Abschreibungen in der Buchführung

Die Abschreibungen oder auch Afa genannt (Absetzung für Abnutzung) dienen in der Buchführung den Werteverlust eines Wirtschaftsgutes zu ermitteln. Dieser Werteverlust ist in Abhängigkeit der Nutzungsdauer des Gegenstandes zu errechnen. Diese Art des Werteverzehrs wird jedoch nur bei Wirtschaftsgütern angewandt, welche mehr als ein Jahr im Betriebsvermögen des Steuerpflichtigen genutzt werden. Für die steuerliche Gewinnermittlung können mehrere Arten der Abschreibung angewandt werden. Dabei ist die Absicht des Unternehmers entscheidend, inwieweit er seinen Betriebsgewinn positiv oder negativ gestalten möchte. Neben der linearen Abschreibung darf auch die degressive Abschreibung sowie die Leistungsabschreibung angewandt werden.
Der Abschreibung über mehrere Jahre unterliegen jedoch nur Wirtschaftsgüter, bei welchen die Herstellungskosten oder Anschaffungskosten 1.000,- EUR (netto) überschreiten. Wirtschaftsgüter deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 1.000,- EUR nicht übersteigen, werden auch als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) bezeichnet und unterliegen als solche einer besonderen Regelung.
Neben den oben beschriebenen Abschreibungen existieren auch so genannte Sonderabschreibungen.

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Wodurch kommt der Werteverlust eines Wirtschaftsgutes zu Stande?

Der aus dem Steuerrecht stammende Begriff Wirtschaftsgut wird leider in den Steuergesetzen nicht eindeutig definiert. Ein Wirtschaftsgut ist allerdings mit dem handelsrechtlichen Vermögensgegenstand vergleichbar. Alle Wirtschaftsgüter eines Unternehmens bilden das Betriebsvermögen. Das Wirtschaftsgut zeichnet sich durch eine mehrjährige Nutzung aus, es wird daher auf mindestens ein Jahr abgeschrieben, so dass die entstehenden Abschreibungen den Gewinn des Unternehmens mindern. Als finanzielle Grenze wird in der Regel die Grenze zum GWG (geringwertigen Wirtschaftsgut) angenommen. Der Werteverlust eines Wirtschaftsgutes kann sowohl durch neue Innovationen oder eine fortschreitende Forschung und Entwicklung herbeigeführt werden, aber auch durch die Witterung (Regen, Schnee oder Frost) oder durch den Verschleiß der Gegenstände.

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Was ist eigentlich ...

Materielle Wirtschaftsgüter

Alle körperlich vorhandenen Wirtschaftsgüter, Sachen oder Gegenstände. So z.B. Gebäude, Grundstücke, Maschinen, Fahrzeuge usw. vgl. dazu immaterielle Wirtschaftsgüter.

betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ist der vom Gesetzgeber festgelegte Zeitraum in dem ein Wirtschaftsgut in einem Unternehmen genutzt wird. Dieser theoretische Zeitraum sollte der Praxis so nah als möglich kommen, was jedoch bei einigen Wirtschaftsgütern wie Computern mit drei Jahren unrealistisch ist. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer wird in so genannten Afa – Tabellen von der Finanzverwaltung festgehalten und bestimmt somit die Höhe der gewinnmindernden Abschreibungsbeträge.

Beispielaufgabe:

Eine betriebswirtschaftliche Aufgabe zur optimalen Nutzungsdauer.

Was ist die kalkulatorische Abschreibung?

Zu unterscheiden ist auch die bilanzielle Abschreibung von der kalkulatorischen Abschreibung. Die bilanzielle Abschreibung wird als Aufwand ( Betriebsausgabe) im Jahresabschluss beziehungsweise in der Gewinnermittlung gewinnmindernd erfasst und vom Finanzamt insoweit anerkannt.

Die kalkulatorische Abschreibung jedoch dient nur der Ermittlung der Selbstkosten eines Produktes oder einer Dienstleistung. Sie wird allerdings nicht vom Finanzamt als Betriebsausgabe oder Aufwand anerkannt. Wie der Name schon sagt, dient die nur der Kalkulation und muss am Jahresende wieder umgekehrt werden.

Was ist eine Teilwertabschreibung?

