Steuern sparen- die 5 besten Tipps für Existenzgründer

Kein Steuerzahler verschenkt gerne Geld an das Finanzamt. Am wenigsten Existenzgründer, die gerade am Anfang auf jeden Euro achten müssen. Da für die allermeisten Existenzgründer das deutsche Steuerrecht Neuland ist, übersehen sie zahlreiche Möglichkeiten, wie sie Steuern sparen können. Dabei können gerade Existenzgründer von steuerlichen Vorteilen profitieren.

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In diesem Artikel stellen wir die 5 besten Tipps vor, damit Sie kein Geld an das Finanzamt verschenken.

1. Der Investitionsabzugsbetrag

Existenzgründer haben in den meisten Fällen ein begrenztes Budget. Für die Ausstattung bleiben deshalb immer ein paar Wünsche offen. Der Staat gibt Existenzgründern jedoch die Möglichkeit, Geld für zukünftige Anschaffungen zurückzulegen, indem eine Gewinn mindernde Rücklage die Steuerlast reduziert. Mit dem sogenannten Investitionsabzugsbetrag  (früher: Ansparabschreibung) kann ein Existenzgründer zukünftige Investitionen steuerlich geltend machen.

Wie funktioniert das genau?

Der Investitionsabzugsbetrag ist für alle Güter des beweglichen Anlagevermögens möglich, die der Gründer primär für die betriebliche Nutzung anschafft. Allerdings darf er nicht mehr als 40 Prozent des Wertes aller Güter, die er anschaffen möchte, vom Gewinn abziehen. Zudem muss er dem Finanzamt genau offenlegen, welche Güter er anschaffen will. Spätestens im dritten Jahr nach der Abschreibung ist dann die tatsächliche Investition fällig. Der Existenzgründer muss die Güter genauso anschaffen, wie er es im Jahr der Ansparabschreibung angegeben hat. Im Jahr der tatsächlichen Anschaffung werden die gestundeten Steuern Gewinn erhöhend aufgelöst, d.h. dass die vorher gesparten 40 Prozent dann den Gewinn erhöhen.

Der Investitionsabzugsbetrag ist auch eine gute Möglichkeit Steuern zu sparen, wenn Sie deutlich mehr Gewinn erwirtschaftet haben, als geplant, und Steuern nachzahlen müssten. Dies können Sie verhindern oder die Nachzahlung reduzieren, indem Sie den Investitionsabzugsbetrag nutzen. Eine geplante Investition in einen Firmenwagen ist zum Beispiel eine Möglichkeit. Allerdings sollten Sie bedenken, dass die Nachweisplicht besteht, dass Sie das Auto primär als Firmenwagen benutzen. Dies ist durch das Führen eines Fahrtenbuchs möglich.

2. Homeoffice

Wenn Sie Ihr Büro in den eigenen vier Wänden planen, können Sie bestimmte Ausgaben als Werbungskosten angeben. Bis zu 1.250 Euro können Existenzgründer steuerlich geltend machen, für die kein anderer Arbeitsplatz vorhanden ist. Dies kann beispielsweise bei Autoren oder freiberuflich tätigen Textern der Fall sein. Die Ausgaben müssen Sie durch Vorlage der Belege nachweisen. Alle Existenzgründer, für die das häusliche Arbeitszimmer allerdings der Mittelpunkt ihrer selbstständigen oder betrieblichen Tätigkeit ist, können Aufwendungen für das Arbeitszimmer in voller Höhe absetzen. Bei den absetzbaren Kosten unterscheidet man anteilig absetzbare und vollständig absetzbare Kosten.

Anteilige Kosten

Anteilige Kosten sind Miete, Nebenkosten etc., die sich nicht allein auf das Arbeitszimmer, sondern auf den gesamten Wohnraum beziehen. Die absetzbare Höhe richtet sich nach dem Verhältnis der Fläche des Büros zur gesamten Wohnfläche.

