Frage von Nagott am 27.01.09

Selbständigkeit als Fotograf, Bildbearbeiter, Fotografenassistent - was muss ich beachten?

Moin Moin,

erst einmal ein dickes Lob an die Betreiber dieses Forums, ich habe mich schon durch den einen oder anderen Beitrag gelesen und habe mich aufgrund der Antworten entschlossen hier anzumelden, um mich zu Informieren....

Ich hoffe das die Antworten auf meine Fragen ebenso Klasse und Fachlich Beantwortet werden können....

Erstmal kurz zu mir, mein Name ist Stefan fast 30 Jahre Alt

und ich komme aus Hamburg, dem fotografischem Mittelpunkt Deutschlands.

Derzeit mache ich eine Umschulung zum Fotografen in Bad Pyrmont die ich voraussichtlich im Sommer dieses Jahres beende ( Ich hoffe es doch )

Vor dieser Zeit habe ich als Kleingewerbe angemeldet schon 3 Jahre als Freischaffender Fotokünstler in Hamburg gearbeitet, allerdings nur mit vorhandenen Mitteln, ohne Kredite aufnehmen zu müssen, eben als Nebenerwerb...

Als mein Sohnemann Ende 2006 geboren wurde beschloss ich die Ausbildung zum Fotografen nachzuholen um Sicherheit in die ganze Geschichte zu bringen,

und nun da sie dem Ende zugeht ( Morgen ist die Zwischenprüfung zu Ende ) mache ich mir langsam Gedanken wie es danach weitergeht....

Beschäftigungsverhältnisse in unser Branche zu bekommen die entsprechend entlohnt werden ist schwer, und so wie es aussieht ist eine Selbstständigkeit der Weg den ich einschlagen möchte...

Meine Idee ist eigentlich ziemlich Simpel bisher...

Als gelernter Fotograf, mit ( inkl. Ausbildung ) 5 Jahren Erfahrung in diesem Geschäft, möchte ich dieses Mal mit einem Kredit, also Investitionen so durchstarten das grössere Aufträge durchführbar sind die ich vorher IMMER Ablehnen musste da mir die Technik schlicht und Einfach fehlte...

Ich möchte kein Fotostudio in Hinblick auf laufende Kosten aufmachen,

sondern meine Spezialisierung der On Location

( Bedeutet Locations die Draussen/Alte Hallen/Wohnungen usw. zu nutzen um bestimmte Bildwirkungen/Stimmungen zu bekommen, und in meinem Fall sich von den meisten Fotografen in Hamburg abzuheben ;-)) ) Fotografie nutzen, und nur Onlocation, bzw. wenn durch einen Job nötig mich in einem Mietstudio Tageweise einmieten, und so eben den Alltag eines Fotografen nachgehen...

Falls es von Interesse ist was ich mit On Location Fotografie meine, hier ein Ausschnitt meines Portfolios...

picasaweb.google.de/photoart.nagott/MyPortfolio

Leider hat unser Beruf viele saisonbedingte Leerläufe...

Die will ich dadurch mit Arbeit = Einkommen füllen das ich meine Arbeitskraft als Fotografenassistent ( kurz Assi. ) inkl. Equikmentrent aus der eigenen Ausrüstung also dem vorhandenen LapTop, Ersatzkamera/Objektive für den Fotografen, und eben die Arbeitskraft im Studio/On Location anbiete.

Und als 3tes Standbein möchte ich Bildbearbeitungen für den Ottonormalverbraucher anbieten, also bspw. Frau und Herr X waren in der Turkei im Urlaub, und die kompakte Digitalkamera XY hat zwar grundsätzlich schöne Bilder geliefert, die aber ( wie alle Kompakten ) ziemlich Flau, Schief, Unscharf usw. sind diese kann man bei mir zur Optimierung die in Handarbeit am Rechner passiert ( nicht zu verwechseln mit der Automatischen beim Bestellen von Bildern im Internet ) geben, und werden in einer Preisstaffelung zbs.

bis 100 Bilder Betrag X pro Bild

ab 200 Bilder Betrag X pro Bild

..........................................

usw. usw....

Diese werde ich aus einem Homeoffice machen, und damit Beschäftigungslücken füllen....

Von daher habe ich Preisrecherche betrieben und eine Grundausstattung zusammengestellt die es mir ermöglicht einige Jahre damit zu Arbeiten ohne jedes Jahr Neue Investitionen machen zu müssen...

Dabei komme ich auf:

Gesamt = 14.757,00 € + weitere Kosten/Rücklagen für das erste Jahr schätze ich das ich auf 30T€ kommen werde

Eine ganze Menge Geld für jemanden der aus der Ausbildung kommt, dessen Scheidung ansteht und Vater eines 2 1/2 Jährigen Sohnes ist, und somit bis auf Vorhandene Ausrüstung im Wert von 5-10.000 Euro und seinen Beruflichen Kenntnissen kein Eigenkapital mitbringt....

Das heisst für mich ich muss sehen wie ich das Kapital zusammenbekomme, und das wird wohl nur durch einen Kredit bei der Hausbank ( Hamburger Sparkasse ) oder durch Gründerkredite gehen....

Mich würde grundsätzlich erstmal Interessieren welche Wege am besten erstmal angegangen werden müssen, und wie ich am besten den Stein ins Rollen bringe....

Angedachte Wege sind jetzt erstmal...

