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Fördermittel

Neue Förderung für Jungunternehmer: Förderung unternehmerischen Know-hows

Bis Ende 2015 konnten Unternehmer vom “Gründercoaching Deutschland” profitieren. Das Programm wurde eingestellt und mit einer Reihe von anderen Programmen gebündelt. Das Ergebnis heißt jetzt “Förderung unternehmerischen Know-hows”. Zuständig für das neue Beratungsprogramm ist nicht mehr die Kfw sonder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz: BAFA).

Förderung unternehmerischen Know-hows
© pixabay.com

Berlin, 12. Januar 2016 - Wie das Betriebsausgabenmagazin im Oktober berichtete, wurde bereits im vergangenen Jahr eine Neuauflage des “Gründercoaching Deutschlands” angekündigt. Die dort genannten Eckdaten wurden im Wesentlichen auch so umgesetzt. Letzte Woche stellte das BAFA das Programm Förderung unternehmerischen Know-hows öffentlich vor. Es trat bereits am 01. Januar 2016 in Kraft. Damit entstand zum Glück keine Förderlücke, wie befürchtet. Insgesamt stehen für 2016 16 Millionen Euro zur Verfügung. Die Gelder stammen überwiegend aus dem Europäischen Sozialfonds. Der Rest wurde aus Bundesmitteln finanziert.

Wer wird gefördert?

Zusammen mit dem ebenfalls vor kurzem eingeführten Programm “unternehmensWert:Mensch”, ist das neue BAFA-Programm eines der wichtigsten Förderungen für kleine und mittlere Unternehmen. Es richtet sich jedoch in erster Linie an Jungunternehmen und solche, die sich in einer wirtschaftlichen schwierigen Situation befinden. Unternehmer die sich noch in der Phase der Existenzgründung befinden (also noch keine Unternehmensgründung vollzogen haben), können zwar nicht von der Beratungsförderung profitieren. Trotzdem sollte auch diese Personengruppe das Programm im Hinterkopf behalten.Denn die Förderung kann unmittelbar nach der Existenzgründung in Anspruch genommen werden. Konkret können folgende Gruppen die “Förderung unternehmerischen Know-hows” in Anspruch nehmen:

  • Unternehmen, deren Gründung vor weniger als 2 Jahren erfolgte (Jungunternehmen)
  • Unternehmen, deren Gründung vor mehr als 2 Jahren erfolgte (Bestandsunternehmen)
  • Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden - unabhängig vom Zeitpunkt der Gründung
  • Das Unternehmen muss seinen Sitz in Deutschland haben
  • Förderfähig sind nur kleine und mittlere Unternehmen

Die Unterteilung nach kleineren und mittleren Unternehmen, richtet sich nach der EU-Mittelstandsdefinition, sprich: maximal 250 Mitarbeiter und höchsten 43 Millionen Euro Bilanzsumme oder 50 Millionen Euro Umsatz. Die Gliederung in Jung- und Bestandsunternehmen ist entscheidend für die Höhe der Förderung. Auch Freiberufler können vom neuen Programm profitieren. Allerdings gibt es auch einige Unternehmergruppen, die von einer Förderung ausgeschlossen sind:

  • Gemeinnützige Unternehmen
  • Unternehmen, die sich bereits in der Insolvenz befinden
  • Unternehmen, die im Bereich Unternehmens- oder Wirtschaftsberatung tätig sind
  • Steuerberater, Rechtsanwälte, Notare u.ä. Berufsgruppen, die beratend oder schulend tätig sind

Da das BAFA den Begriff des “Beraters” in der Vergangenheit häufig sehr weit ausgelegt hat, sollten Antragsteller sehr vorsichtig mit diesem Begriff umgehen.

Was wir gefördert?

Generell werden alle Beratungen rund um wirtschaftliche, finanzielle und organisatorische Fragen der Unternehmensführung gefördert. Zusätzlich gibt es noch weitere spezielle Beratungen, die sich gezielt an bestimmte Personengruppen richten oder an Unternehmen, mit bestimmten Fragestellungen. Unter anderem gehören dazu:

  • Unternehmen die von Frauen oder Migrantinnen/Migranten geführt werden
  • Beratungen, wie eine bessere betriebliche Integration von MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund möglich ist
  • Beratungen zur Arbeitsgestaltung für MitarbeiterInnen mit Behinderung

Welche Zuschüsse erhalten Unternehmer?

Wie bereits erwähnt, richtet sich die Höhe nach dem Alter und der Phase, in dem sich das Unternehmen befindet. Der Beratungszuschuss der “Förderung unternehmerischen Know-hows” ist wie folgt gestaffelt:

Art des Unternehmens Bemessungsgrundlage Fördersatz Maximale Förderung
Jungunternehmen 4.000 Euro 50 bis 80% 2.000 bis 3.200 Euro
Bestandsunternehmen

3.0000 Euro

50 bis 80% 1.500 bis 2.400 Euro

Unternehmen in

wirtschaftlichen Schwierigkeiten

3.000 Euro 90% 2.700 Euro

Die Höhe des Fördersatzes richtet sich wiederum nach dem Sitz des Unternehmens. Dabei gilt: 80% in den neuen Bundesländern (außer Berlin und Region Leipzig), 60% Region Lüneburg, ansonsten 50%. Unternehmen, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind, erhalten unabhängig vom Alter und Standort einen Fördersatz von 90%.

Wo und wie wird ein Antrag gestellt?

Eine Antragstellung erfolgt ausschließlich online über die Plattform des BAFA. Jungunternehmer und Unternehmer in wirtschaftlichen Schwierigkeiten müssen zudem im Vorfeld noch ein kostenfreies Informationsgespräch führen. Auf der Plattform des Bundesamts sind auch alle weiteren organisatorischen Abläufe und Voraussetzungen beschrieben.

Fazit zur Förderung unternehmerischen Know-hows

Im Gründercoaching Deutschland wurden auch Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus gefördert. Das gibt es beim neuen Prorgamm leider nicht. Vorteilhaft ist sicherlich die Bündelung und Straffung von mehreren Programmen zu nur noch einem. Allerdings würde sich hier auch eine Vereinheitlichung aller Programm anbieten, die sich auf die Phase der Gründung bzw. Vorgründung beziehen.

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