Vollständig absetzbare Kosten

Vollständig absetzbar sind Ausgaben für die Büroausstattung, wie beispielsweise Vorhänge, Lampen und Tapeten. Aber auch typische Betriebsmittel wie Schreibgerät, Schreibtisch oder Regale. Im Falle der Nutzung eines Computers besteht die Nachweispflicht, dass Sie ihn schwerpunktmäßig beruflich nutzen. 

3. Betriebsausgaben bezüglich der Pflege von Geschäftsbeziehungen

Viele Existenzgründer vergessen oftmals Kosten anzugeben, die Sie eigentlich als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen können. Hierzu gehören:

  • Ausgaben für Geschenke
  • Bewirtungskosten
  • Mietgliedschaft in sozialen Netzwerken

Ausgaben für Geschenke

Geschenke an Ihre Mitarbeiter können Unternehmer und Selbstständige als Betriebsausgaben geltend machen. Wenn Sie Ihren Kunden oder Geschäftspartnern Präsente überreichen, dann achten Sie bitte darauf, dass diese den Wert von 35,00 Euro netto pro Jahr und Person nicht überschreiten. Dann sind diese Ausgaben steuerlich absetzbar.
Aufgepasst: Geschenke für Mitarbeiter werden ab einem Wert von 40,00 Euro für den Mitarbeiter lohnsteuerpflichtig.

Bewirtungskosten

Wenn Sie berufliche Details in einem Restaurant anstatt in Ihrem Büro besprechen, können Sie die Ausgaben als Bewirtungskosten von der Steuer absetzen. Wichtig ist, Ort, Tag, Teilnehmer und Anlass anzugeben und zusammen mit dem Bewirtungsbeleg beim Finanzamt einzureichen.

Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken

Was viele Existenzgründer auch nicht wissen: Das Finanzamt übernimmt anteilig sogar Ausgaben für soziale Netzwerke wie Xing, da eine Mitgliedschaft in einem sozialen Netzwerke inzwischen nicht mehr nur privates Vergnügen ist. Mit einer Facebook Fanpage oder einem Xing-Profil können Kunden akquiriert und Geschäftskontakte gepflegt werden. Ist Ihre Mitgliedschaft also vorrangig beruflicher Natur, können Sie die Ausgaben angeben. Zur Sicherheit legen Sie eine Kopie Ihres Internet Auftritts den steuerlichen Unterlagen bei

4. Vorweggenommene Betriebskosten

Wer sich selbstständig machen oder ein Unternehmen gründen möchte, hat in aller Regel Kosten, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Existenzgründung stehen. Wussten Sie, dass sich das Finanzamt an diesen Ausgaben beteiligt? Kosten für

  • Informationsveranstaltungen
  • Seminare
  • Fachliteratur
  • Gründerberatung

können Existenzgründer als so genannte "vorweggenommene Betriebskosten" geltend machen. Es heißt also schon lange vor der Gründung: Quittungen und Belege aufheben.

5. Leasing statt Finanzierung

Oft stehen Existenzgründer, die Anlagegüter nicht aus eigener Tasche zahlen können, vor der Frage: Leasen oder finanzieren?
Leasing ist für Existenzgründer steuerlich gesehen, die richtige Antwort. Während Sie bei finanzierten Gütern nur die Kreditzinsen unmittelbar absetzen können, rechnet das Finanzamt die monatlichen bzw. jährlichen Leasingkosten in voller Höhe an. Auch Sonderzahlungen sind bei einem geleasten Gut absetzbar.
 

Fazit

Es gibt zahlreiche Tricks, wie Existenzgründer Steuern sparen können. Da das deutsche Steuerrecht eines der kompliziertesten weltweit ist, ist es für einen Laien jedoch nicht immer einfach, sich im Gesetzesdschungel zurechtzufinden. Deshalb ist es ratsam, sich schon zu Beginn der Existenzgründung die Unterstützung eines Fachmanns zu holen, um alle Möglichkeiten steuerlicher Vorteile voll auszuschöpfen. Nebenbei kann man sich über die Steuersparmöglichkeiten mit Hilfe einschlägiger Literatur informieren oder an einem Gründercoaching teilnehmen, hier erfährt der Gründer ebenfalls wertvolle Tipps. (Informationen zu Gründercoaching hier lesen)



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