Am von Ruben in Buchführung und Steuererklärung geschrieben
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Umsatzsteuer und Vorsteuerabzug

Rechnungsstellung: Jede Anschrift genügt, sofern Unternehmer dort erreichbar ist

Der Bundesfinanzhof hat mit einigen Urteilen seine frühere Rechtsprechung gekippt, nachdem für eine zum Vorsteuerabzug berechtigte Rechnung lediglich eine korrekte Anschrift genügt, unter der der Unternehmer erreichbar ist. Die wirtschaftliche Tätigkeit des Unternehmers muss dort nicht stattfinden. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat dies zum Anlass genommen und den Umsatzsteuer-Anwendungserlass aus dem Jahr 2010 geändert.

Solange man erreichbar ist, ist jede Anschrift in Ordnung.
Solange man erreichbar ist, ist jede Anschrift in Ordnung.
© Tania-VdB / pixabay.com

Berlin, 03. April 2019 - Das Gründerlexikon berichtete bereits über darüber, dass bei einer korrekten Rechnung, die zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, der Ort der wirtschaftlichen Tätigkeit nicht mehr notwendig ist. Nun hat auch das BMF den Umsatzsteuer-Anwendungserlass dahingehend geändert.

Jede Art Anschrift ist ausreichend, sofern der Unternehmer dort erreichbar ist

Das BMF hat den neuen UStAE insofern geändert, dass nun jede Art Anschrift für eine korrekte Rechnungsstellung genügt, sofern der Unternehmer dort natürlich auch erreichbar ist. Wo der Unternehmer die Leistung tatsächlich erbringt, ist dabei unerheblich. Das heißt, das nun auch sogenannte Briefkasten-Adressen oder eine Adresse einer beauftragten Kanzlei den Anforderungen nach § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG genügen.

Wichtig für den Vorsteuerabzug ist in diesem Zusammenhang lediglich, dass auf der Rechnung der vollständige Name des Unternehmers sowie die vollständige Adresse angegeben ist, unter der der Unternehmer auch erreichbar ist. Wie bereits erwähnt, ist es nicht notwendig, dass der Unternehmer die wirtschaftliche Tätigkeit auch unter der Adresse ausübt. (BMF Schreiben vom 07. Dezember 2018, III C 2 S 7280-a/07/10005 :003)

Tipp: Sie suchen einen richtigen Standort für Ihr Unternehmen? Nicht nur eine Briefkastenadresse? Dann kommen Sie um eine Standortanalyse nicht herum.

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Anhebung der Grenze für Kleinbetragsrechnungen auf 250 Euro

Rückwirkend zum 01. Januar 2017 wurde durch die Verabschiedung des Zweiten Bürokratieentlastungsgesetzes die Grenze der Kleinbetragsrechnungen auf 250 Euro angehoben. Mitte Mai stimmte auch der Bundesrat dem Gesetzesentwurf zu. Für Unternehmer bedeutet das ein geringeres Maß an Bürokratie.

Für den Vorsteuerabzug aus Rechnungen genügt die postalische Erreichbarkeit.

Vorsteuerabzug aus Rechnung: Ort der Tätigkeit nicht nötig

Beim Vorsteuerabzug nehmen es die Finanzämter ganz genau. Sobald bei einer Rechnung nur der kleinste formale Fehler vorliegt, wird der Vorsteuerabzug nicht anerkannt. Der BFH kam jetzt in einigen Urteilen zu dem Schluss, dass allerdings die Angabe einer Anschrift genügt, unter der der Rechnungsaussteller erreichbar ist, auch wenn es sich um eine Kanzlei handelt. Die Angabe des Ortes der wirtschaftlichen Tätigkeit ist dagegen nicht nötig.

Lieferdatum ist nicht gleich Rechnungsdatum

FG Hamburg: Lieferdatum = Rechnungsdatum - ab sofort ungültig!

Unternehmer sollten im eigenen Interesse darauf achten, dass die Rechnungen ihrer Einkäufe korrekt sind. Denn nur dann haben sie die Möglichkeit, auch den Vorsteuerabzug gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen. Man könnte meinen, dass es ja nicht so schwer sei, eine korrekte Rechnung auszustellen. Doch immer wieder kommt es zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt.