Frage von Katrin am 09.12.14

Lerntherapie/Nachhilfe Nebenjob: muss ich Gewerbe anmeden?

Hallo zusammen,

 

ich bin angestellte Logopädin (16 Stunden pro Woche) und habe eine Zusatzqualifikation zur Lerntherapeutin (kassenunabhängige Privatleistung).

 

Nun habe ich mehrere Anfragen aus dem Bekanntenkreis zur Lerntherapie. Diese soll an meinem Wohnort stattfinden, wäre also keine Konkurrenz zu meinem Arbeitgeber.

 

Dass ich den Nebenjob durch meinen Arbeitgeber genehmigen lassen muss, ist mir bewusst.

 

Muss ich dafür ein Kleingewerbe anmelden und was kommt dann auf mich zu (Versicherung, Gebühr,...)?

 

Über Informationen, Ratschläge und Tipps würde ich mich sehr freuen, vielen Dank schon mal!

 

Antwort von

 

Sie haben richtig erkannt, Sie sollten ihren Arbeitgeber informieren, bevor es nachträglich Streitigkeiten wegen Wettbewerb oder Konkurrenzverhalten gibt.

 

 

 

Sofern Sie Ihre Leistungen nachhaltig und gegen Entgelt anbieten, müssen Sie natürlich auch ein Nebengewerbe anmelden. Und hier ist schon der erste Streitpunkt, müssen Sie wirklich ein Gewerbe anmelden oder arbeiten Sie als freiberuflicher Therapeutin, als Freiberufler holen? Wenn Sie im §18 Einkommensteuergesetz mit ihrer Tätigkeit geführt werden, dann sind sie freiberuflich tätig und müssen kein Gewerbe anmelden sondern ihre Tätigkeit beim Finanzamt. Lesen Sie einfach die von mir empfohlenen Artikel, um sich einen ersten Überblick zum Thema Gewerbe/Freiberufler zu verschaffen.

 

 

 

Was ein Versicherungen und Gebühren auf Sie zukommen, hängt zum einen davon ab, ob Sie sich versichern möchten, ob Sie sich versichern müssen und welche zusätzlichen Verpflichtungen Sie eingehen. Da sie hauptberuflich angestellten, schließe ich eine zusätzliche Krankenversicherung aus.

 

Zusätzliche Kosten können in Form von Fahrtkosten oder Material auf Sie zukommen. Wenn Sie zuhause arbeiten, können einige wenige Betriebskosten (Strom, Heizungswasser) entstehen, welche jedoch erfahrungsgemäß sehr schlecht als Betriebsausgaben einsetzbar sind. Vielleicht entsteht eine Mitgliedschaftsgebühr bei einer Änderung oder einer Berufsgemeinschaft, das kann ich im Moment nicht sagen. Einige Kosten könnten auch entstehen, wenn sie ihre Buchführung nicht selber machen können und ihr erwirtschaftetes Einkommen von einem Steuerberater ermittelt werden muss, um am Jahresende ihrer Einkommensteuererklärung, ihre Umsatzsteuererklärung (auch wenn Sie die Kleinunternehmerregelung nutzen) oder gegebenenfalls eine Gewerbesteuererklärung erstellt werden muss.

 

 

 

Sofern Sie dahingehend Beratungsbedarf haben, kann ich nur auf einen Steuerberater in Ihrer Nähe verweisen oder besuchen Sie einfach ein Existenzgründerseminar, um weitere essenzielle Fragen zu klären.

 

 

 

Wie Sie sich auch entscheiden, ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg.

 

Torsten

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