Am von Torsten in Studien geschrieben
Bewerten Sie jetzt!
Gründungsfinanzierung

70 Prozent aller Start-ups vergleichen keine Finanzierungsangebote

Es sind erschreckende Zahlen: Je nach Studie und Untersuchung scheitern zwischen 76 und 90
Prozent aller Start-ups. Gründe dafür gibt es natürlich viele, meist spielt aber die Liquidität die
entscheidende Rolle. Auch Finanzierungsprobleme können das Ende bedeuten. Besonders prekär ist es, wenn beides zusammenkommt. Nicht selten handelt es sich hierbei aber um hausgemachte
Probleme.

Unternehmer tippt auf Taschenrechner und schreibt in Buch
Finanzierungsoptionen für Start-ups gibt es viele. Der Anspruch sollte für Sie als Unternehmer aber sein, auch die günstigste zu finden.
© wutzkohphoto - 591470369 / Shutterstock.com

Düsseldorf, 26.04.2018 - Eine Studie der Compeon GmbH hat kürzlich ergeben, dass viele junge
Unternehmen Finanzierungsangebote gar nicht erst vergleichen, sondern direkt zur Hausbank gehen. Finanzielle Engpässe bleiben da kaum aus. Doch dies muss nicht sein, denn es geht auch ganz anders.

Ohne eine ordentliche Gründungsstrategie geht meistens nichts. Gerade bei den Themen Kapital, Rentabilität und Liquidität sollten Start-ups – und natürlich auch gestandene Unternehmer – Gründlichkeit und Sorgfalt zur obersten Arbeitspflicht erklären, andernfalls droht schnell das Ende des Unternehmertums, bevor es eigentlich begonnen hat. Da bleibt die Frage, warum viele Firmengründer gerade bei der Finanzierung diesen Prämissen nicht folgen.

Dies zumindest ergab eine Studie der Compeon GmbH. Konkret besagt diese, dass 72 Prozent aller Unternehmen keine Konditionen vergleichen, wenn sie ein Darlehen benötigen, und stattdessen direkt zu ihrer Hausbank gehen. Was vor allem für Privatpersonen heutzutage selbstverständlich ist, wird auch unternehmerischer Ebene also anscheinend kaum bedacht.
Nico Peters, Betriebswirt und Gründer von Compeon, sagt dazu: „Anbieter zu vergleichen, bedeutet, bis zu drei Prozent weniger Zinsen zu zahlen.“ Bei sechs- bis siebenstelligen Beträgen würde dies also bedeuten, gleich mehrere Tausend Euro einsparen zu können.

So sollten Sie bei der Finanzierungsplanung vorgehen

Einmal davon abgesehen, dass natürlich gerade für Neugründer eine Finanzplanung, bestehend aus einer

  • Umsatz-, Kosten- und Ertragsplanung,
  • Liquiditätsplanung und
  • Planung der Kapitalstruktur des Unternehmens,

auf alle Fälle zur nachhaltigen Unternehmenskonzeption zählt, kann es auch nicht schaden, eine
Finanzberatung in Anspruch zu nehmen. Denn eines sollten Sie nicht vergessen: Junge Unternehmen weisen fast ausschließlich einen negativen Cashflow auf, wodurch selbstredend der Kapitalbedarf steigt. Und da Start-ups in der Regel auch über keine nennenswerten Sicherheiten verfügen, sind herkömmliche Kredite bei der Bank ohnehin schwer zu bekommen.

Einen Finanzberater für Gründer zu kontaktieren, der einen auch über etwaige Fördermittelinformiert, kann hier nicht die schlechteste Wahl sein. Vorab ist es aber anzuraten, sich selbst einmal gründlich über die Möglichen Wege einer Gründerfinanzierung zu informieren, wie im gratis eBook vom Gründerlexikon nachgelesen werden kann.

Davon einmal abgesehen, können Start-ups wie etablierte Unternehmen aber natürlich auch
eigenständig tätig werden und unterschiedliche Finanzierungsoptionen bzw. -angebote selbst
überprüfen. Dank des Internets ist dies im Regelfall auch relativ zügig erledigt, denn Anbieter gibt es hierfür genug:

Natürlich können Darlehen auch ganz woanders gefunden werden und nicht nur bei klassischen
Hausbanken. Je nach Darlehensumfang und beabsichtigtem Einsatzzweck, in Abhängigkeit der Art Ihres Unternehmens und Ihrer Bereitschaft, Sicherheiten abzugeben bzw. Risiken einzugehen, können ganz unterschiedliche Finanzierungsformen für Sie infrage kommen. Die bekanntesten und gängigsten Finanzierungsoptionen für Gründer und gestandene Unternehmer haben wir für Sie in der folgenden Infografik kurz und knapp aufbereitet.

Natürlich gibt es noch weitere Finanzierungsoptionen wie Kontokorrent, Mikrokredite, Zuschüsse, das ungern angerührte Eigenkapital oder natürlich Freunde und Familienangehörige. Meist ist die Darlehenshöhe hier aber stark begrenzt.

Anders sieht es bei Mezzaninen-Finanzierungen oder Formen des Beteiligungskapitals aus. Diese
Geldgeber wollen aber erst einmal gefunden werden und Unternehmer müssen einwilligen, nicht
mehr unabhängig in ihren Entscheidungen zu sein. Am Ende ist es also ein Für und Wider bei der Entscheidung für oder gegen eine Finanzierungsform. Am Ende wird entscheiden, wie risikobereit und planungssicher Sie sind. Mehr dazu im Buch "Der schnelle Weg zur Gründungsfinanzierung: 10 Wege, um Ihr Geschäftsmodell zu finanzieren." vom Gründerlexikon.

vg wort pixel
Komplexität an der Tafel

Fördermittel wegen Komplexität bei Gründern häufig ungenutzt

In Deutschland setzen Start-ups zunehmend auf innovative Finanzierungsquellen. Um nicht nur von Eigenmitteln abhängig zu sein, finanzieren sich immer mehr junge Unternehmen ganz oder teilweise über Kreditplattformen und Crowdfunding. Die wichtigsten Kapitalquellen sind Eigenmittel und Bankkredite.

Kredite im Handel nur noch gegen Sicherheiten

Handel erhält Zugang zu Krediten nur noch gegen Sicherheiten

Der Handel lebt von kurzfristigen Krediten – vor allem für Betriebsmittel und die Vorfinanzierung von Waren. Doch Geld gibt es von den Banken fast nur gegen Sicherheiten. Bei 63 Prozent der Handelsunternehmen sind bis zu zwei Drittel der Betriebsmittelkredite entsprechend unterlegt, bei jeder dritten Handelsfirma sind es immer noch bis zu ein Drittel.

TobyRich

Insolvenz verhindern - Daran scheitern Unternehmen typischerweise

Torsten Montag, Inhaber des Gründerlexikons, hat mit Tobias Dazenko, einem der Gründer des Startups TobyRich, ein Interview geführt. Obwohl Tobias und Ulrich mit ihrem Unternehmen erfolgreich sind, haben sie doch eine Menge über Scheitern und Insolvenz verhindern gelernt. Gemeinsam haben sie eine Reihe von Gründen herausgefunden, woran es bei Unternehmern oft mangelt.