Wenn das Geld nicht reicht, Privateinlagen und Privatentnahmen

Privateinlage

Als Unternehmer müssen Sie häufig schnell handeln, so z.B. ein gutes Angebot schnell an Ort und Stelle kaufen. In solch einem Fall haben Sie nicht immer Geld aus Ihrer betrieblichen Kasse zur Verfügung. Sie bezahlen also mit Ihrem privaten Geld. Die Anschaffungen sind jedoch betrieblich veranlasst und somit als Betriebsausgabe abzugsfähig. In dieser Situation nehmen Sie selbstverständlich die Ausgabe nicht in das regelmäßig geführte Kassenblatt auf, sondern heften den entsprechenden Beleg gesondert von den Kassenbelegen ab.

Sie haben im Vormonat eine Ausgabe vergessen in das Kassenblatt zu schreiben?

Auch hier müssen Sie nicht auf die Betriebsausgabe verzichten, sondern heften den Beleg gesondert von der Kasse (abgeteilt durch ein Register oder Trennstreifen) ab. Derartige Ausgaben können mittels sogenannter Privatbuchungen, als Ersatz zur Bank- oder Kassenbuchung erfasst werden.

Privatentnahme

Das selbe gilt für eine regelmäßige Entnahme von Geld für ihren Lebensunterhalt. Sie nehmen sich also monatlich einen bestimmten Betrag aus der Geschäftskasse oder überweisen eine Summe regelmäßig auf Ihr privates Bankkonto (was übrigens nicht verboten ist, denn schließlich leben Sie von dem erwirtschafteten Geld). Diese Geschäftsvorfälle nennt man Privatentnahmen. Sie sollten das regelmäßig tun, jedoch immer unter Angabe eines Eigenbeleges. Sie erstellen einfach eine Quittung, auf der das Datum, der Betrag, der Ort, Ihr Name und Ihre Unterschrift ersichtlich ist. Zusätzlich wird unter Verwendungszweck das Stichwort „ Privatentnahme“ vermerkt – so kann IhrSteuerberater oder der Buchführende den Geldabfluss eindeutig und ohne weitere Fragen erfassen. Ebenso können Sie bei einer Banküberweisung eine Betextung hinterlegen, welche die Buchung als Privatentnahme kennzeichnet.

Privateinlage auf das Geschäftskonto

Ähnlich verhält es sich im umgekehrten Fall. Auf Ihrem Geschäftskonto ist kaum noch Geld, einen Kontokorrentkredit möchten Sie aus Kostengründen nicht nutzen und Sie wissen, dass in einigen Tagen ein größerer Betrag abgebucht wird. Sie überweisen einfach von Ihrem Privatkonto einen Betrag auf Ihr Geschäftskonto. Diese Buchung betexten Sie mit dem Stichwort „ Privateinlage“. Sie müssen keine Erklärungen abgeben warum sie Geld einlegen oder entnehmen. Ebenso verhält es sich in der Kasse. Ist der Kassenbestand auf ein kritisches Niveau gesunken, so können Sie durch eine Privateinlage Liquidität in die Kasse spülen. Allerdings sollten Sie es damit nicht übertreiben, denn bei Finanzämtern kann es zu Misstrauen führen, wenn Sie häufig große Summen privat einlegen und entnehmen. In Zeiten des Schwindens von Bankgeheimnissen werden Sie als Steuerpflichtiger immer durchsichtiger, so dass Privatbuchungen schnell nachprüfbar sind. Häufig kommt es auch zur Vermutung das Schwarzgelder im Umlauf sind.

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Was ist eigentlich das Bankgeheimnis?

Kreditinstitute und Banken haben aufgrund gesetzlicher Bestimmungen die Verpflichtung, Daten ihrer Kunden geheim zu halten und nicht an Dritte weiterzugeben. So ist das Bankgeheimnis ein Teil des Datenschutzes und dessen Bestimmungen. Trotz dessen existieren eine Reihe von Ausnahmen vom Bankgeheimnis, so z.B. in Erbschaftsfragen, Insolvenzfragen oder bei Verdacht auf Steuerhinterziehung. Eine erhebliche Verletzung des Bankgeheimnisses stellt der seit 01.04.2005 mögliche Kontenabruf des Finanzministeriums bei Steuerpflichtigen dar.