Steuerrechtliches Wahlrecht nach §6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3, Nr. 2 Satz 3 EStG, wonach bei allen Wirtschaftsgütern statt der Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. der um planmäßige Abschreibungen verringerten Anschaffungs- oder Herstellungskosten der niedrigere Teilwert angesetzt werden kann, solange dieser geringer ist als die originären Wertmaßstäbe. Wegen der Verpflichtung zu gleichgerichteter Wahlrechtsausübung in Handels- und Steuerbilanz aufgrund der umgekehrten Maßgeblichkeit (§5 Abs. 1 Satz 2 EStG) hat der Teilwert in der Steuerbilanz immer auch eine außerplanmäßige Abschreibung in der Handelsbilanz zur Folge.

Ab 1999 wurde die Teilwert in der Weise eingeschränkt, daß sie nunmehr nur noch bei dauerhafter Wertminderung zulässig ist. Dieses partielle Verbot der Teilwert hatte zur Folge, daß außerordentliche Abschreibungen steuerrechtlich stark begrenzt werden; gemäß §7 Abs. 1 Satz 5 EStG sind sie für Güter des Anlage- und Umlaufvermögens aufgrund außergewöhnlicher technischer oder wirtschaftlicher Abnutzung jedoch weiterhin zulässig. Nicht abnutzbares Anlage- und Umlaufvermögen, darunter auch Forderungen, dürfen nicht mehr teilbewertet werden. Auch Abschreibungen gemäß §253 Abs. 3, 4 und 5 HGB sind nunmehr steuerrechtlich verboten. Zusätzlich zu diesen grundsätzlichen Regelungen wird ferner ein steuerrechtliches Wertaufholungsgebot eingeführt, das auch zur Rückgangigmachung alter, bereits durchgeführter Abschreibungen führen kann. Im Extremfall kann das dazu führen, daß eine durch Wertberichtigung auf null abgeschriebene Forderung wieder zu einem (tatsächlich völlig unrealistischen) Anschaffungswert bewertet werden muß. Das Maßgeblichkeitsprinzip und der Grundsatz der Vorsicht sind damit weitgehend aufgegeben worden. Auch eine sogenannte Einheitsbilanz wird vielfach nicht mehr möglich sein.

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)

Unter einem geringwertigen Wirtschaftsgut (GWG) wird im Einkommenssteuerrecht ein selbsständig nutzbarer, beweglicher und abnutzbarer Gegenstand verstanden. Wesentlich hierbei ist, dass dieser Gegenstand zum mehrjährigen Gebrauch bestimmt ist und die Nettoanschaffungs- bzw. Herstellungskosten den Betrag von 410 Euro, in bestimmten Fällen den Betrag von 1.000 Euro, nicht überschreiten. 

Steuerliche Behandlung von geringwertigen Wirtschaftsgütern

Die steuergesetzlichen Regelungen zu den geringwertigen Wirtschaftsgütern sind im § 6 Absatz 2 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) nachzulesen. 

Demnach können, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, beziehungsweise der für eine in Form von Wirtschaftsgütern vorgenommene Einlage, anzusetzende Wert 410 Euro nicht überschreiten, diese im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, der Herstellung, oder der Einlage als Betriebsausgaben in voller Höhe abgezogen werden. 

Zur Möglichkeit der Bildung eines Sammelpostens

Nach § 2a kann statt der sofortigen Abschreibung im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage (hierzu zählt auch das Datum der Betriebseröffnung) ein Sammelposten gebildet werden, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der in dem Sammelposten enthaltenen Wirtschaftsgüter 150 Euro, aber nicht 1 000 Euro übersteigen. Der Vorsteuerabzug, der ggf. in den Anschaffungs- oder Herstellungskosten enthalten ist, ist bei der Prüfung des Grenzbetrages nicht zu berücksichtigen. Der Vorsteuerabzug wird nach § 15 des Umsatzsteuergesetzes ermittelt. 

Der Sammelposten wird in fünf Jahren (im Wirtschaftsjahr der Bildung und den folgenden vier Wirtschaftsjahren) mit jeweils einem Fünftel aufgelöst. 

ein wort aus dem lexikon wird hier erklärt

Was genau ist ein Sammelposten?

Der Begriff Sammelposten findet im Steuerrecht im Zusammenhang mit bilanziellen Abschreibungen Anwendung. Er dient dazu, die Berechnungen im Abschreibungsverfahren für den Unternehmer zu vereinfachen.