- Termin bei der Existenzgründer Beratung Hamburg

- Vorsprechen bei meiner Hausbank

- Termin beim Steuerberater für eine Beratung

- Informationen Sammeln im Internet

- Kostenvoranschläge für die benötigte Ausrüstung bei 3 mir bekannten Profiausrüstern für Fotografen in Hamburg um herauszufinden welche Rabatte/ Skonto/Vergünstigungen/ Leasing usw. möglich sind....

Leider bin ich bis zum Sommer kaum/nur am Wochenende in Hamburg da die Ausbildung wie schon oben geschrieben in Bad Pyrmont stattfindet, somit muss ich schauen das ich so viele Infos wie möglich im Voraus Online sammele um mich nicht selbst bei den Terminen komplett ins Kalte Wasser zu werfen....

Ich würde mich wirklich freuen wenn ich hier noch den einen oder anderen Denkanstoss bekomme um meine Geschäftsidee zu verwirklichen....

Herzlichen Dank im voraus....

Liebe Grüsse aus Bad Pyrmont

Stefan

Antwort von

Hallo,

im Prinzip ist gegen Ihre Vorgehensweise nichts einzuwenden, nur empfehle ich

a) den Termin mit einem Steuerberater vor den Banktermin zu setzen

b) die Höhe der Finanzierung soweit wie möglich einzugrenzen - wenns schief geht stehen Sie vor einem sehr hohen Schuldenberg

c) statt Kauf der Ausstattung über Miete oder Leasing nachdenken, ist eventuelle zwar teurer, aber in der Regel einfacher zu finanzieren

Antwort von

Moin Moin,

Herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort...

a. werde ich dann auf alle Fälle Beherzigen,

bei b. & c. ist es wohl etwas schwieriger denke ich....

Leider ist die Kamera & Co nicht für sehr viel weniger zu bekommen, und ich habe mich schon runtergeschraubt was meine Erwartungen an die Ausrüstung angeht...

Es ist so das viele Jobs ohne diese Grundausstattung kaum mehr ausführbar sind, so nehmen zum Beispiel Agenturen keine Bilddaten unter 12 Megapixel, und der Profi 12 MP Bolide von Nikon kostet schon knappe 5000 Euro....

Blitzanlage, und so weiter sind weil ich mich entschlossen habe kein Studio zu eröffnen auch zwingend ötig, da ich mir nicht jeden 2ten Tag eine Blitzanlage leihen kann, über Leasing habe ich allerdings auch schon nachgedacht und werde das in Betracht ziehen.

Liebe Grüße aus Hamburg

Stefan Nagott

Antwort von

Hallo Photoart,

ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen. Der Bericht ist ja schon etwas her, mich würde mal interessieren wie es weiter gegangen ist.

Ortwin Schneider
www.FotoMagic.de

Antwort von

 

Hallo Photoart,

ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen. Der Bericht ist ja schon etwas her, mich würde mal interessieren wie es weiter gegangen ist.

Ortwin Schneider

www.FotoMagic.de

Hallo Ortwin,

leider ist erstmal nichts aus dieser Idee geworden, die Wirtschaftskriese macht es sehr schwer Kredite zu bekommen, zumindestens in der Höhe in der ich gedacht habe, und für Leute wie mich....

Bin jetzt erstmal auf der Suche nach einer Anstellung und werde NUR ein Nebengewerbe anmelden....

Dann werde ich ein paar Jahre sparen und Erfahrung sammeln und es dann noch einmal versuchen....

Sucht ihr nicht noch jemanden mit frischen Ideen

Liebe Grüße

Stefan

Antwort von

Hallo Stefan,

lass die Ohren nicht hängen, besser so als mit Schulden auf der Nase liegen.

Mein Team besteht schon aus 2 Fotodesignern, 1 Assi, 2 Visa und einer Studioaufsicht.

Dazu noch ein paar seeeehr kreativen Kunden.

So leid es mir tut, noch eine Person und das Boot geht unter....

Viel Glück als alleinstehender Vater, ich drück die Daumen

Ortwin
www.FotoMagic.de

Antwort von

Hallo nochmal,

neee ich lasse mich nicht unterkriegen... Smile

Ich habe mir den Weg zum Fotografen auch erkämpft, und so schlecht sieht es auch gar nicht aus hier in Hamburg...

Wenn doch mal Bedarf besteht meld dich gerne...

Vielen Dank für die guten Wünsche...

Liebe Grüße

Stefan

blog.vgnexp.de

Antwort von

In der neuen "impulse" ist auf den Seiten 88-91 ein guter Artikel über Mikrofinanzierung. Anhand von Gründern, die in der gleichen Situation wie du steckten, wird diese Finanzierungsmöglichkeit sehr anschaulich beschrieben.

Bei Hausbanken ist der Verwaltungsaufwand für "kleinere" Kredite um 30TEURO zu hoch, sodass diese häufig eine Absage erteilen; besonders in Krisenzeiten.

Mirofinanzierer arbeiten schlank und sind von daher viel flexibler.

Vielleicht schaffst du es mit dieser Art der Finanzierung in die Selbständigkeit?

Ich drücke dir auch die Daumen!

impulse - Das Unternehmermagazin, Ausgabe September 2009.

"Kredite - Zu klein für die Bank - Mikrofinanzierer helfen, wenn andere Kreditinstitute kein Geld geben wollen"

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