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Nicht jeder Unternehmer ist zur Anlagenbuchführung verpflichtet

Die Verpflichtung zur Aufzeichnung des Anlagevermögens besteht nur für die Unternehmer, die nach dem Gesetz verpflichtet sind Bücher zu führen, sprich buchführungspflichtige Selbstständige. Die Voraussetzungen dafür werden im Handelsgesetzbuch festgelegt und sind im Wesentlichen das Vorhandensein eines in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetriebes. GmbHs sind immer buchführungspflichtig.

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Was ist eigentlich ...

Stichtagsinventur

Die Stichtagsinventur ist eine Inventur, also Bestandsaufnahme, die an eine bestimmten Stichtag vorgenommen wird. Dieser Stichtag ist indes nicht frei vom Unternehmen wählbar, sondern er sollte mit dem Bilanzstichtag identisch sein. Falls dies nicht möglich ist, kann die Stichtagsinventur frühestens zehn Tage vor und spätestens zehn Tage nach dem Bilanzstichtag vorgenommen werden.

Bei Verlegung Umrechnung zum Bilanzstichtag

Wenn ein Unternehmen die Option der Verschiebung des Stichttagsinventur wahrnimmt, so muss das Ergebnis auf den Bilanzstichtag inter- oder extrapoliert werden. Alle Veränderungen, die sich in der Zeitspanne zwischen dem Bilanzstichtag und der Stichtagsinventur ergeben haben oder ergeben werden, müssen also berücksichtigt und auf den Bilanzstichtag bezogen werden.

Geschäftsjahr sinnvoll festlegen

Das Geschäftsjahr umfasst zwar die gleiche Zeitlänge wie das Kalenderjahr, es muss aber nicht zwangsläufig den gleichen Zeitraum erfassen. Der Beginn des Geschäftsjahres kann frei festgelegt werden. Da die Stichtagsinventur mit hohem Aufwand und oftmals auch mit eingeschränktem Umsatz einhergeht, macht es Sinn, das Geschäftsjahr so zu legen, dass der Bilanzstichtag und damit die Stichtagsinventur nicht im umsatzstarke Zeiten fallen.

Anlagenbuchführung nach Steuerrecht

In steuerlicher Sicht kann eine Abgrenzung direkt in Zahlen gefasst werden, was die Unterscheidung etwas erleichtert. So sind Unternehmer zurBuchführung nach dem Steuerrecht verpflichtet, wenn ihr Gesamtumsatz größer als 500.000,- EUR ist oder ihr Gewinn aus Gewerbebetrieb mehr als 50.000,- EUR zu Buche schlägt. Jeder Unternehmer sollte deshalb zunächst prüfen, ob er überhaupt Bücher führen muss oder ob der Gewinn auch durch eine einfache Einnahmen –Überschussrechnung (EÜR) ermittelt werden kann.

Kann der Gewinn durch eine so genannte Einnahmen - Überschussrechnung (auch: Vierdreirechnung) ermittelt werden, so ist die Führung einer Anlagenbuchhaltung nicht nötig.

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Software zur Anlagenbuchführung

Anlagenbuchhaltungen werden meist mit speziellen PC-Programmen vorgenommen. In Ihnen werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsgutes erfasst sowie Angaben zu den bereits aufgelaufenen Abschreibungen. Die Anlagenbuchhaltung ermöglicht am Jahresende eine detaillierte Aufschlüsselung hinsichtlich Art, Menge und wertmäßiger Zusammensetzung des Anlagevermögens. Außerdem können die Bestände am Anfang und am Ende des Geschäftsjahres ersehen werden, Zu- und Abschreibungen sowie Umbuchungen im Anlagevermögen. Zum Anlagevermögen gehören die so genannten geringwertigen Wirtschaftsgüter (mit einem Wert zwischen 150,- EUR und 1.000 EUR netto) und alle anderen Wirtschaftsgüter über dieser Wertgrenze, die dauernd dem Unternehmen dienen. Das Ergebnis der Anlagenbuchführung können diverse Auswertungen zur bilanzpolitischen Entscheidungsfindung am Jahresende sein, aber vorwiegend der Anlagenspiegel, der das gesamte Anlagevermögen des Unternehmens übersichtlich ”widerspiegelt”.

Für alle nicht Buchführungspflichtigen wird von Fachleuten jedoch auch eine Anlagenbuchhaltung empfohlen. Zumindest die ordentliche Aufzeichnung und Dokumentation der angeschafften Wirtschaftsgüter. Dazu gehört insbesondere das Datum der Anschaffung, die genaue handelsübliche Bezeichnung des Wirtschaftsgutes, der Kaufpreis (ohne Umsatzsteuer) sowie die Nutzungsdauer (ersichtlich aus den amtlichen Abschreibungstabellen unter dem Stichwort ”Afa-Tabelle” auf der Seite www.steuernetz.de). Diese Informationen sollten übersichtlich in einer Tabelle gesammelt werden und durch entsprechende Kopien der Kaufbelege der Wirtschaftsgüter bestätigt werden. Somit hat der Unternehmer alle nötigen Informationen und Dokumente zusammen, um jederzeit die jährlichen Abschreibung für sein Unternehmen ermitteln und als Betriebsausgaben in seiner Einnahmen - Überschussrechnung zum Ansatz bringen zu können. Geringfügige Wirtschaftsgüter (GWG), die selbstständig nutzbar sind (Tische, Stühle, Regale, Lampen etc.) sollten gesondert in einem Verzeichnis für GWG erfasst und geführt werden.

Beispiel für einen Anlagenspiegel:

Posten

AK/HK

in €

Zugänge

Abgänge

in €

Kum. AfA

in €

AfA
Zuschr.

in €

Buchwert
zum 1.1.

in €

Buchwert
zum 31.12.

in €

Imm. WGs

80.000

10.000

40.000

5.000

40.000

45.000

Grundst.

50.000

50.000

50.000

Gebäude

450.000

3.000

300.000

5.000

150.000

148.000

Maschinen

10.000

5.000

1.000

5.000

4.000

Lkw

50.000

40.000

8.000

10.000

2.000

Pkw

10.000

8.000

500

2.000

1.500

BGA

20.000

5.000

15.000

1.000

5.000

9.000

Büro

5.000

1.000

2.500

750

2.500

2.750

Summe

675.000

19.000

410.500

21.250

264.500

262.250

AH = Anschaffungskosten
HK = Herstellungskosten
WG = Wirtschaftsgut
Kum. = Kummuliert (bis dato summierter Betrag)

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Foto Torsten Montag

Meine Name ist Torsten Montag, ich betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. 2019 habe ich die GründerAkademie gegründet. Hier finden Sie all die Dinge, die mir geholfen haben, ein erfolgreicher Unternehmer zu werden. Machen Sie zuerst meinen UnternehmerTest oder probieren Sie den Geschäftsideenfinder!

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