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Wirtschaftlichkeitsanalyse: Ist Ihre Idee wirtschaftlich umsetzbar?

Sie wissen inzwischen, wie Sie die Geschäftsidee finden können, die zu Ihnen passt. Sind Sie schließlich fündig geworden, sollten Sie nicht direkt losstürmen und Ihr Unternehmen gründen. Stattdessen ist es wichtig, sich zunächst über die Erfolgsaussichten der Unternehmung Gedanken zu machen. Hierzu sollten Sie den Markt für Ihre Geschäftsidee genauer unter die Lupe nehmen. Sie müssen zum einen wissen, ob Ihre potentielle Zielgruppe überhaupt einen Bedarf hat und Ihr Produkt nachfragt. Zum anderen sollten Sie aber auch herausfinden, wie groß die Konkurrenz ist.

Das Angebot: Ihre Wettbewerber

Finden Sie zunächst heraus, wie viele Konkurrenten dasselbe Produkte oder die gleiche Dienstleistung wie Sie anbieten. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Recherche allerdings auch Unternehmen, die ein Ersatzprodukt (Substitutionsgut) anbieten. Planen Sie also beispielsweise die Eröffnung eines indischen Restaurants, so zählen nicht nur andere indische Restaurants als Ihre Konkurrenten, sondern gegebenenfalls auch deutsche, asiatische oder italienische Restaurants, die um Gäste buhlen.

Die Analyse Ihrer Wettbewerber ist erstaunlich einfach. Wir haben für Sie verschiedenste Ansatzpunkte aufgelistet, mit denen Sie mehr über ihre Zahl und ihre Ausprägung in Erfahrung bringen können:

  • Suchen Sie bei eBay nach Ihrem Produkt – die Anzahl der entsprechenden Anbieter ist sehr aufschlussreich.
  • Strengen Sie Google an: Wie viele Onlineshops finden Sie, die Ihr Produkt anbieten? Welche sonstigen Bezugsquellen oder Anbieter werden gelistet?
  • Nutzen Sie unseren Artikel zum Thema Lieferanten, dort finden Sie eine Vielzahl von Verzeichnissen und Services zum Finden von Lieferanten
  • Stöbern Sie bei Amazon. Neben der direkten Belieferung durch Amazon gibt es häufig auch Marketplace-Lieferanten, die zusätzlich Ihr Produkt im Angebot haben können.
  • Wenn Ihr Geschäft „offline“ stattfinden wird, sich also beispielsweise im Handwerk oder im Dienstleistungssektor abspielt, können auch regionale Branchenbücher, Telefonbücher und Wirtschaftsauskunfteien hilfreich sein.
  • Handelt es sich um ein neu erfundenes Produkt, sollten Sie auch die Recherche beim Deutschen Marken- und Patentamt (DPMA) nicht vergessen. Hier finden Sie heraus, ob jemand anders bereits ein ähnliches Produkt zum Patent angemeldet hat.

Markt selbst prüfen – Geht das überhaupt?

Im ersten Schritt Ihrer Überlegungen agieren Sie noch alleine – einen Berater suchen Sie erst später, wenn Sie von Ihrer Geschäftsidee überzeugt sind. Doch können Sie als Laie überhaupt einen Markt analysieren? Sie können ohne fundiertes Datenmaterial zwar keine fundierte Marktanalyse vornehmen. Einen ersten Vorabüberblick können Sie sich aber auch mit Ihren eigenen Mitteln verschaffen.

Marktforschung betreiben

Jedes Unternehmen, jeder Geschäftsbetrieb und jeder Freiberufler ist nur dann wirtschaftlich erfolgreich, wenn seine Produkte Anklang bei den Kunden finden und von diesen erworben werden. Von Beginn an ist es daher unentbehrlich, das Angebot des Unternehmens auf die Kundenwünsche auszurichten und sich darüber hinaus sichtbar am Markt zu positionieren. 

Die entsprechende Datenbasis hierfür liefert die Marktforschung, die damit von der Entwicklung des Businesskonzeptes an ein entscheidendes betriebswirtschaftliches Instrument darstellt. 

