Informationen zu Schuldnern in bundesweitem Vollstreckungsportal

Am 16. Oktober 2012 wurde der Entwurf eines Staatsvertrags zwischen allen deutschen Bundesländern durch Justizminister Hartloff unterzeichnet, durch die Länder gemeinsam ein bundesweites Vollstreckungsportal auf die Beine stellen wollten.

Bild: www.vollstreckungsportal.de

Dieser Vertrag wurde am 12. Dezember 2012 auch vom Landtag durchgewunken und trat damit am 1. Januar 2013 in Kraft. Das Vollstreckungsportal ist seitdem unter www.vollstreckungsportal.de zu finden.

Auch berichteten wir schon früher, wie das Justizministerium das Internet im Rahmen der Zwangsvollsteigerung nutzt (lesen Sie hier den Bericht).

Was ist das Vollstreckungsportal?

Das Vollstreckungsportal soll Schritt für Schritt die Schuldnerverzeichnisse ersetzen, die aktuell noch bei den zuständigen Vollstreckungsgerichten der Länder geführt werden. Es wurde eine Übergangsfrist von fünf Jahren geschaffen. Während dieser Zeit werden zwar noch die herkömmlichen Schuldnerverzeichnisse bei den Amtsgerichten fortgeführt, jedoch sukzessive in die zentral geführten Datenbestände überführt.

Für den Abruf der Daten im Internet gilt allerdings der Stichtag 1. Januar 2013. Ältere Eintragungen, die bereits vor diesem Tag bestanden haben, können auch in Zukunft nicht online abgerufen werden, sondern nur bei den Vollstreckungsgerichten vor Ort. Alle Neueintragungen sollen zukünftig aber im Internet zur Verfügung stehen.

Wie Sie das Vollstreckungsportal nutzen können

Das Vollstreckungsportal bietet Ihnen Informationen zu Ihren Schuldnern. Sie können diese Daten abrufen, wenn Sie ein berechtigtes Interesse nachweisen können. Ein berechtigtes Interesse liegt beispielsweise dann vor, wenn Sie zu einer Forderung einen Vollstreckungstitel beantragt haben. Sie müssen sich zunächst im Vollstreckungsportal registrieren und können anschließend die benötigten Daten anfordern. Hierfür wird eine Pauschale von 4,50 Euro pro Einsichtnahme fällig.

Sie haben so allerdings die Chance, zeitnah an die benötigten Informationen zu gelangen, um adäquate Vollstreckungsmaßnahmen zu ergreifen. Sie haben so zudem die Möglichkeit, Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Vollstreckung zu erhöhen (weitere Informationen zur Zwangsvollstreckung finden Sie in diesem Artikel). Zusätzlich hat das neue Vollstreckungsportal den Vorteil, dass die lokalen Gerichte entlastet werden.



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