Frage von Aot am 27.11.08

Das Hobby zum Kleingewerbe machen?

Hallo,

zusammen mit 2 Freunden haben wir eine Art Computerservice als Hobby bereits am laufen. Wir helfen Bekannten und Freunden bei Computerproblemen aller Art, sei es Hardwarewechsel oder Softwareinstallation, weiterhin gestalten wir Internetseiten und machen ein wenig Grafik (Logos, Visitenkarten etc.) nebenbei. Nun hat sich das ganze durch Mundpropaganda gehörig rumgesprochen und wir haben eigentlich jede Woche 1-2 "Kunden". Allerdings schreiben wir keine Rechnungen, bisher war dies immer nur eine Art "Nachbarschaftshilfe" für die man mal nen Kasten Bier oder ne Schachtel Zigaretten bekommen hat.

Viele wären auch bereit uns dafür Geld zu geben, allerdings möchte ich dann auch sicher sein keinen Ärger wegen Schwarzarbeit zu bekommen. Ist es dann besser ein Nebengewerbe und ne Steuernummer haben um regulär eine Rechnung zu schreiben zu können?

Nun meine Fragen: Kann man zu dritt ein Nebengewerbe anmelden (wir sind alle 3 berufstätig, Elektriker, Maschineneinrichter und Versicherungskaufmann), wenn ja wie kann man die 15 Stunden aufteilen?

Unsere Arbeitgeber haben nichts gegen diese Nebenbeschäftigung, wenn Sie das bestehende Arbeitsverhältnis nicht beeinträchtigen.

Ein weiteres Problem: wir haben ja ausser unserer Erfahrung aus dem langjährigen Hobby "PC" keinerlei Qualifikation in dieser Richtung, jedoch sprechen die zufriedenen Personen, welche unsere Hilfe in Anspruch genommen haben, ja auch für sich und es läuft gut, ausser das wir eben bisher nichts dafür nehmen können.

Ist eine Qualifikation Pflicht für eine (Neben-) Gewerbeanmeldung?

Vielleicht könnte man das auch so nebenbei machen ohne Anmeldung. gibt es denn Freigrenzen bis wohin man ein Gewerbe anmelden muss? Ich denke es wären pro Person so um die 200-300 € die man dazuverdienen könnte im Monat...

Über Hilfe wäre ich sehr danke und so verbleibe ich erst einmal

mit freundlichen Grüßen

Michael

Antwort von

Hallo Michael,

schön das du in unserem Forum fragst. ICh antworte gern.

Allerdings schreiben wir keine Rechnungen, bisher war dies immer nur eine Art "Nachbarschaftshilfe" für die man mal nen Kasten Bier oder ne Schachtel Zigaretten bekommen hat.


Vorsicht damit, Nachbarschaftshilfe gibt es in dem Sinne nicht. Man nennt es Schwarzarbeit und das kann böse ins Auge gehen.

Ist es dann besser ein Nebengewerbe und ne Steuernummer haben um regulär eine Rechnung zu schreiben zu können?


Auf jeden Fall.

Ich bezweifle aber, dass es dann immer noch so viele Kunden gibt, denn wenn die bezahlen sollen, trennen sich meist (aus meinen Erfahrungen) die Geister. Dann kommt keiner mehr. Solange für ´ne Schachtel Kippen gearbeitet wird, ist es billig, da kommt jeder, wenn die Stunde aber 20 EUR oder mehr kostet, sind die bisherigen Freunde und Kunden weg.

Das mussten wir schon sehr oft feststellen und erleben.

Kann man zu dritt ein Nebengewerbe anmelden (wir sind alle 3 berufstätig, Elektriker, Maschineneinrichter und Versicherungskaufmann), wenn ja wie kann man die 15 Stunden aufteilen?


Das dürfte kein Problem sein, wobei 5 Stunden für jeden pro Woche fast nicht möglich ist. Das Gewerbeamt wird da mehr zu wissen. Einfach mal unverbindlich nachfragen. Vielleicht ist es besser, das jeder für sich sein Nebengewerbe aufzieht und ihr schriebt euch dann untereinander Rechnungen. Auch hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass mehrere in einem Boot meist untergehen. Lieber allein versuchen.

Ist eine Qualifikation Pflicht für eine (Neben-) Gewerbeanmeldung?


In dem Bereich wohl eher nicht. Wenn der Kunde zufrieden ist, dann ist alles Paletti. Auch hier hilft das Gewerbeamt.

 


Vielleicht könnte man das auch so nebenbei machen ohne Anmeldung. gibt es denn Freigrenzen bis wohin man ein Gewerbe anmelden muss?



Ne, eben nicht, ohne Anmeldung ist es Schwarzarbeit bzw. gesetzeswidrig. Daher auch die geringste Tätigkeit anmelden. Dazu habe ich hier im Forum schon einmal geschrieben. Einfach mal suchen.

Antwort von

Hallo "Admin",

ersteinmal ein großes danke für die geduldigen Antworten (obwohl auch einer derjenigen bin, der mehrere Fragen in einem Post geschrieben hat, sry dafür nochmal).

Das es mit Gefälligkeiten untereinander ohne monetäre Entschädigung so hart gehändelt wird, war mir bisher garnicht bewusst, vielen Dank für den Hinweis.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade im Bereich Internetseitenerstellung, wo für gute Seiten normal vom einer Werbeagentur bis zu 800 € und mehr nach Aufwand verlangt werden, die Leute gern einen guten "Amateur" (klingt nicht gut ) für die Hälfte bezahlen würden - wenn eine Rechnung geschrieben wird und sie es absetzen können. Ansonsten dann nur für ein Trinkgeld in Form von Gefälligkeiten oder den oben besagten Naturalien (wenn überhaupt), da ich Geldzahlungen dann eben lieber vermieden habe, ist mir zu heikel gerade auch wegen meinem Hauptberuf im kaufmännischen Gewerbe, da kann man sich solche Negativschlagzeilen nicht leisten.

Wenn kein Markt da wäre (ist nur ein kleiner Markt, daher auch "nur" Nebengewerbe wenn überhaupt") würde ich es nicht versuchen wollen.

Also nochmal Danke für die Hinweise, ich werde wohl als nächstes mal das Gewerbeamt aufsuchen oder zu ner Beratungsstelle des Finanzamtes gehen. Steuerberater wollen ja gleich immer verdienen, an einem Erstgespräch

Grüße

Michael

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