Gibt es einen Markt für die Geschäftsidee?

Sie wissen inzwischen, wie Sie die Opens internal link in current windowGeschäftsidee finden können, die zu Ihnen passt. Sind Sie schließlich fündig geworden, sollten Sie nicht direkt losstürmen und Ihr Unternehmen gründen. Stattdessen ist es wichtig, sich zunächst über die Erfolgsaussichten der Unternehmung Gedanken zu machen. Hierzu sollten Sie den Markt für Ihre Geschäftsidee genauer unter die Lupe nehmen. Sie müssen zum einen wissen, ob Ihre potentielle Zielgruppe überhaupt einen Bedarf hat und Ihr Produkt nachfragt. Zum anderen sollten Sie aber auch herausfinden, wie groß die Konkurrenz ist.

Lupe und Kugelschreiber
Bild: siepmannH / pixelio.de

Das Angebot: Ihre Wettbewerber

Finden Sie zunächst heraus, wie viele Konkurrenten dasselbe Produkte oder die gleiche Dienstleistung wie Sie anbieten. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Recherche allerdings auch Unternehmen, die ein Ersatzprodukt (Substitutionsgut) anbieten. Planen Sie also beispielsweise die Eröffnung eines indischen Restaurants, so zählen nicht nur andere indische Restaurants als Ihre Konkurrenten, sondern gegebenenfalls auch deutsche, asiatische oder italienische Restaurants, die um Gäste buhlen.

Die Analyse Ihrer Wettbewerber ist erstaunlich einfach. Wir haben für Sie verschiedenste Ansatzpunkte aufgelistet, mit denen Sie mehr über ihre Zahl und ihre Ausprägung in Erfahrung bringen können:

  • Suchen Sie bei eBay nach Ihrem Produkt – die Anzahl der entsprechenden Anbieter ist sehr aufschlussreich.
  • Strengen Sie Google an: Wie viele Onlineshops finden Sie, die Ihr Produkt anbieten? Welche sonstigen Bezugsquellen oder Anbieter werden gelistet?
  • Nutzen Sie unseren Opens internal link in current windowArtikel zum Thema Lieferanten, dort finden Sie eine Vielzahl von Verzeichnissen und Services zum Finden von Lieferanten
  • Stöbern Sie bei Amazon. Neben der direkten Belieferung durch Amazon gibt es häufig auch Marketplace-Lieferanten, die zusätzlich Ihr Produkt im Angebot haben können.
  • Wenn Ihr Geschäft „offline“ stattfinden wird, sich also beispielsweise im Handwerk oder im Dienstleistungssektor abspielt, können auch regionale Branchenbücher, Telefonbücher und Wirtschaftsauskunfteien hilfreich sein.
  • Handelt es sich um ein neu erfundenes Produkt, sollten Sie auch die Recherche beim Deutschen Marken- und Patentamt (DPMA) nicht vergessen. Hier finden Sie heraus, ob jemand anders bereits ein ähnliches Produkt zum Patent angemeldet hat.

Markt selbst prüfen – Geht das überhaupt?

Im ersten Schritt Ihrer Überlegungen agieren Sie noch alleine – Opens internal link in current windoweinen Berater suchen Sie erst später, wenn Sie von Ihrer Geschäftsidee überzeugt sind. Doch können Sie als Laie überhaupt einen Markt analysieren? Sie können ohne fundiertes Datenmaterial zwar keine fundierte Marktanalyse vornehmen. Einen ersten Vorabüberblick können Sie sich aber auch mit Ihren eigenen Mitteln verschaffen.

Marktforschung betreiben

Jedes Unternehmen, jeder Geschäftsbetrieb und jeder Freiberufler ist nur dann wirtschaftlich erfolgreich, wenn seine Produkte Anklang bei den Kunden finden und von diesen erworben werden. Von Beginn an ist es daher unentbehrlich, das Angebot des Unternehmens auf die Kundenwünsche auszurichten und sich darüber hinaus sichtbar am Markt zu positionieren. 

Die entsprechende Datenbasis hierfür liefert die Marktforschung, die damit von der Entwicklung des Businesskonzeptes an ein entscheidendes betriebswirtschaftliches Instrument darstellt. 

Systematisch im Marketing angesiedelt, stellt die Marktforschung auch Entscheidungsgrundlagen für zahlreiche weitere Unternehmensbereiche dar. So lassen sich aufgrund der ermittelten Erkenntnisse nicht nur geeignete Werbe- und Kommunikationsstrategien erarbeiten, sondern auch wesentliche Entscheidungen hinsichtlich des Produktionsprogrammes oder der Beschaffung treffen. 

