Mit diesen Problemen kämpfen die Gründer 45+

Wer die Gründer der Generation 45+ sind und welche besonderen Vorteile sie mitbringen, haben wir Ihnen in den vergangenen Teilen unserer kleinen Serie gezeigt. Heute wollen wir Ihnen die Kehrseite der Medaille vorstellen, denn natürlich stellen sich auch Probleme ein, die gerade ältere Gründerinnen und Gründer betreffen. Welche das sind und woher diese rühren, zeigt dieser Teil unserer Serie.

Bild: geralt / pixabay.com

Das Startkapital

Vielfach geht man davon aus, dass gerade die Gründer der Generation 45+ ausreichend Startkapital aufweisen können. Oft genug haben sie schließlich hohe Abfindungen von ehemaligen Arbeitgebern erhalten und hatten aufgrund ihrer langen Berufstätigkeit viel Zeit, sich ein finanzielles Polster aufzubauen. Einerseits kann dies natürlich richtig sein. Doch anders sieht es oft aus, wenn eine Frau nach der Familienpause mit einer Gründung wieder in das Berufsleben einsteigen will. Hier fehlt der finanzielle Rückhalt.

Bei der Vergabe von Krediten verhält es sich auch nicht besser. Zwar werden häufig nur geringe Darlehensbeträge zwischen 5.000 und 10.000 Euro benötigt, doch ergeben sich daraus weitere Schwierigkeiten. Aufgrund der geringen Darlehensbeträge können Banken nur eine niedrige Marge erzielen. Dennoch müssen sie die Anträge prüfen. Aufwand und Nutzen steht für die Banken dann in keinem günstigen Verhältnis mehr.

Ein weiteres Problem ist das Alter der Gründer. Denn Banken gehen davon aus, dass nur eine kurze Zeitspanne für die aktive berufliche Tätigkeit vorhanden ist. Diese reicht aus Sicht der Banken oft nicht aus, um die Darlehen zurück zu zahlen. Außerdem könnten ältere Gründerinnen und Gründer auch einmal krank werden, was zu Verdienstausfällen führen würde und damit zu einer verzögerten Rückzahlung der Kredite.

Kenntnisse und Kontakte

Ebenfalls ein großes Problem stellen die Kenntnisse gerade im Umgang mit den neuen Medien dar. Vielfach müssen Gründer ihr Wissen rund um den Umgang mit Computern und Co. erst zeitaufwändig wieder auffrischen. Das führt aber letztlich dazu, dass sie dennoch nicht so firm im Umgang mit den technischen Geräten sind, wie sie es sein müssten. Auch das kaufmännische Wissen kann nicht bei jedem Gründer aus vorhergehenden Anstellungen vorhanden sein. Ebenso sind viele Kenntnisse veraltet, gerade dann, wenn nach einigen Jahren der Wiedereinstieg in den Job geplant wird.

Zusätzlich müssen Wiedereinsteiger sich erst mühsam ein Kontaktnetzwerk aufbauen. Zwar kann dieses vor langer Zeit schon einmal vorhanden gewesen sein, doch zerbricht es oft, wenn sich der Gründer aus dem Berufsleben zurückzieht.

Hohe Belastungen durch eine Gründung

Darüber hinaus sollten sich insbesondere Gründer der Generation 45+ klar machen, dass eine Unternehmensgründung sehr kräftezehrend ist. Ein hoher Arbeitsaufwand steht zu Beginn jeder Gründung. Es können durchaus einige Jahre vergehen, bis das eigene Unternehmen am Markt etabliert ist und man einen Gang zurückschalten kann. Außerdem müssen Gründer sehr flexibel reagieren können, um am Markt zu bestehen.

Die Zeit ist ein weiterer wichtiger Faktor. Junge Gründerinnen und Gründer sind oft ungebunden. Sie müssen sich weder um Kinder, noch um die Familie kümmern. Wiedereinsteiger haben vielleicht die Kindererziehung schon hinter sich gelassen, übernehmen aber künftig die Pflege der Eltern oder Schwiegereltern. Das stellt dann eine Doppelbelastung dar, die wiederum sehr anstrengend und kräftezehrend werden kann. Zusätzlich wird die Zeit, die für die Gründung selbst aufgewendet werden kann, stark eingeschränkt.

Es gibt also auch zahlreiche Probleme, mit denen sich ältere Gründer befassen müssen. Darüber sollten sie sich immer im Klaren sein. Im nächsten Teil zeigen wir Ihnen, wie Sie sich als Gründer mit 45+ auf die Selbstständigkeit vorbereiten können.

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