Am von Torsten in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Unabhängig, ob es wirklich benötigt wird

Häusliches Arbeitszimmer absetzen: Umfang der Nutzung spielt keine Rolle

Betriebsausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer dürfen von einem Unternehmer abgesetzt werden, sofern der Raum ausschließlich oder nahezu ausschließlich für den betrieblichen Zweck genutzt wird. Keine Rolle spielt hingegen der Umfang der Nutzung oder ob dieser Raum überhaupt im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit erforderlich ist.

Häusliches Arbeitszimmer
Ob und in welchem Umfang das Arbeitszimmer genutzt wird, spielt bei der Absetzbarkeit keine Rolle.
© Bru-nO / pixabay.com

München, 05. Februar 2018 - Irgendwann müssten doch mal sämtliche Fälle in Bezug auf die Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers vor Gericht geklärt sein, könnte man denken. Doch es gibt immer wieder Fälle und Konstellationen, die doch von Richtern geklärt werden müssen. In einem Fall aus dem vergangenen Jahr, machte ein Steuerzahler die Ausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer als Betriebsausgaben geltend. Er verwaltete zwei Mietwohnungen und hatte dementsprechend Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.

Das zuständige Finanzamt versagte ihm jedoch den Betriebsausgabenabzug mit der Begründung, dass er für die Verwaltung von 2 Mietwohnungen kein häusliches Arbeitszimmer benötige.

Bundesfinanzhof klärt Voraussetzungen für Absetzbarkeit

Letztlich ging der Fall von den Bundesfinanzhof. Die Richter urteilten zugunsten des Steuerzahlers und widerlegten das Argument der Finanzbehörde. Die Richter führten an, dass der Gesetzgeber lediglich 2 Voraussetzungen für die Absetzbarkeit eines häuslichen Arbeitszimmers festgelegt hat:

  • Mittelpunkt der betrieblichen bzw. beruflichen Tätigkeit
  • Es steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung

Keine Rolle spielt hingegen der Umfang der Nutzung. Es mag sein, dass der Kläger rein praktisch gesehen, nicht unbedingt auf ein häusliches Arbeitszimmer angewiesen ist. Doch die Notwendigkeit ist gesetzlich nicht festgehalten, was auch zu unnötigen Diskussionen und weiteren Gerichtsurteilen führen würde (Urteil des BFH, 08. März 2017, Aktenzeichen IX R 52/14).

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Häusliches Arbeitszimmer

Häusliches Arbeitszimmer: Kein Abzug bei geringer beruflicher & privater Nutzung

Der Umfang der beruflichen und privaten Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers ist entscheidend für die steuerliche Abzugsfähigkeit. Bis zu einem gewissen Grad darf das Zimmer auch privat genutzt werden. Wenn das häusliche Arbeitszimmer jedoch schon kaum beruflich genutzt wird, dann muss die private Nutzung quasi ausgeschlossen werden, so das FG Rheinland-Pfalz.

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Häusliches Arbeitszimmer trotz betrieblicher Räume absetzen

Es gibt wohl wenig Themen, die so häufig Gegenstand von Streitigkeiten zwischen Finanzamt und Unternehmern sind, wie das häusliche Arbeitszimmer. Der BFH entschied jetzt zugunsten von Unternehmern, die zwar über Büroräume verfügen, aber dennoch die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer als Betriebsausgaben geltend machen dürfen. Voraussetzung ist jedoch, dass in den Büroräumen kein "angemessener" Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

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Häusliches Arbeitszimmer kann an Auftraggeber vermietet werden

Wer ein Zimmer vermietet, erzielt in der Regel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Handelt es sich jedoch beim Vermieter um einen Gewerbetreibenden, der an einen Auftraggeber vermietet, so werden die Einnahmen den Einkünften aus Gewerbebetrieb zugerechnet, urteilte das BFH. Das hat Folgen für die Absetzbarkeit der Ausgaben in Verbindung mit dem Zimmer. Diese sind dann nämlich nur noch eingeschränkt absetzbar.