Aufgaben und Ziele der Marktforschung

Dem frühzeitigen Erkennen der Kundenwünsche und Trends in der Marktentwicklung kommt zentrale Bedeutung bei. Die Marktforschung untersucht daher folgende Entwicklungen: 
 

  • Die aktuelle Situation auf den relevanten Handelsmärkten.
  • Risiken und Chancen in den einzelnen Kundensegmenten
  • Aktuelle und prognostizierte Bedürfnisse dieser Kunden.
  • Die Positionierung der Konkurrenz auf dem Markt und die
  • Das Verhalten der Kunden und das Verhalten der Konkurrenz.

Die entsprechenden Daten werden im Rahmen einer empirischen Erhebung ermittelt. Auch die Analyse der Daten und deren repräsentative Aufbereitung als Entscheidungsgrundlage gehört in den Aufgabenbereich der Marktforschung.

Eingesetzte Methoden

Ausgehend von der Zielsetzung wird zwischen qualitativer und quantitativer Marktforschung unterschieden. Während im Rahmen letzterer quantitative Werte über den Markt ermittelt werden, zu denen zum Beispiel der Marktanteil gehört, steht die qualitative Marktforschung vor der Aufgabe, die Verhaltensweisen der Kunden am Markt zu verstehen, und deren Einstellungen und Wünsche zu ermitteln. 

Die Marktforschung greift dabei auf Methoden der empirischen Sozialforschung zurück. Befragungen der Kunden auf persönlicher oder telefonischer Basis oder die Erhebungen in Testlabors (Beobachtung, Akzeptanztest, Degustationstests, Eyetracking, u.a.) stellen primäre Erhebungsmethoden dar. Um aus der Befragung eines kleinen Ausschnitts der Bevölkerung (Stichprobe) adäquat auf das Kundenverhalten allgemein schließen zu können, unterliegen die angewandten Verfahren strengen sozialwissenschaftlichen Kriterien.

Zu den sekundären Methoden der Marktforschung gehört die Auswertung von bereits anderweitig erhobenen Daten. Die Entwicklung der Umsatzzahlen, Reklamations- und Beschwerdezahlen, aber auch statistische Jahrbücher oder Geschäftsberichte der Konkurrenz liefern wertvolle Hinweise zur eigenen Unternehmensausrichtung.

Marktforschung als Dienstleistungsangebot

Während große Unternehmen zumeist über eigene Marktforschungsabteilungen verfügen, greifen kleinere Wirtschaftsbetriebe auf die Dienste hierauf spezialisierter Anbieter
zurück, die mit ihrer methodischen Erfahrung und der bereits vorhandenen Ausstattung wesentlich schneller und sicherer die entsprechenden Daten erheben können. Aufgrund der hohen Bedeutung, der der Marktforschung für den Erfolg eines Unternehmens zukommt, verzeichnen Marktforschungsinstitute weltweit Umsätze in Milliardenhöhe. 

Die Nachfrage: Das Interesse der Verbraucher einschätzen

Möchten Sie ein bestehendes Produkt oder eine bekannte Dienstleistung anbieten, müssen Sie zumindest die grundlegende Frage nach der Nachfrage nicht mehr beantworten. Deutlich relevanter ist für Sie dann die Frage nach dem Umfang der Nachfrage sowie des Potentials, das Ihnen der Markt für Ihre Geschäftsidee bietet. Für bestehende Märkte gibt es häufig bereits empirisches Datenmaterial, das Sie für Ihre Auswertung heranziehen können. Geeignete Datenquellen sind dann beispielsweise:

  • Industrie- und Handelskammer / Handwerkskammer
  • Statistisches Bundesamt
  • Forschungsinstitut (z. B. DIW, Fraunhofer Institut)
  • Fachverbände
  • Branchenreports (z. B. von Statista.de)

Oft gibt es noch kein oder nur lückenhaftes Datenmaterial – dies ist nicht nur bei innovativen Geschäftsideen der Fall, sondern auch bei kleineren Märkten, denen ein eher geringes öffentliches Interesse zukommt. Ihnen bleibt dann nichts anderes übrig, als die notwendigen Daten selbst zu beschaffen. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten:

Ein Geschäftsideenfinder mit über 400 Geschäftsideen

Informationen von Wettbewerbern im Internet

Google Suche unter der Lupe
Bild: Alexander Klaus / pixelio.de

Wird Ihr Produkt online verkauft, können Ihnen Ihre Wettbewerber die notwendigen Informationen verschaffen. Ist das Produkt bei eBay gelistet, können Sie die Angebote Ihrer Wettbewerber genauer unter die Lupe nehmen. Häufig sind die Auktionen mit einem Besucherzähler ausgestattet, der Ihnen anzeigt, wie viel Interesse die Nutzer an dem jeweiligen Produkt zeigen. Bei Sofortkauf-Angeboten wird oft angezeigt, wie häufig der Artikel bereits verkauft wurde. Für Sie sind dies interessante Anhaltspunkte. Auch die Kundenbewertungen der bei Amazon gelisteten Artikel sehen Sie sich genauer an. Verfügt ein Produkt dort über sehr viele (positive) Bewertungen, so ist die Wahrscheinlichkeit hoher Verkaufszahlen groß.