Systematisch im Marketing angesiedelt, stellt die Marktforschung auch Entscheidungsgrundlagen für zahlreiche weitere Unternehmensbereiche dar. So lassen sich aufgrund der ermittelten Erkenntnisse nicht nur geeignete Werbe- und Kommunikationsstrategien erarbeiten, sondern auch wesentliche Entscheidungen hinsichtlich des Produktionsprogrammes oder der Beschaffung treffen. 

Aufgaben und Ziele der Marktforschung

Dem frühzeitigen Erkennen der Kundenwünsche und Trends in der Marktentwicklung kommt zentrale Bedeutung bei. Die Marktforschung untersucht daher folgende Entwicklungen: 
 

  • Die aktuelle Situation auf den relevanten Handelsmärkten.
  • Risiken und Chancen in den einzelnen Kundensegmenten
  • Aktuelle und prognostizierte Bedürfnisse dieser Kunden.
  • Die Positionierung der Konkurrenz auf dem Markt und die
  • Das Verhalten der Kunden und das Verhalten der Konkurrenz.

Die entsprechenden Daten werden im Rahmen einer empirischen Erhebung ermittelt. Auch die Analyse der Daten und deren repräsentative Aufbereitung als Entscheidungsgrundlage gehört in den Aufgabenbereich der Marktforschung.

Eingesetzte Methoden

Ausgehend von der Zielsetzung wird zwischen qualitativer und quantitativer Marktforschung unterschieden. Während im Rahmen letzterer quantitative Werte über den Markt ermittelt werden, zu denen zum Beispiel der Marktanteil gehört, steht die qualitative Marktforschung vor der Aufgabe, die Verhaltensweisen der Kunden am Markt zu verstehen, und deren Einstellungen und Wünsche zu ermitteln. 

Die Marktforschung greift dabei auf Methoden der empirischen Sozialforschung zurück. Befragungen der Kunden auf persönlicher oder telefonischer Basis oder die Erhebungen in Testlabors (Beobachtung, Akzeptanztest, Degustationstests, Eyetracking, u.a.) stellen primäre Erhebungsmethoden dar. Um aus der Befragung eines kleinen Ausschnitts der Bevölkerung (Stichprobe) adäquat auf das Kundenverhalten allgemein schließen zu können, unterliegen die angewandten Verfahren strengen sozialwissenschaftlichen Kriterien.

Zu den sekundären Methoden der Marktforschung gehört die Auswertung von bereits anderweitig erhobenen Daten. Die Entwicklung der Umsatzzahlen, Reklamations- und Beschwerdezahlen, aber auch statistische Jahrbücher oder Geschäftsberichte der Konkurrenz liefern wertvolle Hinweise zur eigenen Unternehmensausrichtung.

Marktforschung als Dienstleistungsangebot

Während große Unternehmen zumeist über eigene Marktforschungsabteilungen verfügen, greifen kleinere Wirtschaftsbetriebe auf die Dienste hierauf spezialisierter Anbieter
zurück, die mit ihrer methodischen Erfahrung und der bereits vorhandenen Ausstattung wesentlich schneller und sicherer die entsprechenden Daten erheben können. Aufgrund der hohen Bedeutung, der der Marktforschung für den Erfolg eines Unternehmens zukommt, verzeichnen Marktforschungsinstitute weltweit Umsätze in Milliardenhöhe. 

Die Nachfrage: Das Interesse der Verbraucher einschätzen

Möchten Sie ein bestehendes Produkt oder eine bekannte Dienstleistung anbieten, müssen Sie zumindest die grundlegende Frage nach der Nachfrage nicht mehr beantworten. Deutlich relevanter ist für Sie dann die Frage nach dem Umfang der Nachfrage sowie des Potentials, das Ihnen der Markt für Ihre Geschäftsidee bietet. Für bestehende Märkte gibt es häufig bereits empirisches Datenmaterial, das Sie für Ihre Auswertung heranziehen können. Geeignete Datenquellen sind dann beispielsweise:

  • Industrie- und Handelskammer / Handwerkskammer
  • Statistisches Bundesamt
  • Forschungsinstitut (z. B. DIW, Fraunhofer Institut)
  • Fachverbände
  • Branchenreports (z. B. von Statista.de)

