Warum Sie zielorientierte Zahlungsvereinbarungen aushandeln sollten

Sobald nun das Geschäft ins Rollen gekommen ist, sind Existenzgründer darauf erpicht, das investierte Geld, welches sie an die Finanziers zurückzahlen müssen, wieder zurückzugewinnen.

Bild: Michael Grabscheit / pixelio.de

Wie schon berichtet ist die Opens internal link in current windowFinanzierung der eigenen Idee für Start-Ups eine äußerst wichtige und aufwändige Angelegenheit. 

Neugegründete Betriebe sind häufig Ein-Mann-Unternehmen oder haben erst einmal äußerst wenig Personal, das in vielen Fällen nicht unbedingt mit allen betriebswirtschaftlichen Feinheiten vertraut ist. Gerade deshalb ist die Begeisterung zu Recht groß, wenn die ersten Aufträge von Kunden eintreffen. Verdient ist das Geld jedoch erst, wenn es auf dem Firmenkonto gelandet ist. Ein Aspekt, auf den alle Start-Ups großen Wert legen sollten, ist daher die Klärung und die Abwicklung der Zahlungsmodalitäten mit den Kunden.

Vorgehen beim Aushandeln

Das Aushandeln und Abklären der Rahmenbedingungen für einen Kaufabschluss kann viele Gesichter haben. Heutzutage finden nicht mehr alle Interaktionen von Verkäufer und Käufer face-to-face an einer Theke oder einem Tresen im stationären Geschäft statt. Detaillierte Angebote werden bei größeren Aufträgen schriftlich in Briefform oder heute gängiger per e-mail verschickt. Ebenfalls verbreitet sind Bestellungen (aber auch Beschwerden oder Beratungen) über das Telefon. Ganz gleich, welche dieser Arten Sie als Existenzgründer wählen, sollten Sie bei der Aushandlung der Zahlungsvereinbarungen einige Faktoren beachten, um

  • Unstimmigkeiten oder Streitigkeiten mit dem Kunden,
  • Zahlungsverzögerungen,
  • Zahlungsausfälle und
  • Organisationsprobleme

von Anfang an zu vermeiden. Auf Unternehmerportalen finden sich viele detaillierte und hilfreiche Hinweise zu diesem speziellen Thema, wie etwa dieser Artikel.

Rahmenbedingungen konkret feststecken

Rechnung im Umschlag mit Hinweis PaidIn der Kommunikation mit dem Kunden sollten zunächst die Rahmenbedingungen vollständig abgesteckt werden. Dabei ist es von höchster Wichtigkeit, sich an den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden zu orientieren und diese möglichst bei den Verhandlungen zufriedenzustellen.

Wenn ein Kunde vom Angebot überzeugt ist, sollte der Preis am Ende geklärt werden. Nimmt der Kunde kein bereits feststehendes Angebot an, kann ihm zu Beginn der Kommunikation ein Orientierungswert angegeben werden. Dennoch sollte ein Gründer sich gleich zu Beginn seiner geschäftlichen Tätigkeit angewöhnen, zunächst Vertragspunkte oder die Anforderungen an eine Dienstleistung, ein Produkt oder allgemein an den Auftrag zu klären, bevor Preis und Zahlungskonditionen in Angriff genommen werden.

 

 

Zahlungsfristen

Wesentlicher Bestandteil der Zahlungsbedingungen ist der Zeitpunkt der Zahlung. Eine sofortige Zahlung wirkt dabei auf viele Kunden nicht so attraktiv wie die Zahlung binnen eines Monats. Statt einer Zahlung direkt bei Abnahme kann man also ein „Zahlungsziel“ (einen für die Zahlung angestrebten Termin) vereinbaren, der beispielsweise 30 Tage nach dem Abschluss des Kaufvertrags festgesetzt wird. Will ein Start-Up-Unternehmer sein Angebot für die vielen Neukunden attraktiver gestalten, kann er ihnen etwa 2 Prozent Skonto anbieten, falls sie sofort oder binnen kurzer Zeit (beispielsweise binnen einer Woche), also vor dem festgesetzten Termin zahlen. Dies sollte er allerdings bei seinen betriebswirtschaftlichen Kalkulationen stets im Hinterkopf behalten.

Zahlungsarten

Rechnung

Um die Zahlungen zu gelangen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Dabei birgt die Zahlung auf Rechnung Risiken hinsichtlich einer Zahlungsverzögerung oder gar eines Zahlungsausfalls. Überlegen Sie, ob sich lohnt hier einen Dienstleister wie z.B. klarna einzuschalten. So können Sie die Risiken minimieren. Beim B2B Geschäft sollten Sie sich gerade als Neugründer über Ihre Kunden informieren.  Fragen Sie offen, ob Ihr Kunde eine Selbstauskunft von sich liefern kann. Eine relativ unsichere aber trotzdem mögliche Methode ist die Auskunft von etablierten Geschäftspartnern des Kunden. Will ein Existenzgründer sich selbst ein Bild von der Zahlungsfähigkeit einer Person oder einer Körperschaft machen, kann er die sogenannte Bonität des Kunden durch Gesellschaften wie Creditreform oder die Schufa prüfen lassen. Auf insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlichen die Insolvenzgerichte der Bundesrepublik Deutschland Bekanntmachungen, die verlautbaren lassen, gegen wen ein Insolvenzverfahren eingeleitet wurde.
Eine Rechnung sollten Sie überdies immer sofort ausstellen, und zwar korrekt, vollständig und einschließlich des letztmöglichen Skontotages (konkretes Datum und Skontobetrag in Euro ausweisen) und der regulären Zahlungsfrist. Hier finden Sie Hinweise zur korrekten Rechnungsstellung.

Lastschrift

Populär ist der Lastschrifteinzug, für den allerdings ein SEPA-Lastschriftmandat mit schriftlicher Zustimmung des Kunden vorliegen muss. Bei Privatkunden ist nur das Basismandat möglich. Bei diesem ist zu beachten, dass der Kunde ohne Angabe von Gründen innerhalb von acht Wochen eine Rückbuchung seiner Abbuchung veranlassen kann. Besser ist bei gewerblichen Kunden das Firmenmandat.

PayPal

Dieser Dienst funktioniert im B2C wie im B2B-Bereich und garantiert einen zeitnahen Geldeingang. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Vorkasse / Abschlagszahlungen

Bei dieser Methode gehen Sie auf Nummer sicher. Denn Sie liefern erst, wenn das Geld auf Ihrem Konto ist. Diese Zahlungsart ist bei den Kunden nicht so beliebt, erspart Ihnen als Geschäftsmann aber Zahlungsausfälle.

Fazit

Wenn Ihr Geschäft laufen soll müssen Einnahmen fließen. Durch konkrete Absprachen bei Verhandlungen und/oder in den Formulierungen in den AGB legen Sie die Zahlungsmodalitäten für Ihre Kunden fest. Somit werden Ihre Geschäftsbeziehungen auf solide Füße gestellt und Sie können Ihren Anspruch auf Zahlung durchsetzen.



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