Frage von Tanja am 09.06.12

Einkommensteuer bei Freiberuflern?

Schönen guten Tag,

 

ich bin Trainerin für Entspannnung und Stressbewältigung und werde, ab sofort, in unregelmäßigen Abständen, Kurse für Unternehmen und Privatpersonen anbieten. Laut Auskunft des zuständigen Finanzamtes ist dies eine freiberufliche Tätigkeit und die Gewinne sind über die Einkommensteuererklärung zu melden. Ist es denn richtig, das ich als Freiberufler die Ausgaben direkt von den Einnahmen abziehen kann und dann nur den ermittelten Gewinn angeben muss? An was orientiert sich die Berechnung der Einkommensteuer? An meiner Steuerklasse? Wenn ich in einem Monat nur einen Gewinn von 400,00 € erziele, verhält sich das mit der Steuer dann so wie bei einem geringfügig Beschäftigten? Muss ich auf den Rechnungen die MwSt ausweisen? Schon mal vielen Dank für die Antworten. Beste Grüße, Tarali

Antwort von

Hallo,

tut mir leid, aber bei Ihrem steuerlichen Vorwissen kann ich Ihnen nur den Gang zu einem Steuerberater empfehlen - "Guter Rat schont das Vermögen". Und das Geld ist gut angelegt.

Nichtsdestotrotz hier ein paar Hinweise:

Ja es ist richtig, ein Freiberufler versteuert nur den Gewinn (= Betriebseinnahmen abzüglich Betriebsausgaben).

Im Übrigen nicht anders als bei einem Arbeitnehmer. Dieser versteuert nämlich letztendlich im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung auch nur seinen "Gewinn". Dieser nennt sich dann aber Überschuss (= Bruttoarbeitslohn abzüglich Werbungskosten).

Im Gegensatz zum Arbeitnehmer zahlen Selbständige (also auch Freiberufler) Ihre Einkommensteuer nicht über einen Lohnsteuerabzug, sondern über eigene vierteljährliche Vorauszahlungen auf den voraussichtlich zu erwartenden Gewinn. Dabei spielt es keine Rolle was in einem einzelnen Monat erzielt wird, sondern was voraussichtlich im ganzen Jahr erzielt wird. Auch bei Gewinnen bis 400 EUR fällt ggf. Einkommensteuer an, eine vergleichbare Regelung wie für Arbeitnehmer (Minijob) gibt es für Selbständige nicht.

Ob Sie in Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen oder nicht, hängt in erster Linie von der Höhe Ihres Jahresumsatzes (Betriebseinnahmen) ab. Schauen sie mal hier im Forum oder unter www.betriebsausgabe.de unter Kleinunternehmerregelung nach. Die Jahrsumsatzgrenze liegt bei 17.500 EUR.

Aber - zurück zum Anfang - bitte mindestens ein steuerliche Erstberatung bei einm Steuerberater investieren.

Antwort von

Hallo Tarali,

Ist es denn richtig, das ich als Freiberufler die Ausgaben direkt von den Einnahmen abziehen kann und dann nur den ermittelten Gewinn angeben muss?

Ja das ist richtig. Es reicht an sich eine Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben, sowie der sich daraus ergebende Gewinn. www.gruenderlexikon.de/einnahmen-ueberschuss-rechnung Der Gewinn wird dann in die Anlage S in das entsprechende Feld eingetragen. Die Anlage S sowie die Aufstellung werden der Einkommensteuererklärung beigefügt. Für die Aufstellung können Sie auch unsere Vorlage EÜR verwenden, entweder die für umsatzsteuerfreie Umsätze oder für umsatzsteuerpflichtige Umsätze

An was orientiert sich die Berechnung der Einkommensteuer?

Am Einkommensteuertarif www.gruenderlexikon.de/einkommensteuertarif

Dazu wird zunächst das zu versteuernde Einkommen ermittelt www.gruenderlexikon.de/zu-versteuerndes-einkommen

www.gruenderlexikon.de/einkommensteuer

Wie die Berechnung genau zu Stande kommt, kann Ihnen ein Steuerberater erklären.

Wenn ich in einem Monat nur einen Gewinn von 400,00 € erziele, verhält sich das mit der Steuer dann so wie bei einem geringfügig Beschäftigten?

Geringfügig Beschäftigte, die pauschalversteuert werden, zahlen selbst keine Lohnsteuer - das übernimmt der Arbeitgeber.

Anders verhält es sich mit geringfügig Beschäftigten die auf Lohnsteuerkarte beschäftigt werden. Diese zahlen Lohnsteuer, können sich diese in der Steuererklärung wieder zurückholen. Wenn Sie außer dem Gewinn von 400 Euro pro Monat kein anderes Einkommen haben, werden hiervon Sonderausgaben, Werbungskosten, allgemeine Kosten (genaueres beim Steuerberater erfragen, diese Aufzählung ist nur beispielhaft) abgezogen = zu versteuerndes Einkommen. Solange Ihr Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, zahlen Sie keine Steuer darauf.

Muss ich auf den Rechnungen die MwSt ausweisen?

Das müssten Sie Ihren Steuerberater fragen oder Herrn Kexel (=Steuerberater) im Ratgeber von Betriebsausgabe.de

Viele Grüße

Anna Horcher

 

zurück
Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!