Oft gibt es noch kein oder nur lückenhaftes Datenmaterial – dies ist nicht nur bei innovativen Geschäftsideen der Fall, sondern auch bei kleineren Märkten, denen ein eher geringes öffentliches Interesse zukommt. Ihnen bleibt dann nichts anderes übrig, als die notwendigen Daten selbst zu beschaffen. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten:

Informationen von Wettbewerbern im Internet

Wird Ihr Produkt online verkauft, können Ihnen Ihre Wettbewerber die notwendigen Informationen verschaffen. Ist das Produkt bei eBay gelistet, können Sie die Angebote Ihrer Wettbewerber genauer unter die Lupe nehmen. Häufig sind die Auktionen mit einem Besucherzähler ausgestattet, der Ihnen anzeigt, wie viel Interesse die Nutzer an dem jeweiligen Produkt zeigen. Bei Sofortkauf-Angeboten wird oft angezeigt, wie häufig der Artikel bereits verkauft wurde. Für Sie sind dies interessante Anhaltspunkte. Auch die Kundenbewertungen der bei Amazon gelisteten Artikel sehen Sie sich genauer an. Verfügt ein Produkt dort über sehr viele (positive) Bewertungen, so ist die Wahrscheinlichkeit hoher Verkaufszahlen groß.

Zudem kann die Menge an Wettbewerbern interessante Rückschlüsse ermöglichen. Gibt es beispielsweise viele Anbieter für ein Produkt, dürfen Sie vorsichtig davon ausgehen, dass es bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad aufweist und es bei der Zielgruppe gut ankommt. Sonst wären nicht so viele Händler „auf den Zug aufgesprungen“.

Umfragen im Internet

Sie können Ihre Zielgruppe direkt befragen, indem Sie sich der Mittel des Internets bedienen. Insbesondere Internetforen, die sich speziellen Themen widmen, sind hierfür bestens geeignet. Stellen Sie dort in zwei bis drei Sätzen Ihre Idee vor und bitten Sie die Forenmitglieder um Ihre Meinung. Fragen Sie gezielt nach der Kaufbereitschaft, etwaigen Einwänden oder Kritikpunkten. In größeren Foren können Sie oft mehrere tausend Menschen erreichen. Zwar wird sich stets nur ein eher minimaler Bruchteil an einer solchen Umfrage beteiligen. Dennoch werden Sie interessante Einblicke gewinnen. Lesen Sie auch meinen Artikel Umfragen und wozu sie gut sind.

Hier einige Anbieter von Onlineumfragen

Umfragen auf den Straßen

Besonders aufschlussreich, dafür aber umso aufwändiger, ist die Durchführung einer Umfrage auf den Straßen, beispielsweise an Ihrem Wohnort oder in der nächstgrößeren Stadt (je nachdem, wo Sie Ihre Zielgruppe zu finden hoffen). Sprechen Sie die Menschen an und bitten Sie sie, Ihnen einige kurze Fragen zu beantworten, nachdem Sie ihnen die Geschäftsideen in zwei bis drei kurzen Sätzen geschildert haben. Berücksichtigen Sie insbesondere folgende Fragen:

  • Empfinden Sie das Produkt/die Dienstleistung für Ihren eigenen Bedarf sinnvoll?
  • Wären Sie bereit, den angedachten Preis von x Euro für das Produkt zu bezahlen?
  • Welchen Preis wären Sie bereit zu bezahlen, wenn Ihnen der angedachte Preis zu hoch erscheint?
  • Kaufen Sie bereits dasselbe Produkt eines anderen Herstellers oder ein ähnliches Produkt? Wenn ja, welches?

Diese Vorgehensweise zeigt Ihnen zum einen, ob es überhaupt eine Nachfrage zu Ihrem Produkt gibt, zum anderen aber auch, ob Ihre Preisvorstellung realistisch ist. Fällt das Feedback im Rahmen Ihrer Umfrage tendenziell eher negativ aus, sollten Sie Ihre Geschäftsidee und ggf. Ihre Preisgestaltung überdenken.