Generell sind alle in das Vermögen des Unternehmens aufgenommenen, selbständig nutzbaren, beweglichen und abschreibbaren Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungswert de Betrag von 1.000 Euro übersteigt, in der Bilanz zu aktivieren und entsprechend ihrer Nutzungsdauer jährlich abzuschreiben. Die Abschreibung wirkt sich verringernd auf die Eigenkapitalentwicklung des laufenden Jahres und somit mindernd auf den zu zahlenden Steuerbetrag aus.

Geringwertige Wirtschaftsgüter, d.h. selbständig nutzbare Güter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten ohne Vorsteuer den Betrag von 410 Euro nicht überschreiten, können aktiviert und mit ihrer Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Es besteht für sie alternativ aber auch die Möglichkeit, für das Steuerjahr als Betriebsausgabe sofort abgeschrieben zu werden. Für Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten mehr als 150 Euro betragen, ihr Wert aber noch unter der 1.000-Euro-Grenze liegt, besteht die Möglichkeit, diese unabhängig von ihrer tatsächlichen Nutzungsdauer mit einer fünfjährigen fiktiven Nutzungsdauer über einen Sammelposten abzuschreiben.

Bei dieser sogenannten Poolabschreibung werden alle im betreffenden Steuerjahr angeschafften selbständig nutzbaren Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert über 150 bis 1.000 Euro auf einem eigenen Konto zusammengefasst. Dieser Sammelposten ist dann ab dem Jahr der Anschaffung zu jeweils einem Fünftel abzuschreiben. Dabei muss sich der Steuerpflichtige im betreffenden Steuerjahr zwischen einer Aufnahme aller entsprechenden Wirtschaftsgüter in den Sammelposten oder der klassischen Abschreibung entsprechend der individuellen Nutzungsdauer bzw. gegebenenfalls der Sofortabschreibung entscheiden. Eine Aufnahme nur einzelner Güter in den Sammelposten, während andere individuell abgeschrieben werden, ist nicht zulässig. 

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Buchhalterische Vorgaben - die Führung eines Verzeichnisses für geringwertige Wirtschaftsgüter

Jedes geringwertige Wirtschaftsgut, dessen Wert 150 Euro übersteigt, ist nach § 6 Absatz 2 Satz 4 EstG in ein besonderes, laufend zu führendes Verzeichnis aufzunehmen. Hier müssen folgende Daten enthalten sein: Tag der Anschaffung, Herstellung oder Einlage des Wirtschaftsguts beziehungsweise Tag der Eröffnung des Betriebs; die Anschaffungs- beziehungsweise die Herstellungskosten respektive der Wert der Einlage.

Wird dieses Verzeichnis nicht geführt, müssen diese Angaben aus der Buchführung ersichtlich sein (§ 6 Absatz 2 Satz 5 EstG) 

Weitere rechtliche Definitionen

Wirtschaftsgüter im einkommenssteuerrechtlichen Sinne sind nach § 20 Absatz 2 EStG jene Güter, mit denen Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt werden.

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GWG Abschreibung und Sammelposten

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Planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung

Ebenso muss bei der Abschreibung zwischen planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibung unterschieden werden. Planmäßige Abschreibungen werden über einen Abschreibungsplan und in einem zeitlich begrenzten Rahmen ermittelt. Sie sind vom Unternehmer bereits vor der Anschaffung des Wirtschaftsgutes berechenbar.

Außerplanmäßige Abschreibungen können über die planmäßigen Abschreibungen hinaus zum Einsatz kommen. Voraussetzung dazu ist jedoch das eine Wertminderung des Wirtschaftsgutes von Dauer ist. Beispielsweise wird eine außerplanmäßige Abschreibung bei einem Gebäude ermittelt, wenn unmittelbar neben dem Gebäude eine Autobahn gebaut wird und somit der Wert des Gebäudes außergewöhnlich und auf Dauer wertgemindert wird.

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Was ist eigentlich eine Gebäudeabschreibung?

Gebäudeabschreibungen sind Abschreibungen, mit denen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer Immobilie steuerlich gefördert werden. Mit der Gebäudeabschreibung können die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Gebäudes, einer Wohnung oder einer Baumaßnahme über mehrere Jahre verteilt steuerlich abgesetzt werden. Die Aufwendungen, welche auf den Grund und Boden entfallen, dürfen nicht abgeschrieben werden. Aus diesem Grunde müssen die Anschaffungskosten für die Gebäudeabschreibung zunächst auf den Grund und Boden sowie das Gebäude aufgeteilt werden.

Wie berechnet sich die lineare Abschreibung?