Zudem kann die Menge an Wettbewerbern interessante Rückschlüsse ermöglichen. Gibt es beispielsweise viele Anbieter für ein Produkt, dürfen Sie vorsichtig davon ausgehen, dass es bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad aufweist und es bei der Zielgruppe gut ankommt. Sonst wären nicht so viele Händler „auf den Zug aufgesprungen“.

Umfragen im Internet

Sie können Ihre Zielgruppe direkt befragen, indem Sie sich der Mittel des Internets bedienen. Insbesondere Internetforen, die sich speziellen Themen widmen, sind hierfür bestens geeignet. Stellen Sie dort in zwei bis drei Sätzen Ihre Idee vor und bitten Sie die Forenmitglieder um Ihre Meinung. Fragen Sie gezielt nach der Kaufbereitschaft, etwaigen Einwänden oder Kritikpunkten. In größeren Foren können Sie oft mehrere tausend Menschen erreichen. Zwar wird sich stets nur ein eher minimaler Bruchteil an einer solchen Umfrage beteiligen. Dennoch werden Sie interessante Einblicke gewinnen. Lesen Sie auch meinen Artikel Umfragen und wozu sie gut sind.

Hier einige Anbieter von Onlineumfragen

Umfragen auf den Straßen

Besonders aufschlussreich, dafür aber umso aufwändiger, ist die Durchführung einer Umfrage auf den Straßen, beispielsweise an Ihrem Wohnort oder in der nächstgrößeren Stadt (je nachdem, wo Sie Ihre Zielgruppe zu finden hoffen). Sprechen Sie die Menschen an und bitten Sie sie, Ihnen einige kurze Fragen zu beantworten, nachdem Sie ihnen die Geschäftsideen in zwei bis drei kurzen Sätzen geschildert haben. Berücksichtigen Sie insbesondere folgende Fragen:

  • Empfinden Sie das Produkt/die Dienstleistung für Ihren eigenen Bedarf sinnvoll?
  • Wären Sie bereit, den angedachten Preis von x Euro für das Produkt zu bezahlen?
  • Welchen Preis wären Sie bereit zu bezahlen, wenn Ihnen der angedachte Preis zu hoch erscheint?
  • Kaufen Sie bereits dasselbe Produkt eines anderen Herstellers oder ein ähnliches Produkt? Wenn ja, welches?

Diese Vorgehensweise zeigt Ihnen zum einen, ob es überhaupt eine Nachfrage zu Ihrem Produkt gibt, zum anderen aber auch, ob Ihre Preisvorstellung realistisch ist. Fällt das Feedback im Rahmen Ihrer Umfrage tendenziell eher negativ aus, sollten Sie Ihre Geschäftsidee und ggf. Ihre Preisgestaltung überdenken.

Auch hier Anbieter von Straßenumfragen

Internet-Tools verwenden

Google stellt Ihnen mit Google AdWords (Keywordplaner, Anmeldung nötig) und Google Trends zwei Tools zur Seite, die Ihnen bei der Analyse der Nachfrage behilflich sein können. Suchen Sie in Google AdWords nach wichtigen Schlagwörtern in Zusammenhang mit Ihrem Produkt (z. B. Produktname), erhalten Sie einen zahlenmäßigen Wert, der Ihnen anzeigt, wie viele Menschen monatlich nach diesem Produkt suchen.

Google Trends hingegen vermag auf der Basis von Vergangenheitswerten zu prognostizieren, wie sich die Nachfrage nach Ihrem Thema entwickeln könnte. Zudem liefert der Dienst interessante Informationen zur regionalen und saisonalen Verteilung des Interesses der Suchmaschinennutzer. Ich habe Google Trends am Beispiel der Suchanfrage Einkommensteuer beschrieben.

Die weitere Vorgehensweise

Sollte Ihre Prüfung ergeben, dass es für Ihre Geschäftsidee einen Markt gibt, sollten Sie im nächsten Schritt weitere Aspekte genauer unter die Lupe nehmen. Prüfen Sie, ob Ihre Geschäftsidee standort- oder saisonabhängig ist und welche Auswirkungen dies auf Ihren Erfolg haben könnte.

Lesen und beantworten Sie nun folgende Fragen:

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