Frage von Jr. am 28.02.12

Existenzgründungszuschuss, Sperrfrist und Kündigung?

Hallo zusammen,

 

ich möchte mich gerne ab 1.5.2012 selbstständig machen und stehe vor folgender Problematik:

Ich bin noch im Angestellten-Verhältnis beschäftigt und habe gestern mit meinem (Noch-)Arbeitgeber darüber gesprochen, dass ich zum 15.4.2012 das Unternehmen verlassen möchte. Er hat mir dies zwar genehmigt, aber mir ebenfalls mitgeteilt, dass er keine Einstellsprre in Kauf nehmen möchte, falls wir einen Aufhebungsvertrag aus betrieblichen Gründen aufsetzen.

Ein Aufhebungsvertrag kommt sehr wahrscheinlich aber nur in Frage, da ich sonst meine 3 Monate-Kündigungsfrist einhalten müsste und bis zum 15.4. sind es ja gerade noch eineinhalb Monate...

Hinzu kommt natürlich, dass ich, wenn es irgendwie geht, den Existenzgründungszuschuss von der Arbeitsagentur in Anspruch nehmen möchte.

Mir ist zwar bekannt, dass ich sehr wahrscheinlich auch hier mit eine Sperrfrist von 3 Monaten rechnen muss, da ich mich nicht 3 Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnis  schon mal arbeitssuchend gemeldet habe (war aber auch zu dem Zeitpunkt auch nicht klar/möglich) und ich gehe auch nicht davon aus, dass mein jetziger Arbeitgeber auch noch eine Abfindung an mich zahlt, damit diese Sperrfrist außer Kraft tritt.

 

Um es auf den Punkt zu bringen-Ich suche nach einer bestmöglichen Variante, bei der beide Parteien gut auseinander gehen können, ohne Sperre (egal welcher Art) in Kauf nehmen zu müssen. Falls unmöglich, dann  lieber zu meinen Lasten , sofern ich wenigstens überhaupt einen Anspruch auf Existenzgründungshilfe habe.

 

Vielen Dank für die Hilfe im Voraus!

Antwort von

Hallo.

Bevor Du Dir Gedanken machst wegen der Sperrfrist, check umbedingt ob Du beim Arbeitsamt als vermittelbar giltst. Seit dem 28. Dezember 2011 geht Vermittlung in einen festen Job vor Förderung der Selbstständigkeit. Das heißt, wenn für Dich genug freie Jobs in Deiner Region verfügbar sind, wirst Du knallhart vermittelt. Hintergrund ist, dass den Arbeitsämtern bundesweit das Geld für die Gründungsförderung radikal zusammengestrichen wurde. Es ist daher viel schwieriger an den Gründungszuschuss zu kommen als bislang.

Viel Erfolg!

Antwort von

Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung!

Was heißt denn genau vermittelbar? Ich möchte mich ja auch in meinem Beruf selbstständig machen.

Also für meinen Beruf existieren aktuell laut Internetseite der ARGE 2,5 freie Stellen in meiner Region.

Für mich stellt sich halt die Frage, ob es gut ist, bei der ARGE schon mit offenen Karten zu spielen und jetzt nicht einen Schritt zu viel zu machen. D.h. wenn ich da jetzt nach vermittelbar frage, werden die mich sicherlich fragen, warum.

Antwort von

eieiei...das hört sich für mich aber nach dem Spiel mit dem Feuer an...;) Das Problem hierbei könnte natürlich auch sein, dass der Vermittler dann sagt - "Versuchen Sie es doch mal bei einem anderen Arbeitgeber, bevor Sie sich selbstständig machen!"...für mich natürlich die falsche Lösung.

Wie sieht das denn aus, wenn ich einfach kündige? (Gerne auch rückwirkend, sodass die 3-Monate-Kündigungsfrist eingehalten wird). Problem wird hierbei nur sein, dass ich mich dann nicht rechtzeitig(3Monate) arbeitssuchend gemeldet habe. Aber normalerweise sollte man dann doch ganz normal die 12Wochen Sperre für den Gründungszuschuss bekommen und dann anlaufen, oder?

(Manoman ist das ein Akt...und dabei habe ich ja noch nichts gemacht, gerade damit ich noch die Möglichkeit habe, den Gründungszuschuss zu bekommen...)

Antwort von

Mal ein kleines Update und neu aufgetretende Fragen meinerseits:

Ich habe mich nun entschlossen, selbst zu kündigen, da alles andere bzgl. Aufhebungsvertrag nur schlechte Auswirkungen mit sich bringt. Auch wenn ich damit wohl eine Sperre bei der ARGE in Kauf nehmen muss...

Zudem habe ich mich auch nochmal genau nach meiner Kündigungsfrist erkundigt und nach BGB § 622 besteht  bei einer Beschäftigung bis 5 Jahren eine Kündigungsfrist von 1 Monat. Diese kann auch zur Mitte des Monats festgelegt werden, sofern der Arbeitnehmer selbst kündigt(von Seiten des Arbeitgebers immer nur zum Monatsende).

Auch in meinem Arbeitsvertrag steht glücklicherweise nur unter kündigungsfrist nach BGB § 622...

Habe auch schon mit meinem Arbeitgeber gesprochen und er hat es ganz gut aufgenommen und die Kündigung akzeptiert.

Dann bin ich gestern zur ARGE und habe mich ab dem 15.4.2012 arbeitslos gemeldet(wegen Gründungszuschuss). Daraufhin gab es dann einen großen Berg an auszufüllenden Papieren:

-1.Beweggründe der Kündigung

-2.Beweggründe für eine angehende Selbstständigkeit

-3.Bisheriger Vermittlungs-/Berwerbungsverlauf bzW. eigene Fähigkeiten

-4.Arbeitsbescheinigung(vom Arbeitgeber auszufüllen)

-5.Einen Termin bei einem Berater aber nur zu einem Beratungsgespräch bzgl. Selbstständigkeit

 

Hierzu hätte ich jetzt ein paar Fragen(, sofern jmd Erfahrung/Ahnung darüber hat, wie diese Prozedur seit diesem Jahr/neuem Gesetz abläuft):

zu 1. Kann man schreiben, dass man aus Perspektivlosigkeit und der Suche nach einer neuen Herausforderung selbst gekündigt hat?

zu 2. Kann man den bisherigen Stand der Dinge offen darlegen, wenn schon alles eigentlich läuft und abgesegnet ist( Businessplan, Kreditantrag, usw.), oder macht sich das nicht gut beim Beratungsgespräch?

zu 3. Da bin ich mir absolut unsicher, da ich mich ja eh Selbstständig machen und nicht noch irgendwo vermittelt werden möchte...

Also wenn da jmd. Tipps und Tricks verraten kann, wie man sich am Besten verhält, um nicht den Gründungszuschuss zu gefährden, bitte immer raus damit!!!!

Ich weiß selbst, dass dies heute nicht mehr so einfach ist zu bekommen...

Vielen Dank im Voraus!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

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