Businessplan für eBay oder einen Onlineshop

Businessplan – Entwickeln Sie Ihren Geschäftsplan nicht nur für die Banken!

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Was ist ein Businessplan?

Für das englische Wort Business existieren mehrere Übersetzungsmöglichkeiten. Zum einem bedeutet es in der Tat Geschäftsbetrieb oder gewerblicher Betrieb, zum Anderen kann es auch in der Bedeutung von „Aufgabe“ oder „Problem“ benutzt werden. In diesem Zusammenhang steht das Wort Businessplan meist in der Bedeutung von Konzept. Wir möchten den Umfang des Businessplanes noch etwas weiter fassen, denn unser Businessplan ist sowohl ein Geschäftsplan, als auch ein Aufgaben- und Problemplan. Die Begriffe Businessplan und Geschäftsplan stellen im Folgenden Verlauf ein Synonym dar, bezeichnen also ein und dieselbe Sache.

Wer muss oder sollte einen Businessplan erstellen?

Die Frage nach dem muss oder soll, also der Freiwilligkeit oder der gesetzlichen Bedingung, um an entsprechende Zuschüsse zu gelangen, hat sich ab dem 01.11.2004 selbst beantwortet. Denn ab diesem Datum besteht die gesetzliche Voraussetzung zur Vorlage einer so genannten „Tragfähigkeitsbescheinigung“, welche von öffentlichen Stellen wie der Industrie- und Handelskammer erteilt wird. Um eine Tragfähigkeitsbescheinigung zu erlangen, sollte der Unternehmer mit einem Konzept aufwarten. Das heißt also, dass alle diejenigen, die einenExistenzgründerzuschuss bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen wollen, müssen einen solchen Plan vorlegen.

Warum ein Businessplan erstellen?

Um das Vorhaben der jungen Unternehmer hinsichtlich der Bestandsfähigkeit, der Konkurrenzfähigkeit und der Sicherheit bewerten zu können, ist es notwendig einen solchen Geschäftsplan zu erstellen. Aber nicht nur die BA ist an derartigen Plänen, Berechnungen und Zahlenmaterial interessiert. Denken Sie an den Fall, dass das Onlinegeschäft nicht aus eigenen Mitteln gründen können, weil etwa die finanziellen Mittel zum Kauf der Waren nicht vollständig vorhanden sind. Banken sind selbstverständlich auch an derartigen Plänen und der Aufzeichnung interessiert, denn die Kreditinstitute möchten ja ihr Geld auch mit hoher Sicherheit zurück haben.

Nicht zuletzt verschafft der Geschäftsplan auch Ihnen als Startup (engl. Startup Unternehmen – Existenzgründer) eine detaillierte Vorstellung über Ihr Vorhaben und zeigt Ihnen während der Ausarbeitung bzw. der Beantwortung der Fragen, Schwierigkeiten, Risiken und Problemfelder, welche während und nach IhrerExistenzgründung auftauchen können. Sie werden sozusagen vor dem „In´s blaue Reinwirtschaften“ bewahrt.

Welchen und Umfang sollte der Businessplan haben?

In diesem Thema sind Experten geteilter Meinung. Informationsschriften des Bundesministeriums schreiben, dass Kleingründungen einen Umfang von 5 Seiten haben sollten. Sicher kann ein kleiner Onlinehändler nicht 35 Seiten mit seinem Konzept füllen. Die Seitenzahl bestimmt sich in Abhängigkeit von der persönlichen Haltung zum eigenen Vorhaben. Ein zielstrebiger Jungunternehmer, der eine gute Idee umsetzten möchte, weil er selbst davon überzeugt ist, wird einen viel umfangreicheren Businessplan vorlegen, als ein Arbeitloser, der den Weg in die Selbständigkeit wählt, um vor den Fangarmen der Harzt IV zu flüchten.