Geldtransit - die einfachste Lösung

Selbstverständlich können Sie auch Gelder zwischen Kasse und Bank transferieren. Diesen Vorgang können Sie als „Geldtransit“ betexten. Achten Sie stets darauf, das der von Ihrem Geschäftskonto abgehobene Betrag auch in Ihrem Kassenblatt wieder auftaucht. Durch die buchhalterische Maßnahme der Privatbuchungen können Sie dauerhafte Bankschulden vermeiden und somit auch hohe Zinsbelastungen.

Leserfragen zum Thema Privateinlagen und Privatentnahmen

Wie funktioniert das mit meinem eigenen Gehalt als Selbständiger?

Wenn ich hauptberuflich selbstständig bin, wie funktioniert das mit meinem eigenenen "Gehalt"? Sind das dann Privatentnahmen oder zahle ich mir jeden Monat eine Summe X aus? Muss ja schließlich meine Lebenshaltungskosten ja auch decken...

Und habe ich das richtig verstanden, wenn die Beitragsmessungsgrene 1.260 EUR sind und der Satz 14,9% dann zahle ich 187 EUR bei der freiwilligen gesetzl. KV?

Antwort

Wie funktioniert das mit meinem eigenenen " Gehalt"?

Gar nicht, wenn Sie selbstständig sind, gibt es kein Gehalt mehr. Sie erwirtschaften einen Gewinn, der die Differenz aus den Betriebseinnahmen und den Betriebsausgaben ist. Dieser Gewinn sammelt sich sozusagen auf Ihren Geschäftskonto an. Davon können Sie Ihnen nach Belieben Geld entnehmen (Privatentnahme). Wenn das Konto alles, ist Feierabend. Vergessen Sie bitte nicht andere finanzielle Verpflichtungen von diesem Geld zu bezahlen. Das passiert bei den meisten, die alles ausgeben und am Jahresende das Finanzamt vergessen.

Teil 5 Buchführung - Wenn das Geld nicht reicht, Privateinlagen und Privatentnahmen

Man muss überhaupt nichts entnehmen, man kann auch einmal oder Privatentnahme überleben. Wenn beispielsweise die Gewinne nicht so groß waren, dass einfach kein Geld übrig ist, muss der Unternehmer von seinen Reserven leben können. Entweder von privaten Geld oder im schlimmsten Fall über einen Kredit.

Und habe ich das richtig verstanden, wenn die Beitragsmessungsgrene 1.260 EUR sind und der Satz 14,9% dann zahle ich 187 EUR bei der freiwilligen gesetzl. KV?

Genau.

Hier findet man die Beitragsbemessungsgrenzen der gesetzlichen Krankenversicherungen.

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Die häufigsten Fragen zur Existenzgründung

Einzelunternehmen Gehalt selber auszahlen?

Hallo, ich frage mich ob es möglich ist sich bei einem Einzelunternehmen selber ein Gehalt auszuzahlen inklusive der Abrechnung der Brutto- Netto-Bezüge. Wenn ich einen Angestellten habe bezahle ich ihm ja auch Gehalt und gebe ihm einen Gehaltsnachweis also die Abrechnung der Brutto- Netto-Bezüge. Da muss es doch auch möglich sein mir selber Gehalt zu bezahlen. Das es vollkommen sinnfrei ist sich selber Gehalt zu zahlen ist mir klar, bzw ohne die Gründe zu kennen wirkt es so. Doch ich möchte wissen ob es rein rechtlich möglich ist das zu machen.

Antwort

Als Unternehmer bekommt man kein Gehalt. Sie erwirtschaften einen Gewinn , über den Sie als einzelunternehmer quasi frei verfügen können. wenn Sie aber pech haben oder auch keine Ahnung, dann erzielen sie einen verlust. Der wird dann natürlich auch privat finanziert und zwar können sie solange verluste "aushalten" bis ihnen das private Geld aus geht oder Oma aufhört mit zahlen. Oder das Schwarzgeld alle ist ;-)

Ein Gehalt bekommt nur ein GmbH geschäftsführer, alle anderen eben Gewinn, der per Privatentnahme dem Unternehmer rivat zur Verfügung gestellt werden kann.

Fazit:

Angestellte ja, Chef nein.

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