Private Verkäufer dürfen Gewährleistung ausschließen

Wer als privater Händler auf Online-Verkaufsportalen arbeitet, sollte seine Verkaufsbedingungen genau und rechtlich korrekt verfassen. Ansonsten kann es für ihn bei einer Reklamation von defekten Waren teuer werden.

Bild: geralt / pixabay.com

Wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei einer Überprüfung von 200 ebay-Verkäufern herausgefunden hat, geben knapp 50 Prozent der untersuchten Verkäufer bei ihren Auktionen und Direktverkäufen eine so genannte Gewährleistung ab. Häufig ist das unbeabsichtigt, weil die Gewährleistung nicht damit verneint wird, wenn sie nicht unter den Verkaufsbedingungen steht. Sie muss stattdessen ausdrücklich vom Verkäufer ausgeschlossen werden. 

Was ist eine Gewährleistung?

Eine Gewährleistung gibt ein Verkäufer automatisch mit einem Verkauf ab, ohne dieses Recht auch nur im Verkaufsvertrag zu erwähnen. Gesetzliche verankerung finden Sie hier. Deshalb ist vielen Verkäufern überhaupt nicht bewusst, dass sie defekte Geräte deshalb zurücknehmen, reparieren lassen und den Preis des Produkts mindern müssen, falls ein Kunde reklamiert. Ganze zwei Jahre lang hat der Kunde das Recht, Waren zurückzugeben, die nicht mehr einwandfrei funktionieren, und sein Geld zurückzuerhalten. Möchte man seinen Kunden dieses Recht nicht einräumen, muss man als privater Verkäufer ausdrücklich in den Verkaufsbedingungen erwähnen, dass keine Gewährleistung auf das Produkt gegeben wird.

Weitere Fallen

Statt sich in Floskeln zu verlieren, reichen für Verkäufer die zwei Wörter "keine Gewährleistung" aus, um rechtlich auf der sicheren Seite zu stehen. Denn Ausdrücke wie "keine Garantie" oder "kein Umtausch" werden von einigen Richtern nicht akzeptiert, um sich von der gesetzlichen Gewährleistung zu befreien. Ob der Verkäufer seine Produkte jedoch auch umtauschen lässt, muss er weder ausdrücklich erwähnen noch ausdrücklich ablehnen. Allerdings muss das angebotene Produkt auch wahrheitsgemäß beschrieben werden. Wie der Nachrichtensender N-TV berichtet, musste ein Verkäufer ein Boot, das sich nach dem Verkauf als seeuntüchtig herausstellte, zurücknehmen und reparieren lassen, obwohl er die Gewährleistung ausgeschlossen hatte. In der Beschreibung, dass man mit dem Boot reisen kann, sah das Gericht eine Gewährleistungsgarantie.



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