Auch hier Anbieter von Straßenumfragen

Internet-Tools verwenden

Google stellt Ihnen mit Google AdWords (Keywordplaner, Anmeldung nötig) und Google Trends zwei Tools zur Seite, die Ihnen bei der Analyse der Nachfrage behilflich sein können. Suchen Sie in Google AdWords nach wichtigen Schlagwörtern in Zusammenhang mit Ihrem Produkt (z. B. Produktname), erhalten Sie einen zahlenmäßigen Wert, der Ihnen anzeigt, wie viele Menschen monatlich nach diesem Produkt suchen.

Google Trends hingegen vermag auf der Basis von Vergangenheitswerten zu prognostizieren, wie sich die Nachfrage nach Ihrem Thema entwickeln könnte. Zudem liefert der Dienst interessante Informationen zur regionalen und saisonalen Verteilung des Interesses der Suchmaschinennutzer. Ich habe Google Trends am Beispiel der Suchanfrage Einkommensteuer beschrieben.

Die weitere Vorgehensweise

Sollte Ihre Prüfung ergeben, dass es für Ihre Geschäftsidee einen Markt gibt, sollten Sie im nächsten Schritt weitere Aspekte genauer unter die Lupe nehmen. Prüfen Sie, ob Ihre Geschäftsidee standort- oder saisonabhängig ist und welche Auswirkungen dies auf Ihren Erfolg haben könnte.

Ist der Markt standortabhängig?

Ob es für Ihre Geschäftsidee überhaupt einen Markt gibt, haben Sie nun erfolgreich geprüft. Nun sollten Sie sich mit der Frage auseinandersetzen, inwiefern Ihr Markt standortabhängig ist. Dies kann einen wesentlichen Einfluss darauf haben, wie groß Ihre Absatzchancen sind. Um eine Standortanalyse durchzuführen, können Sie Onlinetools zur Standortanalyse verwenden.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Möglichkeiten der Standortanalyse im Netz! Aber auch ohne solche Werkzeuge können Sie Ihren Standort problemlos analysieren.

Die wichtigsten Schritte bei der Standortanalyse

Um sich näher mit Ihrem Standort zu beschäftigen, stellen Sie sich folgende Fragen:

Fragenkatalog Standortanalyse

Leitfragen

Standortabhängigkeit

Wie groß ist mein Einzugsgebiet? Welchen Anfahrtsweg werden meine Kunden bereit sein, in Kauf zu nehmen?

Je wichtiger Ihre Waren für den Kunden sind, desto längere Anfahrtswege wird er akzeptieren. Für Supermärkte liegt diese Bereitschaft im Regelfall eher bei 5 bis 10 Minuten. Zum Fachhandel hingegen werden oft längere Anfahrtswege von bis zu 30 Minuten akzeptiert. Je kleiner Ihr Einzugsgebiet ist, desto abhängiger sind Sie von Ihrem Standort.

Wie groß ist das mögliche Marktvolumen vor Ort?

Beschaffen Sie sich Informationen zu den Strukturen in der Bevölkerung sowie deren Kaufkraft. Finden Sie so heraus, wie viele potentielle Kunden es in Ihrem Einzugsgebiet gibt – je mehr es sind, desto unabhängiger sind Sie von Ihrem Standort.

Wie viele Wettbewerber sind vor Ort? Wie stark sind sie?

Finden Sie heraus, wie viele Wettbewerber es vor Ort gibt, die dasselbe Sortiment anbieten wie Sie. Relevant sind außerdem Unternehmer, die Substitutionsgüter anbieten (z. B. für ein deutsches Restaurant wäre auch ein italienisches Restaurant ein Wettbewerber). Berücksichtigen Sie außerdem Wettbewerber, die am Rand Ihres Einzugsgebiets angesiedelt sind, da sie Ihr Kundenfeld „von hinten aufräumen“ können. Je größer die Konkurrenz vor Ort ist, desto abhängiger sind Sie von Ihrem Standort.