Voraussetzungen zur Anwendung der linearen Abschreibung: Die Wirtschaftsgüter, die zur Erzielung von Einnahmen dienen, müssen länger als ein Jahr genutzt werden.

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Was ist der Restwert?

Im Sinne von Zeitwert ermittelt sich der Restbuchwert aus den Anschaffungskosten abzüglich der bisher zum Ansatz gebrachten Abschreibungen für das entsprechende Wirtschaftsgut. Beispiel: Eine Maschine wird zum Neupreis von 100.000 EUR im Jahr 00 erworben. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer dieser Maschine beträgt 10 Jahren. Die jährliche lineare Abschreibung mindert den Gewinn in Höhe von 10.000 EUR. Am Ende des Jahres 03 hat die Maschine einen Restbuchwert von 70.000 EUR (drei Jahre entspricht einem Abschreibungsvolumen von 30.000 EUR). Mit diesen Restbuchwert wird die Maschine am Beginn des Jahres 04 wieder in der Finanzbuchhaltung des Unternehmens auftauchen. Der Restbuchwert ist auch ausschlaggebend für die Höhe der jährlichen degressiven Abschreibung, da sich der jährliche Abschreibungsbetrag als fester Prozentsatz vom jeweiligen Restbuchwert errechnet.

Die Restwertabschreibung ist eine Form der planmäßigen Abschreibung und wird immer dann vorgenommen, wenn die Bemessungsgrundlage der abzuschreibenden Objekte oder Gegenstände sich ändert. Die Restwertabschreibung wird aus dem Restbuchwert ermittelt. Durch die verspätete zusätzliche Anschaffung oder Herstellung nimmt der Wert des Abschreibungsobjektes nachträglich zu, so dass dieser neue Restbuchwert auf die verbleibende Nutzungsdauer abgeschrieben wird.

Beispiel:

Im Jahr 01 wird eine Maschine zum Preis von 10.000 EUR gekauft und auf 10 Jahre abgeschrieben. So ermittelt sich bei linearer Abschreibung ein jährlicher Betrag von 1.000 EUR. Im Jahr 05 wird nachträglich ein Erweiterungsbauteil für weitere 4.000 EUR angeschafft. Zu diesem Zeitpunkt hat die Maschinen einen Restwert von 5.000 EUR. Zu diesem Restwert wird nun die nachträgliche Anschaffung des Bauteils addiert, so dass sich ein Restwert von 9.000 EUR errechnet. Dieser Restwert wird auf die noch verbleibende Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben, so dass sich ein neuer jährlicher Abschreibungsbetrag von 1.800 EUR (9.000 EUR / 5 Jahre) ergibt. Beispiel 2: Die Gesamtnutzungsdauer beträgt 10 Jahre. Nach 4 Jahren werden nachträgliche Herstellungskosten geltend gemacht. Sie betragen insgesamt 50.000 EUR. Es wurde bereits eine Sonderabschreibung (Sonder-Afa) von insgesamt 40 % in Anspruch genommen, also 20.000 EUR. Für die restlichen 6 Jahre ermittelt sich für die nachträglichen Herstellungskosten eine Restwertabschreibung von 5.000 EUR pro Jahr (50.000 - 20.000 = 30.000 EUR / 6 Jahre).

Berechnung der jährlichen linearen Abschreibung:

Afa Satz = 100 / ND

Afa Betrag = Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten / Nutzungsdauer

Der größte Vorteil der linearen Methode ist die sehr einfache Berechnung der jährlichen Abschreibungsbeträge. Nachteilig fällt die nicht zeitgerechte Berechnung aufgrund des nicht berücksichtigten Wertverlustes der Wirtschaftsgüter auf, da dieser meist wesentlich höher ist (bspw. bei Computern) als die lineare Abschreibung ihn ausrechnet.

Abschreibungsverlauf:    
Anschaffungskosten = 1.800,- EUR
Nutzungsdauer = 3 Jahre

1.800,00 EUR / 3 = 600,00 EUR Afa pro Jahr  

1.800,00 Wert im Jahr der Anschaffung
./.600,00 Afa 1. Jahr = Restwert 1.200,00 EUR
./.600,00 Afa 2. Jahr = Restwert    600,00 EUR
./.600,00 Afa 3. Jahr = Restwert        0,00 EUR

Wie berechnet sich die degressive Abschreibung?

