Start in die Selbständigkeit: Staatliche Förderung nutzen

Für junge Unternehmen und Start-ups in der Gründungsphase stellt der Staat in Deutschland zahlreiche finanzielle Hilfsmittel in Form von Förderprogrammen zur Verfügung. Ein Großteil der Programme ist dabei für kleinere und mittlere Unternehmen sowie für Einzelpersonen vorgesehen.

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Gleich vorab: Um in den Genuss einer staatlichen Förderung zu kommen, sind ein nachvollziehbarer Businessplan sowie ein Beratungsgespräch vorab zwingend notwendig. Außerdem gilt: Wer eine der Förderungen erhalten möchte, muss diese meist vor der Unternehmensgründung beantragen.

KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet mehrere Kreditoptionen für Gründer

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau offeriert gleich mehrere Programme für KMU. Mit dem „ERP-Gründerkredit – Startgeld vergibt die Bank bis zu 100.000 Euro bei niedrigem und festgeschriebenem Zins bei tilgungsfreier Anlaufzeit. Die Laufzeit kann bei fünf oder zehn Jahren liegen. Die Entscheidung liegt dabei bei der Hausbank.

Neben dem Startgeld fördert die KfW auch Investitionen von bis zu zehn Millionen Euro mit dem „ERP-Gründerkredit – Universell“. Das Darlehen besitzt eine lange Laufzeit und ebenfalls einen niedrigen Zinssatz. Während die KfW beim Startgeld 80 Prozent der Haftung übernimmt, muss die Hausbank hier das Risiko allein stemmen.

Auch für Investitionen in strukturschwachen Regionen lässt sich die KfW bitten: Ebenfalls niedrig verzinst, laufen die Darlehen bis zu 20 Jahre. Darüber hinaus zeigt sich die Förderbank mit Beteiligungskapital spendabel. Sie übernimmt so einen Teil des Risikos der Kapitalgeber und erweitert die Chancen bei der Suche nach Investoren.

Mikrokredite als Alternative zu Firmenkrediten

Gerade kleinere und mittlere Unternehmen erhalten von ihrer Hausbank oft kein Darlehen: Für viele Kreditinstitute sind die angefragten Kreditbeträgen zu niedrig und die Margen dabei zu gering, sodass die Gründer mit ihrer Planung auf dem Trocknen sitzen. Bei sehr niedrigen Darlehenssummen kann man sich an ein Mikrofinanzinstitut wenden. In Zusammenarbeit mit der GLS-Bank (Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken) vergeben sie Mikrokredite in Höhe von bis zu 25.000 Euro. Dafür sind die Zinsen oft deutlich höher als bei der KfW, die Mikrofinanzinstitute bieten jedoch ein sehr viel intensiveres Betreuungsangebot. Sollte es zu Zahlungsschwierigkeiten kommen, greift der Mikrokreditfonds ein, der mit Mitteln von Bund und EU arbeitet.

Stipendien und Gründerfonds

Statt Mikrokrediten sind Stipendien oder Gründerfonds oft günstige Alternativen. Das Angebot ist meist branchenabhängig und erspart dem Existenzgründer die Zahlung teurer Kreditraten. Insbesondere Jungunternehmer aus den Bereichen Technologie und Wissenschaft haben gute Chancen auf diese Art von Förderung. Gedeckelt sind in so einem Fall die Kosten für den einjährigen Lebensunterhalt, Coaching sowie Sachausgaben bis zu einer Höhe von 17.000 Euro.

Vor der Gründung informieren

Bevor man sein eigenes Business eröffnet und den Schritt in die Selbständigkeit wagt, ist es wichtig, sich über unterschiedliche Fördermöglichkeiten zu informieren. Nur wer als Gründer seine Möglichkeiten kennt, kann auf eine Reihe von Darlehen, Stipendien und alternativen Finanzierungen zurückgreifen. Auch auf private Investoren, wie zum Beispiel Boris Polenske, kann man als Gründer nach erfolgreicher Prüfung zählen. Mit einer geeigneten Finanzierung lässt es sich leichter in die Selbständigkeit starten – ohne dass man sich gleich zu Beginn Sorgen um die finanzielle Seite machen muss.



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