Weitere relevante Faktoren für Ihre Überlegungen sind:

  • die Verkehrsanbindung
  • der Arbeitsmarkt
  • der Hebesatz für die Gewerbesteuer
  • die Bildungsmöglichkeiten

Ihr Vertriebskanal: Wichtig für die Standortentscheidung

Sollten Sie sich für den Vertriebskanal Internet bzw. Versandhandel entschieden haben, sind Sie im Regelfall standortunabhängig – Sie können Ihre Produkte deutschlandweit anbieten und bei Bedarf später sogar ins Ausland expandieren. Anders sieht es hingegen aus, wenn Sie ein lokales Geschäft mit einem Bezug zur Region unterhalten. Dies ist beispielsweise bei normalen Handwerkern und Dienstleistern sowie stationären Einzelhändlern der Fall – sie können räumlich meist nur expandieren, indem sie zusätzliche Filialen eröffnen oder weite Anfahrtswege in Kauf nehmen. Die Standortabhängigkeit ist hier enorm.

Eine Art Mittelweg stellt der Handel mit regionalen Produkten dar. Ihr Geschäft ist dann tief in der Region verwurzelt. Genießen die Produkte allerdings auch deutschlandweit oder international großes Ansehen, kommt auch die Distribution über die Regionsgrenzen hinaus in Frage (z. B. Spargelanbau in einigen bestimmten Regionen mit regionaler Verwurzelung, die Händler beliefern aber zusätzlich ganz Deutschland).

Prüfen Sie im nächsten Schritt, ob Ihr Markt saisonabhängig ist, also lediglich saisonal betrieben werden kann.

Ist der Markt zeitabhängig?

Nachdem Sie nun wissen, ob Ihr Markt standortabhängig ist, sollten Sie sich dessen bewusst werden, ob Sie von einer bestimmten Zeit oder Saison abhängig sind. Dies kann Ihre Kalkulation nachhaltig beeinflussen.

Was ist ein Saisonbetrieb?

Ein Saisonbetrieb liegt immer dann vor, wenn Sie nur während einer bestimmten Zeitspanne in nennenswertem Umfang Umsätze tätigen können. Außerhalb der Saison erzielen Sie entweder überhaupt kein Einkommen oder zumindest deutlich weniger.

Beispiele für saisonal abhängige Betriebe

Es gibt eine Vielzahl von Branchen, die von einer bestimmten Saison abhängig sind. Zur Verdeutlichung seien einige Beispiele genannt:

  • Tourismus: Betroffen sind hiervon nicht nur Hotels und Campingplätze, sondern auch andere für Urlauber tätige Dienstleister wie Surfschulen, Bootsverleihe, Strandkorbvermieter, Bergbahnen, Skilifte, Bergalmen und Restaurants. Häufig sind sie von den Jahreszeiten abhängig (z. B. Wintersportgebiete, Regionen für typischen Sommerurlaub). Stets besteht jedoch eine gewisse Abhängigkeit von den typischen Ferien- und Urlaubszeiten.
  • Baubranche: Die Baubranche ist häufig von der Saison abhängig. Viele Maurer und Dachdecker sind im Winter arbeitslos. Sind die Temperaturen zu kalt werden sie entlassen und im Frühjahr wieder eingestellt.
  • Gastronomie: Auch in der Gastronomie sind viele saisonabhängige Betriebe vertreten, beispielsweise reine Sommer-Biergärten, Eisdielen oder auch Gastronomiebetriebe an typischen Sommer-Ausflugszielen wie Seen oder Flüssen.
  • Landwirtschaft: Stark spezialisierte, landwirtschaftliche Betriebe sind oft saisonal abhängig. Spargelbauern beispielsweise verbringen zwar einen gewissen Teil des Jahres mit den Vorbereitungen, Einnahmen erzielen sie aber nur von März bis Ende Juni.
  • Jahreszeitenabhängige Produkte: Es gibt eine Vielzahl von Produkten, die nur zu bestimmten Jahreszeiten nachgefragt werden bzw. von Feiertagen abhängen. Typische Beispiele sind Lebkuchen, Christbaumständer und Lametta zu Weihnachten, Feuerwerkartikel und Böller zu Sylvester oder auch Ostereier und Schokoladenhasen zu Ostern. Badeanzüge und Planschbecken im Sommer sowie Winterstiefel und Wollmützen im Winter gehören ebenfalls zu den jahreszeitenabhängigen Produkten.