Voraussetzungen für die Anwendung der degressiven Abschreibung ist ein bewegliches Wirtschaftsgut, welches länger als ein Jahr zur Erzielung von Einkünften genutzt werden muss.

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Was ist eigentlich der ...

Abschreibungssatz

Der Abschreibungssatz beschreibt eine prozentuale periodische Wertkorrektur von Wirtschaftsgütern. Bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsgüter werden in Unternehmen oft über mehrere Jahre verwendet. Hierbei verlieren sie naturgemäß an Wert. Diese Nutzungsdauer muss betriebswirtschaftlich, das heißt im Rechnungswesen, und steuerlich Berücksichtigung finden. Aus diesem Grund werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten periodengerecht auf die Nutzungsjahre des Wirtschaftsgutes verteilt. Der Abschreibungssatz ist nun der Wert der Anschaffungs- oder Herstellungskosten geteilt durch die Nutzungsjahre in Prozent. Dieser Abschreibungssatz wird nun unterschiedlich angewendet. In der Gewinn-und- Verlust- Rechnung führt diesen Abschreibungssatz als Aufwand an. In der Bilanz verringert sich der Wert des Wirtschaftsgutes um diesen Abschreibungsbetrag. Hierdurch wird die zeitlich richtige Darstellung des Betriebsvermögens und Betriebsergebnisses erreicht. Steuerlich hat diese Abschreibung in der Absetzung für Abnutzung (AfA) Bedeutung. Kauft ein Unternehmen beispielsweise einen Computer als Büroausstattung für 1.500,-- Euro, so beträgt der Abschreibungssatz 30 Prozent bei Nutzungsdauer von drei Jahren (1.500,-- / 3 Jahre = 500,-- Euro, also 30 Prozent des Anschaffungspreises). Die Nutzungsdauer der Güter kann in den AfA-Tabellen der Finanzverwaltung abgelesen werden.

Berechnung

  • höchstens das 2,5-fache des linearen Afa-Satzes
  • 25% dürfen nicht überschritten werden
  • es muss immer vom Restbuchwert ausgegangen werden

Beispiel

linearer Afa-Satz = 33,33%

degressiver Afa 2,5x33,33 % = 83,33% max. jedoch 25%

Der Vorteil dieser Abschreibungsmethode liegt in den hohen Afa-Beträge der ersten Jahren, welche eine hohe Gewinnminderung und somit eine hohe steuerliche Entlastung erzielen. Die degressive Abschreibung ist daher daher zeitgerechter und wertorientierter als die lineare Methode. Nachteilig ist jedoch die Tatsache, dass der Restbuchwert von Null rechnerisch nicht erreicht werden kann. Der Unternehmer kann sich aber durch den Wechsel der Afa – Methode ab dem Zeitpunkt, wo die Abschreibungsbeträge der linearen Afa größer sind, aus der Klemme helfen.

Vergleichsrechnung zwischen linarer und degressiver Abschreibung

Maschine:     AK = 50.000,- EUR
ND = 10 Jahre
Lineare Afa 10% (100/10)

Restbuch-
wert
Vorjahr

 

linearer AfA-Betrag Restbuch-
wert
degressiver Afa-Betrag Restbuch-
wert
Differenz degr. - lin. Afa
    100.000 €   10.000 €      90.000 €    25.000,00 €         75.000,00 €      15.000,00 €
       90.000 €   10.000 €      80.000 €    18.750,00 €         56.250,00 €        8.750,00 €
       80.000 €   10.000 €      70.000 €    14.062,50 €         42.187,50 €        4.062,50 €
       70.000 €   10.000 €      60.000 €    10.546,88 €         31.640,63 €           546,88 €
       60.000 €   10.000 €      50.000 €      7.910,16 €         23.730,47 € -      2.089,84 €
       50.000 €   10.000 €      40.000 €      5.932,62 €         17.797,85 € -      4.067,38 €
       40.000 €   10.000 €      30.000 €      4.449,46 €         13.348,39 € -      5.550,54 €
       30.000 €   10.000 €      20.000 €      3.337,10 €         10.011,29 € -      6.662,90 €
       20.000 €   10.000 €      10.000 €      2.502,82 €           7.508,47 € -      7.497,18 €
       10.000 €   10.000 €                    -   €      1.877,12 €           5.631,35 € -      8.122,88 €

Wechsel der Afa-Methode nach dem 4. Jahr.
Verbleibender Buchwert wird auf die Restnutzungsdauer verteilt.

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