Welche Möglichkeiten gibt es, die Zahlungsmodalitäten für meine Kunden festzulegen?

Eine Möglichkeit, um das Opens internal link in current windowZahlungsverhalten der Kunden positiv oder negativ zu beeinflussen, sind die Zahlungsmodalitäten. Hier müssen Sie sich zunächst einmal darüber klar werden, welche Zahlungsmodalitäten für Ihren Betrieb geeignet sind.

Zahlungsmodalitäten: Welche Varianten gibt es?

Grundsätzlich ist eine Rechnung immer sofort fällig – der Gesetzgeber sieht vor, dass die Zahlung Zug um Zug mit der Lieferung zu erfolgen hat. Alles, was darüber hinausgeht, ist Verhandlungssache und Kulanz Ihrerseits. Da es im Geschäftsverkehr aber durchaus üblich ist, ein Zahlungsziel einzuräumen, lohnt es sich, die verschiedenen Varianten zu besprechen. Typische Varianten sind beispielsweise:

  • Zahlbar sofort (= gesetzliche Regelung)
  • Zahlbar bis zum xx.xx.xxxx (= nach dem Kalender bestimmbarer Termin)
  • Zahlbar innerhalb von 10 Tagen ab Rechnungserhalt
  • Zahlbar innerhalb von 14 Tagen ab Lieferung (Vorteil: der Zeitpunkt lässt sich anhand der Empfangsbestätigung des Lieferunternehmens nachweisen)
  • Zahlbar innerhalb von 7 Tagen mit 2% Skonto, innerhalb von 30 Tagen ohne Abzug

Welche Variante die richtige für Sie ist, entscheiden Sie. Je kürzer das Zahlungsziel, desto früher können Sie mit der Zahlung rechnen. Je länger das Zahlungsziel, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde erneut Aufträge bei Ihnen platzieren wird, desto größer allerdings auch Ihre finanzielle Belastung durch die notwendige Überbrückung. Opens internal link in current windowWelches Zahlungsziel welche Wirkung entfaltet, lesen Sie im nächsten Thema.

Skonto: Ja oder nein?

Die Erlaubnis, bei Zahlung binnen einer kurzen Frist einen Skontobetrag von der Rechnung abzuziehen, übt auf viele Kunden eine motivierende Wirkung aus. Skontoregelungen werden sehr häufig in Anspruch genommen. Durch die Verbesserung der Zahlungsmoral können Sie etwaige Liquiditätsschwierigkeiten ausgleichen bzw. verhindern. Allerdings müssen Sie ein Skonto bei Ihrer Preiskalkulation berücksichtigen. Andernfalls fehlt Ihnen später wiederum das Geld in der Kasse. Lesen Sie hier, wann man Skonto gewährt und wie man es richtig berechnet.

passfoto torsten montag
Tipp

Ein Skonto wird immer nur auf Warenlieferungen und Material gewährt, niemals aber auf Arbeitsstunden.

Zahlungsmodalitäten rechtssicher vereinbaren

In der Praxis ist es üblich, das Zahlungsziel auf der Rechnung zu vermerken – es wird dem Kunden dann einseitig auferlegt. Dies ist so erlaubt und zulässig. Aber: Sie sollten sich dessen bewusst sein, dass auch bei Angabe eines bestimmten Zahlungstermins nicht automatisch der Verzug eintritt, wenn dieser überschritten wird.

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Tipp

Auf der rechtlich sicheren Seite sind Sie, wenn Sie mit dem Kunden bereits vor der Leistungserbringung über das Zahlungsziel sprechen und dieses vertraglich vereinbaren – am besten lassen Sie es sich per E-Mail/Fax bestätigen oder nehmen es in die Auftragsbestätigung auf.

Bei einer Überschreitung werden Geschäftskunden automatisch nach 30 Tagen in Verzug gesetzt. Bei Verbrauchern gilt dies sogar nur dann, wenn Sie ihn im Vorfeld ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht haben, dass er nach 30 Tagen in Verzug gerät. Im Alltag sind dies rechtliche Haarspaltereien. Kommt es allerdings zu einem Rechtsstreit wegen einer nicht ausgeglichenen Forderung, können Sie wegen solcher Ungenauigkeiten dazu verpflichtet werden, Ihre Anwaltskosten selbst zu tragen. Es lohnt sich also, alles genau zu klären.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Torsten vom

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