Wie erkennt man schlechte Nachbarn mit dem bloßen Auge?

Wie erkennt man im Internet, beim Surfen, Linken und Texten Bad Neighbourhood also schlechte Nachbarn? Mit bloßen Augen ist eine Seite dahingehend nicht oder eher schlecht und mit einem gewissen Fehleinschätzungsrisiko einstufbar.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Es gibt m.E. keine visuellen Anhaltspunkte, eine Seite als schlechten Nachbar einzustufen. Oder doch? Dann bitte einfach mal kommentieren, interessiert mich auch. Ich möchte im folgenden mal versuchen, einige Anhaltspunkte, Kriterien und Indizien für Seiten, welche als schlechte Nachbarn einstuft war während zusammenzutragen. Diese Aufzählung und Herleitung ist nicht abschließend und hat keinen Anspruch auf statistisch mathematisch bewiesene Richtigkeit.

Viel Werbung, schlechte Usability, keine passenden Inhalte

Ein Indiz für schlechte Nachbarschaft könnte umfangreiche Werbeeinblendungen in Form von Textwerbung (AdSense) oder andere Bannerwüste auf der Seite sein. Wenn also die Usability oder die Benutzerfreundlichkeit auf der Seite nicht gegeben ist, ein User also nicht wirklich das findet, was er sucht oder auf der Seite gar nicht das geschrieben wird, zu welchem jedoch die Seite bei Google rankt, deutet dies auf ein eventuell vorliegendes Fehlverhalten hinsichtlich der Google Webmasterrichtlinien hin. Man versucht die Seite also mit "fiesen" Tricks zu Wörtern oder Wortgruppen ranken zu lassen, um dann mit den so generierten Besuchern und den auf der Zielseite (Landingpage) zu Hauf geschalteten Textanzeigen Geld zu verdienen. Diese Annahme muss aber nicht immer korrekt sein und auf jede Seite mit viel Werbung zutreffen. Jedoch ist die Optik einer Internetseite sowie die hinterlegten redaktionellen Inhalte und deren Qualität für jeden Internetsurfer eine der wichtigsten Kriterien, entsprechend lange oder nur kurz auf dieser Seite zu verweilen. Somit kann man auch durch die Optik, über die Verweildauer auf der Seite auf die Seriösität der Seite und so gegebenenfalls auf eine gute oder schlechte Nachbarschaft schließen.

Wie kann man messen, wie lange sich Besucher auf einer Internetseite aufhalten?

Problematisch ist hier für den Webseitenbetreiber, dass es keine kostenlosen oder unaufwändige Methoden gibt, die Verweildauer von Besuchern fremder Seiten zu messen. Ohne Einblick in die Seitenstatistik meines Wettbewerbers kann ich als Webseitenbetreiber nicht sagen, wie lange sich Besucher auf Konkurrenzseiten aufhalten. Somit kann ich auch nicht auf obige Kriterien schließen, um entsprechende Seiten als gute oder schlechte Nachbarschaft einzustufen. Mehr dazu im Teil Bad Neighbourhood mit Onlinetools erkennen in dieser Serie.

Ohne Tools schlechte Nachbarn erkennen und meiden

Für diejenigen Seitenbetreiber, die entweder keine Zeit, kein Geld oder kein geeignetes Onlinetool zur Verfügung haben, existiert eine sehr einfache Methode, um das unbewusste Verlinken auf schlechte Nachbarn (Bad Neighbourhood) zu verhindern. Im Folgenden werde ich mehrere Methoden erklären:

Webseiten des öffentlichen Rechts

Linken Sie nur auf Seiten der öffentlichen Hand, wie Bundesministerien, Kammern, Opens internal link in current windowBranchenverbändeOpens internal link in current windowBerufsverbände oder Seiten von Bund, Ländern, Städten und Kommunen. Diese haben in der Regel keine kommerziellen Absichten, daher keine Werbung integriert oder nicht die Absicht bei Suchmaschinen besonders gut gefunden zu werden, aus welchen Gründen auch immer. In den seltensten Fällen werden auch SEOs zur Optimierung der Seiten beschäftigt. Daher werden von diesen Seiten sehr selten Verstöße gegen etwa die Google Webmasterrichtlinien begangen, was Google übrigens häufig durch ein überdurchschnittlich gutes Ranking belohnt und sich so der Kreis schließt, der da heißt: Halte die Richtlinien ein, bleib sauber, dann wirst du auf Dauer von Google belohnt und gleichst so die fehlenden Einnahmen derjenigen aus, die Links verkaufen oder mit anderen unsauberen Methoden zusätzliches Geld verdienen. Diese sauberen Seiten des öffentlichen Rechts werden von Google in den seltensten Fällen abgestraft, so dass ein Link von Ihrer Seite auf diese Seiten in der Regel keine schlechte Nachbarschaft darstellt. Also keine Gefahr, wenn oben Rechts die Bundesflagge mit einem Ministerium angezeigt wird. Oder doch? Natürlich muss man aufpassen, ob die Seite wirklich eine Bundesministeriumsseite ist oder ob es sich nur um ein gut gemachtes Applikat handelt, wie bspw. bundestrojaner.net - die ist definitiv nicht vom Bundesministerium. Also auch hier aufpassen.

