Noch mehr negative Seiten der privaten Krankenversicherung

Auch in diesem Artikel dreht sich wieder alles rund um die negativen Aspekte, die man mit einer privaten Krankenversicherung quasi „mit einkauft“.

Bild: WerbeFabrik / pixabay.com

4. Der psychologische Druck

Mit der privaten Krankenversicherung ist für mich auch immer ein gewisser psychologischer Effekt verbunden. Mein Gefühl sagt mir, die Versicherung wird mit fortschreitender Vertragslaufzeit immer teurer werden, während die gesetzliche Krankenversicherung besonders im Alter immer günstiger wird. Ständig nagen die Zweifel an einem, ob man sich wohl später die Beiträge noch leisten kann und ob man im Fall der Fälle in der gesetzlichen Krankenversicherung wieder aufgenommen werden würde. Mit diesem Druck kann man nur umgehen, wenn man sich seiner Sache entweder sehr sicher ist oder bereits jetzt Rücklagen für die Finanzierung der Krankenversicherung im Alter bildet.

5. Unvorteilhafte Zusatzangebote

Der vierte Punkt ist auch gleich die perfekte Basis für das folgende Problem: Die Versicherungen wissen um diese Befürchtungen der Kunden und nutzen diese Situation schamlos aus. Da flattern plötzlich Zusatztarife ins Haus, mit denen man dieser Misere angeblich entkommen soll.

Ein Beispiel

Ich soll jetzt monatlich einen Aufschlag von 15 Euro monatlich bezahlen und erhalte dafür ab dem 65. Lebensjahr einen Abschlag in Höhe von 50 Euro. Das sieht doch auf den ersten Blick gut aus. Doch machen wir die Rechenprobe: Angenommen, ich würde ab sofort für 31 Jahre (bis ich 65 Jahre alt bin) monatlich 15 Euro zu nur 4 Prozent Zinsen anlegen. Dann hätte ich am Ende ein Kapital von rund 11.000 Euro. Mit 11.000 Euro könnte ich diese 50 Euro Ersparnis bereits für über 18 Jahre finanzieren – bis dahin wäre ich schon 83 Jahre alt.

Besonders interessant werden solche „tollen“ Angebote übrigens dadurch, dass sie oft ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung verfügbar sind – das macht sie natürlich für Versicherte mit medizinischer Vorgeschichte (und einer Handvoll Zukunftsängsten) außerordentlich attraktiv.

6. Einmal Vorkasse, bitte!

In der privaten Krankenversicherung zahlt man ja zunächst einmal seine Arztrechnungen und reicht diese entweder gleich oder gesammelt später bei der PKV zur Erstattung ein. So oder so geht man immer erst einmal in Vorleistung und streckt das Geld für den Arzt vor. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Honorare direkt der Krankenversicherung belastet und gar nicht erst dem Patienten berechnet.

7. Zu wenig Aufklärung

Welche Leistungen ein Tarif im Detail umfasst, überprüfen die wenigsten Privatversicherten. Man legt sein Augenmerk auf solche Aspekte wie „freie Facharztwahl“, „Chefarztbehandlung“ oder „Einbettzimmer“. Aber eine Aufklärung hinsichtlich des Behandlungsumfangs in Bezug auf die eigene Krankheitsvorgeschichte erfolgt gewöhnlich nicht – weder durch den Makler noch durch die Versicherung selbst. Welche Leistungen nicht versichert sind, erfährt man meist erst, wenn man sie in Anspruch nehmen möchte und dieKostenübernahme dann abgelehnt wird.

Nun möchte ich aber nicht den Eindruck erwecken, als wäre alles an der PKV schlecht – immerhin bin ich ja immer noch so versichert. Im nächsten Artikel zeige ich Ihnen, welche Vorzüge die PKV in meiner Situation hatte und immer noch hat.

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