Verarbeiten Sie im Vorfeld gewonnene Informationen

In den Teilen 1 bis 5 haben Sie sowohl in der Entscheidungsphase als auch in der Konzeptionsphase Daten und Fakten zusammengetragen. Dabei analysierten Sie die Zielgruppe, den Markt aber auch die Produkte selbst. Darüber hinaus gewannen Sie wichtige Erkenntnisse zur Absatzförderung und zur Gestaltung der Seiten hinsichtlich des Widererkennungswertes. Allein diese Daten können schon im Businessplan verarbeitet werden und bilden einen sinnvolle Grundlage zur Umfeldanalyse und zum Marketingkonzept.

Was gehört eigentlich alles in den Businessplan?

Wir können Ihnen an dieser Stelle eine grobe Gliederung geben, welche jedoch keiner gesetzlichen Grundlage unterliegt, so dass jeder diese Gliederung nach eigenen Vorstellungen ändern, kürzen oder erweitern kann.

Mögliche Inhaltsgliederung eines Businessplans

1    Persönliche Angaben
2    Produkte und Dienstleistungen
3    Markt, Wettbewerb und Konkurrenz
4    Unternehmensführung / Management
5    Personal
6    Marketing
7    Rechtsformwahl
8    Standort
9    Chancen und Risiken
10    Der Finanzplan

Die Gliederung ist nicht abschließend, sondern als grober Richtwert zu verstehen und kann jederzeit individuell angepasst werden. Im Folgenden möchten wir zu den einzelnen Punkten einige Anregungen oder Denkanstößen zum spezifischen Inhalt für den Onlinehandel geben.

1    Persönliche Angaben

In diesem relativ knappen Teil des Plans, welcher auch auf dem Deckblatt untergebracht werden kann, sollten Ihre persönlichen Angaben enthalten sein. Zum Beispiel Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Aber auch Ihre Qualifikationen und Fähigkeiten dürfen hier nicht fehlen. Zusätzlich können hier auch die Gründe für die Entscheidung zur Selbständigkeit erläutert werden.

2    Produkte und Dienstleistungen

In diesem Abschnitt können Sie Ihre Produkte bzw. das Produktprogramm vorstellen und erläutern. Dazu zählen auch die möglichen Lieferanten oder die Entscheidung für den Verkauf von gebrauchten oder neuen Waren. Haben Sie nur inländische oder auch internationale Zulieferer? Wie planen und ermitteln Sie die Verkaufspreise? Kleine Übersichten, Tabellen oder Charts lockern entsprechend auf und unterstreichen die Aussagekraft Ihrer Texte und Berechnungen.

3    Markt, Wettbewerb und Konkurrenz

Der gerade für die Banken wichtige Gliederungspunkt sollte von Ihnen äußerst genau recherchiert, berechnet und beschrieben werden. Aber dies tun Sie ja nicht nur für die Banken, sondern auch im eigenen Interesse. Erläutern Sie Fragen des Absatzmarktes! Verkaufen Sie nur bei eBay oder auch auf anderen Auktionsplattformen? Welche nutzen Sie und wie wirkt sich das in der Kalkulation der Preise aus? Verkaufen Sie auch in Ihrem eigenen Onlineshop? Welche mögliche Schnittstellen ergeben sich zwischen dem Onlineshop und den Auktionsplattformen? Bringen Sie die Analyse Ihrer Zielgruppe in diesem Bereich unter.

Ebenso muss Ihre Konkurrenz an dieser Stelle unter die Lupe genommen werden. Dazu erhielten Sie bereits im Teil 4 dieser Reihe einige Ausführungen. Tipp: Onlineanalysetools helfen ungemein gerade den Markt des Auktionshauses eBay zu durchleuchten. Existieren bereits andere Onlineshops mit ähnlichen Produkten? Wenn ja, wo liegt der Vorteil Ihres Onlineshops? Möchten Sie vorwiegend an Privatleute oder an Geschäftskunden und andere Unternehmer verkaufen? Welche Preise bietet die Konkurrenz? Und was haben Ihre Testkäufe bei den Wettbewerbern ergeben? Wo sind Mängel oder Fehler festzustellen und wie können Sie diese Beheben oder sogar ausnutzen, um einen besseren Service zu erzielen?