Was das für Sie bedeutet

Sollten Sie festgestellt haben, dass Ihr Betrieb saisonabhängig ist, sollten Sie dringend Ihre Kalkulation prüfen. Außerhalb der Saison werden Sie kein oder nur ein sehr geringes Einkommen erzielen. Je nach Geschäft werden Sie während dieser Zeit sogar Geld investieren müssen. Sie müssen also während dieser Monate nicht nur Ihren Lebensunterhalt überbrücken können, sondern unter Umständen auch diverse geschäftliche Ausgaben. All diese Kosten müssen Sie während der mitunter kurzen Saison wieder hereinholen.

Brauchen Sie die Hilfe von Mitgründern?

Nachdem die Geschäftsidee geprüft, der Markt, der Standort sowie die Zeit berücksichtigt und letztlich auch die Idee an sich noch einmal gecheckt wurde, sollten Sie die Frage nach den Mitgründer nicht vergessen. 

Bei vielen Ideen ist die Hilfe eines Mitunternehmers unabwendbar, denn eine Person allein kann nicht immer alle fachlichen Voraussetzungen mit sich bringen. Ich schreibe bewusst von fachlichen Voraussetzungen, denn finanzielle Probleme könnte der Existenzgründer ja auch durch einen Kredit bei seiner Hausbank lösen. 

Im Großen und Ganzen gibt es für Sie nur zwei Situationen, die ich Ihnen im Folgenden vorstellen möchte. Ich werde insbesondere darauf eingehen, was sich durch die Mitunternehmerschaft und den Mitgründer in Zukunft ändern wird. Dahingehend werde ich direkt auf entsprechende Artikel verlinken. Außerdem möchte ich Ihnen gerade in dieser Thematik eine Checkliste und eine Fragenkatalog empfehlen, welche Ihnen bei der Akquise und der Auswahl eines Mitgründers in Zukunft helfen sollen. 

Sie werden später noch Gelegenheit haben, mit einem Berater über die Probleme, Veränderungen und Lösungsansätze der Mitunternehmerschaft zu diskutieren. Es kann selbstverständlich auch durchaus sein, dass Ihr Berater Ihnen von einem Mitgründer abrät, trotzdem sollen Sie gerade in dieser Phase über Ihre Geschäftsidee nachdenken und prüfen, ob der Mitunternehmer tatsächlich nötig ist und was sich durch ihn verändern wird. Das sollten Sie allein und zwar jetzt tun, bevor ein Berater in Zukunft diesen Gedanken für Sie denkt und Ihnen eine Entscheidung in den Mund legt.

1. Mitgründer bereits vorhanden

Was ändert sich? Im Folgenden einige Dinge, die sich durch einem Mitgründer entweder definitiv ändern werden oder Dinge, die sich vielleicht ändern könnten.

Wahl der Rechtsform

Ich beginne ganz bewusst mit der Änderung hinsichtlich der Rechtsform, denn daraus ergeben sich weitere Folgeveränderungen für die nachfolgenden Bereiche. Sobald mehr als ein Unternehmer eine Firma gründet, gibt es unterschiedlich viele Rechtsformen, welche die beiden oder die Gruppe nutzen kann. Die einfachste Form ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (kurz: GbR), dabei sind die Mitunternehmer gleichberechtigt. Eine andere Form ist die stille Teilhaberschaft, (siehe auch stille Beteiligung sowie die atypische Beteiligung im Gegensatz zur typischen Beteiligung).

Hier ist nach außen für Geschäftspartner oder Kunden nicht erkennbar, dass das Unternehmen aus mehr als einer Person besteht. Die beteiligte Person muss dabei kein Mitspracherecht oder eine Beteiligung am Vermögen der Gesellschaft haben, kann aber.

Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeiten der GmbH, der Kommanditgesellschaft, der offenen Handelsgesellschaft und natürlich auch der Aktiengesellschaft, was aber in diesem Artikel nicht Schwerpunkt sein soll. Hinsichtlich der Wahl der richtigen Rechtsform werde ich in zukünftigen Artikeln weitere Informationen geben. Beschränken wir uns zunächst auf die Variante der GbR (der gleichberechtigten und nach außen hin erkennbaren Mitunternehmerschaft) und der stillen Beteiligung.

