Am von Ruben in Studien geschrieben und am 17.09.2019 um 19:48 aktualisiert
PSD2-Richtlinie

Jeder 5. Kunde will weniger online kaufen

Zum 14. September 2019 müssen Onlinehändler ihre Zahlungssysteme so angepasst haben, dass sie den PSD2-Richtlinien entsprechen. Natürlich sind hier weniger die Unternehmer selbst gefragt, sondern die Anbieter von Zahlungsdiensten, wie PayPal, Visa oder Sofortüberweisung. Doch die Richtlinien haben Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Kunden. In diesem Zusammenhang sind Onlineshop Betreiber von PSD2 stark betroffen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Führt die PSD2-Richtlinie zu Umsatzeinbußen?
Führt die PSD2-Richtlinie zu Umsatzeinbußen?
© JESHOOTS-com / pixabay.com

Berlin, 29. August 2019 - Mit einem Onlineshop Geld verdienen ist nach dem Siegeszug von Amazon, eBay & Co. immer schwieriger geworden. Hinzu kommen außerdem immer neue Richtlinien und Verordnungen, die vor allem bei Solo-Selbstständigen und kleineren Unternehmen für deutlich mehr bürokratischen Aufwand sorgen. Eine aktuelle Studie des BVDW zeigt, dass sich das Kaufverhalten im Internet mit der Einführung der PSD2-Richtlinie ändern könnte.

Unter den über 1.000 Befragten sind immerhin über 22 Prozent der Ansicht, also rund jeder fünfte Befragte, dass sie in Zukunft weniger online kaufen wollen. PSD2 führt nämlich dazu, dass Kunden bei Onlinekäufen in Zukunft mindestens zwei Authentifizierungsmerkmale abgeben müssen. Zum Beispiel wäre das ein Passwort verbunden mit einer TAN, die der Kunde aufs Smartphone bekommt.

60% der Verbraucher brechen komplizierten Kaufvorgang ab

Die Erfahrung zeigt, dass Kunden den Kaufprozess sogar abbrechen, wenn die Bezahlung zu lange dauert oder zu kompliziert ist. Laut der o.g. Studie haben fast zwei Drittel der Befragten genau aus diesen Gründen bereits online einen Kaufvorgang abgebrochen. PSD2 führt nun eben dazu, dass der Bezahlvorgang aber nicht einfacher, sondern noch umfangreicher wird.

Auf der anderen Seite muss man auch festhalten, dass PSD2 ja jeden Onlinehändler betrifft, also auch Amazon & Co. Das heißt, wer in Zukunft online einkaufen und auch sofort bezahlen möchte, muss überall diesen Authentifizierungsprozess durchlaufen. Daher kann es gut sein, dass sich das Kaufverhalten nicht wesentlich ändert. Bezahlung auf Rechnung ist davon natürlich ausgenommen.

PSD2 könnte sogar eine weitere Folge haben: Produkte werden teurer. Warum? Weil das Abfragen eines zusätzlichen Authenitifizierungsmerkmals den Kreditkartenbetreibern bzw. Zahlungsdienstleistern Geld kostet. Diese Kosten könnten sie auf den Händler umschlagen, der wiederum die Produkte teurer machen oder die Margen senken müsste. Selbstständigkeit im Internet ist eben nicht einfach, vor allem als Betreiber eines Onlineshops.

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