreuzfeuer der Kritiker und Fans steht und demzufolge wird über denjenigen auch in den sozialen Medien häufiger "erzählt".  Das Erzählen in den sozialen Medien kann sowohl positiv als auch negativ geschehen und gerade im Fall der negativen Kritik kann bei einem Prominenten innerhalb von Minuten oder Stunden ein "Gewitter" (der shitstorm) hereinbrechen. Es wird denunziert, gelästert und eben nicht nur wie bei Nichtprominenten mit kleinen zaghaften Spitzen gemobbt, sondern regelrecht an den Pranger gestellt. Die Geschwindigkeit ist also hier ein entscheidendes Unterschiedskriterium zwischen Cybermobbing und Shitstorm, wobei Shitstorm eine Art des Cybermobbings ist, aber auf eine andere Zielgruppe als das Cybermobbing ausgerichtet.



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