Frage von Matze am 05.10.12

Muss ich Vorgründungskosten nur im Gründungsjahr geltend machen?

hallo, evtl. bin ich mit meinem Problem nicht alleine, es geht darum, dass ich mich ursprünglich im Frühjahr diesen Jahres als Selbstständiger anmelden wollte.  

Mein Geschäft besteht aus der Lieferung von Speisen und Getränken. Das Fahrzeug ist das Geschäft, bzw. dient auch als Produktionsstätte. Leider bin ich mittlerweile seit Monaten dabei, das Fahrzeug instandzusetzen und einiges an Inventar zu erneuern, zu reparieren. Bin beim Kauf ziemlich reingelegt worden, aber das ist eine andere Sache.

Vorgründungskosten können ja geltend gemacht werden, auch wenn man sich erst im nächsten Kalenderjahr anmeldet. ( Möchte keine variable Veranlagung, sondern nach Jahr ) Nun ist es so, evtl. werde ich noch in diesem Jahr, Nov/Dez. fertig, sodass das Fahrzeug abgenommen werden kann und ich mich somit als Selbstständiger anmelde und mein Gewerbe startet. 

Meine konkrete Frage : Das Fahrzeug kann ich ja in Betriebsvermögen aufnehmen, bzw. auf mehrere Jahre abschreiben. Da wäre dann das Jahr der Anmeldung  (soweit ich weiss nicht relevant ) Wenn ich aber z.B. im Dezember starte, habe ich nur noch 31 Tage "Zeit" um Umsatz für 2012 zu generieren, Meine reinen Instandsetzungskosten sind jedoch mittlerweile recht hoch. ( Meistens mehrere Einzelbeträge unter 400 Euro ) 

Sind diese Kosten ( Reparaturen, Wartung, Renovierung, Instandsetzung ) generell NUR im Gründungsjahr geltend zu machen ( so wie als Angestellter bei der EST ) Und somit, wenn beispielsweise der Gewinn weniger als die Kosten sind, der "Rest" verfällt , bzw. ich in meinem Fall nur einen Bruchteil geltend machen könnte?  Das Fahrzeug, bzw. größere Investitionen könnte ich ja auf die Jahre aufteilen (?) Wäre es somit evtl. klüger, erst im Januar zu starten ? Dann wäre es ja generell lt. derzeitigem Steuerrecht nicht das Problem. (?)

Vieeeeeelen Dank für die Bearbeitung an die Community :-)

Matze

 

Antwort von

Hallo,

es handelt sich meiner Meinung nach eindeutig um vorweggenommene Betriebsausgaben.

Meine konkrete Frage : Das Fahrzeug kann ich ja in Betriebsvermögen aufnehmen, bzw. auf mehrere Jahre abschreiben. Da wäre dann das Jahr der Anmeldung  (soweit ich weiss nicht relevant ) Wenn ich aber z.B. im Dezember starte, habe ich nur noch 31 Tage "Zeit" um Umsatz für 2012 zu generieren, Meine reinen Instandsetzungskosten sind jedoch mittlerweile recht hoch. ( Meistens mehrere Einzelbeträge unter 400 Euro )

Also wenn ich Dich recht verstehe, dann ist Dein Gewerbe im Moment noch nicht angemeldet und Dein Fahrzeug logischerweise auch noch nicht. Im Dezember soll es dann soweit sein, dass das Fahrzeug und das Gewerbe angemeldet werden können, richtig? Ich weiß jetzt nur nicht was der noch nicht vorhandene Umsatz da für eine Rolle spielt. Du hast dann in diesem Jahr einen entsprechenden Verlust. Wie Du das genau machen sollst, dazu würde ich Dich bitten Steuerberater Kexel im Forum Betriebsausgaben.de zu befragen.

Viele Grüße

Antwort von

Hallo,

der Beginn eines Unternehmens ist nicht erst wenn der erste Umsatz erzielt wird, sondern bereits dann, wenn ganz konkrete Aktivitäten zur Ausübung des Unternehmens unternommen werden.

Meines Erachtens hat Ihr Unternehmen daher bereits mit dem Kauf des Fahrzeugs begonnen.

Somit erübrigen sich mögliche Probleme mit Vorgründungskosten.

Aber egal ob laufende Kosten oder Vorgründungskosten, bei einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung sind die Kosten nur im Monat und Jahr der Zahlung steuerlich abzugsfähig.

Was die Reparaturkosten des Fahrzeugs anbelangt, so stellt sich hier die Frage, ob dies nicht sogenannte Anschaffungsnebenkosten sind. Kosten die erforderlich sind, um das Fahrzeug in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Ist letzteres der Fall, dass werden diese Kosten zum Kaufpreis des Fahrzeugs addiert und einheitlich mit dem Fahrzeug abgeschrieben.

Sollten Sie im Gründungsjahr nur Ausgaben und Abschreiben haben oder diese die Einnahmen übersteigen, dann wird dieser Verlust mit Ihren positiven Einkünften des Vorjahres oder denen des Folgejahres verrechnet (Verlustrück- oder -vortrag).

Empfehlung: Gehen Sie zu einem Steuerberater, der erklärt Ihnen das speziell für Ihren Fall ganz genau und er kostet weniger als Sie denken, dafür läuft alles von Anfang an richtig.

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