4    Unternehmensführung / Management / Logistik

Das klingt erst mal recht hochgestochen. Aber der Gliederungspunkt sollte nicht unterschätzt werden, da eine richtige Planung zukünftiger Ressourcen, Lagerplätze und Abwicklungstaktiken in Onlinehandel enorm wichtig ist.

5    Personal

Auch die Personalplanung muss durch den Businessplan langfristig im Auge behalten werden. Der Onlinehandel ist sehr arbeitsintensiv, da sämtliche Produkte verpackt und versendet werden müssen und eine Umsatzsteigerung oder Unternehmensvergrößerung stets einen Mehrbedarf an Arbeitskraft und somit Personal erfordert.

6    Marketing

Der Abschnitt Marketing umfasst im Wesentlichen die Erläuterung der Preisstrategie, was insbesondere beim Verkauf über das Auktionshaus eBay von größter Wichtigkeit ist. Auch die Kalkulation der Verkaufspreise im eigenen Onlineshop muss vernünftig vorbereitet und durchdacht sein, da in den wenigsten Fällen ein konkurrenzloser Handel möglich ist.

Die Vertriebsstrategie erscheint zunächst nur einen kleinen Teil des Konzeptes einzunehmen, da in Online Bereich der Vertrieb ausschließlich per Versand über die Deutsche Post oder andere Paketdienste möglich ist. Aber auch diese Varianten schließen eine kaufmännische Kalkulation nicht aus, so dass es durch geschickte Kombination von Vertriebswegen zu enormen Ersparnissen kommen kann. Auch die Kombination der Vertriebsmöglichkeiten mit den Werbemaßnahmen muss im Konzept klar und deutlich herausgearbeitet werden. So dienen insbesondere die Paketsendungen der Verbreitung von Ihrem eigenen Werbematerial und anderen Informationsbroschüren oder Katalogen, um so eine größere Kundenbindung zu erzielen und den erneuten Kauf des Kunden in Ihrem Shop zu unterstützen.

Geben Sie Informationen zu den Versandkosten der Konkurrenz, aber auch zu den angebotenen Bezahlvarianten fremder Onlineshops und überlegen Sie, wie Sie dies in Ihrem eigenen Shop ebenso oder noch besser umsetzen können. Denken Sie dabei aber auch stets an die Kosten, denn jeder Service oder jeder Dienst im Internet kostet auch sein Geld und muss durch Ihre Verkäufe getragen werden und finanziert werden.

7    Rechtsformwahl

Da die meisten Existenzgründer im Onlinebereich allein beginnen, ist die Rechtsform des Einzelunternehmens vorprogrammiert. In diesem Gliederungspunkt Ihres Businessplans sollten Sie dann weitere und ausführlichere Erläuterungen vornehmen, sofern Sie mit mehreren Mitunternehmern das Onlinegeschäft betreiben möchten.

8    Standort

Neben dem Standort, welcher nicht unbedingt zu Hause sein muss, können Sie in diesem Abschnitt Bemerkungen so eventuell gemieteten Geschäftsräumen, Büroräumen oder einem vorhandenen Warenlager machen. Auch die weitere vertragliche Gestaltung der angemieteten Räume, die Eigentumsverhältnisse oder auch die Einrichtung der Lokalitäten kann hier erwähnt werden.

9    Chancen und Risiken

Die Chancen und Risiken der Existenzgründung sollten nicht vernachlässigt werden, so dass dieser kleine Abschnitt die Möglichkeit bietet, eigene Ziele für bestimmte Zeitperioden zu definieren. Diese können später erweitert auch überprüft werden, ob die Vorstellungen haltbar sind oder ob hinsichtlich der zu erwartenden Chancen und Unternehmensziele einer Überschätzung stattfand.