Hinweis:

Gerade wenn mehrere Personen in der Unternehmung eine Rolle spielen, empfehle ich dringend einen Rechtsanwalt oder zumindest einen fachkundigen Steuerberater zu Hilfe zu nehmen. Dieser Experte sollte auf jeden Fall alle über die Rechte und Pflichten aufklären und Vereinbarungen schriftlich festhalten, so dass es später zu keinerlei Streitigkeiten wegen nicht vorhandenen Verträge oder Vereinbarungen kommen kann. (Gerade das ist der Grund, weswegen sich sehr viele Existenzgründer von ihren Mitunternehmern trennen und nur wegen mangelnder vertraglicher Vereinbarungen alles in die Brüche geht.)

Oftmals reicht schon ein Telefonat mit einem Rechtsanwalt, aber selbstverständlich gibt es auch andere Möglichkeiten, sich einen juristischen Rat zu holen. Zum Beispiel entsprechende Rechtsportale, wo gezielt und anonym Fragen gestellt werden können, welche dann von Fachanwälten beantwortet werden. Oder aber auch der Rechtsanwalt vor Ort. Sie sollten sich genau das aussuchen, was am ehesten Ihren Bedürfnissen oder dem Umfang Ihrer Fragen entspricht.

Beispiel:

Wenn Sie einen Vertrag benötigen, würde ich das nicht am Telefon mit dem Rechtsanwalt klären. Wenn Sie sich jedoch unsicher darüber sind, ob der Mitgründer den Vertrag unterschreiben muss oder nicht, können Sie das durchaus mit einem vielleicht fünf minütigen Telefonat mit dem Anwalt absprechen. In diesem Fall kann man sich tatsächlich den weiten Weg zum Anwalt, den Termin und die doch sehr viel teurere Beratung vor Ort sparen.

 

Buchführung und Steuererklärung

Sicher können Sie sich vorstellen, dass es durch einen Mitgründer auch in der Buchführung und insbesondere bei der Erstellung der notwendigen betrieblichen (vielleicht auch privaten) Steuererklärungen zu diversen Veränderungen kommen kann. Und Sie haben richtig getippt, es kommt zu Veränderungen, was selbstverständlich auch zu einem Mehraufwand und damit höheren Kosten führt, zum Beispiel beim Steuerberater oder schlichtweg in der gesamt benötigten Zeit für die Administration. Folgende Dinge könnte sich bei einer Personen- oder kapitalgesellschaft verändern:

  • gesonderte und einheitliche Feststellung in der Einkommensteuererklärung (Gewinn- bzw. Verlustaufteilung)
  • Sonderbetriebseinnahmen / Sonderbetriebsausgaben
  • Körperschaftsteuer (bei Kapitalgesellschaften)
  • Gesellschafterverträge
  • Kosten für Buchführung, Steuererklärungen und Gewinnermittlungen steigen

Finanzplan, Investitionen und Finanzierung

Durch die erhöhte Anzahl der Mitunternehmer, steht gegebenenfalls mehr Kapital zur Verfügung als es bei einem Einzelunternehmen der Fall wäre. Dadurch muss gegebenenfalls weniger fremdfinanziert werden, was wiederum Finanzierungskosten spart.

Der Finanzplan wird jedoch nur dann beeinflusst, wenn die Mitunternehmer Vermögen in Form von Kapital oder Sachvermögen mit in das Unternehmen einbringen. Sofern der Mitunternehmer ausschließlich idiellen Zwecken in das Unternehmen eingebracht werden soll, entfällt selbstverständlich die Beeinflussung des Finanzplans durch die Mitunternehmer.

Konfliktmanagement

Mehrere Leute heißt in der Regel immer mehrere Meinungen und damit ein größeres Konfliktpotenzial, daher sollten Sie bereits im Vorfeld ein Auge auf Ihr Konfliktmanagement werfen. So wird es in Zukunft nicht zu schnell zu personellen Problemen kommen, was wiederum zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet und vielleicht auch Kosten im Unternehmen verursacht. Ich möchte damit nicht sagen, dass es zu gar keinen Problemen kommen wird, wenn Sie aber ein gutes Konfliktmanagement haben, werden Sie auf entsprechende Probleme gut vorbereitet sein und können diese auf jeden Fall besser meistern, als wenn Sie sich im Vorfeld überhaupt nicht vorbereitet haben.

