Am von Torsten in Studien geschrieben und am 17.12.2020 um 13:36 aktualisiert
Freizeit und Erholung

Selbst und ständig: Jeder 5. deutsche Kleinunternehmer macht keinen Urlaub

Neue Produkte, Vertriebswege oder Dienstleistungen anbieten: Unternehmen sind auf Innovation und Ideen angewiesen, wenn sie zukunftsfähig sein und wachsen wollen. Doch wie eine internationale Studie von Software-Hersteller Sage unter 2.6000 Unternehmensentscheidern aus elf Ländern ergeben hat, bleibt den Chefs gerade kleiner Firmen zu wenig Zeit, um Innovationen zu entwickeln.

Chart zum Urlaub von Unternehmern in Deutschland
© sage.de

Frankfurt, 05.06.19 - Fast ein Drittel (32%) sagt, dass sie das Thema aus diesem Grund vernachlässigt. Durchgeführt wurde die Erhebung von Redshift Research, berichtet sage.de.

Wer wurde befragt?

Wie Sage mir per E-Mail mitteilte, wurde die Umfrage bei Unternehmern durchgeführt, die mindestens einen Mitarbeiter haben, daher ist die gewählte Datenbasis (hier: Unternehmer mit 1 bis 100 Mitarbeiter) aus meiner Sicht irreführend und eher unrealistisch. Irreführend hinsichtlich des Begriffs Kleinunternehmer, der rein umsatzsteuertechnisch gesehen für Unternehmer verwendet wird, die einen maximalen Umsatz von 17.500 EUR im Vorjahr hatten und nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz im aktuellen Berichtsjahr erwirtschaften werden. Diesen Begriff auf die befragten Unternehmer zu projizieren, die mitunter mittlere bis hohe zweistellige Mitarbeiterzahlen verzeichnen, halte ich für relativ unglücklich und nicht besonders realitätsnah.

Fähige Mitarbeiter fehlen

Wie die Studie auch herausgefunden hat, arbeitet fast die Hälfte (46%) der befragten Unternehmer mehr als 40 Stunden die Woche. In Deutschland sind es sogar 57 Prozent. Schuld an den Überstunden sei vor allem ein Mangel an kompetenten Mitarbeitern, wie 42 Prozent der weltweit Befragten meinen. Gerade in Südafrika scheint das Problem groß zu sein. 57 Prozent der Unternehmer dort gibt an, dass talentiertere Mitarbeiter ihnen helfen könnten, die Arbeitszeit zu reduzieren. Auch bessere administrative Prozesse und Technologien würden ihnen mehr Luft verschaffen, wie 51 Prozent der Befragten sagen. Nach verschiedenen Bereichen gefragt, die angesichts der Arbeitsbelastung auf der Strecke bleiben, ist das Entwickeln neuer Ideen der am häufigsten genannte. Außerdem fehlt die Zeit, um Kunden zu kontaktieren, Mitarbeiter zu entwickeln und Rechnungen zu bezahlen. In einer kleinen Anzahl von Ländern, darunter Deutschland und England, sagten die Umfrageteilnehmer, dass sie lieber Zeit in Innovationen investieren würden, als für administrative Aufgaben. 

Urlaub bleibt auf der Strecke

Neben der mangelnden Zeit für Innovationen sagt über ein Drittel (38%), dass der Zeitdruck sie bereits einmal Kunden gekostet habe. An Urlaub ist daher für viele nicht zu denken. Ganze 33 Prozent gönnen sich weniger als fünf Tage Urlaub im Jahr. Wenige Auszeiten nehmen sich auch die deutschen Kleinunternehmer: 19 Prozent von ihnen gaben an, komplett auf Urlaub zu verzichten; 13 Prozent haben weniger als fünf Tage genommen. Gerade einmal 22 Prozent nehmen die für Arbeitnehmer üblichen 26 bis 30 Tage. Rainer Downar, Executive Vice President bei Sage, mahnt: „Für Unternehmer ist es selbstverständlich, mehr zu leisten und zu arbeiten als andere. Für die meisten ist es gar kein Opfer. Sie lieben ihr Geschäft. Trotzdem sollten sie nicht vergessen, sich Auszeiten zu nehmen. Jahre ohne Urlaub sollten die Ausnahme sein und nicht die Regel.“ Stephen Kelly, Sage CEO, kommentiert: „Die kleinen Unternehmen auf der ganzen Welt sind die wahren Helden unserer Ökonomie. Wir müssen sie dabei unterstützen, die Zeit zu finden, um sich zu entwickeln und zu wachsen. Es ist äußerst bedauerlich, dass das Thema Innovation bei den Unternehmern, die von ihren großen Ideen leben, auf der Strecke bleibt.“ Alle Infos gibt es unter blog.sage.de.

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