Frage von Alice am 21.10.14

Freie Redakteurin und Gewerbe als Filmproduzentin?

Hallo,

seit vielen Jahren arbeite ich als freie Redakteurin. Nun möchte ich parallel Filme für Unternehmen produzieren: Ich bringe die Redaktionsleistung, technische Dienstleistungen kaufe ich zu und biete sie mit an. Erste Projekte sind in der Pipeline.

 

Nun meine Fragen:

1. Wenn ich ein Gewerbe als Filmproduzentin anmelde - muss ich dann auch die Aufträge aus meiner freien Redaktionstätigkeit über das Gewerbe laufen lassen?

 

2. Ist eine Gewerbeanmeldung zwingend notwendig? Oder kann ich die Filmproduktionen unter bestimmten Voraussetzungen auch als freie Redakteurin anbieten? Das wäre vor allem zu Beginn hilfreich, da ich kostengünstig bei der KSK versichert bin.

 

Über eine fachkundige Antwort würde ich mich sehr freuen. Dafür vielen Dank schon im Vorhinein!

 

Gruß

 

Alice

 

 

 

 

Antwort von

 

Hallo Alice,

 

 

 

das ist ein klassischer Mischfall. Sie haben einerseits eine freiberufliche Tätigkeit als Redakteuren (davon gehe ich zumindest aus), welche sie seiner Zeit mit einer Anmeldung der Tätigkeit beim Finanzamt begonnen haben. Sie haben also daraus Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, ähnlich wie ein Arzt oder Steuerberater. Durch die zweite Tätigkeit, beginnen sie eine gewerbliche Tätigkeit, so denke ich zumindest, ohne es zu wissen oder nachgeschlagen zu haben. Sie sollten also zunächst abklären, ob diese zweite Tätigkeit wirklich gewerblich ist und somit beim Gewerbeamt angemeldet werden muss oder ob es sich auch dabei um eine freiberufliche Tätigkeit handelt (was wesentlich einfacher und günstiger wäre).

 

 

 

Gehen wir von dem Mischfall aus, sie haben also eine freiberufliche Redaktionstätigkeit und eine gewerbliche Produktionstätigkeit. In diesem Fall müssen ihre Gewinne getrennt ermittelt werden, um am Jahresende beim Finanzamt sowohl die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (Redaktionstätigkeit) und die Einkünfte aus Gewerbebetrieb (Filmproduktion) getrennt voneinander angeben zu können. Letzteres ist gewerbesteuerpflichtig und wird auch bei der zuständigen Stadt oder Gemeinde angegeben, wonach sie gegebenenfalls (ab einem Gewinn von ca. 24.500 Euro) Gewerbesteuern zahlen müssten. Bei der Redaktionstätigkeit entfällt das.

 

 

 

Ich kann Ihnen an dieser Stelle wirklich nur zu einem Steuerberater raten, der Ihnen zunächst die allererste Frage stellt, ob es sich um eine gewerbliche Tätigkeit oder um eine selbständige Tätigkeit handelt. Darüber hinaus sollte der Steuerberater auch für Sie die Erfassung der Einnahmen und Ausgaben in den entsprechenden Bereichen und die daraus resultierenden Gewinnermittlungen übernehmen. Könnte sonst ziemlich aufwändig und kompliziert für Sie werden.

 

 

 

Künstlersozialkasse

 

 

 

Was dieser Mischfall für die Künstlersozialkasse für Auswirkungen bei ihrer Krankenversicherung hat, kann ich Ihnen nicht sagen, das müssten sie dort direkt nachfragen. Ich kann Ihnen aber nur raten, das anonym zu tun, da man sonst direkt weiß, was Sie vorhaben und hinter ihnen steht und im Zweifel mehr Geld haben will.

 

 

 

 

 

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg

 

 

 

 

 

Ihr Torsten vom

 

 

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