Organisation, Planung und Unternehmensführung

Eins ist klar: Bei mehreren Leuten muss immer mehr organisiert werden, als es bei einem einzelnen Unternehmer der Fall ist.

Es geht schon mit der Planung des Kalenders für mehrere Leute los (Tipp: Google Kalender nutzen!) aber auch die Organisation bei der Zusammenarbeit an Projekten und wie das gesamte Unternehmen intern geführt und extern mit mehreren Gesellschaftern, Geschäftsführern und Mitarbeitern präsentiert wird. Wer hat welche Befugnisse, das sollte schon eindeutig geklärt sein, um Missverständnisse gegenüber Geschäftspartnern und Kunden zu vermeiden.

2. Mitgründer noch nicht vorhanden

Das ist noch lange kein Grund, die Geschäftsidee zu verwerfen und die Existenzgründung nicht wie geplant voranzutreiben. Auch diese Situation stellt den Existenzgründer vor Probleme, die ich jedoch auf folgende reduzieren kann:

  1. Brauche ich wirklich einen Mitunternehmer?
  2. Wo finde ich geeignete Mitunternehmer für meine Firma?
  3. Was muss ich bei der Akquise eines Mitgründers beachten?

Mit diesen Fragen steht und fällt das weitere Vorgehen und die Existenz der Unternehmung.

Brauche ich wirklich einen Mitunternehmer?

Sehr oft redet man sich ein, man könnte ohne fremde Hilfe gar nicht gründen, jedoch sollte man tatsächlich im Vorfeld prüfen, ob dem wirklich so ist. Der Knackpunkt bei der Beantwortung der Frage ist: Dem Mitgründer muss man vertrauen können, denn er muss die Aufgaben auch tatsächlich besser als man selbst erledigt, andernfalls brauchte man ja keinen Mitgründer. Bitte beantworten Sie sich also offen und vor allem ehrlich diese Frage, was letztlich die Schlussfolgerung nach der wahren Notwendigkeit eines Mitgründers zulässt.

Wo kann ich einen Mitgründer akquirieren?

Da dieses Thema zu einer Menge Portalen führt, habe ich einen Extraartikel dazu geschrieben. Ich bitte Sie nun, Lesen Sie den Artikel Mitgründer gesucht: Wo und wie finde ich geeignete Mitunternehmer für meine Firma?!

In diesem Artikel stelle ich einige deutsche aber auch englische Marktplätze vor, wo Mitgründer gesucht, gefunden, ausgeschrieben oder annonciert werden können.

Was muss ich bei der Akquise eines Mitgründers beachten?

Wie ich bereits oben geschrieben habe, ist das Vertrauen zum Mitgründer das A und O. Nicht weniger Wichtig ist die Frage: Sind die Mitgründer kompatibel zueinander? Sprich: Die Kompatibilität der Gründer untereinander muss passen. Um das herauszufinden, sollte man ein paar gemeinsame Tagesaufgaben erledigen. Stellt Sie sich kleine Aufgaben, die Sie mit Ihrem "WunschMitgründer" gemeinsam erledigen und finden Sie während dieser Zeit heraus, ob zwischen Ihnen überhaupt die Chemie stimmt.

Auch zu dieser Frage habe ich einen gesonderten Artikel verfasst, da es den Rahmen dieses Artikel sprengen würde.

Nachdem Sie nun wissen, ob Sie einen Mitgründer benötigen, zeige ich Ihnen im folgenden Artikel wo Sie einen Mitunternehmer herbekommen. Danach gehen Sie in die Informations- und Planungsphase. und sollten lesen, wie Sie einen Berater suchen!

Lesen und beantworten Sie nun folgende Fragen:

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Meine Name ist Torsten Montag, ich betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. 2019 habe ich die GründerAkademie gegründet. Hier finden Sie all die Dinge, die mir geholfen haben, ein erfolgreicher Unternehmer zu werden. Machen Sie zuerst meinen UnternehmerTest oder erkundigen Sie sich jetzt unverbindlich zu meinem Existenzgründerseminar für zu Hause!


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