Frage von Dennis am 11.01.10

Hauptberuflicher Kleinunternehmer - kann ich Rechnungen ohne Steuernummer schreiben?

Hallo zusammen.

Ich habe vor kurzem meine Ausbildung als Anwendungsentwickler beendet und möchte mich in jetzt in diesem Feld mit einem Kleingewerbe selbstständig machen.
Kleingewerbe aus dem Grund das ich

a) am Anfang noch nicht davon ausgehe über die entsprechenden Grenzen zu kommen und

b) das ich mir den Anfang leichter gestalten möchte.

Ich hab aber noch ein paar Fragen auf die ich leider bisher keine Antworten finden konnte, die ich hier aber hoffe zu finden

1. Wenn ich im ersten Jahr unter 17,500 Umsatz bleibe und im zweiten unter 50,000 bin ich ja wahlweise noch von der Umsatzsteuer befreit. Aber was genau passiert wenn sich das dann ändert? Muss ich das irgendwie um-melden? Und muss ich dann im Nachhinein MwSt zahlen?

2. Wenn ich auf meinen Rechnungen die Steuernummer angeben muss, diese aber erst nach einer Wartezeit vom Finanzamt erhalte, kann ich dann trotzdem schon Rechnungen schreiben? Ich hab gelesen das man dann solange seine private angeben kann. Ich wüsste allerdings nicht das ich eine hätte.

3. Ich weiß das man nicht zwangsweise ein Geschäftskonto benötigt, aber was genau macht ein Konto eigentlich zum Geschäftskonto, wenn man dafür auch einfach sein privates Konto verwenden kann? Meine private Bank gibt in ihrem FAQ an eine reine "Privatkundenbank [...] für natürliche Personen (Privatpersonen)" zu sein. Schließt dies ein als "Geschäftskonto" genutztes Privat Konto für ein Kleinunternehmen aus?

Das wars dann erstmal. Schonmal danke für alle Antworten.

Schade das die edtier Funktion hier so ein kurzes Limit hat.

Ich hab gerade gelesen das man die Steuernummer nur angeben muss wenn die Umsatzsteuer ausgewiesen wird. Ist dies veraltet oder hieße das dann ich benötige die gar nicht um sofort Rechnung schreiben zu können, sofern ich darauf verzichte MwSt auszuweisen?

Antwort von

zu 1. Du bleibst solange Kleinunternehmer, wie du im Vorjahr unter 17.500 Umsatz hattest. Ab dem folgenden Jahr musst du die Umsatzsteuer ausweisen und abführen. Wird dies nicht gemacht, wird es das Finanzamt bei einer Prüfung nachträglich machen. D.h. dass dann aus deinen Einnahmen die Umsatzsteuer herausgerechnet wird.

zu 2. Solange du keine andere Steuernummer hast, nimmst du die private Steuernummer. Wenn du bisher keine Steuernummer hattest, kannst du beim Finanzamt eine Steuernummer beantragen, die müssen dir eine geben und zwar recht schnell.

zu 3. ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Banken für Geschäftskonten immer Gebühren wollen, ein Privatkonto oft aber gebührenfrei ist. Im Prinzip sind beides aber nur Bankkonten - nur tritts du beim Geschäftskonto der Bank gegenüber als " Unternehmer" auf, was dir manchen Verbraucherschutz, den du als reine Privatperson hast, wegnimmt.

Du musst auf sämtlichen Rechnungen deine Steuernummer angeben, ob du Umsatzsteuer ausweist oder nicht. Denn wenn du keine ausweist, bist du verpflichtet darauf hinzuweisen, dass du Kleinunternehmer bist. Damit dies aber geprüft werden kann, ist die Steuernummer wieder erforderlich.

So und nun viel Erfolg bei der Selbständigkeit

A.Boll

Antwort von

Meiner Empfehlung, um auf der steuerrechtlich sicheren Seite zu sein: einfach diese Fragen einen wirklichen Steuerberater stellen, und nach einem Kostenvoranschlag fragen. Dann weiß man was es kostet und ist sich sicher, dass man das Richtige tut.

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