10    Der Finanzplan

Im Finanzplan sind mehrere einzelne finanzielle Planungen enthalten, welche unter Umständen auch von einem Berater Ihrer Wahl erstellt oder überprüft werden sollten. Der Finanzplan ist das Instrument, welches gerade Banken, aber auch die fachkundigen Kammern oder Institute begutachten und auf ihre Plausibilität prüfen. Im Finanzplan steckt auf jeden Fall eine Kapitalbedarfsplanung, welche eine Übersicht über den Kapitalbedarf des Onlineshops oder des Onlinehandels gibt. Eine kleine Tabelle verschafft hier die Übersichtlichkeit, so dass der Leser schnell und ohne große Probleme das Wesentliche erkennen kann.

In den Kapitalbedarfsplanung sollten die Anschaffungskosten von Büroausstattung, Fahrzeugen, Ware aber auch die Softwarekosten für den eigenen Onlineshop aufgenommen werden. Sofern sich einige Wirtschaftsgüter bereits in Ihrem privaten Bestand befinden und nicht neue angeschafft werden müssen, ist dies ebenfalls im Kapitalbedarfsplan kenntlich zu machen.

Im Finanzierungsplan wird dem Leser des Geschäftsplans eine Übersicht über die vorhandenen und möglichen Finanzierungsformen des oben beschriebenen Kapitalbedarfs gegeben. Hierbei kann zum Einen auf private Mittel zurückgegriffen werden, zum Anderen kann auch eine Finanzierung über Fremdkapital Berücksichtigung finden. Die Zusammensetzung hängt vom Umfang der Existenzgründung im Onlinehandel aber auch von den persönlichen Verhältnissen des Existenzgründung ab. Empfehlenswert ist eine Gründung ohne Fremdkapital, da die zukünftigen Zinsen eine weitere finanzielle Belastung für das noch junge Unternehmen darstellen.

Besonders die Arbeitsagentur sowie Kreditinstitute treffen ihre Entscheidungen aufgrund einerRentabilitätsvorschau. Dieser finanzielle Planung verschafft dem Leser einen Überblick über das Jahr der Existenzgründung sowie die weiteren zwei Jahre danach. In der Rentabilitätsvorschau oder auch Ertragsvorschau genannt, werden sowohl die prognostizierten Umsätze als auch die kalkulieren Betriebsausgaben des Unternehmens gegenübergestellt und ein steuerlicher Gewinn bzw. Verlust ermittelt.

Optional kann für die eigene Übersicht und zur eigenen Sicherheit ein Liquiditätsplan erstellt werden. Dieser Plan enthält ähnlich wie die Kontoauszüge des Bankkontos Einzahlungen und Auszahlungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Somit kann am Ende der Abrechnungsperiode ein finanzieller Überschuss oder eine Schuld ermittelt werden. Der Liquiditätsplan gibt somit dem Existenzgründer und den Gläubigern die Auskunft darüber, ob die finanziellen Mittel, welche laufend erwirtschaftet und wieder für Ware, Miete oder Telefonkosten ausgegeben werden in einem bestimmten Zeitraum ausreichend sind. Sollte dies auf Dauer nicht so sein, so ist dies ein Zeichen für eine finanzielle Unterdeckung der Firma. Der Existenzgründer muss sich in diesem Fall Gedanken über eine neue Finanzierung machen, da er andernfalls sein Bankkonto dauerhaft im Minus bewegt.

Nach Abschluss der oben genannten Gliederungspunkte und der ehrlichen und wahrheitsgetreuen Beantwortung der entsprechenden Fragen, erhalten Sie als erster eine Antwort auf die Frage: "Kann ich von meinem Geschäft auf Dauer leben?"

Bedenken Sie bitte bei der Beantwortung dieser Frage, dass Sie auch monatlich private Ausgaben haben, welche auf keinen Fall ausgesetzt werden können. Dazu zählen insbesondere private Miete, private Darlehen oder Ratenzahlungen, Lebensmittel und Kleidung sowie private Versicherungen. Insgesamt können Sie von mindestens 1.000 EUR monatlichen privaten Kapitalbedarf ausgehen, so dass der Unternehmensgewinn tendenziell auf mindestens diesen Betrag wachsen muss. Für genauere Kalkulationen und Berechnungen sollten Sie unbedingt einen fachkundigen Berater kontaktieren.

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