Problem mit Bundes- oder Landesseiten

Nicht immer möchte man Inhalte der Bundesministeriumsseiten oder anderer Seiten des öffentlichen Rechts zitieren oder an linken. Vielleicht gibt es auch redaktionelle Themen, die auf derartigen Seiten gar nicht behandelt werden. In diesen Fällen greift selbstverständlich diese doch recht einfache Regelung nicht, da es schlicht keine Seiten von Bund Land oder Kommune zum betreffenden Thema gibt, die es wert wäre angelinkt zu werden. Was nun? Ein weiteres Problem habe ich im Laufe der Jahre festgestellt und möchte es hier auch nicht verschweigen:

Seiten von Bund und Ländern werden häufig und unregelmäßig geändert

Gerade die Verantwortlichen für die Internetseiten des öffentlichen Rechts haben die dumme Angewohnheit, entsprechende Artikel oder Unterseiten in unregelmäßigen und kurzen Abständen zu ändern. So könnte es passieren, dass ihre Links schnell zu einer Fehlerseite führen (Error 404). Sie müssen also dahingehend regelmäßig Ihre ausgehenden Links auf die Seiten von Bundesministerium & Co. überprüfen. Das geht am Opens internal link in current windowbesten mit Xenu und wird im nächsten Teil der Serie Bad Neighbourhood mit Onlinetools erkennen näher erläutert.

Anfrage zur Linkpartnerschaft richtig einschätzen

Sehr häufig bekommt man als Seitenbetreiber per E-Mail Anfragen zu Linkpartnerschaften, Linktausch oder ähnlichem Aktivitäten. Hier steht für die meisten Seitenbetreiber die Frage im Raum, ist die Anfragen der Seite seriös oder handelt es sich bei dieser Seite gerade um die schlechte Nachbarschaft, welche man ja vermeiden und eben nicht anlinken sollte. Häufig werden derartige Anfragen in großen Mengen unpersonalisiert, also ohne Anrede mit ihrem Namen und immer wieder im gleichen Stil versendet. Wenn Sie mehrere Seiten betreiben, bekommen sie ein und dieselbe E-Mail in welcher nur Ihre Seiten URL ausgetauscht wurde. Das ist bereits ein Zeichen für einen organisierten Linkaufbau, um entgegen der Google Richtlinien das Ranking der Seite zu verbessern.

Nicht personalisierte Massenmails - Schlechte Nachbarn erkennen

Mario Fischer schreibt in seinem Buch von der Theorie, dass schlechte Nachbarschaft durch unpersonalisierte Linkanfragen erkennbar sei. Wenn Sie also regelmäßig nicht personalisierte Mails bekommen, welche in etwa folgendermaßen aussehen:

Sehr geehrter Webmaster,ein paar Projekte an denen ich arbeite haben dasselbe Thema wie auch Ihre Webseite www.ihre-seite.de und zwar Finanzen . Ich möchte mich deshalb erkundigen ob Sie an einem Linktausch interessiert wären.Ich freue mich auf eine baldige Antwort von Ihnen. Freudliche Grüße,Max Mustermann

könnte es sich in der Tat um schlechte Nachbarschaft handeln, wenn sie auf diese Linkanfragen und Linktauschaktionen eingehen entsprechender Seiten anlegen. Julian von Seokratie schreibt, dass man gerade beim Linktausch häufig über´s Ohr gehauen wird. Man kann aufgrund der eigenen guten Texte oft viel bessere Links bekommen, als man vielleicht verdient hätte. Daher auch hier darauf achten, Qualität soll mit guten Links von guten Seiten belohnt werden. Wenn ich selbst qualitativ hochwertiger Texte und Artikel schreibe, sollte ich eben auch nur auf Seiten Linken, die das ebenso tun.

Was schreiben die anderen zu möglichen Methoden, ohne einen Internetservice zu nutzen, schlechte Nachbarschaft mit bloßem Auge zu erkennen.

Grazy Girl hat dazu ebenso kein Patentrezept wie Wulfy oder andere, die zum Stichwort bei Google ranken. Dazu schreibt Mediadonis auch ´ne Kleinigkeit. Sistrix hüllt sich in seinem Blog in Schweigen, schreibt nur von den "Kriterien der Bad Neighborhood", die würden mich explizit mal interessieren. Ob schlechte Nachbarschaft einer Website schaden zufügen kann, wird durch Rand Fishkin auf seo-united.de geklärt. Auch in den SEO Rankingfaktoren von Gretus taucht unser Begriff der Bad Neighborhood wieder auf. Danke dafür, interessant. Allerdings schreibt Gretus auch, dass bei guten Seiten Bad Neighbourhood keine Rolle spielt. Seh ich nicht so, denn wer sagt schon, was eine gute Seite ist. Das kann nur Google, denn die setzen den Maßstab, daher auch die Kriterien für Bad Neighborhood. Wie schädlich oder wie gut der Link auf schlechte Nachbarschaft ist, wird in Artikel von Julian deutlich, der ihn treffender weise " Linkgeiz" genannt hat. Also bitte jetzt nicht alles schwarz sehen und gar nicht mehr Linken, denn dann würde das Internet auf Dauer sterben, denn es ist ja bekanntlich ein Netz und nur dann, wenn es sich weiter verknüpft, was ja durch Links geschieht.



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